Zitate

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01.01.2015

Adalbert von Chamisso, Reise um die Welt mit der Romanzoffischen Entdeckungs-Expedition in den Jahren 1815 – 1818
Chamisso berichtetet von der russischen Ansiedlung Illiuliuk auf der Insel Unalaschka (heute Unalaska in Alaska), wo der Rurik unter der Leitung des Kapitäns Otto Astawitsch von Kotzebue am Fest des Kaisers Alexander I., dem 10. September 1816, einfuhr.  Er berichtet dann von der Anhänglichkeit der Russen an ihre Landsleute:  “Ein Diener der amerikanischen Compagnie (Promischllenoi), welcher als rüstiger Jüngling sein russiches Vaterland verlassen und in dieser Gegend alt und grau geworden war, stürzte jetzt plötzlich zur Tür herein und rief mit gefalteten, zum Himmel erhobenen Händen:  “Das sind Russen, das sind Russen! o teures, geliebtes Vaterland!”  Auf seinem ehrwürdigen Gesichte lag in diesem Augenblick der Ausdruck eines seligen Gefühles;  Freudentränen benetzten seine bleichen, eingefallenen Wangen, und er verbarg sich, um seiner Wehmut zu überlassen.  Der Auftritt erschütterte mich;  ich versetzte mich lebhaft in die Lage des Alten, dem seine im Vaterland glücklich verlebte Jugend jetzt in schmerzlicher Erinnerung vor die Seele trat.  In der Hoffnung, im Schoße seiner Familie ein sorgenfreies Alter genießen zu können, war er hergekommen und mußte nun wie viele andere in dieser (Eis-)Wüste sein Leben enden.”
“Die russiche-amerikanische Compagnie weiß durch Geldvorschüsse, die sie denen leistet, welche unternehmenden Geistes sich unter solchen Verhältnissen ihrem Dienste widmen, sich unter ihrem Joch zu erhalten.  Dafür ist gesorgt, dsss sie die Schuld zu tilgen nimmer vermögend werden, und, wie Friedrich (der Große, 1712 – 1786) von seinem Militär gesagt haben soll:  ‘Aus der Hölle gibt es keine Erlösung.’”
Auch später berichtet Chamisso:  “Unter diesen Russen war einer, Iwan Strogonoff, ein alter Mann, der sich innig freute, zu seinen Landsleuten wieder gekommen zu sein” aus der Gefangenschaft der Spanier in Monterey.
Auch enthalten in:
https://books.google.de/books?id=TP1JAAAAcAAJ&pg=PA172&lpg=PA172&dq=Promischllenoi&source=bl&ots=fEm7tl5206&sig=0NOkgIQedXN8Q_L8OPSB9tl2wC4&hl=de&sa=X&ei=pYClVKDkGsfgON3VgJAM&ved=0CCwQ6AEwAg#v=onepage&q=Promischllenoi&f=false

23.08.2014

Über die USA

“Aber wie die Auffindung von Gold auf Zeiten den Entdecker (Kolumbus) selbst betörte, so hat sich an seine Sohlen das Geschlecht geheftet, das in Amerika üppig fortgewuchert hat, das zum Goldklumpen spricht:  Du bist mein Trost! – und mehr als irgendein anderer Teil der Erde ist Amerika aufgegangen in materiellen Interessen, im Mammonismus, soviel es sich auch mit dem Schein religiöser Idealität umkleidet hat.”
Vermutlich aus: Daniel, Hermann Adalbert / Delitsch, Otto, Handbuch der Geographie, Leipzig 1878
Zitiert nach Buschick, Richard, Die Eroberung der Erde. 3000 Jahre Endeckungsgeschichte, Leipzig, 1931, S. 112

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Werner Sombart, Die Juden und das Wirtschaftsleben, Leipzig, 1911

Aus:  http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Sombart_Juden_Amerika.pdf

S. 41:  “Wenn sich die Verhältnisse in Amerika so weiterentwickeln wie im letzten Menschenalter, wenn die Zuwanderungsziffern und die Zuwachsraten der verschiedenen Nationalitäten dieselben bleiben, so erscheinen die Vereinigten Staaten nach 50 oder 100 Jahren in unserer Phantasie ganz deutlich als ein Land, das nur noch von Slawen, Negern und Juden bewohnt sein wird und in dem die Juden natürlich die wirtschaftliche Hegemonie an sich gerissen haben.”

S.  44:  “Kann man im Hinblick auf die eben berührten Tatbestände mit einigem Recht sagen, daß die Vereinigten Staaten es den Juden verdanken, wenn sie überhaupt da sind, so kann man mit demselben Recht behaupten, daß sie dank allein dem jüdischen Einschlag so da sind wie sie da sind, eben amerikanisch.  Denn das, was wir Amerikanismus nennen, ist ja zu einem sehr großen Teil nichts anderes als geronnener Judengeist.”

28.03.2014

Andrew Dickson White, Aus meinem Diplomatenleben, Berlin, 1906, amerikanischer Botschafter in Berlin,  S. 6:

Tod des Kaisers Niolaus I. im Januar 1855:

“Gleich nach der Vorstellung des Kaisers Alexander II. begab sich das diplomatische Korps in den Raum, in welchem die Leiche Nikolaus I. aufgebahrt lag.  Rings um den Sarg hatte man die juwelengeschmückten Kreuze und Orden aufgehäuft, die ihm die verschiedensten Monarchen der Welt verliehen hatten.  Mitten darunter die Kronen und Zepter aller der Länder, die ihm untertan waren, darunter Sibirien, Astrachan, Kasan, Polen und die Krim, obenan aber die große Krone und das Zepter des Reicher.  Zu Füßen des Sarges verrichteten zwei Mönche Gebete für den Verstorbenen.  Des Kaisers Züge und seine Gestalt waren unverändert edel und unbesiegt.
Das Leichenbegräbnis hat sich meinem Gedächtnis fest eingeprägt, als der imposanteste Aufzug, den ich je erlebt habe. … Unzählige Juwelen und vor allen Dingen der Orloffdiamant, der an der Spitze des Zepters funkelte, blitzten und leuchteten in der winterlichen Morgensonne und ihr Flimmern überstrahlte die ganze weite Strecke des Weges.

 

02.03.2014

Der lange Weg des französischen Staatsbankrotts von 1715, dem Tod Ludwigs XIV., bis 1789, von Wilhelm Treue, Wirtschaftsgeschichte der Neuzeit, Stuttgart 1962

„Besonders auffällig und schwer waren zu  Beginn des neuen Jahrhunderts die Kriegskosten.  Sie  trugen wesentlich dazu bei, daß 1715 der Staat mit 2936 Millionen Livres, das  heißt mit  der Einnahme von 18 Jahren verschuldet war  – einem Betrag, für dessen Verringerung die normale Steuererhebung nicht mehr genügte.  Schon.seit 1701 griff man zur Ausgabe von Papiergeld, bald danach zu den Aushilfen der Anleihen, der Lotterien und Schatzanweisungen, die dem Staatsschatz in kurzer Zeit einen Scheingewinn von 146 Millionen Livres einbrachte und stand dennoch bei ständig steigenden Steuereinnahmen ständig knapp vor dem Staatsbankrott, da die Ausgaben noch schneller wuchsen.  Der Siebenjährige Krieg vergrößerte die Finanzzerrüttung, und die Beteiligung am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg endete zwar mit dem Erfolg der Amerikaner, aber mit einem Finanzfiasko für Frankreich.

Das  Steuersystem, das die finanzielle Grundlage des Ancien Régime bildete, zeichnete sich durch Ungleichheit der Umlage und Härte der Eintreibung sowie paradoxerweise durch geringe und sogar abnehmende Ergiebigkelt im Verhältnis zum Produktionspotential der Menschen und des Bodens aus. …“

Es wurden zahlreiche neue Steuern geschaffen, die jedoch nur die unteren Volksschichten belasteten, da der Adel und Klerus Belastungen durch ihren Einfluß geschickt zu vermeiden verstanden.

„Schließlich fand die Regierung  sich aus dem Wirrwarr ständig steigender und immer weniger ausreichender Steuern nicht mehr heraus. … Dennoch wuchs der Fehlbetrag; es drohte 1769 der Staatsbankerott, der nur durch die Ernennung des Abbé Terray zum Finanzminister vermieden wurde – eines der besten Finanzreformers neben Turgot und Necker.“

Schließlich hat sich die französische Regierung dem Glücksritter, Hochstapler und Finanzgenie John Law anvertraut.

„Da Gold und Silber um 1715 auf keine  Art  zu beschaffen waren, wollte Law durch äußerste Anwendung  des Papiergeldsystemss die Zahlungsmittel vermehren, die Kaufkraft heben und so die Unternehmertätigkeit fördern.  Dieses System gründete er auf die Aktien einer Mississippi-Kompanie,  die  infoige der Erzfunde an einem Nebenfluß des Stromes sicher wie Edelmetall sein und gemeinsam mit dem Papiergeld das  beste Zirkulationsmittel bilden sollten.“

Diese Aktienspekulation ging allerdings gründlich schief und führte in Frankreich bis ins 19. Jahrhundert zu einer Abneigung gegen Aktienbanken und Papiergeld. 

21.01.2014

Johannes Scherr, Menschliche Tragikomödie, Der „grause“ Zar (Iwan der Schreckliche)

Iwan der Schreckliche soll einer der fürchterlichsten Sadisten gewesen sein, die jemals auf einem Thron gesessen haben: Gleichzeitig: abergläubig fromm, sadistisch im höchsten Maße, um seine Verdauung zu befördern, ein unmäßiger Völler, Unzucht treibend, Kleriker und Adel grundlos ermordend. Aus reinem Übermut und Sadismus hat er die völlig unschuldige Stadt Nowgorod 1569 überfallen und sämtliche Einwohner getötet ca. 100000 Menschen . Warum haben die Russen ihn jedoch nach seinem Tod am 19. März 1585 beweint?

Dazu sagte der russische Historiker Karamsin zur Zeit Alexander I.: „Die Geduld von Iwans Untertanen hatte keine Grenzen. Denn sie sahen ja die Herrschaft des Zars für die Herrschaft Gottes an und hielten jeglichen Widerstand für eine Übertretung des göttlichen Gesetzes. Sie zwar gingen dabei zugrunde, aber sie retteten für ihre Nachkommen die Macht Rußlands; denn in der Stärke des Volksgehorsams besteht die Kraft des Reiches.

Obwohl Iwan der Schreckliche das schlimmste Scheusal war, das man sich denken kann, konnte er trotzdem seine Untertanen fürchterlich erschrecken, als er mit Roß und Reiter am 17. Dezember 1561 aus Moskau abzog, um sich in der Einöde der alexandrowschen Sslobode niederzulassen. Seine beiden Sendschreiben von dort versetzten die Bewohner Moskau in eine unbeschreibliche Angst. „Besnatschalie“, d. i. Regierungslosigkeit, schien allen, sagt Karamsin, ein noch furchtbareres Übel als Tyrannei.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Nikolai_Michailowitsch_Karamsin

 

Seine Ratgeber und Mitverbrecher hat er natürlich häufig verbraucht, gern auch mit der ganzen Sippe, wozu der Vers von Geothe auch noch heute passen dürfte:

„Einer von den Lumpenhunden

Wird vom andern abgetan“ –

(Übrigens: Den Ausdruck „Lumpenhund“ hat Bismarck gerne benutzt!)

 

02.01.2014

Johannes Scherr, Menschliche Tragikomödie, 11. Teil, “Deutschland vor hundert Jahren”, veranlaßt von dem ausführlichen Buch des Dr. Karl Biedermann,  letzte Ausgabe 1880:

Über die Deutschen:  “Wir Deutsche sind ja Reflektionsmenschen, Grübler, Tüftler;  wir haben nicht das Zeug zum Revolutionsmachen und denken auch gar nicht daran, falls man so freundlich ist, uns auch nur halbwegs bei guter Laune zu halten.  Uns fehlt ja die elementare Leidenschaft, die initiatorische Sprungfertigkeit.  Wir müssen, um überhaupt voranzukommen, Schritt für Schritt vorwärts gehen,und daß und wie wir trotzdem vorwärts gegangen, wird jedem klar werden, welcher vergleichen will, wie unser Land vor hundert Jahren war und wie es jetzt ist.”

Dr. Karl Biedermann über das 18. Jahrhundert in Deutschland (1880):  “Es gab im Staate nur Herren und Untertanen,  nur einen absolut gebietenden und unwiderstehlichen Willen und eine rechtlose Schar blindlings gehorchender und duldender Sklaven;  auf der einen Seite eine kleine Minderheit Begünstigter – den Fürsten und seine Umgebung -, welchen alle natürlichen Güterquellen des Landes und alle mühsam errungenen Früchte der Volksarbeit zum ausschweifendsten Genusse offen lagen, und auf der anderen Seite die Masse des Volkes, berufen und verpflichtet, für die Befriedigung der Gelüste jener Minorität zu arbeiten, zu zahlen, Lasten zu tragen und Not zu leiden.”

13.12.2013

Das folgende paßt ganz gut zum Nürnberger Prozeß, dem Tokyo trial und der Hinrichtung Saddam Husseins:

Dem österreichischen Erzherzog Maximilian, vorübergehend Kaiser von Mexiko von Napoleon des dritten Gnaden, wurde nach der Niederlage in Queretaro im Juni 1867 der Prozeß gemacht.

Johannes Scherr, Menschliche Tragikomödie, Das Trauerspiel in Mexiko

“Unter diesen Umständen war natürlich die Prozessierung des Erzherzogs nur eine Formalität, wie das ja unter ähnlichen Verhältnissen allzeit und allenthalben der Fall gewesen ist und allenthalben und allzeit der Fall sein wird, solange die Menschen nicht zu Engeln avancieren, wozu nicht eben viel Aussicht vorhanden.”

23.02.2013

Ludwig Bamberger, Erinnerungen, 1899, Mainzer Jude und demokratischer Flüchtling 1848, Erster Präsident der deutschen Reichsbank, S. 403, über Karl Marx und dessen Agitation gegen Karl Vogt in seinem Buch “Herr Vogt, von Karl Marx. London, A. Petsch & Co., Deutsche Buchhandlung, 78 Fenchurch Street, 1860″.

“In seiner Darstellung hatte Vogt auch Marx angegriffen und ihn als den Drahtzieher aller von der Londoner Emigration ausgehenden Gehässigkeiten und Verfolgungen hingestellt, womit es seine Richtigkeit hatte.  Das Marxsche Buch umfaßt an zweihundert enggedruckte Seiten in  groß Oktav.  Es ist in der Manier von des Autors übrigen Schriften mit einem unsagbaren Aufwand von mit den Haaren herbeigezogenen Zitaten angefüllt, welche bestimmt sind, durch stupides Wissen zu blenden. …

Wer sich die Zeit und die Geduld nehmen will, dieses Pamphlet durchzulesen, wird außer einer Masse von Notizen über die damaligen Begebenheiten und Schriften auch einen Begriff davon bekommen, wieviel Schmutz, Umtriebe, Komik und Jammer sich in einer Flüchtlingswelt anhäufen können, besonders, wenn noch ein solches Intriganten- und Sophisten-Genie ersten Ranges, wie es Marx unleugbar war, darin dominiert.  Es wäre ein Stoff für einen Sittenschilderer.  Leider hat ihn kein Eingeweihter unter den Zeitgenossen benützt.”

 

23.01.2013

Ludwig Bamberger, Erinnerungen, Berlin 1899, S. 97:

(Erster Präsident der Deutschen Reichsbank)

“Nur die Klugheit und die Ehrlichkeit, welche die Menschen in ihren Privatangelegenheiten anwenden, erhält die Welt und treibt sie vorwärts;  dank ihnen ist auch die öffentliche Dummheit nicht imstande, die Welt zu Grunde zu richten oder vorwärts zu treiben.  Auf dieser Erfahrung gewonnenen Überzeugung beruht mein unerschütterliches individualistisches Bekenntnis, handle es sich um Staatssozialismus oder um Sozialdemokratie.  Ein Individuum, das sich aus eigener Kraft um eine Sprosse der wirtschaftlichen Leiter hinaufarbeitet, ist für die Gesamtentwicklung wertvoller, als hundert, die von vormundschaftlichen Wohlfahrtsanstalten -  angeblich – herangezogen werden.”

17.12.2012

Die Franzosen verlieren ihre wichtige Festung Pondichery in Indien und werden von den Engländern aus Indien vertrieben.  Die Schuld am Verlust wird auf den Franzosen schottischer Abstammung Lally geschoben, der von den Engländern als Kriegsgefangener nach England gebracht wurde.

Karl Friedrich Becker’s Weltgeschichte, 11. Teil, 7. Auflage, Berlin 1837, S. 55:

“Dieser gänzliche Verlust der so hoch gehaltenen indischen Besitzungen erregte in Frankreich unter den Mitgliedern der (französisch-ostindischen) Compagnie und den Teilhabern ihrer Aktien das heftigste Geschrei.  Alle Schuld ward auf Lally geschoben und derselbe als Verräter bezeichnet.  Er selbst aber war von seiner Unschuld so überzeugt, daß er sich in England die Erlaubnis erwirkte, als Kriegsgefangener nach Frankreich gehen zu dürfen, um seine Sache zu führen.  Er wurde sogleich in die Bastille geworfen und nach einem langen Prozesse aus Rücksicht auf die öffentliche Stimme im Jahre 1766 vom Parlament zum Tode verurteilt.  Auf einem schmutzigen Karren, einen Knebel im Munde, damit er das Volk nicht anreden könne, wurde er auf den Richtplatz geführt, und, wie ein wohlunterrichteter Geschichtsschreiber sagt, mit dem Schwerte der Gerechtigkeit gemordet.  Die Französisch-Ostindischen Gesellschaft, die in kurzer Zeit drei Männern:  la Bourdonnaie, Dupleix und Lally auf diese Weise gelohnt hatte, überlebte sie nicht lange.”

Aus:  http://www.mmnews.de/index.php/etc/11600-die-justiz-unsere-heimlichen-feinde

# 42 Thomas Arthur de Lally 22. Dezember 2012 – 14:33 + 3
Nach zehn Jahren bewirkte Lally-Tollendals Sohn, Gérard de Lally-Tollendal, besonders von Voltaire unterstützt, die Revision des Prozesses. Die Unschuld des Verurteilten wurde so klar erwiesen, dass der König in einem Dekret vom 21. Mai 1778 das Urteil kassierte und die Ehre Lally-Tollendals wiederherstellte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Arthur_de_Lally-Tollendal

 

29.11.2012

Goethes Gedicht Harfenspieler:

http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/gedichte/12.htm

Wer nie sein Brot mit Tränen aß,
Wer nie die kummervollen Nächte
Auf seinem Bette weinend saß,
Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte!

Ihr führt ins Leben uns hinein,
Ihr lasst den Armen schuldig werden,
Dann überlasst ihr ihn der Pein;
Denn alle Schuld rächt sich auf Erden.

16.11.2012

Heute:  Heldentod des schwedischen Königs Gustav Adolf vor 380 Jahren in der Schlacht von Lützen (Brockhaus 1894):  “Infolge des dichten Nebels griffen die Schweden erst gegen Mittag des 16. Novembers an.  Die Kaiserlichen wurden aus den Gräben vertrieben, aber Piccolominis Kürassiere und das Feuer der großen Batterie bei Lützen warfen die Schweden zurück.  Unterdes hatte der König die schweren Geschütze in eine Batterie zusammengezogen und war dann mit der Reiterei über den Graben gesetzt.  Die kasiserliche Reiterei wurde hier geworfen.  Auf dem linken Flügel hatte Herzog Berhard (von Sachsen-Weimar) zweimal vergeblich angegriffen.  Auf die Nachricht vom Weichen seiner Infanterie eilte Gustav Adolf sogleich an der Spitze des Regiments Småland zu Hilfe, sprengte, nur von wenigen Reitern begleitet, im Nebel weit voraus und wurde hier durch mehrere Schüsse zum Tode verwundet.

14.11.2012

Schopenhauer über die Irrtümer in der Gesellschaft:

Aphorismen zu Lebensweisheit, 5. Kapitel (Paranäsen und Maximen), Abschnitt 27:

http://internetloge.de/arst/schople3.htm

Bei jeder Verkehrtheit, die im Publiko, oder in der Gesellschaft, gesagt, oder in der Literatur geschrieben und wohlaufgenommen, wenigstens nicht widerlegt wird, soll man nicht verzweifeln und meinen, daß es nun dabei sein Bewenden haben werde;  sondern wissen und sich getrösten, daß die Sache hinterher und allmählich ruminiert, beleuchtet, bedacht, erwogen, besprochen und meistens zuletzt richtig beurteilt wird; so daß, nach einer, der Schwierigkeit derselben angemessenen Frist, endlich fast alle begreifen, was der klare Kopf sogleich sah. Unterdessen freilich muß man sich gedulden. Denn ein Mann von richtiger Einsicht unter den Betörten gleicht dem, dessen Uhr richtig geht, in einer Stadt, deren Turmuhren alle falsch gestellt sind. Er allein weiß die wahre Zeit: aber was hilft es ihm? alle Welt richtet sich nach den falsch zeigenden Stadtuhren; sogar auch die, welche wissen, daß seine Uhr allein die wahre Zeit angibt.

08.10.2012

Heinrich Brüning, Memoiren, S. 39, DVA, 1970:

“Da begann die Verachtung des Parlaments zu wachsen.  Die im militärpflichtigen Alter stehenden Abgeordneten wurden in Deutschland, im Gegensatz zu den alliierten Ländern, gleich reklamiert oder nicht an der Front verwendet.  Von 397 Mitgliedern des Reichstags fielen im Kriege zwei.  Beide waren für den vorherrschenden Nationalliberalismus “reichsfeindlich”.  Der eine war ein Welfe, der andere der kriegsfreiwillige, radikal sozialdemokratische, jüdische Frank.”

26.09.2012

Zu:  http://www.welt.de/politik/ausland/article109486851/Euro-Schuldner-Spanien-Ein-Land-im-Aufruhr.html

Karl Friedrich Becker, Geschichte der neueren Zeit, Dritter Teil, Berlin 1844, S. 67

Aufstand in Katalonien:

“Über diese Vorstellung äußerte sich Olivarez in einem Brief an den Vicekönig jener Provinz (Katalonien) Santa Colonna in folgender Art:  “Kein Fürst in Europa”, schreibt er, “hat Untertanen wie die Catalonier.  Sie wollen zwar einen König haben, aber ihm nicht dienen, selbst wenn es auf ihre eigene Erhaltung ankommt.  Besitzt ein Herrscher nicht die Gewalt, in seinem Land zu befehligen, was er will, oder darf er nicht einmal das tun, was für das Wohl seiner Untertanen nötig ist?  Soll der König die Catalonier verteidigen, ohne daß sie daran Teil nehmen, soll die Kriegsmacht anderer Provinzen die Feinde aus Catalonien jagen und dann nicht einmal im Winter dort bleiben dürfen?  Ein Recht solcher Art kann nicht vorhanden sein;  das höchste und erste Gesetz eines Staates bleibt sein Wohlsein und seine Erhaltung.”  Obgleich sich diesen Gründen mit Fug  und Recht nichts entgegenstellen ließ, bemerkte Santa Colonna, daß die Armut in den Dörfern in der Tat auf eine solche Höhe gestiegen wäre, daß es den Bauern selbst nach den Berichten der Befehlshaber unmöglich sei, die Truppen zu ernähren.”  … “und als die Rebellen (Katalonier) von den Königlichen (Spaniens) trotz des Hilfskorps (der Franzosen) zurückgedrängt und geschlagen wurden, erwählten die versammelten Stände (Kataloniens) den (französischen) König Ludwig XIII. zum Grafen von Barcelona am 23. Januar 1641. Von neuen Abteilungen französischer Truppen verstärkt, unternahmen die Rebellen hierauf die Belagerung der wichtigen Festung Taragona.”

14.07.2012

Thukydides V, 89 Melierdialog:

“Die Starken tun, was sie können und die Schwachen leiden , was sie müssen.”

08.07.2012

Heinrich Brüning, Memoiren, S. 85, DVA, 1970:

“Die Inflation ermöglichte auch die Durchführung eines gewaltigen Programmes von öffentlichen Arbeiten und eine beispiellose Vollbeschäftigung.” …

“Die zweite Erfahrung, die sich mir damals einprägte, war, daß eine Arbeitslosigkeit unvermeidlich war, sobald die Inflation nur vorübergehend aufgehalten würde.  Das nannte man schon eine Deflation, obwohl es nur ein vorübergehender Stillstand der Inflation war.  Alles rief aus politischen und wirtschaftlichen Sorgen heraus sofort wieder nach einer weiteren Inflation, Kreditausweitung genannt.  Es ist keine Frage, daß damals einige der Mächtigen in der Wirtschaft die Mark-Stützungsaktion der Reichsbank sabotiert haben, nicht allein wegen ihrer eigenen Finanzlage, sondern auch, weil sie die politischen Folgen einer wachsenden Arbeitslosigkeit befürchteten.  Wie es sich zu Anfang der dreißiger Jahre zeigte, gibt es nichts Gefährlicheres, als den nach einer gewaltigen Inflation unvermeidlichen operativen Eingriff in die private Finanzgebarung zu verschieben.”


Plutarch (45 – 125 n. Chr.), Biographie des Perikles

Perikles (490 – 429 v. Chr.) beschloß die Kriegskasse des Attischen Seebundes in Delos zu plündern, damals noch nicht unendlich, weil aus Edelmetall, um schöne Bauten in Athen erstellen zu lassen und den Athenern Arbeit zu geben, darunter auch die noch heute bestehende Akropolis.

Kapitel  12 ff.:  “Was aber Athen am meisten zum Schmuck und zur Zierde gereichte, was den anderen Völkern die größte Bewunderung abnötigte und heute allein noch dafür Zeugnis ablegt,  daß Griechenlands einstiges Glück, daß der Ruhm seiner früheren Größe nicht leeres Gerede sei, das waren sein prachtvollen Tempel und öffentlichen Bauten. …”

Auf die Kritik an den Geldausgaben antwortete Perikles:  “Da nun unsere Stadt mit Kriegsbedarf hinreichen versehen ist, müssen wir den Überfluß auf Werke lenken, die uns nach ihrer Vollendung ewigen Ruhm, während ihres Entstehens allgemeinen Wohlstand versprechen.  So wird es Arbeit in Hülle und Fülle geben, die mannigfachen Bedürfnisse werden jedes Handwerk beleben, jeder Hand Beschäftigung bringen, fast die ganze Stadt wird ihren Verdienst finden, indem sie sich durch eigene Leistung schmückt und zugleich ernährt.”

“Der Heeresdienst verschaffte nämlich den jungen kriegstauglichen Männern ausreichende Einkünfte aus dem Bundesschatz, allein Perikles wünschte, daß auch die vielen nicht kriegspflichtigen Bürger, die sich mit ihrer Hände Arbeit durchbringen mußten, von diesem Verdienst nicht ausgeschlossen seien.  Da er ihnen aber auch nicht unverdient und ohne Arbeit in den Schoß fallen sollte, legte er dem Volk großartige Pläne für Unternehmungen und Bauten vor, welche viele Handwerker für lange Zeit beschäftigen konnten.    Auf diese Weise wollte er den Bürgern, die zu Hause blieben, genauso wie den Schiffsmannschaften, den Besatzungen und den Truppen im Felde die Möglichkeit bieten, aus dem Bundesschatz Nutzen und Vorteil zu ziehen.  Vielerlei Materialien wurden benötigt:  Steine, Erz, Elfenbein, Gold, Eben- und Zypressenholz, und zu ihrer Bearbeitung brauchte es mancherlei Handwerker, so Zimmerleute, Bildhauer, Kupferschmiede, Steinmetzen, Färber, Goldarbeiter, Elfenbeinschnitzer, Maler, Sticker, Graveure.  Die Transporte zur See brachten den Reedern, den Matrosen und Steuerleuten Beschäftigung, diejenigen zu Lande den Wagenbauern, Pferdehaltern und Fuhrleuten, den Seilern, Leinewebern, Sattlern, Straßenbauern und Bergknappen.   Jedes Handwerk verfügte, wie der Feldherr über sein Heer, über eine Masse von ungelernten Hilfsarbeiter, die als Handlanger dienten, kurz die Vielfalt der Arbeiten machte es möglich, daß sozusagen jedem Alter und jeden Stand reicher Gewinn zuströmte.”

Kapitel 13:  “So stiegen die Bauten empor in stolzer Größe, in unnachahmlicher Schönheit der Formen, und die Meister wetteiferten miteinander, durch die Feinheit der Ausführungen über ihr Handwerk hinauszuwachsen.”

21.06.2012

Reichskanzler Heinrich Brüning, Memoiren 1918 – 1934, DVA 1970, S. 76:

“Das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 setzte die Reparationsschuld Deutschlands auf 132 Milliarden Goldmark fest.  Es war eine außerordentliche weitschauende und mutige Politik des neuen Kabinetts Wirth, sich für die Annahme dieses Ultimatums einzusetzen.  Außenminister Simons hatte auf Veranlassung amerikanischer Besucher den konstruktiven Vorschlag gemacht, daß Deutschland die in den Reparationsforderungen enthaltenen Schulden der Alliierten an die Vereinigten Staaten (Hinweis:  hauptsächlich für deren Munitionslieferungen im Ersten Weltkrieg an die Westmächte) unmittelbar übernehmen und über den Zahlungsmodus sich mit den Vereinigten Staaten einigen solle.  Tatsächlich waren von 1924 bis 1929 die Reparationsleistungen Deutschlands unter dem Dawes-Plan nur möglich durch große private Anleihen aus den Vereinigten Staaten an die deutsche Industrie und öffentliche Körperschaften.  Aber im Jahre 1921 war die Erkenntnis des Transferproblems noch nicht genügend weit fortgeschritten.” …

“Im deutschen Volk herrschte teilweise dumpfe Verzweiflung, teilweise radikaler Nationalismus.  Es kam die Ermordung Erzbergers und wenige Monate später die Ermordung Rathenaus.”

Das nächste Kapitel Brünings beginnt dann mit “Der Verfall der deutschen Währung”.

06.06.2012

Der Prediger Salomon:

Aus:  http://www.joyma.com/21predig.htm

Kapitel 1,18 Denn wo viel Weisheit ist, ist viel Verdruß, und wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer.

29.05.2012

Sören Kierkegaard  (1813 – 1855)

Meine Aufgabe ist, zu revidieren, was ein Christ ist.

Der Einzelne (1846).  Die “Menge” ist die Unwahrheit.  Daß man jeden einzelnen Menschen, unbedingt jeden Menschen, ehrt, das ist die Wahrheit und ist Gottesfurcht und Nächstenliebe;  wenn aber ethisch-religiös die “Menge” als Instanz für die “Wahrheit” anerkannt wird, so ist das Gottesleugnung und kann so unmöglich “Nächsten”-liebe sein.  Niemals habe ich in der heiligen Schrift das Gebot gelesen:  Du sollst die Menge lieben, noch weniger das:  Du sollst ethisch-religiös in der Menge die Instanz für die “Wahrheit” anerkennen.

Unmöglich kann man en masse erbauen oder erbaut werden, das ist noch unmöglicher, als en quatre oder en masse verliebt zu sein:  da Erbauung noch bestimmter als Liebe Sache des Einzelnen ist.  “Der Einzelne”; das ist die christlich entscheidende Kategorie, und sie wird auch für die Zukunft des Christentums entscheidend sein.  Mein Satz behält seine Wahrheit:  daß ethisch, ethisch-religiös betrachtet, die Menge die Unwahrheit ist, daß es Unwahrheit ist, durch die Menge, durch das Numerische wirken zu wollen und das Numerische als Instanz über das, was Wahrheit ist, entscheiden zu lassen.  In diesem von mir bekämpften Sinne hatte weder Christus noch Sokrates Schüler.

24.05.2012

Der Untergang des Königs Josia, 2. Könige 23, 29:

http://bibel-online.net/buch/luther_1912/2_koenige/23/

Aus:  http://www.bibleserver.com/text/LUT/2.K%C3%B6nige23,1

29 Zu seiner Zeit zog der Pharao Necho, der König von Ägypten, herauf gegen den König von Assyrien an den Strom Euphrat. Und der König Josia zog ihm entgegen, aber Necho tötete ihn in Megiddo, als er ihn sah.

30 Und seine Männer brachten den Toten von Megiddo und führten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe.

2. Chronik 35:

Aus:  http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/2_chronik/35/

20 Nach diesem, da Josia das Haus zugerichtet hatte, zog Necho, der König in Ägypten, herauf, zu streiten wider Karchemis am Euphrat. Und Josia zog aus, ihm entgegen. 21 Aber er sandte Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Was habe ich mit dir zu tun, König Juda’s? ich komme jetzt nicht wider dich, sondern wider das Haus, mit dem ich Krieg habe; und Gott hat gesagt, ich soll eilen. Laß ab von Gott, der mit mir ist, daß er dich nicht verderbe!
22 Aber Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm, sondern stellte sich, mit ihm zu streiten und gehorchte nicht den Worten Nechos aus dem Munde Gottes und kam, mit ihm zu streiten auf der Ebene bei Megiddo. 23 Aber die Schützen schossen den König Josia, und der König sprach zu seinen Knechten: Führt mich hinüber; denn ich bin sehr wund! 24 Und seine Knechte taten ihn von dem Wagen und führten ihn auf seinem andern Wagen und brachten ihn gen Jerusalem; und er starb und ward begraben in den Gräbern seiner Väter. Und ganz Juda und Jerusalem trugen Leid um Josia. 25 Und Jeremia beklagte Josia, und alle Sänger und Sängerinnen redeten in ihren Klageliedern über Josia bis auf diesen Tag und machten eine Gewohnheit daraus in Israel.

Aus:  http://www.wort-und-wissen.de/bibel/bibel.php?b=23&c=36&vr=elb

Jesaja 36,5 – 6

5 Nun, auf wen vertraust du, dass du dich gegen mich empört hast?

6 Siehe, du vertraust auf diesen geknickten Rohrstab, auf Ägypten, der jedem, der sich auf ihn stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt. So ist der Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen.

13.05.2012

Ludwig Erhard

„Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen.“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-der-fluch-der-inflation-11748992.html

09.05.2012

Denkwürdigkeiten des Reichskanzlers Bernhard von Bülow, Band 3, S. 176:

Zu den Kriegserklärungen im Ersten Weltkriegs:

“Und am Abend desselben Unglückstages, des 4. August 1914, bezeichnete der deutsche Reichskanzler (Theobald von Bethmann Hollweg) in seiner Unterredung mit dem englischen Botschafter, Sir Edward Goschen, die internationalen Verträge, auf denen die Neutralität Belgiens beruhte, als einen Fetzen Papier, un chiffon de papier, a scrape of paper. … Für Bethmann Hollweg, der seine Dummheit unter vier Augen von sich gegeben hatte, lag dies Sache erheblich einfacher und leichter (Anm.:  als bei Emilie Ollivier am 15. Juli 1870).  Man brauchte wahrhaft kein Macchiavelli zu sein, um zu begreifen, daß, wenn Bethmann Hollweg seine unselige Äußerung in einem Augenblick seelischen Zusammenbruchs wirklich gemacht hatte, die Staatsräson und die höchsten Interessen der Nation ihm geboten, sie umgehend und kategorisch dementieren zu lassen.  Es stand Behauptung gegen Behauptung, der  Negation kam der gleiche Wert zu wie der Affirmation. Bethmann durfte das deutsche Volk nicht mit diesem fürchterlichen Wort belasten, das die Entente während des ganzen Weltkriegs und bis zum Frieden von Versailles mit systematischer Ausdauer  der öffentlichen Meinung der Welt einhämmerte, um Deutschland als ruchlosen Vertragsbrecher hinzustellen und einem solchen Volke gegenüber besondere Schutzmaßnahmen als notwendig erscheinen zu lassen.”

05.05.2012

Thukydides über die Ursache des Peloponnesichen Kriegs (I, 23):   “Den wahren Grund freilich, zugleich den meistbeschwiegenen, sehe ich im Wachstum Athens, das die erschreckten Spartaner zum Krieg zwang, aber die beiderseits öffentlich vorgetragenen Beschuldigung, derentwegen sie den Vertrag aufhoben und den Krieg anfingen, waren folgende:”

15.04.2012

Herodot Buch 9, Kapitel 16, über die Schlacht bei Platäa (479 v. Chr. siegten die Griechen unter Pausanias über die Perser unter Mardonios) und die Unmöglichkeit etwas zu ändern, sowohl beim geplanten Untergang Deutschlands als auch jetzt beim Euro:

“Das Schmerzlichtse aber ist, daß man beim besten Willen nichts ausrichten kann.”

“16.  Das Weitere hat mir Thersandros aus Orchomenos, einer der vornehmsten Herren in Orchomenos erzählt.  Der sagte, Attaginos hätte auch ihn dazu eingeladen, und auch fünfzig Herren aus Theben wären geladen gewesen.  Sie hätten auch nicht jeder für sich, sondern je ein Perser und ein Thebaner zusammen auf einem Kissen gelegen.  Nach dem Tisch, beim Wein, hätte der Perser, der neben ihm gelegen, ihn auf griechisch gefragt, wo er her wäre, und er hätte erwidert, er wäre aus Orchomenos.  Darauf hätte der gesagt:  “Da du heute mein Tischnachbar und mein Genosse beim Becher gewesen bist, so will ich dir nun auch anvertrauen, was ich kommen sehe, damit du dich beizeiten vorsehen kannst.  Siehst du die Perser hier bei Tisch und das Heer, das wir dort am Flusse gelassen haben?  Von allen denen wirst du sehr bald wenige am Leben sehen.”  Bei diesen Worten hätte der Perser bitterlich geweint. Er selbst aber hätte sich darüber gewundert und gefragt:  “Müßte man das nicht auch Mardonios sagen und den Personen, die unter ihm in hohen Ehren stehen?”  Der aber hätte darauf erwidert:  “Freund, was Gottes Wille ist, kann kein Mensch abwenden.  Auch glaubt einem ja keiner, wenn man die Wahrheit sagt.  Viele Perser wissen das sehr gut, aber wir können nicht anders und müssen notgedrungen mitmachen.  Das Schmerzlichtse aber ist, daß man beim besten Willen nichts ausrichten kann.“  Das hat mir Thersandros von Orchomenos erzählt und hinzugefügt, er hätte das anderen Leuten auch gesagt, schon vor der Schlacht bei Platäa.”

12.03.2012

Ehrlich sein heißt, wie es in dieser Welt hergeht: Ein Auserwählter unter Zehntausenden sein. (Hamlet)

William Shakespeare - Zitate und Sprüche William Shakespeare

englischer Dichter und Dramatiker (1564 – 1616)
Quelle: Hamlet II, 2

http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_william_shakespeare_thema_redlichkeit_zitat_17202.html

29.01.2012
Betrachtungen zur Wirtschaftsmoral  von Werner Sombart:

Die deutschen Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert von Werner Sombart, 1913:

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Sombart_Volkswirtschaft.pdf

S. 113:   „Ich möchte in etwas anderer Fassung drei Seiten des jüdischen Nationalcharakters als besonders bedeutsam für die Rolle betrachten, die die Juden im modernen Wirtschaftsleben spielen:  das Vorwalten des Willens, den Eigennutz und die Abstrakheit ihrer Geistesbeschaffenheit.“

S. 114:  „In dem Maße, wie in diesem (Wirtschaftsleben) die reine Geschäftsmoral zur ausschließlichen Geltung gelangt, der Grundsatz als selbstverständlich anerkannt wird, daß man alles darf, was man kann (innerhalb der manchmal  sehr dehnbaren strafrechtlichen Schranken) – und das gilt im wesentlichen heute – müssen, das ist wiederum klar, sich Vorteile für eine Rasse ergeben, die in besonders hohem Grade eigennütziger Gesinnung fähig ist.  Hiermit hängt wohl auch das zusammen, was man als Skrupellosigkeit im jüdischen Wesen bezeichnet.“

28.01.2012

Lob eines guten Politikers, Thukydides, Peloponnesischer Krieg, Band I, Kapitel 138, über Themistokles:

„Und wirklich zeigte Themistokles eine so offensichtliche Mächtigkeit seiner Natur, daß er im höchsten Grade dafür ganz besonderer Bewunderung wert war;  durch eigene Klugheit allein, weder irgendwie vorbelehrt oder nachbelehrt, war er mit kürzester Überlegung ein unfehlbarer Erkenner des Augenblicks und auf weiteste Sicht der beste Berechner der Zukunft.  Was er an die Hand nahm, vermochte er auch darzustellen;  selbst wo ihm Erfahrung fehlte, war ihm doch treffendes Urteil nicht versagt;  das Bessere und das Schlechtere konnte er im noch Ungewissen am ehesten voraussehn.  Mit einem Wort:  durch die Macht seiner Anlage, fast ohne Schulung, war dieser Mann fähig wie keiner, aus der Eingebung des Augenblicks das Entscheidende zu treffen.“

27.01.2012
Arthur Schopenhauer, „Parerga und Paralipomena“, zu den Menschen und damit auch indirekt über die Probleme in der Demokratie.

Schopenhauer führt in „Über die Universitäts-Philosophie“ aus, daß die Gesellschafts- bzw. Sozialwissenschaften immer auch dem staatlichen Interesse dienen müssen, also nicht wirklich wissenschaftlich frei sein können:

„Inzwischen verlangt die Billigkeit, daß man die Universitätsphilosophie nicht bloß, wie hier geschehen, aus dem Standpunkt des angeblichen, sondern auch aus dem des wahren und eigentlichen Zwecken derselben beurteilt.  Dieser läuft nämlich darauf hinaus, daß die künftigen Referendarien, Advokaten, Ärzte, Kandidaten und Schulmänner auch im Innersten ihrer Überzeugungen diejenige Richtung erhalten, welche den Absichten, die den Staat und seine Regierung mit ihnen vorhaben, angemessen ist.  Dagegen habe ich nichts einzuwenden, bescheide mich also in dieser Hinsicht.

Denn über die Notwendigkeit, oder Entbehrlichkeit eines solchen Staatsmittels zu urteilen, halte ich mich nicht für kompetent, sondern stelle es denen anheim, welche die schwere Aufgabe haben, MENSCHEN zu regieren, d. h. unter vielen Millionen eines, der großen Mehrzahl nach, grenzenlos egoistischen, ungerechten, unbilligen, unredlichen, neidischen, boshaften und dabei sehr beschränkten und querköpfigen Geschlechtes, Gesetz, Ordnung, Ruhe und Friede aufrecht zu erhalten und die wenigen, denen irgend ein Besitz zu Teil geworden, zu schützen gegen die Unzahl derer, welche nichts als die Körperkräfte haben.  Die Aufgabe ist so schwer, daß ich mich wahrlich nicht vermesse, über die dabei anzuwendenden Mittel mit ihnen zu rechten.  Denn „ich danke Gott an jedem Morgen, daß ich nicht brauch’ fürs Röm’sche Reich zu sorgen“, – ist stets mein Wahlspruch gewesen.“

26.01.2012

Thukydides sagt im Melier-Dialog, Buch V, Kapitel 105, zu dem dem Menschen innewohnenden Streben nach Macht:  “Wir glauben nämlich, vermutungsweise, daß das Göttliche, ganz gewiß aber, daß alles Menschenwesen, allezeit nach dem Zwang seiner Natur, soweit es Macht hat, herrscht. Wir haben dieses Gesetz weder gegeben noch ein vorgegebenes zuerst befolgt, als gültig überkamen wir es, und zur ewigen Gültigkeit werden wir es hinterlassen, und wenn wir uns daran halten, so wissen wir, daß auch ihr und jeder, der zur selben Macht wie wir gelangt, ebenso handeln würde.”

19.12.2011

Hugo von Hoffmannsthal:  Jedermann

http://www.zeno.org/Literatur/M/Hofmannsthal,+Hugo+von/Dramen/Jedermann/%5BSt%C3%BCcktext%5D

JEDERMANN.

Wer stößt dich?
SCHULDKNECHT.
Du, an einen harten Ort.

[18] JEDERMANN.

Ich kenn dich auch vom Ansehen nit.

SCHULDKNECHT.

Ist doch dein Fuß, der auf mich tritt.

JEDERMANN.

Das wär mir seltsam, daß ich so tät
Und nichts davon in Wissen hätt.

SCHULDKNECHT.

Dein Nam steht auf einem Schuldschein,
Der bringt mich in diesen Kerker hinein.

JEDERMANN.

Bei meinem Patron, was geht’s mich an?

SCHULDKNECHT.

Bist doch der selbige Jedermann,
In dessen Namen und Antrag
Beschehn ist wider mich die Klag!
Daß ich in einen Turm werd bracht,
Geschieht allein durch deine Vollmacht.

JEDERMANN tritt hinter sich.

Ich wasch in Unschuld meine Hand
Als einer, der diese Sach nit kennt.

SCHULDKNECHT.

Deine Helfers-Helfer und Werkzeug halt,

Die tun mir Leibes- und Lebensgewalt.

Der Hintermann bist du von der Sach,

Das bring dir zeitlich und ewig Schmach.

In Grund und Boden sollst dich schämen.

JEDERMANN.

Wer hieß dich Geld auf Zinsen nehmen?

 

Nun hast du den gerechten Lohn.

 

Mein Geld weiß nit von dir noch mir

 

Und kennt kein Ansehen der Person.

 

Verstrichne Zeit, verfallner Tag,

 

Gegen die bring deine Klag.

SCHULDKNECHT.

Er höhnt und spottet meiner Not!

Da seht ihr einen reichen Mann.

Sein Herz weiß nichts von Gotts Gebot,

[19] Hat tausend Schuldbrief in seinem Schrein

Und läßt uns Arme in Not und Pein.

SCHULDKNECHTS WEIB.

Kannst du dich nicht erbarmen hier,

Zerreißen ein verflucht Papier,

Anstatt daß meinen Kindern da

Der Vater wird in Turm geschmissen,

Von dem dir nie kein Leid geschah!

Hast du kein Ehr und kein Gewissen,

Trägst du mit Ruh der Waisen Fluch

Und denkst nit an dein eigen Schuldbuch,

Das du mußt vor den Richter bringen,

Wenns kommt zu den vier letzten Dingen?

JEDERMANN.

Weib, du sprichst, was du schlecht verstehst,

Es ist aus Bosheit nit gewest,

Man hat sich voll und recht bedacht,

Eh man die scharfe Klag einbracht.

Geld ist wie eine andere War.

Da sind Verträg und Rechte klar.

23.11.2011

Ein Wirtschaftskrieg ist häufig der Vorläufer des blutigen Teils des Krieges und zeigt an, wer Krieg führen will, wie denn Thukydides in der “Geschichte des Peloponnesischen Krieges” zu dessen Präliminarien schreibt (Buch I, Kapitel 66):  “  Unter den vielen, die da auftraten und einer um den anderen ihre Vorwürfe erhoben, erklärten namentlich die Megarer, neben weiteren nicht geringfügigen Streitpunkten, vor allem würden sie von den Häfen des Athenischen Reiches und vom attischen Markt ausgeschlossen gegen den Vertrag.”  Buch I , Kapitel 139:  “Später aber kamen die Spartaner noch öfter nach Athen und verlangten Abzug des Heeres von Poteidaia, Gewährung der vollen Unabhängigkeit an Aigina, und was sie als das Allerwichtigste mit der größten Entschiedenheit erklärten:  der Krieg sei vermeidbar, wenn der Beschluß über die Megarer aufgehoben würde, der lautete:  sie seien ausgeschlossen von allen Häfen des Attischen Reiches und vom Handel in Attika.  Aber die Athener gingen auf nichts ein, …”

07.11.2011

“ich sage also, die Deutschen sind ein grossartiges Volk, bloss man muss  ihnen immerzu eins rechts und links in die Fresse hauen -, und sie nehmen das auch ruhig hin und finden es natürlich.”

Gottfried Benn:  Briefe.  Briefe an Oelze 1945 – 1949.  Brief Nr. 416 vom 5. VI. 1949, 2. Bd. i. T., Wiesbaden (Limes) und München 1979, S.213.

05.07.2011

Aus:  http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8144-schaeffler-hofft-auf-verfassungsgericht

#17 Kremser, Jürgen 2011-07-05 15:41 “Schäffler hofft auf Verfassungsgericht”

Im Melier-Dialog des Thukydides (Band V, Kapitel 105) sagen die Athener zu den Meliern: “Wir preisen euch selig für euren Kinderglauben, ohne eure Torheit euch zu neiden.”

08.04.2011

Homer Odyssee, 8. Gesang,  Zeile 351:

“Elende Sicherheit gibt von Elenden selber die Bürgschaft.”
(Bedeutet:  Die Bürgschaft eines Elenden ist eine elende Sicherheit.)

27.03.2011

Schiller über die grünen Gutmenschen

http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_friedrich_von_schiller_thema_gedanke_zitat_8756.html

Eng ist die Welt, und das Gehirn ist weit.
Leicht beieinander wohnen die Gedanken,
doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.

Friedrich von Schiller

deutscher Schriftsteller (1759 – 1805)
Quelle: Wallensteins Tod II, 2

26.03.2011

Schopenhauer zu Kriegsgründen:

Aphorismen zu Lebensweisheit, 5. Kapitel (Paranäsen und Maximen), Abschnitt 29:

„Im ganzen genommen, liegt, wie längst gesagt ist, die Welt im argen:  Die Wilden fressen einander und die Zahmen betrügen einander, und das nennt man den Lauf der Welt.

Was sind denn die Staaten, mit aller ihrer künstlichen, nach außen und nach innen gerichteter Maschinerie und ihren Gewaltmitteln anderes, als Vorkehrungen, der grenzenlosen Ungerechtigkeit der Menschen Schranken zu setzen?  Sehen wir nicht, in der ganzen Geschichte, jeden König, sobald er feststeht, und sein Land einiger Prosperität genießt, diese benutzen, um mit seinem Heer, wie mit einer Räuberschar, über die Nachbarstaaten herzufallen?  Sind nicht fast alle Kriege im Grunde Raubzüge? Im frühen Altertum, wie auch zum Teil im Mittelalter, wurden die Besiegten Sklaven der Sieger, d. h. im Grunde, sie mußten für diese arbeiten:  dasselbe müssen aber die, welche Kriegskontributionen zahlen:  sie geben nämlich den Ertrag früherer Arbeit hin.  Dans toutes les guerres il ne s’agit que de voler, sagt Voltaire, und die Deutschen sollen es sich gesagt sein lassen.


Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit,
Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht,
Und die Gewohnheit nennt er seine Amme.
Schiller:  Wallensteins Tod

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13.03.2011 zu Fukushima:  Aus gegebenem Anlaß gilt das folgende aus Hiob 38, 8 – 11 auch für die Menschheit insgesamt:

http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/hiob%2038/anzeige/context/#iv

„Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterschoß,  … und sprach: »Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!«?“

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“You can fool some people all the time, you can fool all people some time, but  you cannot fool all the people all the time.”  Werner Sombart, Die deutsche Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert, 1913, S. 227

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Die Pythia bei Herodot, Buch 7, Kapitel 140

Zitternd und bebend vor Furcht und hoch von den Dächern herunter
Rieselt schwärzlich das Blut  und deutet auf kommendes Unglück.
Nun geht hinaus und haltet euch brav, wenn das Unglück hereinbricht.

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The Rubaiyat by Omar Khayyam

http://classics.mit.edu/Khayyam/rubaiyat.html

LXXI
The Moving Finger writes; and, having writ,
Moves on: nor all your Piety nor Wit
Shall lure it back to cancel half a Line,
Nor all your Tears wash out a Word of it.

(Dieses Zitat verdanke ich George Bradford Deering.)

Homer die Odyssee

Gesang 1

http://www.gottwein.de/Grie/hom/od01de.php

Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter!
Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch
Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.

http://www.gottwein.de/Grie/hom/od18de.php

18. Gesang , Vers 128

Darum sag’ ich dir jetzt; nimm meine Worte zu Herzen.
Siehe kein Wesen ist so eitel und unbeständig,
Als der Mensch, von allem, was lebt und webet auf Erden.
Denn so lange die Götter ihm Heil und blühende Jugend
Schenken, trotzt er, und wähnt, ihn treffe nimmer ein Unglück.
Aber züchtigen ihn die seligen Götter mit Trübsal;
Dann erträgt er sein Leiden mit Ungeduld und Verzweiflung,
Denn wie die Tage sich ändern, die Gott vom Himmel uns sendet,
Ändert sich auch das Herz der erdebewohnenden Menschen.
Siehe, ich selber war einst ein glücklicher Mann, und verübte
Viel Unarten, vom Trotz und Übermute verleitet,
Weil mein Vater mich schützte und meine mächtigen Brüder.
Drum erhebe sich nimmer ein Mann, und frevele nimmer;
Sondern genieße, was ihm die Götter bescheren, in Demut!

http://www.gottwein.de/Grie/hom/od20de.php

20. Gesang , Vers 201

Vater Zeus, du bist doch vor allen Unsterblichen grausam!
Du erbarmest dich nicht der Menschen, die du gezeugt hast,
Sondern verdammst sie alle zu Not und schrecklichem Jammer!

20. Gesang , Vers 350

Und der göttliche Mann Theoklymenos sprach zur Versammlung:
Ach, unglückliche Männer, welch Elend ist euch begegnet!
Finstere Nacht umhüllt euch Haupt und Antlitz und Glieder!
Und Wehklagen ertönt, und Tränen netzen die Wangen!
Und von Blute triefen die Wänd’ und das schöne Getäfel!
Flatternde Geister füllen die Flur, und füllen den Vorhof,
Zu des Erebos Schatten hinuntereilend! Die Sonne
Ist am Himmel erloschen, und rings herrscht schreckliches Dunkel!

Also sprach er; und alle begannen herzlich zu lachen.
Aber Polybos’ Sohn Eurymachos sprach zu den Freiern:
Hört, wie der Fremdling rast, der neulich von ferne hierher kam!
Hurtig, ihr Jünglinge, eilt, und leitet ihn aus dem Palaste
Nach dem Versammlungsplatz! Hier kommt ihm alles wie Nacht vor!

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Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen 38:

Man bestreite keines Menschen Meinung; sondern bedenke, daß wenn man alle Absurditäten, die er glaubt, ihm ausreden wollte, man Methusalems Alter erreichen könnte, ohne damit fertig zu werden. Auch aller, selbst noch so wohlgemeinter, korrektioneller Bemerkungen soll man, im Gespräche, sich enthalten: denn die Leute zu kränken ist leicht; sie zu bessern schwer, wo nicht unmöglich.

Wenn die Absurditäten eines Gesprächs, welches wir anzuhören im Falle sind, anfangen uns zu ärgern, müssen wir uns denken, es wäre eine Komödienszene zwischen zwei Narren.  Probatum est.  Wer auf die Welt gekommen ist, sie ernstlich und in den wichtigsten Dingen zu belehren, der kann von Glück sagen, wenn er mit heiler Haut davonkommt.

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Werner Sombart , 1913, aus seiner „Die deutsche Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert“, S. 198 – 200:

„Eher kann man Perioden mit mehr oder weniger spekulativen Neigungen unterscheiden.  In Zeiten der Hausse wird namentlich auch in den Kreisen des sogenannten „Publikums“ die Lust am Differenzgewinn größer sein, und die Geschäfte in Wertpapieren werden sich mehren, die lediglich auf diesen abzielen.  Es ist dieses eine volkswirtschaftliche sehr bedeutsame Erscheinung, weil sie wiederum von großem Einfluß auf die Verteilung des Nationaleinkommens ist.  Man wird wohl mit einiger Sicherheit behaupten können, daß die Kauflust der großen Masse zunimmt, wie die Kurse steigen.  Ich glaube, daß namentlich bei Industrie- und ähnlichen Papieren die Erwerbung solcher Werte seitens „kleinerer Leute“ erst recht einsetzt, wenn die Kurse schon anfangen imaginäre zu sein.  Die potenteren Geldbesitzer, insbesondere die großen Geschäftshäuser pflegen dann ihre Effekten abzustoßen.  Sie ziehen sich zurück, nachdem sie ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben, und wälzen das gesteigerte Risiko auf schwächere Schultern ab.  Kommt dann der unvermeidliche Kursrückgang, so werden vom Verluste natürlich nur die letzten Käufer getroffen, deren an sich schon geringes Vermögen nun eine empfindliche Schmälerung erfährt.  Die Hausse dient also in ihrem Effekte recht eigentlich dazu, die Taschen des „Publikums“ von Zeit zu Zeit (jedesmal wenn sie eben sich wieder gefüllt haben) zu leeren und einen beträchtlichen Teil des Volksvermögens den wohlhabenderen Kreisen zuzuführen.

Welche fatalen Effekte hervorbringt, den diese absolut unselige unfruchtbare Gier in den letzten – von der Politik, Massenmedien und Banken – angeheizte Spekulationswut hervorbringt, schreibt er auf S. 200:

„Wer einmal von Bank und Börse genossen hat, ist für alle Zeit zum Handwerker verdorben.  Das ist der allgemeine Eindruck.“

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Adam Smith, Wealth of Nations (Reichtum der Nationen), 1776, 5. Buch, 3. Kapitel.

„Wenn Staatsschulden einmal bis zu einem gewissen Grad angehäuft sind, so läßt sich, glaube ich, kaum ein einziges Beispiel für ihre richtige völlige Bezahlung anführen.  Die Erleichterung der öffentlichen Einnahmen, wenn sie überhaupt jemals erreicht wurden, konnten immer nur durch einen Bankrott herbeigeführt werden, mehrfach durch einen offen erklärten, immer aber durch einen wirklichen, wenn auch häufig durch angebliche Zahlung.“

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Bürgerkrieg mit Schulden im Altertum

Thukydides, Buch III, Kapitel 79

„Sieben Tage lang seit der Ankunft Eurymedons und der sechzig Schiffe, solange er dablieb, mordeten die Kerkyrer jeden, den sie für ihren Gegner hielten; schuld gaben sie ihnen, daß sie die Volksherrschaft stürzen wollten, aber manche fielen auch als Opfer persönlicher Feindschaft, wieder andere, die Geld ausgeliehen hatten, von der Hand ihrer Schuldner. Der Tod zeigte sich da in jederlei Gestalt, wie es in solchen Läuften zu gehen pflegt, nichts, was es nicht gegeben hätte und noch darüber hinaus. Erschlug doch der Vater den Sohn, …“

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Staatskrise im Altertum: durch zu hohe Steuerforderungen fällt ein Staat auseinander

Hintergrund:  Salomon hatte vom Volk zuviele Steuern eingetrieben, um seinen Luxus zu befriedigen. Von seinem Nachfolger Rehabeam forderte das Volk Steuererleichterung.

2. Chronik 10, 1 ff.

http://www.die-bibel.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/quelle/bibel/bibelstelle/2.chr%2010/cache/e307d6513710394dff0bc9f70670675b/

„Und Jerobeam kam mit ganz Israel und sie redeten mit Rehabeam und sprachen: 4 Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht. So erleichtere nun du den harten Dienst deines Vaters und das schwere Joch, das er auf uns gelegt hat, so wollen wir dir untertan sein. 5 Er sprach zu ihnen: Kommt nach drei Tagen wieder zu mir!  …

Und der König Rehabeam ließ außer Acht den Rat der Ältesten 14 und redete mit ihnen nach dem Rat der Jüngeren und sprach: Hat mein Vater euer Joch schwer gemacht, so will ich’s noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen. 15 So hörte der König nicht auf das Volk; …

16 Als aber ganz Israel sah, dass der König nicht auf es hörte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für Teil an David oder Erbe am Sohn Isais?

Und als der König Rehabeam den Fronvogt Adoniram sandte, steinigten ihn die von Israel zu Tode.

Aber der König Rehabeam stieg eilends auf seinen Wagen und floh nach Jerusalem.“

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Carl Jentsch schreibt in seiner Volkswirtschaftslehre zu den „Volkswirtschaftlichen Lehren des Weltkriegs“ 1919:  „Doch ist das Gold niemals zu entbehren.  Abgesehen von seiner Funktion als Wertmesser, in der es unersetzlich ist, muß es als Deckung den Wert der vom Staat ausgegebenen Geldscheine verbürgen. … Schon aus ästhetischen Rücksichten muß jedermann schöne Goldstücke lieber haben als häßliche, zerknüllte, schmutzige Papierfetzen.  … Im Golde hat man nun einmal einen sicheren unzerstörbaren Besitz.  Das Papierzettelchen kann verbrennen, von spielenden Kindern zerrissen werden, und fällt’s dem Bauer in die Krippe, so frißt’s die Kuh.  Das Goldstück kehrt selbst aus dem Magen des Tieres unversehrt, aus dem Feuer als Goldklümpchen zu seinem Eigentümer zurück. Und es verleiht dem Verkehr das Gepräge der Solidität.  … Gewiß:  das goldene Rad statt des wohlfeilen Papierrades ist ein Luxus, aber ein gewisser Grad von Luxus ist dem Staat wie dem Privatmann zur Aufrechterhaltung seines Anscheins notwenig; …“

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Goethe

http://www.zitate-online.de/sprichwoerter/belehrende/19526/nutze-deine-jungen-tagelerne-zeitig-klueger.html

„Nutze Deine jungen Tage,
lerne zeitig, klüger sein.
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein.

Du mußt steigen oder sinken,
Du mußt herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren,
leiden oder triumphieren,
Amboß oder Hammer sein!“

Der letzte Vers paßt auch gut zum deutschen Volk.

Du musst steigen oder sinken…

http://www.lyrik-lesezeichen.de/gedichte/goethe.php

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Es hatte gar keinen Zweck den Banken im Mai 2010 wegen Griechenland zu helfen; denn diese werden immer wieder dasselbe tun, solange sie nicht bestraft werden. Das hat auch Jesus durch ein schönes Gleichnis dargelegt:

http://www.bibleserver.com/text/LUT/Matth%C3%A4us18,15

Matthäus 18, 22

“23 Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.
24 Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig.
25 Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und damit zu bezahlen.
26 Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen.
27 Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch.
28 Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was du mir schuldig bist!
29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen.
30 Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.
31 Als aber seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte.
32 Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast;
33 hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe?
34 Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war.”

Bei Betrachtungen zur Wirtschaftsmoral muß ich immer auch an die folgenden Ausführungen von Werner Sombart denken:Die deutschen Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert von Werner Sombart, 1913:http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Sombart_Volkswirtschaft.pdfS. 113:   „Ich möchte in etwas anderer Fassung drei Seiten des jüdischen Nationalcharakters als besonders bedeutsam für die Rolle betrachten, die die Juden im modernen Wirtschaftsleben spielen:  das Vorwalten des Willens, den Eigennutz und die Abstrakheit ihrer Geistesbeschaffenheit.“…S. 114:  „In dem Maße, wie in diesem (Wirtschaftsleben) die reine Geschäftsmoral zur ausschließlichen Geltung gelangt, der Grundsatz als selbstverständlich anerkannt wird, daß man alles darf, was man kann (innerhalb der manchmal  sehr dehnbaren strafrechtlichen Schranken) – und das gilt im wesentlichen heute – müssen, das ist wiederum klar, sich Vorteile für eine Rasse ergeben, die in besonders hohem Grade eigennütziger Gesinnung fähig ist.  Hiermit hängt wohl auch das zusammen, was man als Skrupellosigkeit im jüdischen Wesen bezeichnet.“