Archiv für die Kategorie ‘i) Tagebuch eines Obstbauers’

Tagebuch eines Obstbauers (2010)

Mittwoch, 21. April 2010

25.01.2011

Obst wird jetzt als Unterbegriff der Selbstversorgung geführt:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1715

Obstinfo und Obst-Tagebuch (2011)

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2090

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2092

30.11.2010

Inhaltlich gehört hierher noch die Seite Selbstversorgung:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1715

20.11.2010

Ich bringe heute wieder mal was von Mathias Siebold vom 19.11.2010 aus der Kanareninsel La Palma;

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

denn die Spanier haben wie wir erhebliche Wirtschaftsprobleme,

http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4561

so daß wir uns schon einmal an Selbstversorgung gewöhnen können:

Leute kauft palmerische Produkte!
Die gute und die schlechte Nachricht von der Landwirtschaftsfront

Fangen wir mit der schlechten Nachricht an, damit wir mit der Guten aufhören können. – Seit Jahren bemüht man sich ja nun schon, mal auf Privatinitiative, mal seitens der Behörden, um der lokalen Landwirtschaft wieder mehr Bedeutung bei der Versorgung der Bürger mit Lebensmittel zu verleihen. – Da hat man sich bereits Mitte der neunziger Jahre auf das globale Spiel der billigen Lebensmittel im Supermarkt eingelassen, mit der traurigen Folge, dass die heimische Landwirtschaft zunächst die Käufer, und später selbst die Lust verloren hat. – Dieses Pendel schwingt jetzt aber wieder ein bisschen zur anderen Seite, immer mehr Menschen verstehen inzwischen den direkten Zusammenhang zwischen funktionierender lokaler Landwirtschaft und funktionierender Gesellschaft, wenn man schon eine ländlich geprägte Region ist. – Außerdem vertraut man halt dem Nahem mehr als dem unbekannten Fernen, und reichlich Lebensmittelskandale sorgen ja auch für weitere Verunsicherung bei den Verbrauchern. –  …
Die gute Nachricht nun vom lokalen Primärsektor ist, eine Million Kilo Kartoffeln aus La Palma sollen Verbraucher auf den anderen Kanareninseln beglücken. – Das ist doch eine schöne Nachricht und erinnert an eine Zeit, als man La Palma noch die Speisekammer der Kanaren nannte und man selbst auf Lanzarote zum Fisch in ordentlichen Lokalen ausgesprochen ostentativ darauf hinwies, dass man selbstverständlich zum Fisch Kartoffeln aus La Palma serviere. – Das ist leider fast komplett vorbei, nicht weil die Qualität der Kartoffeln nachgelassen hätte, sondern weil schlichtweg die Wertschöpfungskette in der palmerischen Landwirtschaft einen entscheidenden Knacks wegbekommen hat, und man längst aus dem Exportgeschäft rausgeflogen ist. – Das soll nun wieder angeleiert werden, auf vertraglicher Basis hat man einhundert palmerische Bauern gedungen, sie sollen diese eine Million Kilo Kartoffeln in der jetzigen Saison ziehen, und man würde ihnen das Kilo vor 60 Cent abkaufen. – 60 Cent, das ist für den Landwirt OK, zusätzlich erhält man auch noch die Saatkartoffeln, nicht dass da jemand altes und degeneriertes Saatgut verwendet, wenn man schon mal die Möglichkeit hat, wieder mit Kartoffeln um sich zu werfen, dann muss man das auch ordentlich machen. – Allerdings muss man sich fragen, zu welchem Preis denn dann die Erdäpfel auf den anderen Insel an den Verbraucher gebracht werden sollen, denn diese 60 Cent sind der Erzeugerpreis, da ist Konditionierung der Kartoffeln, Transport und Vertrieb noch gar nicht enthalten. – Nimmt man eine konservative Kalkulation, dann müssten die mindestens 2 Euro als Verbraucherpreis im Supermarkt kosten, und ich darf bezweifeln, dass der Verbraucher dann noch ein Herz für La Palma mit aus der Geldbörse zieht. – …

(Jürgen Kremser:  Ganz persönlich habe ich da auch Bedenken;  denn ich habe vor zwei Wochen beim Penny für 7,5 kg gewaschene wohlschmeckende Kartoffeln nur 2,49 Euro bezahlt, aber vielleicht haben die Bauern in La Palma mehr Glück.)

09.11.2010

Ende Oktober habe ich an meinen größeren Walnußbäumen sowie den Eßkastanien den Raupenleim angebracht von Schacht, zum Schutz der Rinde auf das aufgeklebte Tesaband.  Bei den Walnüssen gab es im Frühjahr eine wahre Epidemie von kleinen grünen Käfern, die die Blätter anfraßen.  Die meisten dürften zu den Blättern geflogen sein, trotzdem waren die Leimringe von ihnen voll, da sie vermutlich auch den Stamm hochkrochen.

Bis zum 9. November sind die Frostspanner noch nicht aufgetaucht.  Ich schütze nur alle zwei Jahre die jüngeren Bäume gegen die Frostspanner, da geringer Befall nicht zum Kahlfraß führt.  Die Apfelgspinstmotten waren allerdings dieses Jahr wirklich sehr stark.  Viele Apfelbäume waren im späten Frühjahr ganz braun.  Wenn der Befall nächstes Jahr wieder so stark ist, werde ich wohl spritzen müssen.

Wenig Glück hatte ich auch dieses Jahr wieder mit Birnen.  Der Mollebusch-Baum trug sehr viel, wenn auch nicht so viel große Früchte wie in den früheren Jahren.  Sie schmecken ausgezeichnet, wenn die Früchte äußerlich sich noch hart anfühlen, beim Durchschneiden spürt man dann, daß sie innerlich weich, saftig und wohlschmeckend sind.  (Auch haben sie schöne große gesunde schwarze Samen.  Ich hätte richtig Lust aus ihnen Sämlinge zu ziehen.)  Aber die anfallenden Mengen kann man beim besten Willen nicht verbrauchen.  Spätestens nach drei Wochen werden sie immer weicher, so daß man sie letztendlich alle wegwerfen muß.

So ähnlich ging es mir mit der Alexander Lucas, die ich ideal kurz vor dem Baumfall geerntet habe.  Gemäß Walter Hartmann, Farbatlas alte Obstsorten, sollten sie sich bis Weihnachten halten.  Nichts von dem bei mir.  Ein großer Teil fing schon im Oktober an einzuschrumpeln bzw. zu faulen, so daß ich jetzt gar keine mehr habe, sondern alle wegwerfen mußte.

Dasselbe schlechte Ergebnis hatte ich bei der Oberösterreichischen Weinbirne sowie der Schweizer Wasserbirne.  Gemäß Walter Hartmann oder Herbert Petzold, Birnensorten, sollte sich der Verzehr bis Ende November bzw. Dezember halten.  Ich wollte einmal einen Versuch machen und habe einige Steigen zum Frischverzehr aufgehoben.  Sie waren alle schon entweder Ende Oktober braun oder wenn sie äußerlich noch grün waren, dann doch schon innerlich braun, also auch nicht genießbar.

Jetzt habe ich nur noch eine Steige Madame Verte, die dieses Jahr wiederum erstaunlich klein sind.  Vom Verzehr her sind sie so ähnlich wie die Mollebusch, d. h. wenn sie außen hart sind, sind sie innerlich schon recht weich und geschmacklich angenehm.

Von der Pastorenbirne habe ich nur einige wenige Früchte geerntet, die allein sich für die längere Haltbarkeit geeignet hätten.  Allerdings sind zahlreiche Äste abgestorben, so daß man die grünen Äste suchen kann.  Die Gräfin von Paris ist schon vor einigen Jahren abgestorben.

Die Vereinsdechantbirne hatte ich zu früh gereift, da sie sehr stark von Wespen und Hornissen befallen worden sind.  Die geernteten sind alle schon vor Wochen eingeschrumpelt.  Man kann sie essen, aber nur zur Not.

Die Gute Luise hat sich bei mir nur so etwa zwei Wochen gehalten, dann fingen sie an wäßrig braun zu werden, so daß ich mehrere Steigen weggeworfen habe.

Auch Boscs Flaschenbirne war wieder ein totaler Reinfall.  Sie trägt jedes Jahr sicher mehr als 100 kg, wird von Wespen befallen und hält sich nur ein paar Tage, entgegen den Sortenbeschreibungen in den Büchern, z. B. Walter Hartmann 3 – 4 Wochen.  Sie scheint mir auch zu Verwertung nicht so geeignet zu sein.  Wenn man sie hartreif erntet, kann man sie nicht einkochen, da sie dann auch sterilisiert noch hart bleibt.  Und die ideale Reife besteht vermutlich nur an einem bis zwei Tagen.

Dasselbe git übrigens auch für die Oberösterreichische Weinbirne.  Der kaltgepreßte Saft eignet sich hervorragend zu Gelee (2 Teile Saft zu 1 Teil Gelierzucker), aber wehe wenn man die Früchte zu Marmelade verarbeiten will.  Im Unterschied zu Quitten, die bei der Marmeladenerstellung in kürzester Zeit zerfallen, mußte ich einen Topf ca. 10 Minuten lang stampfen um einen Brei zu erzeugen.

Es wundert micht, daß die Sortenbücher bzgl. der Verzehrdauer bei den Birnen so viele falsche Angaben enthalten.  Ich habe ca. 15 Sortenbücher aus den letzten 100 Jahren, die allesamt nicht verläßlich sind.  Ich weiß es nicht:  Habe ich falsche Sorten gekauft, liegt es am Boden, am falschen Pflücktermin, am Wetter.  Es ist rätselhaft.

Für den Liebhaber, der wie ich eine Omegaschere zur Veredelung nutzen kann, schlage ich folgendes Verfahren für Birnen vor:  Ein bis maximal zwei Birnen anzupflanzen als Mehrsortenbäume mit den folgenden Sorten.

Frühe von Trevoux

Mollebusch

Gellerts Butterbirne

Alexander Lukas

Vereinsdechantbirne

Madame Verte

Pastorenbirne

Frühe von Trevoux und Madame Verte wachsen schwach.  Diese kann man nicht als Baumgrundlage pflanzen, sondern nur auf die Leitäste eines anderen einsetzen.  Sonst hat man, wie bei mir, daß z. B. eine Kopfveredelung von Trevoux schwach aus dem Sämling wächst und dann aus der Trevoux wieder eine dickerere Oberösterreichische Weinbirne wächst.

Über die Sortenprobleme der Äpfel werden ich vielleicht ein andermal berichten.

22.10.2010

Der Winter rückt langsam näher.  Am 18.10.2010 gab es die erste größere Kratzaktion in Sossenheim um morgens die Autoscheiben zu säubern.  Heute, am 22.10., lag der erste Frost auf den Dächern.  Damit haben wir wieder ziemlich dieselbe Zeit wie im vergangen Jahr 2009 als der erste Frost auf den Dächern am 18.10. lag.

Die Ernteaktion ist jetzt vorbei bis auf den Eßkastaniensämling.  Jetzt kommt die Überwachung des Vorrats, was auch nicht ganz einfach ist.

Bei den Eßkastanien war das Ergebnis diese Jahr so:  Der Ecker 1 hat fast nichts getragen durch Spätfrost im Frühjahr.  Die Bäume stehen aber noch wunderbar tiefgrün da.  Die Marone von Lyon blüht später, hat wieder sehr reich getragen, aber auch viele kleine, nur in der Spitze sind die Früchte groß und ziemlich kugelrund.  Die Lyoner, die ich von der Baumschule Schmidt in Sindlingen bezogen haben, tun sich schwerer stark zu werden;  denn es sind Kopfveredelungen, während die Ecker 1 Fußveredelungen sind, die ich von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein bezogen habe.  Von dort habe ich zur Bestäubung auch einen sehr spät blühenden Sämling erhalten.  Er ist von allen am kräftigsten gewachsen und hätte dieses Jahr eigentlich 25 kg abwerfen können, und zwar ebenfalls große Früchte.  Statt dessen habe ich nur ca. 2 kg geerntet.  Fast alle Schalen enthalten taube Kastanien, und wenn sie herunterfallen ist ihr Ansatz an den Schalen noch weiß, brauchen also noch ein paar Tage um braun zu werden.

Die nicht benannte veredelte Kastanie vom Wirtz und Eicke wird in etwa zur selben Zeit reif wie die Lyoner, ist auch sehr groß.

In der Ecker 1 mit Kopfveredelung von der Baumschule Heinrich in Bischofheim lasse ich jetzt mal die unteren Austriebe wachsen, um den Baum aufzuästen.  Die Kopfveredelung sitzt auf einer ca. 2 m hohen Hochstamm und kommt sonst nicht vom Fleck.

Damit ergibt sich folgendes Ergebnis:  Da Eßkastanien selbstunfruchtbar sind, wäre es sinnvoll Fußveredelungen von Ecker 1 und der Marone von Lyon zu pflanzen.  Wenn man den Spätfrost der Ecker 1 vermeiden will, noch eine weitere Veredelung oder einen Sämling.

Zur Zeit esse ich jeden Tag nachmittags 12 Eßkastanien, die in der Schale 20 Minuten lang gekocht wurden und dann mit einem Teelöffel ausgeschabt werden.  Sie sind ziemlich süß und nahrhaft und ersetzen gut Gebäck.

Inzwischen sind die Preise gefallen.  Der Penny verkaufte gestern 500 Gramm zu 1,29 Euro, und zwar aus Italien.  Voriges Jahr lieferte er Maronen aus China.

In den nächsten Tagen muß ich den Raupenleim anbringen wegen der Frostspanner.  Die Frostspanner gehen interessanterweise auch an Eßkastanien und Walnüsse.  Es empfiehlt sich das baune Natoband um den Stamm zu kleben, um das Band dann mit dem Raupenleim anzubringen.

16.10.2010

Am 14. habe ich den Schweizer Winterglockenapfel geerntet, am 15. den Golden Delicious.

Den Schweizer Winterglockenapfel halte ich für eine ganz wertvolle Dauersorte, die viele Vorteile hat.  Der Baum trägt regelmäßig sehr reich, fast ohne Alternanz, obwohl er in armem Sande steht.  Also ein Massenträger wie Oldenburger.  Das Fruchtfleisch ist reinweiß mit feinem angenehmen Aroma.  Er ist haltbar bis April/Mai und ist von der Größe größtenteils ausreichend und hat wenig Schorf und kaum Schalenschäden.  Der Befall mit Obstmaden ist vergleichsweise gering und erreicht keinesfalls den starken Befall wie beim Kaiser Wilhelm.  Der einzige Nachteil bei mir sind Rindenschäden.  Er hat bei  immer mal wieder abgestorbene Rindenstellen, die ich dann mit Bayleton verschmiere, dieses Jahr sogar mal hilfsweise mit Bitumen.  Leider hat sich der 1992 gepflanzte Baum nicht kräftig entwickelt.  Ich führe dies darauf zurück, daß er auf einem Gelände steht, das mit reinem Sand aufgefüllt wurde.

Von dem Golden Delcious, früher in der DDR: Gelber Köstlicher, habe ich zwei Hochstämme.  Einen als Sämlingsunterlage, einen anderen auf M11.  Den Delicious auf Sämling habe ich dieses Jahr nicht geernte.  Er alterniert und trägt dieses Jahr mal wieder sehr viel, aber auch überwiegend klein und stark verschorft.  Die Früchte auf M11 sind überwiegend größer, alternieren weniger und haben auch nicht so stark Schorf und sind sehr süß.  Von letzterm habe ich die Hälfte geerntet, die kleineren ließ ich hängen, da mein Lager voll ist.  Die Delicious haben schon fast alle Blätter abgeworfen.  Die Äpfel hängen aber meistenteils noch fest an den Zweigen.

Wenn ich es noch einmal könnte, würde ich den Delcious durch die Champagner-Renette ersetzen.  Diese schmeckt nach meinem Dafürhalten so ähnlich wie der Delicious, sieht auch so aus, hat aber nicht diese extreme Kleinfrüchtigkeit und das Schorfproblem.  Dieses Jahr habe ich von der Champagner-Renette allerdings fast nichts geerntet, da der Baum extrem von der Apfelgespinstmotte gelitten hat.

Auch die Birne Madame Verte habe ich am 14.10. geerntet.  Sie ist dieses Jahr extrem kleinfrüchtig und wurde teilweise schon von Vögeln angepickt.

Als letzte Frucht steht jetzt noch der Eßkastaniensämling an, der dieses Jahr wieder mal Probleme mit dem Ausreifen haben dürfte.

13.10.2010

In den letzten Tagen habe ich den Riesenboiken, den Schönen von Nordhausen, die Kanada Renette (Pariser Rambour) sowie den Mutsu geerntet.  Morgen mache ich noch den Golden Delicious ab sowie den Schweizer Winterglockenapfel, der Golden Delicious ist allerdings ziemlich klein und teilweise verschorft.  Die Berlepsch und die Kaiser Wilhelm konnte ich wegen des Autodiebstahls nicht abmachen.  Sie sind auf den Boden gefallen.

Bei dem Eßkastanien-Sämling sind heute die ersten Kastanien gefallen.  Da der Boden um den Baum schon übervoll war voller tauber Früchte, habe ich diese mit dem Rechen entfernt.  Ich kann jetzt unter dem Baum die verwertbaren Früchte auflesen.  Beim Kochen der Kastanien hatte ich heute den Eindruck, daß der Sämling geringfügig weniger süße Kastanien liefert. Gegen das Pflanzen von Sämlingen dürfte also sprechen, daß man eventuell eine sehr späte Sorte hat, die nicht mehr ausreift, und der Geschmack nicht so gut ist.  Andererseits sind Eßkastanien selbstunfruchtbar.  Man braucht also eine zweite Sorte, am besten etwa Ecker 1 verbunden mit der Marone von Lyon.  Letztere liefert allerdings bei mir auch viele kleine Früchte, nur in den Spitzen sind die Früchte groß.

Birnen muß ich jetzt massenhaft wegwerfen, wie etwa Gute Luise, Charneu, Mollebusch, Gellerts, diverse Lokalsorten, da sie exponentiell schnell reif, weich und braun werden, also geschmacklos.  Birnen sind also nur etwas für jemanden, der sich an John Seymour orientiert und zusätzlich Ziegen oder Schweine hält.  Das dürfte allerdings ein Problem sein, da es noch nicht einmal in einer Großstadt wie Frankfurt am Main einen Schlachthof für einen Metzger gibt.

Vergleichsweise gut hält sich die Alexander Lukas.  Sie wurde baumreif geerntet und wird jetzt schrumpelig, d. h. sie schrumpft.  Wenigstens muß man sie nicht sofort wegwerfen und hat noch die Illusion, daß man sie noch einmal essen wird.  Morgen werde ich noch versuchen die Madame Verte sowie die Pastorenbirne zu ernten.

Bei den Walnüssen lag heute keine einzige mehr am Boden.  Ich habe jetzt das Schloß an der Tür wieder entfernt.

10.10.2010

Die Walnußernte geht in Sossenheim langsam zu Ende.  Heute habe ich als letzte Ernte noch einige Nüsse der Parisienne geerntet, deren Nüsse größer waren als in den früheren Jahren.  Für mich als Selbstversorger war die Ernte ausreichend, aber eigentlich haben nur zwei Bäume reichlich getragen:  Klon 26 oder Klon 1247 (bzw. 1497?), mittelmäßig Klon 139.  Die Ernte von Klon 120, Klon 286, Esterhazy II, Weinsberg 1 waren gering, einerseits durch die Krankheit Marssonina juglandis. andererseits auch durch geringen Fruchtansatz.  Auch die Franquette hatte große Nüsse angesetzt;  ich habe sie aber abgeschlagen, da das Grundstück nicht eingezäunt ist und die Diebe sie bei ihrer Ernte nicht abbrechen können.

Eines meiner Walnuß-Grundstücke hat 8 Bäume, veredelt auf Juglans regia, gepflanzt im November 1993, gekauft von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.  Der Vater des jetzigen Inhabers sagte mir damals, daß ich sehr zufrieden sein könnte, daß von den 8 gepflanzten Walnuß-Hochstämmen sieben angewachsen seien.  Nur ein Klon 120 starb damals ab.

Keinerlei Probleme hatte ich mit dem Anwachsen von Walnuß-Heistern auf Juglans nigra, die von der Baumschule Schott (Breisgau) an die Baumschule Heinrich in Bischofsheim geliefert wurden.

Im vergangen Jahr war die letzte Nußernte am 15.10.2010.

Die Eßkastanien-Ernte von Ecker 1 sowie der Marone von Lyon ist jetzt zu Ende.  Letztere verliert jetzt ihr Laub, während Ecker 1 noch tiefgrün und gesund dasteht.  Ecker 1 trug dieses Jahr fast nichts wegen der Spätfröste im Frühjahr.  Der Sämling wirft zur Zeit ausschließlich taube Früchte ab.  Ob der Sämling überhaupt eßbare Früchte liefern wird, bleibt abzuwarten.  Im letzten Jahr fiel der erste Sämling am 08.10., sein Maximum war am 12.10. und die letzten wurden am 22.10 geerntet.  Am 18.10.2009 gab es den ersten Frost auf Dächern.

Die Sorte Mollebusch ist eine ausgezeichnete wohlschmeckende Birnensorte, doch kommt man leider mit dem Verzehr nicht nach.  Am 20.09. habe ich sie geerntet;  doch bereits jetzt muß ich viele wegwerfen, weil sie weich und dann innen braun werden.  Sobald sie gelb werden, muß man sie wegwerfen.  Sie schmecken nur aromatisch , wenn sie noch grün sind und sich außen hart anfühlen.  Beim Durchschneiden merkt man dann, daß das Messer innen auf weichere Gefilde stößt.

Durch den am 28.09. geschilderten Diebstahl meines Autos, wurde ich bei der Apfelernte gehindert.  Inzwischen sind fast alle Äpfel des Kaiser Wilhelm (zwei Bäume)  auf den Boden gefallen.  Ich habe mich deswegen auf die Ernte des Roten Boskoop konzentriert.  Für den Winter werde ich den Boikenapfel abmachen sowie den Schweizer Winterglockenapfel.

06.10.2010

Meine Bedenken bzgl. der Marone von Lyon vom 25.09.2010 waren unberechtigt!  Bereits am 29.09. fielen deren erste Früchte und heute am 06.10. habe ich bereits fast drei Viertel aufgelesen.  Auch die Ecker 1 aus der Steiermark dürften jetzt zu Ende sein.  Kennzeichnend für die Maronen von Lyon ist daß sie sehr viel tragen, davon aber häufig auch kleinere.  Die Frage ist, ob es am Boden liegt, oder weil es sich um Kopfveredelungen handelt, während die Ecker 1 am Wurzelhals veredelt wurden usw..  Geschmacklich bin ich jedoch mit beiden zufrieden.  Da mir die Arbeit beim Rösten mit den perforierten Pfanne zu viel Arbeit beim Umschwenken ist, bin ich dazu übergegangen die ganzen Früchte inkl. Schale 20 Minuten zu kochen und anschließend mit einem Löffel auszuschaben.  Also esse ich jetzt jeden Abend ca. 18 Eßkastanien.  Sie schmecken sehr gut, und das scheint mir ein gutes Aufwand- zu Ertrag-Verhältnis.  Die Ecker 1 hatte ich von der Baumschule Bartsch aus Geisenheim am Rhein.  Deren Inhaber schlug vor auch einen Sämling der besseren Bestäubung wegen zu pflanzen.   Dieser Sämling hat sich bisher zum größten Baum meiner Eßkastanien entwickelt.  Die Früchte sind auch erstaunlich groß, kommen aber sehr spät.  Bisher hat er dieses Jahr nur taube Früchte mit Schalen abgeworfen.

Am 25.09. habe ich die Oberösterreichischen Weinbirnen geerntet und pressen lassen.  Sie waren sehr süß und hatten wenig Gerbsäure.  Ich habe aus ihnen sehr delikaten Gelee erzeugt.  Die Marmelade der Oberösterreichischen schmeckt auch sehr gut, die Früchte mußten jedoch gestampft werden, da die Früchte nicht zerfallen.  Der ursprüngliche Baum ist zwar kräftig gewachsen, hat aber wieder nur wenig getragen.  Hingegen haben zwei Veredelungen dieses Baums:  einmal auf die Frühe von Trevoux und die Madame Verte außerordentlich viel getragen und schienen mir auch früher reif zu werden als der Ursprungsbaum.

Da ich der besseren Bestäubung halber mehrere Birnen auf einem Baum habe, und sich die Oberösterreichische freigemacht hat, sehen die Bäume ganz lustig auf.  Die Frühe von Trevoux ist ein Kopfveredelung mit (vermutlich) einer Zwischenveredelung von Gellerts.  Die Trevoux wächst dünn aus der Kopfveredelung der Gellerts heraus, aus dem Seitenast der Trevoux wächst wieder eine dicke Öberösterreichische heraus und hat sich zum Leitast der Trevoux entwickelt.  So ähnlich ist es bei der Madame Verte.

25.09.2010

Heute fielen die ersten Ecker 1 Eßkastanien (aus der Steiermark) herunter, also gelbe Schalen mit großen Früchten.  Der Beginn ist also 13 Tage später als im vergangenen Jahr.  Ferner wird auch die Chataignier griffe, die ich vom Wirtz und Eicke bezogen hatte, jetzt reif.

Ich bin mal gespannt, ob die Marone von Lyon es noch schafft reif zu werden.  Fast aussichtlos dürfte es für den Eßkastanien-Sämling sein, der im letzten Jahr erst kurz vor dem starken Frost reif wurde.

Gespannt bin ich auch, ob es mir nächstes Jahr gelingt meine Eßkastanien, die ich aus Früchten von La Palma gezogen habe, zu veredeln.  Denn Friedrich König, Obstbau heute, schreibt:  „Umveredelung durch Pfropfung erlauben nur klimatisch bevorzugte Lagen.“

Die Walnußernte ist jetzt voll am Laufen.  Sehr ertragreich ohne Alternanz ist unverändert Klon 26.  Ich muß jetzt jeden Morgen und Abend auflesen, um den Dieben den Anreiz zu nehmen, über den Zaun zu steigen.

Bei den Walnüssen habe ich den Eindruck, daß ein wahres babylonisches Sprachenwirrwarr besteht und diverse Irrtümer vorliegen.  Die Sorte Klon  26 treibt bei mir früh aus, ist also frostgefährdet.  Doch in allen Büchern steht ausnahmslos 26 treibe spät aus und wäre ertragssicher.  Die Verbrennungen durch Frost durch  frühen Austrieb im Frühjahr sprechen eine andere Sprache.

Die Sorte, die ich als Klon 1497 gekauft habe, scheint auch mit Klon 1247 übereinzustimmen.  Meine Sorte hat auch die ovale Form, jedoch eine ziemlich harte Schale im Gegensatz zur Literatur, genauso wie Klon 26.  Zum Knacken beider eng anliegender Nüsse braucht man ziemlich viel Kraft, im Gegensatz zu Klon 139 und Weinsberg 1.

Die Ernte von Klon 1497 bzw. 1247 geht jetzt dem Ende zu.  Klon 26 hat immer noch sehr viel Nüsse.  Klon 139 hat dieses Jahr weniger Nüsse.  Die Sorten Klon 120, Esterhazy II sowie Weinsberg 1 tragen dieses Jahr wenig;  da sie sehr viel schwarze verdorbene Nüsse haben durch Marssonina juglandis.

20.09.2010

Heute habe ich die Birne Mollebusch abgemacht.  Es handelt sich um eine alte fränkische Lokalsorte, die um Würzburg und Frankfurt am Main verbreitet ist.  (Vgl. auch Walter Hartmann, Alte Obstsorten)  Sie ist äußerlich noch ziemlich hart, wenn man sie aber aufschneidet, ist das Innere doch erstaunlich weich, aromatisch und süß.  Es ist wieder eine große Kunst den richtigen Pflücktermin herauszufinden.  Als 2006 das letzte Mal eine reichliche Birnenernte im Sossenheimer Unterfeld gab, habe ich bei der Mollebusch zu lange gewartet, so daß sie dann ohne Säure und Aroma, also wirklich ungenießbar mehlig, war.  Als ich sie jetzt abmachte, hingen die Früchte noch fest an den Zweigen.  (Sie hat so schöne schwarze Kerne, daß ich die Kerne von einer mal ausgesät habe, die sogar schon keimten.)

Im Unterschied zu der Birne Alexander Lukas, die ich gestern abmachte.  Da habe ich genau den richtigen Zeitpunkt gefunden, da sie baumreif hohen Fruchtfall hat.  Sie löste sich sehr leicht vom Baum, ich hatte aber kaum Verluste durch vorherigen Fall auf den Boden.

Im Unterschied zur Mollebusch ist Alexander Lukas derzeit noch nicht reif, sondern ziemlich hart.  Ich muß also zuerst die Mollebusch verzehren.  Von der Guten Luise von Avranche werde ich morgen zwei Steigen wegwerfen, da sie jetzt innerlich braun werden, und wir sie nicht verbrauchen konnten.

16.09.2010

Obsternte

Jetzt kommt die Obsternte in die heiße Phase.

Voriges Jahr begann am 15.09.2009 die Walnußernte mit Klon 26 (Geisenheim) und Klon 1497 (Mark Brandenburg), dieses Jahr mit denselben Klonen am 16.09.2010, so daß ich etwa 1 kg einsammeln konnte.  Das stürmische Wetter in den letzten Tagen hat dazu geführt, daß einige herunterfielen, zum Teil allerdings noch die frühreifen wegen marssonina juglandis, aber immerhin.

Dagegen haben die Eßkastanien das kühle Frühjahr noch nicht eingeholt.  Die erste Ecker 1 aus der Steiermark begann im vergangenen Jahr am 12.09.2009 reif zu werden.  Davon sind sie jetzt noch weit entfernt.  (Es sind ohnehin nur wenige, da der erste Austrieb im Frühjahr durch die Kälte verbrannt war.)

Leider fielen durch das stürmische Wetter auch viele von den oberösterreichischen Weinbirnen herunter, die eigentlich erst in ca. vier Wochen zur Ernte vorgesehen sind.  Da sie traubenförmig zusammenhängen wie Mirabellen, war  ein Teil von ihnen entweder schon verfrüht reif, oder sie fielen herunter durch die mechanische Bewegung.  Sie sind schon manchmal etwas gelb bzw. rötlich und sehr saftig und süß;  der Gerbsäuregehalt nicht so stark, nach meinem Empfinden wie bei Gellerts Butterbirne.  Sie wäre zum Dörren gut geeignet, aber leider habe ich dazu jetzt keine Zeit mehr.

Hingegen war die Birne Alexander Lucas jetzt richtig baumreif und wurde von mir geerntet.  Obwohl sie sich also relativ leicht vom Ast löste, lagen nicht so viele vom Sturm heruntergeschüttelte am Boden.

Inzwischen füllt sich meine Schiebehorde immer mehr mit Birnen.  Das letzte Mal gab es eine große Birnenernte in Sossenheim im Jahre 2006.  Drei Jahre lang gab es dann fast keine Birnen wegen der Birnengallmücken.

Die Madame Verte, die Mollebusch und die Pastorenbirnen müssen noch warten.

14.09.2010

Seit längerem verfolge ich das Drama um die kanarische Banane im Kampf mit der Dollar-Banane, erläutert vom Mathias Siebold am Beispiel der Insel La Palma.  Die EU-Kommission fordert, daß die Subventionen der kanarischen Landwirte im Rahmen der WTO gestrichen werden.  Das bedeutet im wesentlichen, daß United Fruit mit seinen mittelamerikanischen Sklaven den europäischen Landwirten den Garaus macht.  Ich finde dies im Hinblick auf die Sicherheit der Nahrungsversorgung schlimm.  Gewisse Restbestände an Landwirtschaft müßten wir unbedingt erhalten als Versicherungsprämie gegen Katastrophen, wie sie in der Geschichte der Menschheit immer eingetreten sind.  Ich sehe aber, daß immer mehr Weinberge aufgegeben werden müssen, Streuobstwiesen verkommen, der Gen-Bestand der Obstbäume sich inzwischen unwiderruflich reduziert hat.  Die Mehrausgaben für die Nahrungsmittelsicherheit hätten wir – als früher wohlhabendes Land – aufbringen können.

Als ich vor 10 Jahren mit den Eßkastanien angefangen habe, wäre das vielleicht mal ein interessanter Markt geworden, da Deutschland geplant immer mehr von Südländern besiedelt wird.  Inzwischen verkaufen die Discounter jedoch Eßkastanien aus China zu Schleuderpreisen!

Herr Siebold berichtet jetzt am 14.09.2010, daß die Palmerer teilweise von Bananen auf Avocados (persea americana) umsteigen wollen.

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

„Regen wäre auch interessant für Avocados, eine Pflanze die hier prächtig gedeiht, und der man schon öfter eine große und herausragende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel versprochen hat. – Und das schon seit vielen Jahrzehnten. – Noch in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte man die Avocado, hier Aguacate genannt, nach La Palma und damals lobte man die eierförmige Frucht als Konkurrenz, wenn nicht gar Ablösung für die Bananen.“

Auf La Palma habe ich wunderschöne große Avocado-Bäume  gesehen, brechend voll der sog. Avocado-Birnen.  Der Penny liefert Hass-Avocados aus Israel, der Aldi etwas preiswerter aus Südafrika.  Man muß warten bis die Früchte weich werden, dann kann man sehr wohlschmeckende, fettreiche Früchte essen, die ausgelöffelt werden müssen.  Nachzulesen bei Gunther Franke, Früchte der Erde, zu beziehen bei www.zvab.com.

13.09.2010

Gestern habe ich trotz meiner Hemmungen wegen Sonntagsarbeit die Hauszwetschen in Zeilsheim abgemacht.  Es handelt sich um für Zwetschen ziemlich alte Bäume, ca. 80 Jahre, und ich war auf die Mithilfe meines ältesten Sohnes Martin angewiesen.  Die Hauszwetschen sind jetzt im optimalen Zustand und wären sehr gut geeignet für Bäcker, also nicht überreif und geschmackvoll.  Wenn die Hauszwetschen überreif werden, werden sie innen braun und sind nicht mehr ansprechend.  Hingegen wird die Bühler im überreifen Zustand dann innen nicht braun, aber so weich, daß man sie auch nicht mehr mag.  Wir konnten deswegen keine Hauszwetschen herunterschütteln, sondern mußten sie meistenteils ernten. Die Ernte ist dieses Jahr vergleichsweise gering.  Voriges Jahr konnte man die Menge nicht verarbeiten.  Für die geringere Menge dieses Jahr kommen viele Gründe in Frage:  Witterung während des Blühzeitpunkts, Begünstigung der Narrenkrankheit während des Wachstums, Alternanz nach vollen Jahren.  In Sossenheim hängt fast gar nichts an den Hauszwetschen.  Denn bei geringem Ansatz sind fast alle madig.  Regelmäßig Ernten habe ich allerdings bei der Ersinger Frühzwetsche und der Bühler.

Empfehlen kann ich nur die Hauszwetschen und die Bühler.

Die Sorte Top, die ich 1998 gepflanzt habe, wurde seinerzeit von der Fachhochschule in Geisenheim am Rhein empfohlen.  Mit ihr bin ich aber nicht zufrieden.  Sie sind zwar groß, schmecken aber weder nach Säure noch nach Zucker, eher mehlig.  Außerdem sind die Früchte sehr stark von Maden befallen, und der Baum wächst nicht so stark, was allerdings an der Unterlage liegen könnte (vielleicht ist es die Orleans-Unterlage).  Außerdem hat sie schon sehr viel abgängige Äste.

Die Anna Späth Zwetsche ist auch groß, hat auch guten, von der Hauszwetsche variierenden, Geschmack, hat aber viele Schimmelfrüchte, die dann eine ganze Gruppe infizieren, wobei auch die Äste häufig krank werden und absterben.  Sie stammt aus Ungarn, und ihre Blätter und Zweige erinnern an die Große Grüne Reneclaude.  Sie wurde selektioniert von Ludwig Späth, dessen Baumschule im Baumschulenweg in Berlin 1300 preussische Morgen umfaßte, und der sie nach seiner Frau Anna benannte.

Die Ersinger Frühzwetsche hat auch häufig tote Zweige.  Sie kommt sehr früh und ihr Geschmack ist sehr gut.   Sie ist aber weder zum Backen noch zur Marmelade zu gebrauchen, so daß man den Gefrierschrank besser für die Bühler oder Hauszwetschen aufhebt.  Die Discounter bieten parallel zu ihr Cacaks Früheste aus Ungarn an.

Am gehaltsvollsten ist somit die Hauszwetsche (100 g entspricht 188 kcal gemäß Tjerk Buishand), trotz der Narrenkrankheit und den manchmal abgängigen Zweigen.

Die Bühler trägt regelmäßig hoch, ist wohlschmeckend, das Holz sehr gesund, auch wenn die Fruchtmumien am Ast kleben, allerdings ein bißchen säuerlicher, so daß ich für die Darre nur Hauszwetschen nehme.

06.09.2010

Heute habe ich wieder einmal das streitbefangene Eßkastaniengrundstück gemäht.  Wenn in den nächsten Wochen die Eßkastanien herunterfallen, müssen sie komplett aufgelesen werden;  denn ansonsten können einzelne Früchte, die vom Kastanienwickler befallen wurden sich vermehren und dann könnte die Situation nächstes Jahr epidemisch werden.  Dies ist auch einer der Gründe, warum ich die Diebe nicht auf das Grundstück lassen kann.  Wenn die nachts kämen und die Früchte herunterreißen würden, könnten viele Eßkastanien versehentlich ins Gras fallen, unentdeckt bleiben und die Wickler den Winter überleben.  Nach meinem Kenntnisstand gibt es bisher im Sossenheimer Unterfeld nur noch eine einzige weitere Eßkastanie auf dem Grundstück des ehemaligen Wasserwerks gegenüber meiner ehemaligen Verstärkerstelle.

Die Diebe haben den streitbefangenen Zaun inzwischen präpariert.  Hinter der letzten Eßkastanie wurde an einem Pfosten die Krampen entfernt, so daß der Pfosten wackelte, und sie schnell über das 1 m hohe Drahtgeflecht hätten springen können.  Diese Aktion habe ich inzwischen rückgängig gemacht.  Ich bin mal gespannt, was den Dieben sonst noch so einfällt.  Ich muß mir auch überlegen, wie ich angemessen reagiere.

Einige Infos zu Eßkastanien

a)  Wer sich für Eßkastanien interessiert, sollte sich einmal auf der Homepage

www.ig-edelkastanie.de

umschauen.  Die Interessengemeinschaft hat auch ein niveauvolles Faltblatt erstellt und veröffentlicht eine Diplom-Arbeit zu Eßkastanien.

b)  Im Sossenheimer Wochenblatt vom 5. August 2010 wird die Pflanzung einer Eßkastanie abgebildet mit der Inschrift „Zum Angedenken an J. W. von Goethe, gespendet vom ‚Club der raren Schreibkunst’, ‚Esskastanie’“.  Dazu hielt Martina Feldmayer von den Grünen eine stimmungsvolle Rede zu Goethe, wobei ihr jedoch vermutlich das Goethe-Eßkastanien-Gedicht in www.ig-edelkastanie.de nicht bekannt war.

c)  Das Höchster Kreisblatt vom 24.10.2008 brachte einen Artikel zum Thema „Frankfurts Bäume leiden unter Umwelt-Stress“.  Darin schreiben die Frankfurter Förster:  „Denkbar ist, dass künftig Eichenarten aus dem Mittelmeerraum und Esskastanien Einzug in den deutschen Wald halten.“  Mit den Eichen sind vermutlich die Steineichen gemeint, mit denen Mallorca übersät ist.

Auf die Eßkastanien im Frankfurter Stadtwald freue ich mich besonders, damit die Diebe endlich mal eine legale Ernte haben und von der meinigen abgelenkt werden.  Aber wie so üblich, handelt es sich vermutlich nur um leeres Geschwätz unserer Beamten;  denn bisher konnte ich keine Eßkastanien im Stadtwald entdecken.  Und im Sossenheimer Unterfeld haben sie auch viel Weißdorn und Speierlinge gepflanzt, mit denen der normale Dieb nichts anfangen kann, so daß er wieder auf dem Privatbesitz klauen geht.

05.09.2010

Gestern habe ich in Zeilsheim einen Teil der Oldenburger geerntet und bei meinem Nachbarn einige der gelben Edeläpfel.  Das Grundstück liegt ca. 30 m höher als Sossenheim und liegt an einer Windabbruch-Kante, so daß die Ernte geringfügig später beginnt.  Bei den Oldenburgern habe ich nur die Südseite abgemacht, der Rest kommt nächste Woche.  Die Hauszwetschen sind dort jetzt auch eßbar.  Dieses Jahr trägt auch der Schöne von Nordhausen und der Boikenapfel.  Beide mußte ich wegen der Wühlmausgefahr im Draht pflanzen, da sie die vorherigen Obstbäume am Stamm abgenagt hatten.  Das Drahtgeflecht hat aber den Bäumen nicht geschadet.  Sie stehen wunderbar da.

Heute ging es dann zu dem ersten und vermutlich letzten Ausflug dieses Jahr ins Rheinland.  Ich habe in Kiedrich in der Straußgaststätte „Bur“ wieder das wohlschmeckende sonntägliche Kutscherschnitzel gegessen.  Die Terrasse über den Dächern mit Blick auf die gotische Kirche war bei herrlichem Wetter stimmungsvoll, das Sonnenlicht gleißend wie im Mittelmeerraum.  Die Kirche war sogar einmal offen (im Sommer von 14:30 – 16:00 Uhr), so daß ich erstmalig einen Blick ins Innere nehmen konnte.  Anschließend ging es mit den Krücken in die Weinberge in Richtung Kloster Eberbach.  An der Spitze hat eine Hobby-Obstbauer eine Apfelplantage angelegt, die ich inspizierte.  Inzwischen werden dort auch mehr und mehr Rebflächen eingezäunt.  Leider werden auch dort viele Rebflächen aufgegeben.  Das ist der Nachteil, daß wir keinen Schutzzoll mehr für Agrarimporte erheben.  Ich befürchte die Frustrierung unseres Nährstands durch die Beamtenschaft wird sich einmal bitter rächen.

Auf dem Rückweg machte ich noch einmal Station bei unseren Nachbarn in Zeilsheim.  Die Nachbarin hat wieder ihre Maismehl-Küchelchen gemacht, gefüllt mit Spinat, ausgebacken in Olivenöl.  Gestern habe ich also ausreichend Kalorien zu mir genommen.

03.09.2010

Problematische Birnen

Ich besitze mehrere alte große Birnbäume in Sossenheim, die ca. 130 Jahre alt sind und die ich von der Erbengemeinschaft Baumgarten gekauft habe oder bei der Zwangsversteigerung des Ernst Schreiber.  Es handelt sich um alte unbekannte Sorten, die zum Teil schnell reif und mehlig werden.  In den letzten Jahren haben sie nichts getragen, da sie von der Birnengallmücke befallen waren.  Aber dieses Jahr kam die Birnengallmücke nicht, und was macht man mit diesen Tonnen?  Zum Apfelwein eignen sie sich nicht so gut.  Da sie früh reifen, haben sie nicht soviel Zucker und wenig Säure.  Außerdem geben sie dem Apfelwein einen Phenolgeschmack, den nicht jeder mag.  Also haben sie keinen kräftigen Geschmack.  Die alten Sossenheimer erzählen mir, daß man früher die Birnen an die Schweine verfüttert hat.  Aber jetzt zieht keiner mehr Schweine, und in ganz Frankfurt gibt es keinen Schlachthof.  Der letzte wurde, kurz nachdem er saniert worden war, abgerissen und in Wohnungen umgewandelt.  Wenn gemeinnützige Organisationen sie für eine Tafel verwenden könnten, stelle ich sie gerne zur Verfügung, ich befürchte jedoch, daß bei denen auch keine Erntehelfer zur Verfügung stehen für die körperliche Arbeit.

Am 3. September habe ich die Birne „Gute Luise“ erntet.  Wieder war ich sehr unsicher, wann der richtige Pflücktermin ist.  Sie müssen hartreif geerntet werden, sonst halten sie sich überhaupt nicht.   Werden sie aber zu früh abgemacht, werden sie nicht schmelzend.  Ich habe mich deswegen entschlossen zu ernten, wenn der Wespenbefall die Ernte signifikant reduziert, und dies war heute am Freitag gekommen.

Der Erntetermin wird wieder in der Literatur sehr unterschiedlich bestimmt:  Herbert Petzold gibt als Pflückzeitpunkt Anfang bis Ende September an, Tjerk Buishand gibt Mitte September an.  Johannes Böttner der ältere Oktober an.  Da sie bei warmem sandigem Boden früher reifen, ebenfalls von der Höhe über dem Meeresspiegel abhängig sind, sowie von der saisonalen Temperatur und deren Niederschlägen abhängt, handelt es sich immer um eine schwierige Entscheidung sie hartreif zu pflücken.

Es war dieses Jahr auch wieder schwer bei der braunen Boscs Flaschenbirne.  Diese soll bei Petzold ein Genußreife 10 – 11 haben.  Das kann wirklich unmöglich stimmen;  denn sie hat jetzt schon innerlich häufig eine braune Masse, die mit dem Teelöffel abgekratzen werden muß, um den Rest essen zu können.  Also hat mir vielleicht die Baumschule vor 20 Jahren die Sorte Prinzessin Marianne verkauft, die früher reif wird und und deren Ernte spätestens in einer Woche zu Ende geht.

Jetzt habe ich noch die Ernteentscheidung bei der Alexander Lukas und der Fränkischen Nationalsorte Mollbusch zu treffen.  Auch meine Mostbirnen, die Oberösterreichische Weinbirne sowie die Schweizer Wasserbirne tragen dieses Jahr mal was.  Fridolin Bader aus Hohenweiler erzählte meiner Mutter, man müsse sie runterfallen lassen, um den maximalen Zuckerertrag zu erzielen.

Mein Freund Leonhard Jonas hat auf seiner abgehenden Hochfeinen Butterbirnen noch einige gesunde Reiser, die ich nächstes Jahr umveredeln werde.

31.08.2010

Heute habe ich weiter die Bühler Frühzwetschen abgemacht.  Inzwischen liegen sie überwiegend auf dem Boden, und ich stampfte durch eine wahre gärende und von Pilzen befallene Zwetschenwiese.  Die Früchte an der Spitze kann ich ohnehin nicht erreichen, da ich wegen der MRSA-Kontamination im Frankfurter Höchster Krankenhaus drei versteifte Wirbel und keine Dornfortsätze habe.

Die Bühler reifen fortfolgernd, so daß man noch einige Tage brauchbare Früchte abernten könnte.  Eigentlich ist es ein wunderbarer Baum.  Wenn die Früchte von Pfirsichen oder Aprikosen von Monilia befallen werden, sterben die Zweige sofort ab, nicht aber die der Bühler Frühzwetsche.  Die Fruchtmumien kleben eventuell an den Zweigen, ohne daß die Zweige absterben!  Im Gegensatz dazu haben meine Hauszwetschen immer viel totes Holz, und die Zwetschen-Sorte Top, die einmal in Geisenheim am Rhein von der Fachhochschule kreiert wurde, schmeckt bei mir nach nichts, ist immer voller Maden, und der Baum bleibt klein, seine Zweigen sterben ab.

In dem Buch von 1907 „Obstbau in Wort und Bild“ des rheinhessischen Obstsortiments schreiben in Alzey der Präsident O. Lichtenstein und der Sekretär Dr. Ziegenbein zur Bühler:  „Der Baum ist starkwüchsig, sehr dauerhaft und fast alle Jahre reichtragend.  Schon von weitem fällt sein blaugrünes Laub auf.“

Sehr gesundes Laub und eine wahre Augenfreude sind auch meine Eßkastanien.  Insbesonder die Ecker 1 aus der Steiermark hat schönes tiefgrünes gesundes Laub.  Da es eine sehr frühaustreibende Sorte ist, die bereits Mitte September zur Reife gelangt, war der Austrieb im Frühjahr verbrannt.  Trotzdem haben sich an der Spitze einige Eßkastanien entwickelt.  Diese Bäume können 300 Jahre alt werden und die hochstämmigen Teile werden sicher auch bei schlechtem Frühjahrswetter dann zur Reife gelangen.  Inzwischen hat ein potentieller Dieb den Zaun soweit vorbereitet (Krampen entfernt, Holzpfosten gelockert), so daß er ruck zuck über den Zaun kommt.  Entgegen den Wünschen des Magistrats und des Verwaltungsgerichts Frankfurt sehe ich mich deswegen dazu gezwungen mein Eigentum mit Stacheldraht zu schützen.  (Für das anhängige Verwaltungsstreitverfahren ist dies ohnehin belanglos.)  Auch die von meinen Söhnen im Frühjahr gepflanzten Eßkastanien, die ich aus den Früchten von La Palma 2005 gezogen hatte, sind allesamt angewachsen und sehen sehr gesund aus.  Selbst ein Baum, der in reinem Sande steht, ist kräftig gewachsen udn tiefgrün.  Frau Ursula Becker hat einen Eßkastaniensämling mit einem Zweig meiner Ecker 1 veredelt.  Dieser ist noch grün, treibt aber auch nicht aus.  Ich bin mal gespannt, ob er im kommenden Frühjahr austreibt.  Im Frühjahr werde ich mit meiner Veredelungs-Omegaschere meine Sämlinge aus La Palma veredeln.

Die Maronen aus Lyon treiben später aus und sind im Frühjahr nicht verbrannt.  Sie haben wieder kräftig angesetzt.  Ihr Laub ist allerdings heller grün, was ich weniger mag, genauso wie die hellgrüne Ersinger Frühzwetsche oder den Golden Delicious.

29.08.2010

Birnenernte

Gestern habe ich Boscs Flaschenbirne geerntet.  Seit Wochen fielen immer mehr herunter, so daß ca. 80 % bereits von den Vögeln und Wespen vernichtet wurden.  Es scheint mir ein phänologisches Problem zu sein, daß die Ernteangaben in den Fachbüchern immer weniger stimmen, weil sie weiter nach vorne rücken.

Vor zwei Wochen hätte ich die Boscs schon ernten müssen.  Johannes Böttner der ältere und der jüngere geben als Entezeitpunkt beide Oktober an, ebenfalls Rudolf Trenkle, Herbert Petzold gibt als Pflückzeitpunkt Mitte September bis Mitte Oktober an, Genußreife Oktober, November.  Alle Angaben stimmen nach meinen Beobachtungen nicht mehr.  Sie sind um mindestens um einen Monat zu früh, so daß man die Sortenangaben der Fachbücher gar nicht mehr gebrauchen kann, sondern sich auf seine eigene Beobachtung verlassen muß.

27.08.2010

Gestern habe ich die knappe Zeit vor dem nächsten großen Regenguß dazu benutzt um die restlichen Mirabellen (fast) abzuernten und weitere 4 kg in die Darre zu schieben.

Von der Bühler Frühzwetsche habe ich an einem einzigen Ast erntend einen ganzen Eimer abgemacht.  Sie sind jetzt richtig vollreif, und ich weiß nicht, ob ich es wegen der Niederschläge schaffe, wenigstens 10% der Ernte abzumachen, die ich auf 200 kg schätze.  Der Rest ist für die Natur, die sich über ein solches Zucker-Eldorado freuen wird.  Es ist wirklich bedauerlich, daß diese wohlschmeckende, ertragreiche Zwetsche mit mächtigem Baum und gesunden Zweigen, tiefgrünen Blättern nicht mehr geschätzt wird!  Mein Vater Eberhard Kremser war von 1948 bis 1975 Vorsitzender des Kleingartenvereins Frankfurt-Hausen und hatte dort auch eine Bühler, die ich schon als Kind ernten durfte.

25.08.2010

Heute hat mein 85jähriger Freund Leonhard Jonas mein eingezäuntes Walnußgrundstück mit dem Rasentraktor gemäht.  Diese 8 veredelten Walnüsse wurden von mir 1993 gepflanzt und stammen von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.  Sie haben dieses Jahr wieder stark Massonina juglandis.  Durch diesen schwarzen Pilz werden die Blätter und Früchte befallen.  Letztere werden dann normalerweise nicht reif.  Befallen sind insbesondere die Sorten Esterhazy und Weinsberg 1.  Diese Jahr haben aber auch die Sorten Geisenheim am Rhein (Klon 26), Güls an der Mosel (Klon 120), Weinheim an der Bergstraße (Klon 139) und Nr. 1497 aus der Mark Brandenburg (Prießnitz?) sowie Nr. 286 aus Staupitz/Spreewald die Krankheit.  Obwohl ich im Frühjahr 50 kg Kalk gestreut habe, um den Pilz in den am Boden belassenen Blättern zu vernichten, ist der Pilz wegen dem starken Niederschlag stärker denn je.

Ansonsten wird die Ernte insbesondere bei Klon 26 wieder sehr hoch sein.  Seine Nüsse sind sehr schmackhaft und fettreich.  Die Schale ist allerdings sehr hart und der Kern hängt sehr eng an der Schale, so daß man am besten einen becherförmigen Knacker nimmt.  Hingegen hat Klon 139 auch einen erheblichen Anteil großer Früchte, beim Knacken wird der Kern meistens nicht beschädigt, ist aber weniger fettreich.  Nr. 1497 ist von der Form und dem Geschmack so ähnlich wie 1497.  Da Walnüsse bei einigen Völkern als Aphrodisiatikum gelten, insbesondere zur Stärkung der Potenz, sind sie extrem durch Diebstahl gefährdet.

Der Sommerapfel James Grieve ist jetzt reif und wurde von mir heute abgemacht.  Der Baum ist jedoch leider trotz seines jungen Alters von nur 19 Jahren schon abgängig und hat dieses Jahr bereits viel totes Holz.  Er trägt regelmäßig und letztes und vorletzes Jahr hing sehr viel dran, diese Jahr aber ist die Ernte bescheiden.

Als letzter Pfirsisch ist der Rote Ellerstädter jetzt reif und fängt an seine Früchte abzuwerfen.  Er ist ziemlich unproblematisch, groß, schmeckt sehr gut, relativ frei von Kräuselkrankheit.  Sein Synonym ist der Kernechte vom Vorgebirge (bei Bonn), weil er tatsächlich samenecht ist!  Er muß also nicht veredelt werden, sondern kommt aus seinem Samen immer wieder exakt heraus.  Das war eine große Leistung unserer Vorfahren durch fortgesetze Auslese der besten Kerne einen samenechten Pfirsich hervorzubringen!  Es wäre schade, wenn dieses Werk ganzer Generationen verloren geht, nur weil wir aus Modegründen lieber mal vorübergehend Pfirsiche aus Spanien oder Griechenland vorziehen!

Dann habe ich die Vereinsdechantbirnen abgemacht.  Nach meinem Sortenbuch wären sie erst in 2 Monaten pflückreif, da aber seit Samstag bereits ein Drittel angefressen worden sind, habe ich das restliche Eimerchen abgemacht.  Erstaunlich wieviel Hornissen bei mir an den Früchten herumschwirren.

Morgen mache ich die restlichen Mirabellen ab und beginne mit den Bühler Frühzwetschen.

23.08.2010

Die Darre mit den Mirabellen ist gestern 13,25 Stunden gelaufen und hat ca. 4 kg frische Mirabellen zu harten Früchten getrocknet.  Der Verbrauch war ca. 9 Kilowattstunden.  Bei Kosten von ca. 27 Cents pro  Kilowattstunde, ergeben sich Gesamtkosten von 2,43 Euro.  500 Gramm getrocknete kalifornische Zwetschen kosten beim Aldi oder Penny ca. 2,19 Euro, wobei übrigens die vom Aldi höherwertiger sind als die vom Penny.  Somit ist der Gewinn für mich wirklich nicht berauschend, insbesondere in Anbetracht der Arbeit beim Pflücken und Entkernen, aber eben einzigartig;  denn ich habe mit innerer Liebe ein einzigartiges Produkt selbst geschaffen und nicht als Tauschprodukt auf dem Globalisierungsmarkt bezogen und dafür verdient.  Daß ich die 7% Mehrwertsteuer nicht bezahlen durfte, tut mir wirklich leid;  dafür habe ich jedoch 19 % für den Strom bezahlt.

Die Sehnsucht sich selbst etwas zu beweisen im Umgang mit der Natur und das Schaffen natürlicher Produkte scheint weit verbreitet zu sein.  Anders kann ich mir nicht erklären daß Hunderttausende ein Bauernspiel im Computer spielen, wobei sie Agrarprodukte erzeugen und handeln.  Die Verwaltungsbeamten  und Verwaltungsrichter hätten die natürlichen Instinkte dieser Menschen nicht zu einer unfruchtbaren Spielerei verkommen lassen dürfen.  Um einen historischen Vergleich zu bringen:  Die Beziehung des Casanova zur CC war eben eine ganz andere als die des Kardinals Bernis zu ihr.

Jedenfalls sollte man das Bemühen um gesundes Essen nicht als geisteskrank darstellen:

http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/mike-adams/wer-gesunde-nahrungsmittel-will-gilt-als-geisteskrank.html

22.08.2010

Gestern habe ich mit der Ernte meiner drei Mirabellenbäume begonnen.  Letztes Jahr habe ich am 23. August mit der Ernte begonnen, so daß die Natur die Versäumnisse vom Frühjahr erstaunlich gut nachgeholt hat.  Da die Mirabelle von Nancy fortfolgernd reift, habe ich folgendes System:  Zunächst einmal werden die ersten Mirabellen geschüttelt, so daß die weiteren in einigen Tagen entweder auch geerntet oder geschüttelt werden können.  Deswegen habe ich zwei Plastikfolien ausgebreitet, die das meiste Schüttelgut aufgefangen haben.  Dabei hat mich wieder der zahme Rabe besucht, der schon im Sossenheimer Unterfeld bekannt ist.  Er sprang auf meinen Folien herum, versuchte mir zu helfen und fraß die Mirabellen an, soweit ich es zuließ.  Im Gegensatz zum “Raven” von Edgar Allan Poe redet er nicht.  Vor ca. dreißig Jahren bin ich in Hausen häufig einem Polen begegnet, der eine Gasmake trug und einen Raben auf seinem Rücken.  Was mag wohl aus dem geworden sein?  Der Rabe ist jetzt mein Adlatus, und ich habe ihm den Namen Frank gegeben, weil ein Abteilungsleiter im Umweltamt auch einen Adlatus namens Frank hat.  Frank und ich haben sich gut verstanden.  Als ich die Folien zu einem anderen Baum zu ziehen versuchte, hat er sich sehr gewehrt.

Mit der Ente ist die Sache aber noch nicht abgeschlosssen.  Zunächst wurde Konfitüre gemacht und Früchte eingefrorern.  Und heute – am heiligen Sonntag – habe ich acht Roste mit jeweils 500 Gramm meiner Darre gefüllt.  Sie werden jetzt schonend getrocknet.  Die letztjährigen gedörrten Hauszwetschen waren in eingeschlossenen Gläsern absolut trocken und haltbar.   Im Unterschied zu den kalifornischen getrockneten Zwetschen, die durch Sorbit (E-Nummer 420) vermutlich zusätzlich geschmeidig gemacht werden, sind sie absolut trocken und hart, dafür ißt man nicht soviel auf einmal.  Auf Sorbinsäure kann ich natürlich ganz verzichten.  Die Darre habe ich beim Lorey gekauft www.lorey.de .  Wenn wir solche Spezial-Haushaltsunternehmen nicht unterstützen, sind diese Haushaltsgeräte gar nicht mehr zu kaufen.  Meine Darre ist die Marke „dörrex“ von Stöckli.  Sie läuft jetzt gerade mit 8 Böden, d. h. 4 kg, für 12 Stunden bei 70 Grad.

Die Mirabelle von Nancy ist leider etwas gegen Krankheiten empfindlich.  Man muß  ständig absterbende Äste absägen;  bei dieser Pflege wachsen allerdings bei mir immer wieder ausreichend neue Äste nach.

19.08.2010

Heute habe ich mit meinem Freund Leonhard Jonas wieder einmal die Obstbäume inspiziert.  Die Bühler Frühzwetschen werden jetzt reif.  (Die Mirabellen sind seiner Meinung nach jetzt einmachreif.)  Der mächtige Baum hängt regelmäßig übervoll, so auch dieses Jahr.  Wieder einmal entsteht die Frage, wie wir das Obst an den Mann bringen.  Wenn der Penny schon aus Ungarn für 69 Cents das Kilo anbietet, werden wir wohl unsere Zwetschen nicht loswerden.  Er will noch mal den Inhaber des Cafe Kitzel ansprechen.  Voriges Jahr war der zur Zeit der Zwetschenernte sinnigerweise gerade im Urlaub.  Wenn demnächst die letzten kleinen Conditoreien und Bäckereien geschlossen haben, bleiben nur die Großfilialisten übrig, die immer nur tonnenweise das Obst brauchen.

Im Falle des Herrn Kitzel würde ich den Verlust sehr bedauern.  Er macht noch lokale Produkte wie Frankfurter Kranz, auch ist sein Mohnkuchen ganz ausgezeichnet.

Wir haben dann festgestellt daß der sächsische Pfirsich „Anneliese Rudolph“ reif ist und haben an einem kleinen Baum ca. 15 große Früchte geerntet.  Alle sehr saftig, aromatisch, wohlschmeckend, löst vom Stein.  Diesen kann ich sehr empfehlen!  Der Baum braucht wenig bzw. gar keine Chemie-Unterstützung, insbesondere gegen Kräuselkrankheit.  Das ist mir der zweitliebste nach Fair Haven.

Zum Schluß haben wir noch einmal die Obstmadenfallen untersucht.  Die gerippten Papierkartonagen von Neudorff, die ich vor vielen Jahren gekauft hatte, haben sich wirklich gut bewährt.  Wir konnten auf jedem ca. 15 Raupen zerquetschen.  Leider ist das nur einmal ein Versuch gewesen.  Ich habe den Abwehrkampf dieses Jahr gegen die Obstmaden nicht systematisch führen können.

Die restlichen Sommerbirnen hatte ich morgens abgemacht.

14.08.2010

Die Frühe von Trevoux, die ich am 2. August geerntet hatte, wurde jetzt reif und halbschmelzend.  Auch die restlichen Sommerbirnen werden jetzt reif und schmecken köstlich.

Gute Bücher über Kernobst, auch alte Sorten, wurden von Herbert Petzold verfaßt: Birnensorten oder Apfelsorten, Neumann Verlag.  Eventuell zu beziehen bei  http://www.zvab.com.

Auch die restlichen Pfirsiche haben ich geerntet:  Haba Finessa und Fair Haven.  Die gelbfleischige Fair Haven ist meine Lieblingssorte, vom Geschmack und Aroma her wohlschmeckend und aromatisch.  Beide lösen sich sehr gut vom Kern.  Die Ameisen und Bienen haben sich bei beiden nicht mehr bedient.  Offensichtlich ist deren Aktivität jetzt bei Pfirsichen beendet.

Die Bühler Frühzwetsche trägt wieder außerordentlich viel und fängt an eßbar zu werden.  Auch in die Mirabellen von Nancy kann man schon reinbeißen.  Die Ernte letzterer wird aber erst in zwei Wochen erfolgen.

Die Klaräpfel sind erst jetzt richtig reif geworden.  Man muß also warten, bis sie schneeweiß werden.  Dann ist die Gefahr, daß sie innerlich braun werden, nicht so groß.  Inzwischen wird der James Grieve reif.

Der Penny hat vom 16.- 18. August ein Sonderangebot für Zwetschen aus Ungarn:  0,69 Euro pro Kilo, vermutlich Cacaks Frühe.  Wenn man bedenkt, welche Transportkosten damit verbunden sind inkl. Mautgebühr, kann man ermessen wie wenig beim Erzeuger verbleibt. – Man muß ganz klar sehen, daß die Kredite unserer Banken an Entwicklungsländer und die Notwenigkeit der Entwicklungsländer die Zinsen und Tilgung mit Agrarerzeugnissen zu bezahlen, zu Lasten unserer einheimischen Erzeuger ging und sie zum Bankrott oder zur Geschäftsaufgabe zwang.  Ob sich dieses Verhalten einmal rächt bleibt anzuwarten.

02.08.2010

Am 2. August habe ich die Frühbirnen, Frühe von Trevoux, und Klaräpfel geerntet.

Die Birnen tragen nach einigen Jahren durch Gallmückenschäden in Sossenheim dieses Jahr überreif.  Die Frühe von Trevoux wurde langsam gelb.  Es ist dann problematisch den Erntezeitpunkt zu bestimmen.  Denn sie müssen hartreif geerntet werden und werden erst auf dem Lager schmelzend.  Baumreif schmecken sie mehlig.  Ein guter Indikator ist, wenn die Wespen anfangen einige rote Stellen anzufressen.  Also habe ich am 2. August 3 Steigen abgemacht.  Vorher habe ich den Baum noch fotographiert.

An dem Baum kann man noch die Wespenfalle erkennen mit Rotwein, den ich angehängt habe. An dem Baum habe ich fünf Sorten veredelt, zum Teil einige unbekannte Birnen aus dem Sossenheimer Unterfeld, die mir schmeckten aber namentlich nicht bekannt waren.  Dadurch habe ich den Baum etwas verhunzt.  Die Frühe von Trevoux ist eine Kopfveredelung, deren Kopf Trevoux dünner als der untere stammbildende Sämling ist.  Auf diese dünnere Trevoux habe ich wieder eine dickerere Oberösterreichische Weinbirne draufgesetzt.  Ich bin mal gespannt wie lebensfähig dieses Konstrukt ist.

Auch einen Teil der Klaräpfel habe ich abgemacht.  Ich habe nur einen Ast, der  in einen  Ontario hineinveredelt wurde.

Aber bereits dieser eine Ast, der immer übervoll trägt, ist bereits mehr als das, was ich verwerten kann.  Vor dem Anpflanzen von Klaräpfeln kann ich nur dringend abraten, da sie äußerst problematisch sind.  Ich habe drei Freunde, die allesamt nicht wissen, wie sie diese verwerten sollen.  Vor 100 Jahren hatten sie ihre Bedeutung als Primeur.  Aber heute versorgt man sich besser mit Frühäpfeln beim Discounter.  Läßt man sie zu lange am Baum, werden sie mehlig oder sind innen braun oder platzen.  Macht man sie rechtzeitig ab, sind sie auch nur einige wenige Tage haltbar, ansonsten werden sie  innen braun.

Ein lieber Nachbar hat meine Bäume mit Pfosten gestützt.  Beiliegend sehen Sie einen Schweizer Winterglockenapfel.  Obwohl er in armem Sande steht, trägt er jedes Jahr eine Menge Äpfel mit schneeweißem Fruchtfleisch und einem feinen unaufdringlichen Aroma.  Sie sehen, daß sich der Leitast schon nach unten neigt.

Entgegen meinen phänologischen Sorgen scheint die Walnuß-Ernte dieses Jahr wieder reichlich zu sein.  Bei den kleinen Bäumen traten zwar im Frühjahr durch Spätfröste schwere Schäden ein, die die Blüten vernichteten, aber meine großen alten Bäume (gepflanzt 1993) tragen wieder, sofern sie nicht alternieren, sehr schön.  Bei den kleinen Bäume, die relativ wenig tragen wegen der Spätfröste, werde ich in der nächsten Woche alle Walnüsse abbrechen, um den Mundräubern den Anreiz zu nehmen die Äste abzubrechen.  Man muß Walnüsse bei uns zu Hochstämmen erziehen, um die Blüte aus der Gefahrenzone der Spätfröste zu nehmen.  Der Befall von Marssonina juglandis (scharze Stellen auf den Früchten durch Pilzbefall) ist bei den anfälligen Sorten wie Esterhazy und Weinsberg 1 unverändert groß.

Bei der Eßkastanienernte bin ich etwas skeptischer.  Der Austrieb der  frühreifenden Eßkastanie aus der Steiermark, Eckel 1, ist im Frühjahr durch Spätfröste regelrecht vertrocknet.  Ob für die spätreifende Marone von Lyon und den Sämling die Vegetationsperiode ausreicht, bleibt abzuwarten.  Alle von meinen Söhnen im Frühjahr gepflanzten Sämlinge aus der Kanareninsel La Palma sind gut angewachsen.

31.07.2010

Heute habe ich eine Spezialküchenmaschine von Bosch dazu benutzt um 11 Liter rotes Johannisbeermark herzustellen, zur Herstellung meiner Lieblingskonfitüre, morgen muß noch ein voller Eimer roter Johannisbeeren verarbeitet werden.  Dann ist deren Saison für mich zu Ende.  Mehr dazu später.

Leider bin ich in den letzten zwei Monaten nicht dazu gekommen das Obstbaum-Tagebuch fortzuführen, da ich mich gegen diverse Intrigen des Rechtsamts der Stadt Frankfurt in Verbindung mit dem Umweltamt vor dem Verwaltungsgsricht Frankfurt wehren mußte, bisher zwar anstrengend, aber durchaus erfolgreich.  Ich habe es bisher geschafft eine Strafzahlung der Beamtenclique zu verhindern bzw. aufzuschieben.

Ich nehme jetzt die chronologische Erzählung wieder auf  für meine Grundstücke in Sossenheim und Zeilsheim.  Meine Befürchtungen vom Frühjahr, die Entwicklung der Vegetation wäre dieses Jahr phänologisch negativ abweichend, hat sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet.

19. Juni 2010 Süßkirschen und Johannisbeeren sind reif

Die Süßkirschen in Zeilsheim (unbekannte Frühsorte) wurden reif, wenig später Kassins Frühe, ferner die frühen Johannisbeeren „Jonkher van Tets“, die ich am 30.04.2010 erläutert habe.  Damit erstreckt sich die Johannisbeersaison über ca. 7 Wochen, denn jetzt kommt noch die letzte rote Johannisbeere Macherauchs Späte, die aber wegen der vielen Samen nicht allgemein beliebt ist.

Damit hat man über eine lange Periode ein ziemlich gesundes und unproblematisches Obst, ohne Schädlinge und Spritzmittel, das für die Verdauung sehr gut ist mit viel Vitamin C und jedenfalls die Laktulose erspart.

5. Juli 2010 Sauerkirschen

Die ersten Sauerkirschen wurden reif, und zwar Morellenfeuer, am meisten am 10.07.2010 geeerntet, bis zum 23.07.2010 fortfolgernd. Am 23. Juli habe ich auch die ersten Schattenmorelle abgemacht, die letzte beim Schieberle folgt morgen oder übermorgen.

9. – 21. Juli 2010

Ernte der schwarzen Johannisbeeren, bei mir die späte Sorte Tschema.  Silvergieters und Dr. Bauers Ometa waren sehr viel früher, tragen aber im dortigen Sandboden sehr wenig.

10. Juli 2010

Die Aprikose Ungarische Beste ist vollreif und fällt vom Baum, trägt aber dieses Jahr nicht viel.  Wenig später kommt die Aprikose Ambrosia.  Die Apikose Bergeron ist noch unreif.

10. Juli 2010 Frühpfirsiche

Der vermutliche Rote Ingelheimer wird reif und ist ziemlich süß, der Stein löst sich aber nicht von der Frucht.

18. Juli 2010 Aprikose Bergeron, Klarapfel, Pfirisch Rekord von Alfter

Die Ernte der Bergeron (und Haba Finessa) zog sich hin bis zum 27. Juli, der Baum hing wieder sehr voll, hat aber erstaunlich viele Obstmaden, während die Bergeron voriges Jahr fast obstmadenfrei war.  Beiliegend ein Foto mit einem Teil ihrer Früchte:

Inzwischen hatten sich die Ameisen und Bienen zu einer ernsthaften Gefahr für die Pfirsiche entwickelt.  Im Frühen Ingelheimer, Rekord von Alfter  und Dixired sind die Ameisen die Stämme hochgewandert und haben in den Pfirsichen regelrechte Nester entwickelt.  Das war besonders bedauerlich für die gelbfleischigen Dixired, die sich gut vom Steine lösen und aromatisch schmecken.  Auch die Kärntnerbienen des Imkers waren intensiv daran beteiligt an den von Ameisen und Wespen geschaffenen Löcher der Pfirsiche zu saugen.  Deswegen mußte ich ziemlich viel Pfirisiche frühreif oder beschädigt ernten.

29. Juli 2010 Beginn der Ersinger Frühzwetsche

Leider ist der Baum in Sossenheim schon abgängig und in Zeilsheim relativ schwach.

Dieses Jahr habe ich es einmal geschafft alles alte Holz bei den roten Johannisbeeren auszuschneiden.  Ich kann nur dringend empfehlen ständig das alte Holz der Johannisbeeren auszuschneiden bzw. zu verjüngen.  Ansonsten bleiben die Beeren klein, die Rispen kurz und zusätzlich bildet sich neben den Rispen eine einzelne Beere, die sich schlecht pflücken läßt.  Besonders die Jonkher treiben immer sehr kräftig neue Triebe aus.

Aus den Johannisbeer-Sämlingen in Zeilsheim, die sich zufällig entwickelt haben, habe ich eine wohlschmeckende Sorte, so frühreif wie Jonkher von Tets, die aber nicht rieselt.  Diese werde ich nächstes Jahr als „Kremsers Frühe“ auf den Markt bringen.

Nützliche Hinweise:

a)  Für Liebhaber von Johannisbeeren ist empfehlenswert ein Buch meines Großvaters Samuel Kremser:  „Beerenobstkulturen, die Gewinn bringen“ von Oswald Macherauch, Beerenobstzüchter in Legefeld, zu beziehen unter www.zvab.com.

b)  Wer größere Mengen Johannisbeeren zu Mark verarbeiten will, empfehle ich den ausgesprochen nützlichen Fleischwolf MFW 15 .. von Bosch mit dem Zusatz MUZ 4 FV 1, der sich auch gut eignet um Johannisbeerwein herzustellen.  Ich habe ihn vor 8 Jahren gekauft und hoffe, daß er noch zu bekommen ist.  Im Herbst werde ich auch versuchen damit Traubenwein herzustellen

30.05.2010

Gestern wurden wieder die Obstbäume inspiziert.

Die Birnengallmücke scheint dieses Jahr im Sossenheimer Unterfeld nicht zugeschlagen zu haben.  Alle Birnen haben reichlich angesetzt.  Inwieweit sie süß werden, wird von der Wärme in den restlichen Monaten des Jahres abhängen.

Ziemlich gut hat auch angesetzt die Mirabelle von Nancy (drei Bäume), ferner auch die Bühler Frühzwetsche, sowie die Apfelquitte, während die Birnenquitte, die sonst nie versagt, kaum Fruchtansatz hat.  Die meisten Äpfel haben gut angesetzt, bei den aussetzenden ist es aber für mich schwer verständlich: warum.  Ein letztes Jahr ausgesetzter Berlepsch hat sehr gut angesetzt, der zweite das letzte Jahr ausgesetzte Berlepsch gar nichts, ebenso die Goldparmäne gar nichts.  Wespen haben bisher keine Nester, in der Wespenfalle war keine einzige.

Die Johannisbeere Jonkher fängt an leicht rötlich zu werden, ihre Zweige durch die Schwere der Früchte auf den Boden zu fallen.  Deswegen haben wir sie gestern zusammengebunden.

Die Apfelgespinstmotten bekommen langsam richtig fette Raupen.  Ich habe auch Meisen gesehen, die sie suchen, können aber die ungeheure Menge der Nester nicht auffressen.  In ca. zwei Wochen werden die Blätter der Äpfel wieder von ihnen schlagartig befreit sein.

Bei der Sauerkirsche Morellenfeuer habe ich ca. 30 durch Monilia Spitzendürre abgestorbene Zweige entfernt, an einem Hausgarten bei der Schattenmorelle ca. 70.  Im Unterfeld hingegen ist die Schattenmorelle bisher ziemlich gesund.  Auch bei den Aprikosen ist Monilia vereinzelt noch zu finden.  Bei der Sorte Bergeron haben die Früchte inzwischen etwa die Größe von Cocktailtomaten.

Bei den Pfirsichen haben die anfälligen Sorten alle die Kräuselkrankheit.  Ich hatte den geeigneten Spritzzeitpunkt versäumt

Ich bemühe mich jetzt die Gefriertruhe systematisch zu verringern.  Letzte Woche habe ich jeden Tag Mirabellen gegessen.

28.05.2010

Zum Zustand der Walnüsse

Gestern habe ich das streitbefangene Eßkastanien-Grundstück zur Hälfte mit einem Aldi-Rasenmäher gemäht, von dem ich wirklich sagen kann, daß er unverwüstlich über Stock und Stein fährt.

Mit dem Ortslandwirt N. habe ich gestern vereinbart, daß er meine beiden Walnußgrundstücke am Sulzbach nächste Woche mähen wird.

Deren Walnußblätter sind immer noch hellgrün, d. h. auch Ende Mai sind die Blätter immer noch nicht ausgewachsen!  Glücklicherweise sind fast sämtliche Blüten erfroren.  Pech für die Diebe!  Bis 2008 habe ich allein von 23 Walnüssen, die seit 2000 gepflanzt wurden, keine einzige Nuß geerntet!  Voriges Jahr habe ich dann ca. 350 Nüsse unreif abgeschlagen, und dieses Jahr sind freundlicherweise alle Blüten erfroren.

Frau Brandegger, der ich falls möglich Obst schenke, hat mir erzählt, daß bei dem großen Trödelmarkt vor der Jahrhunderthalle in Höchst im Herbst Walnüsse verkauft werden.  Als sie fragte, woher sie kämen, war die Antwort:  aus Sossenheim.  Fazit:  Der Magistrat gestattet den Verkauf von Lebensmitteln auf öffentlichen Trödelmärkten, was angeblich verboten ist (, z. B. bei eBay,), und zwar gestohlene Nüsse, wenn ich mich aber wehre, kriege ich 3000 Euro Strafe.  O tempora, o mores!

Ich hätte gar zu gerne mal die Sorte Franquette ausprobiert, die ich nicht ganz billig bei Wirtz und Eicke gekauft habe, geht aber leider nicht.  Auch die beiden veredelten Walnüsse von der Baumschule Brenninger, Steinkirchen, veredelt auf Juglans regia, habe ich nicht ausprobieren können.  Die anderen habe ich bei der Baumschule Heinrich, Hessenring 31, 65474 Bischofsheim, Tel.:  061446303, gekauft.  Herr Heinrich bezieht sie aus dem Breisgau vom Herrn Schott, der vor einigen Moanten mal im Südwestfunk zum Thema Walnüsse im Fernsehen vorgestellt wurde.  Er veredelt auf Juglans nigra (Schwarznuß), die ich auch noch nie ausprobieren konnte.  Angeblich sollen sie auf Juglans nigra kleiner wachsen als auf Juglans regia.  Andere wiederum sagen nur einige Klontypen würden auf Juglans nigra kleiner wachsen als auf Juglans regia.  Dies alles konnte ich also bisher nicht klären, und wenn die Diebe demnächst alles abgebrochen haben, hat sich die Frage für mich sowieso erledigt.

Übrigens:  Herr Heinrich hat eine geradezu unglaubliche Menge alter Obstsorten, z. B. bei Äpfeln, und sogar relativ preiswert.  Es wundert mich, daß er überhaupt noch etwas für Streuobstbäume verkaufen kann, wenn diese nicht eingezäunt werden dürfen.

(Die Eßkastanien aus der Steiermark Ecker 1 habe ich bezogen bei Herrn Heinrich sowie der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.)

Bei einer anderen bekannten Frankfurter Baumschule hat sich meiner Meinung nach der behördliche Druck schon sehr nachteilig bemerkbar gemacht.  Früher hat dort Herr G. sehr viel veredelt.  Den größten Teil fand man dann nach der Einführung der Grüngürtel-Verordnung im späten Frühjahr verschreddert wieder auf dem Hof.  Und seitdem er in Rente gegangen ist, hat man auf die durch den behördlichen Druck erzeugte Nachfrageverminderung reagiert und hat das Angebot an Unterlagen wesentlich reduziert.

Dies schreibe ich Euch, damit Ihr wißt, warum es so kommen mußte!  (Noch etwas pathetischer für einen noch wichtigeren Vorgang hat Flavius Josephus die Gründe für den Untergang Jerusalems im Jahre 70 kommentiert.)

25.05.2010

Anpassungsfähige Eßkastanien

Schon immer gab es schöne alte Eßkastanien im Quellenteich von Kronberg, so z. B. wenn man vom Getränke-Herberth abbiegt an der Straße nach Mammolshain und durch das Quellental hochwandert.

Oder auf der Kanareninsel in La Palma, wenn man zum Refugio El Pinar hochfährt zum Reventon oder auf Teneriffa, wenn man von dem Observatorium am Teide nach Guimar abbiegt.  Auch auf den Kanaren sind sie schon einige  hundert Jahre alt, die Stämme bleiben aber kurz gedrungen, da die Bodenkrume nicht so tief ist.

Auf La Palma habe ich einige große Sämlinge im Dezember 2005 gesammelt, in Töpfen ausgesät und dann im Frühjahr 2006 verpflanzt.  Sie haben sich prächtig entwickelt und wurden in diesem Frühjahr von meinen Söhnen ausgepflanzt.  Auch den letzten harten Winter haben sie sehr gut überstanden und auch die Anpflanzung im Frühjahr.  Diese Anpassungsfähigkeit finde ich erstaunlich, denn sie sind vermutlich schon seit hunderten von Jahren in viel wärmerem Klima auf den Kanaren großgeworden, nicht weit entfernt entfernt von Avokados, Bananen, Granatapfeln usw.

Dieses Jahr werden jedoch die großfrüchtigen Eßkastanien, Ecker 1 aus der Steiermark, die ich im Frühjahr 2000 gepflanzt habe, erstmals nichts tragen.  Sie treiben im Frühjahr als erste aus und bieten normalerweise eine ziemlich sichere Ernte, da sie im Herbst auch als erste reifen.  Im Frühjahr hatten sie jedoch Frostschäden, d. h. die warme Sonne mittags verführte sie zum Austrieb, die Kälte nachts ließ die Blätter dann wieder eintrocknen.  Jetzt treiben sie wieder Blätter aus, aber die Blüten kommen nicht mehr.  Die drei späteren Sorten, Marone de Lyon, Sämling, Castaignier greffe zeigen jetzt Blüten, werden aber vermutlich nicht ausreifen.  Die jetzt gepflanzten Kanaren-Eßkastanien haben Früchte vom Aussehen her der Marone von Lyon.  Ich werde sie vermutlich nächstes Jahr auch auf der Steiermarker Sorte veredeln.  Wer Eßkastanien anbaut, braucht zwei Sorten, da sie angeblich nicht selbstfruchtbar sind.  Am Boden veredelte scheinen mir auch besser zu sein als solche mit Kopfveredelung.

Einer der Gründe, warum ich das Grundstück eingezäunt habe, sind die Kastanienbohrer.  Diese sind eine arge Plage und können die ganze Ernte madig machen.  Ich muß die Eßkastanien deswegen vollständig ernten um die jetzt nur ganz vereinzelt auftretenden Schädlinge am massenhaften Erscheinen zu verhindern.  Wenn ich den Dieben die Ernte überlasse, werden sie in ihrer hastigen Ernte nachts die Eßkastaninen auf der Wiese verstreuen, so daß sich eher eine Population von Kastanienbohrern entwickeln kann.

Zum Rösten benötigt man eine gelochte Pfanne für den Gasherd, den man in Italien überall bekommt.

Nachtrag mit Selbstlob:  Am 24.10.2008 schrieb das Höchster Kreisblatt zum Thema “Frankfurts Bäume leiden unter Umwelt-Streß”:  “Denkbar ist, dass künftig Eichenarten aus dem Mittelmeerraum und Esskastanien Einzug in den deutschen Wald halten.”  Glückwunsch Ihr lieben Beamten, da sind Euch viele Privateigentümer wie ich um Jahre wieder einmal vorausgeeilt.

22.05.2010

Gestern war meiner Meinung nach der erste unproblematische Frühlingstag dieses Jahr für die Obstbäume.  D. h. die Temperaturen war sowohl tagsüber als auch nachts im wachstumsförderden Bereich.  Dies habe ich dazu benutzt um kräftig zu mähen.  Gestern und heute 2500 qm mit einem Aldi-Rasenmäher, der wirklich unverwüstlich ist.  Wer also ein Obstbaumgrundstück zwischen 2000 bis 3000 qm hat, braucht nicht mehr.  Er darf nur nicht zulassen, daß die Schnitthöhe zu hoch wird.   Dann kann er auch einen Rasentraktor nicht benutzen, sondern braucht einen Balkenmäher.  Heute hat mein 85jähriger Freund Leo mit dem Rasentraktor die Walnüsse gemäht.  Da die Schnitthöhe durch den vielen Regen zu hoch geworden war, mußte er zweimal mähen.  Bei den Walnüssen hat Klon 26 (aus Geisenheim am Rhein) wieder gut angesetzt.  Dies ist meine Lieblingssorte.  Die Schale ist zwar relativ hart und die Nüsse sitzen eng an der Schale, aber die Sorte ist sehr fettreich.  Die Klone 139 (Weinheim an der Bergstraße), 120 (Güls an der Mosel), Weinsberg 1, Esterhazy sind immer noch am Blühen.  Klon 120 ist noch nicht einmal mit dem Bestäuben fertig.  Bei einem frühen Winter werden diese sicher nicht reif.  Wer beim Nußknacken gerne ganze Nüsse hat, sollte Klon 139 pflanzen.  Die Schalen sind ziemlich groß, aber die Kerne etwas kleiner, so daß sie normalerweise nicht brechen.  Sie schmecken aber etwas trockner als Klon 26.

Gestern habe ich mit dem Imker die Bienen inspiziert.  (Unsere Arbeitsteilung ist so:  Ich stelle das Kapital zum Kauf der Bienen und das eingezäunte Grundstück, er kümmert sich um die Bienen und erbringt die erforderlichen Sachkenntnisse.)  Die Bienen, apis carica, Kärntnerbiene, sind sehr gesung und emsig am Arbeiten.  Das Volk besteht ungefähr aus 10000 Bienen, ihr Honig schmeckt wirklich köstlich, wie nie der gekaufte beim Discounter.  Es muß jetzt aufgepaßt werden, daß nicht Teile des Volkes schwärmen und uns entwischen.

18.05.2010

Heute ist es kalt und bewölkt, kein bißchen Sonne.  Da bleibe ich zu Hause.
Gestern habe ich die Walnüsse ausgeschnitten, damit ich mit dem Rasentraktor unter ihnen durchfahren kann.  Man kann die Walnüsse nur in der Vegetationsperiode schneiden, im Winter bluten sie stark und werden dadurch geschwächt.
Bienen flogen gestern nur vereinzelt.  Wir wissen deren Status zur Zeit gar nicht.  Der Imker will ihre Behausung nicht öffnen, damit sie nicht auskühlt.  Ich bin jetzt der stolze Eigentümer eines Bienenvolks.  Der weitere Zukauf gestaltet sich wegen des harten Winters sehr schwierig.  Selbst ein in Fachkreisen bekannter Professor hatte Verluste zu verzeichnen.
Heute abend kommt bei ARTE um 20.15 Uhr die Sendung:  “Das Geheimnis des Bienensterbens”.

16.05.2010

Passen Amerikaner schlecht zu Deutschen?

Aus Verärgerung über den Einmarsch der Amerikaner in den Irak 2003, an dem auch Frau Merkel unbedingt teilnehmen wollte, habe ich in den Leitast der amerikanischen Standardsorte Golden Delicious (Gelber Köstlicher) eine alte deutsche Sorte, den Roten Eiserapfel (Paradeisapfel) veredelt.

Interessanterweise ist der Leitast zwar kräftig gewachsen, trägt aber seit 7 Jahren keinen einzigen Apfel, während die unteren Äste voller Delicous und Schorf sind.  Was hätten dazu die Auguren im alten Rom gesagt?

Ich empfehle jetzt als Ersatz des Delicious die „Champagner Renette“.  Sie sieht so ähnlich aus wie der Delicious, auch süß, lange haltbar, aber weitesgehend schorffrei.  (Nachzulesen bei Herbert Petzold, Apfelsorten.)

Spaziergang im Sossenheimer Unterfeld

Heute nachmittag haben wir einen Spaziergang im Sossenheimer Unterfeld gemacht.  Das Wetter war sehr angenehm.  Zahlreiche Bäume und Sträuchen blühten.  So z. B. der Judasbaum, die Paulonia und der Schneeball.  Die späten Walnüsse, deren Blätter noch sehr zart sind, litten stark unter einem kleinen grün metallischen Käfer, möglicherweise dem Gefurchten Dickmaulrüßler, der allerdings in den Büchern braun angegeben wird.

Beim Pferdehalter Diehl haben wir einen Kaffee getrunken.  Sein Niddastrandbad gibt beim heutigen guten Wetter tatsächlich eine Illusion von südlichem Urlaub.

Bezüglich der folgenden Tamariske steht im Alten Testament (1. Mose 21, 33):  Abraham aber pflanzte dem ewigen Gotte eine Tamariske zu Beerscheba (Siebenbrunn).  (Von der Fahne Che Guevaras stand allerdings nichts im Alten Testament.)

15.05.2010

Die Obstwiesen waren heute mittag noch sehr feucht, so daß die Schuhe ganz naß wurden.  Die Äpfel scheinen auch  gut angesetzt zu haben, allerdings sind schon überall viele Nester der Apfelbaumgespinstmotten und Ringelspinner zu finden.  Einige habe ich herausgepflückt, sie sind noch nicht so richtig fett, sondern kleine Würmer.  Der alternierende Elstar hat nicht angesetzt.  Die Bienen waren auch trotz der Kälte sehr aktiv.  Erstaunlicherweise haben die Sauerkirschen bisher keine Schäden von Monilia-Spitzendürre.  Allerdings haben im Oberfeld einige gelitten und eine sieht wahrhaft traurig aus.  Die Birnen haben gut angesetzt, die Probe aufs Exempel, d. h. die Birnengallmücke, steht noch aus.  Wespen fliegen zur Zeit nicht mehr.

Wenn es bald warm wird, könnte es doch noch eine ganz passable Ernte beim Kernobst geben.

14.05.2010

Phänologie

Es ist weiterhin so kalt, daß ich mich ernsthaft mit Phänologie befasse.  Das Wetter gefällt mir nicht.  Alle Menschen sind vollkommen ausgehungert nach Wärme und angenehmen Spaziergängen draußen.  Als es vor zwei Wochen tagsüber warm war, aber nachts zu kalt, parkten nachmittags tatsächlich 10 Autos um meine ehemalige Verstärkerstelle.  Früher habe ich anfang Mai die Bohnen ausgesät.  Das hätte jetzt vermutlich gar keinen Zweck mehr, weil sie nicht keimen würden.  Warum wird das nicht im Fernsehen thematisiert?  Es wäre doch mal ganz nett zu wissen, daß es bei der derzeitigen Wetterlage vor 200 Jahren vielleicht eine Hungersnot gegeben hätte.

Phänologie ist der Zweig der Botanik, der sich mit Beobachtung des Eintretens einzelner Entwicklungsphasen in der Pflanze beschäftigt.  Im besonderen sind es die Dauer der Vegetationsperiode, die Zeit der Blattentfaltung, des Aufblühens, der Fruchtreife usw. die Anhaltspunkte für phänologische Beobachtungen geben.

So gilt etwa:  „Das Verschwinden des Rapsbaus deutet auf kühleres Klima hin.  Wo keine Gurken im Freien gedeihen, wird man kaum Winterobst anpflanzen.“

Da ich hauptsächlich alte Obstsorten habe, sind für mich auch alte Obstbaubücher von Interesse.  Zur Phänologie lese ich gerade mit großem Vergnügen das Buch von A. Bechtle:  Klima, Boden und Obstbau 1908, der seine Beobachtungen in Wallerstein vornahm, der Residenz der Fürsten von Öttingen-Wallerstein in der Nähe von Nördlingen.  Er schreibt z. B.  (S. 494):  „Der Apfelbaum verlangt ein Klima, dessen Frostperiode nicht über fünf volle Monate andauert und in welchem die warme Jahreszeit (über 10 Grad Celsius Mitteltemperatur), welche seiner Blüte folgt, wenigstens vier volle Monate andauert, in welchem aber auch die Temperatur der wärmsten Wochen auf 15 Grad Celsius sich erhält.“

Wir liegen in der sehr frühen Zone der Apfelblüte in Deutschland.  Diese geht jetzt dem Ende entgegen.  Wir brauchen ab jetzt also mindestens vier Monate bis Mitte September die obigen Temperaturen, damit die Qualität der Äpfel befriedigend ist.

(Hinweis:  Bei www.zvab.com gab es heute noch 6 Exemplare des Buchs von A. Bechtle.)

12.05.2010

Wetterkapriolen

Nach wie vor ist es nachts zu kalt.  Inzwischen zeichnet sich folgendes ab:

Die Birnen haben gut angesetzt, die Frage ist jedoch ob sie wieder komplett von der Birnengallmücke dahingerafft werden.  Die Pfirsiche und Aprikosen haben ein bißchen angesetzt.  (Es ist aber besser, daß wir uns weiterhin auf Griechenland verlassen können.)  Die Mirabellen und Hauszwetschen haben auch angesetzt, es ist jedoch bisher nicht sicher wieviel.

Die Eßkastanien treiben jetzt zum zweiten Mal aus, doch halte ich es für unsicher, ob sie ausreifen werden.  Denn sie blühen normalerweise erst im Juni, und wenn dieser Termin sich nach hinten verschieben sollte, werden sie im Herbst vermutlich nicht mehr ausreifen.

Bei den Walnüssen haben die Klone 26 (aus Geisenheim), 120 (aus Güls an der Mosel) und 139 (aus Weinheim an der Bergstraße) trotz einiger durch Kälte verbrannter Äste ganz gut angesetzt.  Wenig ist aber zu erkennen bei den Klonen 286 (aus Staupitz/Spreewald), Esterhazy II, 1497 (aus der Mark Brandenburg), Weinsberg 1.  Es könnte allerdings sein, daß die Blüte entweder erst noch  erfolgt bzw. weil sie letztes Jahr sehr reich getragen haben, dieses Jahr alternieren.

Es wird mal interessant sein, wie die Erntetermine sich vom vergangenen Jahr unterscheiden:

Bei den Eßkastanien begann die Ernte am 12.09. mit Eckel 1 und endete mit dem späten Sämling am 22.10.  Den ersten Frost auf den Dächern gab es am 18.10.

Die Walnußernte begann am 15.09. mit den Klonen 26 und 1491 und endete mit den letzten Nüssen von 139 und Weinsberg 1 am 15.10.

Die Sauerkirschen wurden vom 07.07. bis 21.07 zu Marmelade verarbeitet.

Die späte Aprikose Bergeron wurde am 17.07. zu Marmelade verarbeitet.

Die Bühler Frühzwetschen wurden noch am 22.08. eingefroren.

Die Mirabelle von Nancy am 23.08.

Die Hauzwetschen begannen Ende August und wurden noch am 18.09. eingefroren.

Die letzten Apfelquittenmarmelade habe ich am 10.10. gefertigt.  (Diese hätten sich als Früchte auch länger gehalten, dann aber innen braun werdend.)

Soweit die Vorjahresangaben für den diesjährigen Vergleich.

08.05.2010

Ich finde nach wie vor, daß die Witterung für die Obstbäume zu kalt ist.  Die Walnüsse sind immer noch am Austreiben, auch die Eßkastanien sind zurück.  Die Walnüsse hätten sich schon bestäuben müssen, die Eßkastanien müssen im Juni blühen können.  Und wir heizen schon seit September!  Leider wird dieses Problem in den Massenmedien nicht thematisiert.  Wir sind zu weit weg vom natürlichen Leben, so daß dies bei der Wettervorhersage nicht erwähnenswert ist.  Hoffentlich handelt es sich um einen subjektiven Irrtum meinerseits!  Immerhin kann man schon deutschen Spargel kaufen, das spricht für Bodenerwärmung.

Die Tatsache, daß ich bisher mähen mußte, hat nichts zu besagen.  Gras wächst auch in Island und Grönland, in der Tundra Sibiriens und in der Eiszeit fanden die Mamuts genügend Gras zum Fressen.  Aber die Wurzeln der Obstbäume brauchen wärmeren Boden.  Also keine Spur von Klimawechsel derzeit hierzulande für mich.  Sollte der sich in Grönland oder der Arktis ereignen, hat es jedenfalls zur Zeit keinen Einfluß auf uns.

Gab es irgendeinen Vulkanausbuch wie den Tambora 1816, der mir nicht aufgefallen ist?  Ich muß noch einmal nachlesen bei Adolf Menzel, Geschichte der Deutschen, 1855.  Er berichtet, daß nach der Schlacht von Höchstädt (Spanischer Erbfolgekrieg 1704) es einen so kalten Winter gab, daß in ganz Europa fast sämtliche Obstbäume abgestorben sind.  Er schildert dies ziemlich dramatisch.

06.05.2010

Problematische Aprikosen

So ähnlich wie der Mensch eigentlich nur ein Kunstprodukt ist, das nur mit Kaiserschnitt, Brillen, Herzschrittmacher usw. leben kann, gilt dies auch für die Aprikosen in unseren Breiten.

Die Aprikose ist eine köstliche Frucht und wird in ihrem feinen Geschmack und edlen Aroma in den Regalen der Supermärkte nicht erreicht.

Also versucht man es in Deutschland mal selbst, auch wenn es noch soviele Mißerfolge gibt.

Da die Wurzeln der Aprikosen leicht unter der Verticillium-Welke leiden, werden sie bei uns normalerweise auf Zwetschen veredelt, bevorzugt auf Brompton oder Myrobalanen.  Das hat aber wieder zur Folge, daß manchmal ganz plötzlich die Aprikosen absterben durch die sogenannte Aprikosen-Apoplexie.  So ist es mir geschehen bei zwei zehnjährigen Aprikosen, einer „Ungarische Beste“ und der „Wahren Großen Frühaprikose“, die ein Gärtner im 18. Jahrhundert in Erfurt fand.

Also habe ich es noch einmal versucht mit fünf weiteren:  Erneut einer Ungarischen Besten, einer Hargrand aus Kanada, einer portugiesischen Temperao de Villa Franca, einer Ambrosia (aus Deutschland) und einer Bergeron (Frankreich).

Die Hargrand (auf Brompton oder Myrobalane) kümmerte so vor sich dahin, so daß ich vor einiger Zeit eine wertvolle aber unbekannte Hauszwetsche aus Zeilheim auf den Leitast setzte, der sich wunderbar entwickelte.  Von der Hargrand lebt nur noch eine Ast unterhalb der Hauszwetsche, der aber normalerweise nichts trägt.

Die Temperao de Villa Franca (auf St. Julien d’Orleans, GF 655/2:  Diese aus Frankreich stammende Unterlage besitzt im Vergleich zum Myrobalanen-Sämling nur 70% Wuchsstärke.) ist im Winter 2008 auf 2009 eingegangen.  Also auch Arbeit und Kosten umsonst.

Die restlichen drei haben voriges Jahr geradezu überreichlich getragen.  Dadurch hatte die Ungarische Beste dieses Jahr kaum Blüte angesetzt und ist dadurch bisher auch relativ gesund geblieben.

Ambrosia und Bergeron wiederum haben dieses Jahr geblüht mit katastrophalem Ergebnis:  Sie sind dieses Jahr wieder extrem von der Monilia-Spitzendürre befallen, viel stärker als Sauerkirschen, die auch häufig arg gerupft aussehen.

Da fast alle Blütenzweige abgestorben sind, insbesondere bei der Ambrosia, mußte ich gestern zwei Stunden die vielen kleinen Zweige abschneiden um eine Ausbreitung auf die großeren Zweige zu vermeiden.  Beide Bäume haben jetzt Hunderte von Schnittwunden, die Gefahrenquelle für die Holzpilze, gerade weil wir jetzt heute wieder naß-kaltes Wetter haben.  Wenn alle Blütenzweige tot sind, gibt es natürlich auch keine Früchte.  Einige Zweige der Bergeron wurden nicht befallen, so daß einige Aprikosen von Mandelgröße zu sehen sind.

Im Ergebnis habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht mit der Ungarischen Besten und Bergeron, wobei das Problem Aprikosen-Apoplexie noch nicht ausgestanden ist.

Unsere Aprikosen letztes Jahr haben richtig frisch geschmeckt.  Auch in südlichen Ländern schmecken sie nicht unbedingt besser.  Im Juni 2006 habe ich ein Kilo Aprikosen in Bagnara gekauft, Kalabrien.  Sie waren ganz gut, aber doch etwas mehlig.

Bleibt nachzutragen, daß in „Praktisches Lehrbuch des Obstbaues“, des Johannes Böttner aus dem Jahre 1906 meines Großvaters Samuel Kremser, weder bei den Sauerkirschen noch den Aprikosen die Monilia-Spitzendürre verzeichnet wird.  Es handelt sich also vermutlich um eine Luftverschlechterung, die wir Menschen besser vertragen als gewisse Obstsorten der Spezies Prunus.

Solchen Problemen sollten wir ein gewisses Augenmerk richten, so z. B. dem auffälligen Absterben der Bienen, die in Symbiose mit uns leben.  Vgl.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692522,00.html

05.05.2010

Heute habe ich mit meinem älteren Freund das eingezäunte Grundstück der Eßkastanien mit einem Rasentraktor gemäht.  Wir haben es ganz gut geschafft.

04.05.2010

Sossenheimer Jagdgenossenschaft tagt

Gestern abend traf sich die Jagdgenossenschaft in der Gaststätte „Zum Taunus“.  Teilnehmerin ist immer auch die Wirtin des Taunus, Christa Beckmann, deren Apfelwein teilweise aus eigenen Bäumen in Sossenheim gekeltert wird.

Der Jagdvorsteher und Ortslandwirt Josef Neuser las die Streckenliste vor:  Die Jäger schossen in 2009 322 Kaninchen, 33 Füchse, 15 Enten, 24 Elster sowie 34 Raben.  Es wurde thematisiert, daß die Jäger unzufrieden sind mit den vielen freilaufenden Hunden.  Der Ortslandswirt hat demzufolge kaum einen Feldhasen gesehen.  Die Neuwahl des Jagdvorstehers Josef Neuser erfolgte einstimmig.   Herr Neuser kritisierte, daß die Steine der neu geschaffenen Schotterstraße für die Ersatzretentionsfläche noch immer – teilweise zerstreut – in derLandschaft herumliegen.

Christian Schmidt vom Rechtsamt (christian.schmidt.amt30@stadt-frankfurt.de) führt in seinem Anfangsbescheid vom 10.11.2009 aus:  „Innerhalb eines städtischen Verdichtungsraums bleiben vergleichsweise nur noch geringe Flächenteile völlig unbeschädigt.“  Die Verdichtungsstrategie des Magistrats zwingt die Hundebesitzer immer mehr zum Auslauf ihrer vierbeinigen Lieblinge nach Sossenheim zu fahren, oder ins benachbarte Arboretum von Eschborn, wo die Hundesteuer nicht überprüft wird.  In Sossenheim ist dies jedoch dem Naturhaushalt nicht unbedingt förderlich und dürfte einer der Gründe für das Verschwinden der Feldhasen sein.  Womit wir wieder beim Ergebnis sind, daß die Grüngürtel-Verordnung entsetzlicher Quatsch ist und nur dazu dient irgendwelchen bürger- und eigentümerfeindlichen Bürokraten in den Ämtern den Job zu erhalten.

30.04.2010

Heute habe ich die 3000 qm Obstbaumgrundstück mit einem Aldi-Rasenmäher zu Ende gemäht.  Der Aldi-Rasenmäher ist wirklich unverwüstlich und für seine 239 Euro auch ganz günstig.  Er hat Fahrantrieb, so daß ich ziemlich viel laufen mußte, hat aber vor dem Rasentraktor den Vorteil, daß er keine Gummiräder hat, die platt werden können, wenn man in die Brombeeren hineinläuft.

Die Johannisbeersorte „Jonkher van Tets“ hat schon kleine grüne Beeren.   Also die Johannisbeeren würden uns auch bei einer Klimaverschlechterung treubleiben.  „Jonkher van Tets“ hat viele Vorteile:  Sie können früh geerntet werden, sind relativ süß, haben dünne Schalen und bildet nach der Auslichtung relativ wieder viele neue ertragreiche Triebe.  Die frühen „Red Lake“ schmecken auch ganz gut, so ähnlich wie Jonkher, entwickeln sich aber bei mir nicht so kräftig.  Auch „Heros“ kann man zur Not zum Frischverzehr benutzen.  Die späten Johannisbeeren wie Rovada tragen zwar gewaltige Mengen, sind aber ziemlich sauer, und bilden bei mir wenig neue Triebe.  Einziger Nachteil von Jonkher ist, daß sie rieseln, d. h. daß an einer Rispe nicht alle Beeren besetzt sind.

In den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts hat Macherauch beim Verlag Trowitzsch in Frankfurt an der Oder ein Standardbuch zum Beerenobst geschrieben.  Damals begründete er es noch damit, daß man die deutsche Handelsbilanz verbessern könne, wenn man die holländischen Johannisbeeren nicht mehr importieren müsse.  Im Ersten Weltkrieg hat er noch erlebt, wie sich der amerikanische Stachelbeermehltau im Deutschen Reiche verbreitete und wie verzweifelt sein Vater war.  Ich habe allerdings die Vermutung, daß schon damals der Höhepunkt des Beerenobsts bei uns überschritten war;  denn er schlug vor, zur Ernte nur Kinder und Frauen einzustellen, also Männer konnten damals schon nicht mehr damit ihre Familien ernähren. – In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es noch einmal eine Renaissance der Johannisbeeren.  Neben meinem inzwischen verwilderten Grundstück hat Josef Koberstein damals Schwarze Johannisbeeren angepflanzt und Fritz Schieberle hat mit ihm Erbeeren in großen Mengen angebaut, bis die Preise zu sehr verfielen.

Aus Amerika kommt übrigens nicht nur gutes.  Aus Amerika haben wir nicht nur den amerikanischen Stachelbeermehltau importiert, auch den Feuerbrand, die Reblaus, den Kartoffelkäfer und Pilzkrankheiten der Trauben, am nachteiligsten erwies sich dann aber das investment banking und das private equity Geschäft.

Ich habe heute auch, was den Anhängern des Siddhartha nicht gefallen wird, eine Wespenfalle aufgestellt, bestehend aus einer Flasche mit Rotwein.  Jetzt fliegen schon die Königinnen der Wespen, und wenn ich sie fange, ist es viel einfacher als im Sommer und Herbst, wenn ihre Völker in Massen fliegen.  Es wird dieses Jahr wegen der Birnengallmücke vermutlich wieder nur wenige Birnen geben, die restlichen werden aber immer vor der Reife von den Wespen angefressen.  Es ist also reine Notwehr meinerseits.

30.04.2010

Heute begann ich mit dem Mähen der Wiese meines großen Obstbaumgrundstücks an der Ersatzretentionsfläche, ca. 1500 qm habe ich mit meinem ausgezeichneten Aldi-Rasenmäher geschafft.

Zunächst wurden 20 kg Kalk bei denjenigen Bäumen gestreut, die auf sandigem Boden stehen, insbesondere den Pfirsichen.  Es wurde Zeit, denn weitere 20 kg Kalk waren inzwischen geklaut worden.  Jetzt ist nur noch ein Sack da.  Dann Inspektion der Obstbäume.  Die Aprikose Bergeron hat doch etwas angesetzt, aber die Aprikose Ambrosia sieht sehr schlecht aus.  Fast alle Zweige habe Monilia Spitzendürre und müssen ausgeschnitten werden.  Das wird ganz schön viel Arbeit werden.  Die Aprikosen-Apoplexie (schlagartiges absterben) muß unbedingt vermieden werden. – Die Pfirsiche scheinen bei mir dieses Jahr gar nichts angesetzt zu haben.  Vermutlich war es in den letzten Wochen nachts zu kalt.

Die Birnen sind nach wie vor in herrlicher Blüte, aber schon seit mehreren Jahren hat kaum ein Eigentümer Birnen im Unterfeld geerntet wegen der Birnengallmücke, die die Birnen noch vor dem Aufgehen der Blüte ansticht und später die reifenden Früchte unförmig anschwellen läßt.  Ich wollte das Problem eigentlich dieses Jahr angehen, aber die vielen Prozesse mit der Unteren Naturschutzbehörde haben mir  die Zeit dafür gestohlen.

Der Boden ist inzwischen schon wieder erstaunlich trocken.  Deswegen habe ich die kleinen bzw. zuletzt gepflanzten Bäumchen mit dem Korb des Rasenmähers gemulcht.  Es müßte jetzt wieder mal dringend kurz kräftig  regnen.  Dann hielte  sich die Feuchtigkeit unter der Mulchdecke sehr gut.  Ansonsten müßte ich mich ständig mit Wasser bei meiner Nachbarin versorgen.

28.04.2010

Morgens habe ich endlich mein Essay zu den Immobilieninvestitionen in Frankfurt unter “Sonstige Infos” abgestellt.

Ich habe heute versucht die wirklich lesenswerte Chronik Sossenheims von Adalbert Vollert noch bei der Frankfurter Sparkasse zu bekommen.  Zuletzt habe ich vor ca. 10 Jahren pro Buch 5 DM bezahlt, und heute konnte ich gleich zwei Exemplare für jeweils 2,5 Euro erstehen.  Einerseits ist es schön, daß ich es überhaupt noch bekommen habe, und die FraSpa den  Preis nicht erhöht hat, aber andererseits doch etwas traurig, daß die Menschheit so gegenwartsfixiert ist und keine innere Anteilnahme an der historischen Entwicklung ihrer Umgebung nimmt bzw. kein Interesse dafür zeigt.

Nachmittags:  Inspektion meiner Obstbäume in Zeilsheim.  Die Apfelblüte ist auch dort wunderschön.  Hier vier Apfelbäume mit folgender Reihenfolge:

ein Boikenapfel vom Alten Land bei Hamburg, jährliche Alternanz, sehr haltbar,
ein Boskoop, gepflanzt im März 1990 mit meinem damals 8jährigen Sohn Martin, haltbar bis Februar und teilweise alternierend,
ein Oldenburger, ein Massenträger, trägt jährlich, hält sich aber nur bis Dezember,
ein Schöner von  Nordhausen, alterniert und wird dieses Jahr wieder tragen.

27.04.2010

Heute habe ich meinen Antrag beim Verwaltungsgericht Frankfurt abgegeben.  Meine Sorge, daß eine wichtige Willenserklärung meinerseits beim Verwaltungsgericht zufällig verloren geht, zwingt mich dazu immer meine Schriftsätze persönlich abzugeben und mir den Empfang bestätigen zu lassen.  Rätselhafterweise ging der Anfangsbescheid vom 10.11.2009, den mir der Richter Fetzer zurückschicken ließ, verloren.  Das darf nicht noch einmal vorkommen.  Der Pförtner Sch. klennt mich schon, vermerkt immer „per Bote“ mit Uhrzeit, war aber beunruhigt, weil ich seinen Namen noch einmal wissen wollte.

Auf dem Rödelheimer Bahnhof hat mich ein Mann wegen Geld zum Essen angesprochen, das habe ich abgelehnt.  Vom nächsten Mann wollte er, als der auch ablehnte, Zigaretten.  Ich gebe eigentlich gern gemäß 2. Korinther 9, 7, muß aber auch daran denken, daß Schopenhauser gesagt hat:  Gutmütigkeit ist ein gut Stück Liederlichkeit.  Unsere Situation ist vollkommen verfahren, insbesondere haben die Krawallmacher wie Schröder, Fischer und Koenigs die Staatsleiter erklommen, da hat es keinen Zweck mehr die sozialen Konflikte abzumildern.  Sollen doch die Bettler sich Geld bei denen holen;  die ihr Einkommen an die Beamten-Versorgung angepaßt erhalten.

Die Fahrt mit der S-Bahn hin und zurück hat 4,60 €uro gekostet.  Während der Hinfahrt habe ich die Frage eines Kameruners zum Fahrverhalten beantwortet.  Beim Aldi kostet ein Pfund Haferflocken für mein Frühstück 0,25 €uro.  Also hätte ich für die Fahrt zum Verwaltungsgericht 18 Pakte Haferflocken beim Aldi bekommen und damit mein Frühstück für drei Monate.  Die Haferflocken werden mein Indikator für die Inflation sein.

Auf dem Rückweg habe ich Benzin für den Rasentraktor und Rasenmäher gekauft.

26.04.2010

Heute hatte ich einen freien Tag;  denn nachts hat es lange geregnet, und das hat mich davor bewahrt heute die 11 neu gepflanzten Bäume gießen zu müssen.  Also habe ich meine Anträge an das Rechtsamt sowie an das Verwaltungsgericht geschrieben.  Ungefähr 50 % meiner Zeit geht drauf um mein Eigentum gegen die Bescheide der Beamten der Stadt Frankfurt zu verteidigen!  Pornographie und Aktienspekulation, alles Aktivitäten, die problematisch sind, sind in unserem Staat erlaubt, aber wehe befaßt sich jemand mit echten Vermögenswerten und Betätigung, die er persönlich wesen will, wie Grundstücke und Selbstversorgung, da hört die angebliche Freiheit in unserer Demokratie auf und die Armada der Eigentumsfeinde geht in Stellung.  Unseren derzeitigen verderblichen Hauptsport, Reichwerden durch Spekulation, kann man nicht innerlich wesen, zumindestens nicht als Deutscher, wie Werner Sombart treffend ausgeführt hat.

Der Vorteil der Wässerung der neu gepflanzten Bäume hat den Nachteil, daß jetzt das Gras schnell wachsen wird.  Ich muß mit dem Ortslandwirt klären, ob er die Streuobstwiesen (gegen Bezahlung!) mäht.

Nachmittags habe ich beim Schlüssel-Kopp das Büchlein der Juliane Kinkel, transkribiert von GM, gelesen.  Soweit ich jetzt gekommen bin, ist es ganz unterhaltsam.  Die Kinder waren früher arm aber glücklich.  Wir aber sind reich, verwöhnt und dekadent, gehen einer ungewissen Zukunft entgegen;  denn die Pythia beantwortete die diesbezüglich Anfrage der Spartaner bei Horodot:  Reichtum, nur Reichtum allein, kann Sparta verderben.

25.04.2010

Heute ist der Tag des Herrn, da arbeite ich ungern, deswegen nur einige Fotos vom heutigen Tag:

Als erstes sehen Sie eine blühende Sauerkirsche, dahinter ein Boskoop,  neben der Sauerkirsche eine kleine Schafsnase, deren Blüte noch nicht begonnen hat.

Anschließend ein Freiherr von Berlepsch mit Bienen:

Birnen: die frühe von Trevoux mit 5 verschiedenen Sorten aufveredelt, dahinter ein Mollebusch:

Ein Frühapfel James Grieve mit zwei Birnen:  Madame Verte und Vereinsdechantbirne:

Ein Roter Eiserapfel mit einer ca. 130 Jahre alten Harberts Renette:

Zwei 130 Jahre alte Birnbäume gefolgt von einer abgeblühten Oberösterreichischen Weinbirne und einer Schweizer Wassserbirne:

Walnußschaden:

Die Revolution im Sossenheimer Unterfeld hat schon begonnen, allerdings besteht für  das Anbringen von Plakaten aufmüpfiger Untertanen gemäß § 3 Abs. 2 Ziffer 4 seitens der Obrigkeit ein Genehmigungsvorbehalt:

24.04.2010

Klima/Wetter-Inspektion

Heute wollte ich einmal überprüfen, wie sich die letzten beiden kalten Nächte ausgewirkt haben.  Hier das Ergebnis, aber vorab was allgemeines:

Die letzten beiden Winter waren viel kälter als die vorherigen beiden.  Das kann ich daran sehen, wie sich meine widerstandsfähigen Feigen, die ich 1982 aus Cremona mitbrachte, im Laufe der Jahre verhalten haben.  Die Zweige der Feigen sterben bei starker Kälte ab, treiben aber immer aus dem Boden wieder aus.  Also:  Nachdem sie sich schon zu ansehnlichen Stämmchen entwickelt hatten, waren die Zweige im Frühjahr 2009 und 2010 wieder abgestorben.

Es ist im Augenblick meiner Meinung nach nachts zu kalt.  Es nutzt den Obstbäumen nichts, wenn die Mittagssonne über 20 Grad liegt, aber abends die Temperatur immer wieder – wie derzeit – auf Null heruntergeht.

Zur Zeit ist im Sossenheimer Unterfeld die Obstblüte im vollen Schwange, die Pfirsichblüte geht zu Ende und hat vielleicht was angesetzt, die Birnen und Mirabellen sind wunderschön in Blüte.  Allerdings die Aprikosen, die letztes Jahr überreich trugen, haben nichts oder wenig angesetzt.  Auch die Frühblüher bei den Äpfel sind voll erblüht, z. B. Boskopp.  Eine erste Wespe habe ich gesehen.

Problematisch ist es aber bei unseren Obstbäumen aus Kleinasien, d. h. Eßkastanien und Walnüsse.  Diese haben empfindliche Blätter und leiden sogar schon über Null.  Sie müssen deswegen als Hochstamm gezogen werden, damit sie weniger vom Bodenfrost leiden.

Hier zeigt sich folgendes:  Die frühtragenden Eßkastanien, d. h. Eckel 1 aus der Steiermark, haben alle einen Schaden, die Blätter sind durch Kälte verbrannt und vertrocknet.  Die spättragenden Maronen aus Lyon haben noch nicht ausgetrieben, auch ein später Sämling mit großen Früchten.  Trotzdem wird die Ernte dieses Jahr aller Voraussicht nach gering sein.  Letztes Jahr zog sich die Ernte der Eßkastanien vom 12.09. bis 22.10. hin.  Der Austrieb ist dieses Jahr ca. 1 Monat später.  Daraus ergibt sich eine geringe Ernte bei den frühaustreibenden wegen Frostschäden und die späten werden nicht ausreifen.

So ähnlich verhält es sich bei den Walnüssen.  Dei frühaustreibenden Walnüsse sind unter 3 m fast alle schwarz, inklusive ihrer Kätzchen.  Die spätaustreibenden Walnüsse wie Klon 139 und Weinsberg 1 habe ich letztes Jahr am 13.10. zuletzt geerntet, sie werden also vermutlich teilweise nicht ausreifen.

Ergo wird die Ernte der Walnüsse viel geringer sein als letztes Jahr.  Dabei ist nicht ausgeschlossen, daß heute nacht weitere Frostschäden auftreten.

23.04.2010

Heute habe ich weiter bei den Kiwis an meinem Hausgarten gearbeitet.  Eine der weiblichen Kiwis scheint zu leben und läßt sich vielleicht noch einmal aufbauen.

Mein Nachbar O. im Biedenkopfer Weg hat vor zwei Jahren den Zaun an unserer Grenze aus unerfindlichen Gründen entfernt und hat ihn seitdem nicht mehr angebracht.  Am Montag wollen wir uns zu einem orientalischen Kaffeeplausch treffen und das Problem erörtern. (Ich glaube nicht, daß diesmal das Umweltamt Frankfurt dahintersteckt.)

Von Christian Schmidt (christian.schmidt.amt30@stadt-frankfurt.de) vom Rechtsamt habe ich einen Klageabweisungsantrag für die Klage 8 K 748/10.F(2) erhalten.  Er ist nach wie vor ein überzeugter und methodisch arbeitender Feind des Privateigentums.  Wie die meisten Feinde des Privateigentums ignoriert er die ethischen Erfordernisse des Privateigentums, d. h. bisher hat er noch nicht einmal sich geäußert zu Vandalismus und Diebstahl.  Das existiert für ihn nicht, obwohl das Eigentum ohne dessen Schutz nicht vorstellbar ist.  Meiner Meinung nach gehört er deswegen auch zu denjenigen Beamten, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen.

Die Kremsers sind übrigens stark in Theologie und Ethik.  Mein jüngster Sohn hat jetzt eine Tutorenstelle erhalten in der Wirtschaftsethik:

http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/abteilungen/arbeitsstelle-wirtschaftsethik/arbeitsstelle-wirtschaftsethik/team/tutoren.html

Morgen werde ich Herrn Schmidt per Einwurfeinschreiben antworten.  Im Umgang mit unseren Staatsbediensteten muß man leider immer den Nachweis führen, daß man ihnen was geschickt hat, da sie sowieso die Bürger normalerweise gerne ignorieren, wie Christian Schmidt den Diebstahl.  Für uns Bürger besteht nun das zusätzliche Problem, daß die Postfilialen geschlossen werden.  Wer weiß, wie das mit den Einschreiben wird, wenn die Rödelheimer oder Sossenheimer Post auch geschlossen wird.

22.04.2010

Heute habe ich in meinem Hausgarten gearbeitet.  Dabei habe ich zuerst mal die Rattenfallen überprüft.  Bisher alles ok.  Unsere Nachbarin hat auf ihrem Grundstück Ratten gesehen und wollte sich mal beim Ordnungsamt erkundigen, was man gegen Ratten macht.  Dadurch ist das Ordnungamt auf uns aufmerksam geworden (akute-gefahrenabwehr@stadt-frankfurt.de) und hat uns eine ellenlange Verwaltungsverfügung geschickt.  Obwohl wir selbst keine Ratten gesehen haben und unsere Kompostabfälle in einer braunen Tonne entsorgen, haben wir den Auftrag selbstverständlich durchgeführt;  denn Ratten haben im Mittelalter die Pest übertragen und heutzutage können die Menschen nicht entfliehen wie Boccaccio aus Siena, um sich dann gegenseitig in einer illustren Gesellschaft auf dem Land pikante Novellen zu erzählen.

Hier den Rattenköder:

Anschließend habe ich mich durch das Dickicht bei den Kiwis gearbeitet.

(Nachdem ich mir im Februar 2007 im städtischen Höchster Krankenhaus einen MRSA eingefangen hatte mit einer Batterie von Krankheiten inkl. Spondylodiszitis, mußte eine Zeit lang mein ältester Sohn die Gartenarbeit übernehmen.  Hinweis:  In Friedrichsheim wurde ich wieder geheilt mit Operationen durch Dr. Richolt und einer Mischung von Vankomycin und Rifampicin.)

Da mein ältester Sohn sich bei den Kiwis nicht auskennt, hat er die weibliche Kiwi entfernt, so daß nur noch die männliche blüht, während die dritte weibliche abgängig ist.  Ich mußte also mal gründlich säubern, um dieses Jahr während der Blüte festzustellen, ob da überhaupt noch weibliche blühen.  Das ist  für mich ein harter Schlag, denn die Kiwis sind fast 30 Jahre alt, und ich habe immer fast einen Zentner geerntet.

Die Temperatur war in der letzten Nacht nicht so kalt, wie ich befürchtet habe, heute Nacht soll es wieder für die Obstblüte gefährlich werden.

21. April 2010

Heute war es mir zu kalt.  Ich finde die ganze Zeit schon, daß es zu kalt ist.  Heute nacht wird es eine echte Bewährungsprobe für die Obstblüte und den Walnußaustrieb geben, angeblich bis zu minus 4 Grad.

20. April 2010

Heute waren die restlichen 4 Walnußbäumchen daran mit der Pflege der Baumscheiben.  Je schwächer sie sind, um so stärker ist der Besatz durch Unkraut.  In einem Baum war im vergangenen Jahr ein Holzbohrer, vermutlich Weidenwickler.  Ich hatte diesen Baum mit Wundbalsam behandelt, und jetzt war wieder ein Loch drin.  Ich habe das Loch erneut zugemacht.  Bin mal gespannt, ob der Baum zu retten ist.

19. April 2010

Heute habe ich 28 Pflanzscheiben bei den Walnüssen und Wirtschaftsäpfeln gehackt und frei gemacht.  Das Unkraut und Gras ist nämlich eine große Nährstoffkonkurrenz für die jungen Bäume.  Sie trocknen auch dann nicht so stark aus, wenn sie gehackt werden.

Morgens habe ich meine Stellungnahme an das Verwaltungsgericht geschrieben.  Für den 3. Mai ist alles fertig.  Ohne Adept des Verwaltungsrechts zu sein kann man in Deutschland keine Obstbäume anbauen.

17. April 2010

Habe heute weiter Leimringe angebracht.  Die Fänge der Frostspanner im Herbst waren ausgezeichnet.  Bis Ende Mai will ich die erneuerten Leimringe dranlassen;  denn die Ameisenstraßen an den Baumstämmen für die Blattläuse sind schon zu sehen.

Leonhard Jonas hat trotz seines fortgeschrittenen Alters für mich heute zwei Grundstücke mit dem Rasentraktor gemäht.  Die neue Batterie für den Rasentraktor hat 60 Euro gekostet.

16. April 2010

Der Imker hat gestern sein Bienenvolk aufgestellt und war sehr beunruhigt, daß Probleme der Bienen durch das Betreten des benachbarten verwilderten Grundstücks entstehen könnten.  Wir haben jetzt endlich mal einen Bestäuber für die Obstbäume!  Die Aprikosen sind jedoch fast abgeblüht, und ich habe unsere Bienen weder an den Aprikosen noch Pfirsichen gesehen, trotzdem fliegen sie wie verrückt;  die Birnen sind kurz vor der Blüte.

Elfriede hat er ein Glas Honig geschenkt, ihr verstorbener Fritz war ein Selbstversorger wie ich.

Anschließend hat der Imker noch einen alten Lombards Calvill bei den Eßkastanien ausgeschnitten.

06.09.2010

Heute habe ich wieder einmal das streitbefangene Eßkastaniengrundstück gemäht. Wenn in den nächsten Wochen die Eßkastanien herunterfallen, müssen sie komplett aufgelesen werden; denn ansonsten können einzelne Früchte, die vom Kastanienwickler befallen wurden sich vermehren und dann könnte die Situation nächstes Jahr epidemisch werden. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich die Diebe nicht auf das Grundstück lassen kann. Wenn die nachts kämen und die Früchte herunterreißen würden, könnten viele Eßkastanien versehentlich ins Gras fallen, unentdeckt bleiben und die Wickler den Winter überleben. Nach meinem Kenntnisstand gibt es bisher im Sossenheimer Unterfeld nur noch eine einzige weitere Eßkastanie auf dem Grundstück des ehemaligen Wasserwerks gegenüber meiner ehemaligen Verstärkerstelle.

Die Diebe haben den streitbefangenen Zaun inzwischen präpariert. Hinter der letzten Eßkastanie wurde an einem Pfosten die Krampen entfernt, so daß der Pfosten wackelte, und sie schnell über das 1 m hohe Drahtgeflecht hätten springen können. Diese Aktion habe ich inzwischen rückgängig gemacht. Ich bin mal gespannt, was den Dieben sonst noch so einfällt. Ich muß mir auch überlegen, wie ich angemessen reagiere.