La Palma Landwirtschaft (Matthias Siebold)

Die Krise zwingt zur Selbstversorgung wie seinerzeit die Reichsheimstättenverordnun

02.12.2012

Aus:  http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

Sonntag 02.12.2012 09:30 Uhr – El Paso – Westseite – 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad – Niederschlag 0 mm – Luftfeuchte 35 % – Luftdruck 1019 hPa

Der Primärsektor soll wieder mehr Gewicht erhalten
Öl aus Oliven und Avocados

Die Idee, Olivenöl hier auf der Insel zu produzieren ist nicht wirklich neu. – Es gibt auch bereits einige kleine Anpflanzungen, und selbst wir haben ein paar Olivenbäume im Garten, aber wie man daraus ein Geschäft machen kann, das lag bislang außen vor. – Zu mächtig, und vor allem zu billig die Importe aus Andalusien, und die schicken ja auch nicht irgendwelchen Mist, sondern von dort kommt hochwertiges Olivenöl, welches man hier auf der Insel wohl auch nicht wirklich besser machen könnte. – Das muss man wohl von vorne herein wissen, wenn man sich auf diesen Markt begibt, also können wir auf keinen Fall irgendwie Massenproduktion anpeilen oder einfach im Supermarkt neben bereits neun verschiedenen Olivenölen ein zehntes stellen. – Auf Gran Canaria hat man es uns vorgemacht, auch die haben eine kleine, aber wohl funktionierende Olivenölproduktion aufgebaut, die eher touristischen Charakter hat und Besuchern wie Liebhabern von lokalen Produkten vorbehalten bleibt. – Aber es geht, ein Nischenprodukt natürlich, aber eben auf der Schiene lokaler kleiner Schätze angesiedelt, und sicher wäre solch ein Öl, und bitte nett in Flacons abgefüllt, auch ein besonderes Mitbringsel für Daheimgebliebene. – Und was man da alles machen könnte, natürlich in kleinen Serien, Jahrgangsöl, sortenreine Öle mit Lagenbezeichnungen, Öle mit Kräutern, auch für äußere, medizinische Anwendungen, und was einem immer noch einfallen will. – “Aceite de Oliva de La Palma” warum nicht, als wertvolles und hübsch arrangiertes Nischenprodukt sicherlich eine Bereicherung des Angebotes. – Das zweite Vorhaben bezieht sich auf die Herstellung von Avocadoöl, und hier richtet sich der Blick weniger auf lokale Verbreitung des Produktes, sondern auf den Export. – Avocadoöl wird bislang meist in der Kosmetik verwendet, findet aber auch in der gesunden Ernährung immer größeren Raum, da irgendwelche Studien wohl ergeben haben, dass Avocadoöl wohl in der Krebsvorsorge einzusetzen ist. – Ich verstehe davon zu wenig und alleine bereits der Satz: “Wie eine Studie aus den USA zeigt…” bringt bei mir eher Misstrauen als Begeisterung hervor. – Aber das wissen Andere besser und so soll der Versuch in den Markt der Avocadoölproduktion einzusteigen natürlich als erfreulich betrachtet werden, wir müssen überhaupt wieder sehr viel mutiger werden, wenn wir unserer Inselvolkswirtschaft neue Impulse hinzufügen wollen. – Praktisch, sowohl bei dem Gedanken mit dem Olivenöl, wie auch mit dem Avocadoöl wäre auch, dass die Inselregierung mit der “Bodega de Puntallana” auch bereits eine Infrastruktur zur Verfügung stellen könnte. – Dort hat man, für viel öffentliches Geld übrigens, einen Keltereibetrieb hingestellt, welcher den lokalen Winzern dienen sollte. – Die aber nutzten das gar nicht und so steht diese Bodega nun einfach so herum und sucht einen Sinn und Zweck. – Man plant, dort nun einfach auch noch eine Steinmühle hinzustellen, und damit könnte man dann sowohl das Olivenöl, wie auch die Avocados pressen. – Abwechselnd bitte, und ob was daraus wird, das werden wir die kommenden Jahre verfolgen.

06.11.2012

Mathias Siebold befürchtet, daß bei dramatischen gesellschaftlichen Veränderungen die Versorgung der Kanaren mit Lebensmitteln nicht mehr gesichert ist!

Aus:  http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

Montag 05.11.2012 18:00 Uhr – El Paso – Westseite – 540 m Höhe

Die Zahl der Schande
Kanarische Inseln importieren 92% der Nahrungsmittel

In der alarmierenden Meldung werden nicht die einzelnen Inseln unterschiedlich betrachtet, so bleibt eine kleine Hoffnung bestehen, dass La Palma ein bisschen geringere Abhängigkeit hat. – Schließlich sind wir doch eigentlich eine Agrarinsel, allerdings produzieren wir nur wenige Früchte, nämlich Bananen, Avocados und Blumen für den Export, bei allen anderen landwirtschaftlichen Produkten importieren wir auch das meiste. – Die süße Verfügung des globalen Marktes hat da zugeschlagen, und selbst heizen wir das weiter ein, denn wir subventionieren auch noch Transportkosten für ganz bestimmen Produkte von außen, wie Fleisch, Getreide und andere Lebensmittel des täglichen Bedarfs. – “REA” (Régimen Especial de Abastecimiento) nennt sich diese Subventionsmaßnahme und wurde mal dazu geschaffen, für die Verbraucher hier die Lebensmittel billiger zu machen, aber gleichzeitig erwürgt man natürlich mit solchen Hilfen den eigenen Markt. – Viele fordern seit Jahren bereits die Abschaffung dieser Subventionen, allerdings wagt es in den Zeiten der Krise niemand, viele Produkte des täglichen Bedarfs teurer werden zu lassen, und das wäre sicherlich die verbreitete Reaktion auf eine Abschaffung der Subventionen. – Langfristig allerdings muss man das sogar machen, die Kanarischen Inseln können sich eine solch katastrophale Abhängigkeit in der Lebensmittelversorgung überhaupt nicht leisten, denn wir sind Inseln und müssen aufwendig von außen versorgt werden, und in Fällen von Naturkatastrophen oder dramatischen gesellschaftlichen Ereignissen können die Kanaren nicht mal ein paar Tage ohne Transporte von außen überleben. – Wir wissen alle, dass das eine äußerst ungesunde Geschichte ist, mit diesen verfluchten 92% Abhängigkeit, allerdings müsste man eine enorme Stange Geld in die Hände nehmen, um politisch da andere Verhältnisse anzusteuern, denn der so genannte “freie Markt” will das ja gar nicht, dass wir einen Großteil der Nahrungsmittel wieder selbst produzieren. – Was sich im Kleinen in den letzten Jahren verbessert hat, das sind die Erzeugermärkte, welche nun in fast allen Gemeinden entstanden sind, dort schaffen es die Landwirte, ihre Produkte konkurrenzfähig anzubieten, eben weil man den Zwischenhandel ausschaltet und viele Konsumenten auch wieder aufmerksamer geworden sind, und sich eher lokalen Produkten zuwenden wollen. – Aber das genügt überhaupt noch nicht, diese gewaltige Abhängigkeit zu minimieren, die Bevölkerung müsste breit und geschlossen lokale Produkte ordern und fordern, aber dem entgegen steht eben, dass die allermeisten unserer Eigenprodukte eben zu teuer sind und gegen die globale Konkurrenz so nicht bestehen können. – Und eben bei der hohen Arbeitslosigkeit und dem geringen Einkommen, welches vielen Familien zur Verfügung steht, kann man beim besten Willen nicht erwarten, dass die sich angesichts ihrer leeren Kassen dem teureren lokalen Produkt zuwenden, und die billige Importware mit Missachtung strafen. – Eine Selbstversorgung zu 100 Prozent wird es sicher niemals geben, ist auch gar nicht nötig, aber lediglich 8% ist irgendetwas zwischen lächerlich und extrem gefährlich, gerade eben für eine Region, die schlecht zu erreichen ist. - Da sind wir also auch in die globale Falle getappt, mit Turbo-Wachstum in die Wohlstandsgesellschaft, und um das aufrecht zu erhalten müssen wir so viel verdienen, dass wir uns unsere eigenen Produkte nicht mehr leisten können.

Samstag 16.07.2011 10:30 Uhr – El Paso – Westseite – 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad – Niederschlag 0 mm – Luftfeuchte 71 % – Luftdruck 1016 hPa

Kolchose Rote Rübe oder Feudalsystem
Maurerkellen zu Pflugscharen

Das Pendel schwingt wieder zurück. – Vor 15 Jahren noch, da schmissen viele Landmänner die Hacke in die Ecke, griffen zur Maurerkelle, und labten sich an dem geliehenen Aufschwung. – Eigentumswohnungen, Landhäuser, öffentliche Infrastruktur, wer auf dem Bau arbeitete war zwar noch nicht Beamter oder Arzt, hatte aber immer Geld in der Tasche, und auf jeden Fall mehr davon, als man noch Kartoffeln aus Erde wühlte. – Gleichzeitig kamen die Auswirkungen der Globalisierung auch bei uns an, billiges Gefrierfleisch aus Südamerika, Obst, Gemüse und Kartoffeln aus aller Welt, und das zu einem Preis, der es nicht mehr lohnend erscheinen lässt, den Kram selber im eigenen Garten zu ziehen. – Schnell bracht die Wertschöpfungskette zusammen, die man hier noch mit lokalen landwirtschaftlichen Produkten aufrecht erhalten hatte, es gab keine Exporte mehr auf die anderen Inseln, und es gab viele Monate lang auf dieser, eigentlich landwirtschaftlich geprägten Insel, in denen man keine Kartoffeln von hier kaufen konnte, weil einfach viel zu wenige angepflanzt wurden. – Was aber noch schwerer wog, viele junge Menschen ließen sich auch von dem Boom auf dem Bau locken, die mussten die verhasste Schule nicht mehr weitermachen, gingen mit dem Vater oder Freunden auf den Bau und lernten nicht weiter, als Mörtel anzumischen und Hohlblocksteine schnell und gerade aufeinander zu setzen. – Ein ehrenwerter Job, wenn denn Finanz- und Baublasen ewig und noch mehr als drei Tage anhalten würden. – Das Ende des Liedes kennen wir alle, Massenarbeitslosigkeit, nachdem man noch mit faulen Krediten versucht hatte die Blase weiter zu strecken, und nun stehen wir mit einem Überangebot an Immobilien da und keiner braucht mehr die vielen ungelernte Leute, auf deren Schultern und Gesundheit dieser Boom über ein Jahrzehnt funktioniert hat. – Einen Teil dieser vielen ungelernten Kräfte konnte und kann die Tourismusbranche aufsaugen, aber diese Sparte ist launisch wie meine Töchter, und sollte Nordafrika mal wieder zu Frieden, Ruhe und Dauerhaftigkeit gelangen, dann sind die vielen Gäste, welche heute den Tourismus auf den östlichen Kanareninseln befeuern, auch schnell wieder weg. – Da sind andere Rezepte gefragt, gerade weil eben wir hier auf La Palma im Tourismus keine wirklich Alternative erwarten dürfen, wirtschaftlich gesehen meine ich, drängt sich der Weg zurück auf die Scholle gerade zu auf. – Überall nun spricht man davon, dass der lokalen Landwirtschaft wieder mehr Gewicht gegeben werden muss, auch ein bisschen unterstützt von einem gesellschaftlichen Phänomen, die Konsumenten fragen wieder mehr nach lokalen Produkten, nachdem sich die meisten Versprechungen der globalen Lebensmittelindustrie als Mogelpackungen mit Nebenwirkungen entpuppt haben.

Allerdings ist das nicht so einfach, nicht jeder hat Land, fruchtbares Land, und Wasser zur Verfügung, manche auch deswegen nicht, weil sie ihr Land, was früher noch als Ackerland genutzt wurde, für einen Appel und einen Toyota verkauft haben und jetzt in einer Eigentumswohnung irgendwo in der Stadt wohnen. – Auf der anderen Seite aber gibt es enorm große Brachflächen auf der Insel, die ungenutzt herumliegen, weil diese eben nach dem Niedergang der Landwirtschaft auf La Palma einfach nicht mehr beachtet wurden. – Jetzt muss man sehen, wie man die arbeitswilligen Leute an diese Brachflächen bringt, und das klingt doch eindeutig nach einer Aufgabe für die Gemeinden. – So betrachtet man das auch, und verkauft das als neue Idee, wobei diese Idee alles andere als neu ist, nur eben wieder aus der Kiste geholt, weil die Zeiten sich eben ändern. – Mehrere Modelle bieten sich da nun an. – Manche Gemeinden bieten eigene Flächen an, stellen Werkzeug, Motorhacken, technische Beratung und auch Wasser an, interessierte, oder sagen wir weniger blumig, bedürftige Menschen bearbeiten dann diese Erde und bessern so ihre Lebensverhältnisse auf und verkaufen den Überschuss auch. – Dazu muss dann die Gemeinde auch die notwenige Infrastruktur in Form von Bauermärkten stellen, “Hallo El Paso”, damit das Ganze nicht beim Erbsenzähen bleibt, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. – In anderen Gemeinden stellte man sich als Mittler auf, Grundbesitzer welche über Land und Wasser verfügen bieten dieses der Gemeinde an, diese vermittelt das Land an arbeitswillige Bürger und der Grundbesitzer erhält eine gewisse Entschädigung für sein Land. – Manchmal Geld, meist allerdings einen Teil der Ernte, andere wiederum wollen gar nichts dafür haben, sondern endlich ihr Land wieder gepflegt und “unter Pflug” sehen. – Jetzt bieten immer mehr Gemeinden solche “Ackerbanken” an, und säuseln dabei was von sozial bis gar sozialistisch, wobei das nichts anderes ist, als das jahrtausende alte Lehnswesen, ein Feudalsystem in dem der Lehnsmann andere auf seinem Grundstück arbeiten lässt, und dafür den “Zehnten” oder mehr kassiert. – Das ist gut, das ist in der momentanen Situation die richtige Antwort auf die hohe Arbeitslosigkeit, und in der heutigen Gesellschaft entstehen daraus auch keine demütigenden Standesformeln mehr, aber bitte verkauft uns dieses System nicht als neu, und schon gar nicht als Kolchose verkleidet oder unter dem Antlitz höchst sozialer Ideen.

Am 20.04.2011 von Matthias Siebold

http://la-palma-aktuell.de/cc/news.php

Kein Geld, um in den Urlaub zu fahren, das hatten wir ja gerade. – Aber solche “Krisen” haben auch durchaus interessante “Synergieeffekte”, und die sehen hier auf der Insel so aus, dass die Leute wieder viel mehr in die Hände spucken und die Hacke ergreifen, um sich ihr Obst oder Gemüse wieder selber anzupflanzen. – In den Boomjahren schmissen die meisten ihre “Guataca”, die so eigentümlich geformte Hacke, gerne auf den Misthaufen, ginge als Maurer arbeiten, und kauften ihre Kartoffeln erstaunlich billig aus dem globalen Angebot in unseren Supermärkte. – “Für so wenig Geld kann ich die gar nicht selber anbauen” hörte man damals viele Leute sagen, aber eben immer nur so lange, wie man für seine Arbeit Geld bekommt. – Wer nun eh nur Zuhause rumsitzen muss, weil der Arbeitsmarkt im Moment einfach keine Kräfte mehr fordert, der kann einen Haufen Geld sparen, wenn er sein Gemüse wieder selber anbaut. – Gemacht, getan, auch wenn es für viele eine lustige Überraschung gibt, wie schnell man die Hornhaut vom Arbeiten an den Händen verliert, ganz viele Gärten werden nun wieder feinsäuberlich bestellt und man erinnert sich daran, wie ländlich diese Insel eigentlich doch ist. – Selbst das alte “Feudalsystem”, nach dem Motto: Ich gebe dir Land und Wasser, du bestellst das nach deinem Gutdünken, und ich erhalte dafür einen Teil der Ernte, funktioniert wieder, nachdem diese alte und sehr pragmatische Art der “Pacht” auf La Palma eigentlich schon eingeschlafen war. – Mit Nostalgie oder frommen Sprüchen hat man die Leute nicht zurück auf die “Scholle” bekommen, um bei der Selbstversorgung der Insel mit landwirtschaftlichen Produkten zu helfen, aber die “Krise”, die schafft das in kürzester Zeit.

So sieht übrigens die berühmte “Guataca” aus. – Mit Spaten und Schaufel kann man bei unserer steinigen Erde nichts ausrichten, also kommt dieses Gerät zum Einsatz. – Hier übrigens das Werkzeug eines faulen Landwirts, denn das Teil ist noch gar nicht abgenutzt und hat bereits Rost angesetzt. – Mit solch einer “Guataca” darf man sich hier nicht erwischen lassen, sonst gibt es derbe Sprüche zu hören. – Ja, ist ja schon gut, es ist meine “Guataca”….

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Herr Siebold hat gestern (30.06.2010) etwas zur Selbstversorgung in Spanien geschrieben:  http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php:

„Wie nun ein arbeitsloser junger Mensch zum erfolgreichen Bio-Bauern wird, … , und eine weitere Entwicklung spricht hier auf der Insel auch noch gegen einen längerfristigen Erfolg dieser jungen Garde an Neubauern, der Absatz an Obst und Gemüse sinkt allgemein. – Das hat nun nichts mit einer Welle der ungesunden Ernährung zu tun, sondern mit der Wiederauferstehung der kleinen Familiengärten, die spätestens im dritten Krisenjahr wieder gehegt und gepflegt werden, um der Familie den einen oder anderen Einkauf im Supermarkt oder sonst wo zu ersparen.“

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Obst aus Spanien

Überlegungen von Mathias Siebold am 09.08.2010 zur Banane

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

„Die nachhaltige Banane
Gedankenspiele um eine kleine, gelbe Frucht

Ohne Zweifel ist die Banane Fluch und Segen gleichzeitig für diese Insel. – Der Segen liegt ganz klar auf der Hand, oder besser in der Börse, und niemand hier möchte sich auch nur annähernd vorstellen was los wäre auf La Palma, wenn wir auf unsere Einkommensquelle Nummer eins verzichten müssten. – Der Fluch der Bananen ist aber fast ebenso gut sichtbar, großer Land- und Wasserverbrauch, und eben die chemische Keule lasten auch auf den Anbaugebieten. – Nachhaltigkeit läge hier nun zumindest in einer positiven Aufrechnung beider Parameter, und das will nicht immer gelingen. – Allerdings sieht es hier auf La Palma und den anderen Kanareninseln bereits sehr gut aus, was den sozialökonomischen Hintergrund angeht, die Renditen und Gewinne aus dem Geschäft Banane fallen hier auf eine breite Bevölkerungsschicht zurück, und werden nicht, wie in manch anderen Anbauregionen, von wenigen Großgrundbesitzern und Vermarktern alleine aufgesogen. – Ein paar Großkopferte gibt es hier auch, aber der Löwenanteil der exportierten Bananen kommt von kleinen und selbstständigen Landwirten, die über Genossenschaften recht flexibel agieren können. In diesem Aspekt haben wir hier unsere Hausaufgaben gemacht, aber es gibt eben noch mehr Herausforderungen im Streben aus dem Bananenanbau eine nachhaltige Geschichte und vor allem ein Geschäft zu machen. – In Antwerpen fand nun ein Treffen des internationalen “Bananenforums” statt, auf dem Produzenten, Verteiler und auch Vermarkter dieser Früchte über die Einführung nachhaltiger Grundgedanken im Umgang mit dem Massenahrungsmittel Banane diskutiert haben. Hier von den Kanaren nahmen die “Asprocan” (Asociación de Productores de Plátanos de Canarias) und die “UGAP” (Unión de Ganaderos y Agricultores de La Palma) teil, und Letztere sind es nun, welche die dort in Antwerpen diskutierten Themen auch an die Öffentlichkeit hier auf der Insel tragen wollen.“

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14.09.2010

Seit längerem verfolge ich das Drama um die kanarische Banane im Kampf mit der Dollar-Banane, erläutert vom Mathias Siebold am Beispiel der Insel La Palma.  Die EU-Kommission fordert, daß die Subventionen der kanarischen Landwirte im Rahmen der WTO gestrichen werden.  Das bedeutet im wesentlichen, daß United Fruit mit seinen mittelamerikanischen Sklaven den europäischen Landwirten den Garaus macht.  Ich finde dies im Hinblick auf die Sicherheit der Nahrungsversorgung schlimm.  Gewisse Restbestände an Landwirtschaft müßten wir unbedingt erhalten als Versicherungsprämie gegen Katastrophen, wie sie in der Geschichte der Menschheit immer eingetreten sind.  Ich sehe aber, daß immer mehr Weinberge aufgegeben werden müssen, Streuobstwiesen verkommen, der Gen-Bestand der Obstbäume sich inzwischen unwiderruflich reduziert hat.  Die Mehrausgaben für die Nahrungsmittelsicherheit hätten wir – als früher wohlhabendes Land – aufbringen können.

Als ich vor 10 Jahren mit den Eßkastanien angefangen habe, wäre das vielleicht mal ein interessanter Markt geworden, da Deutschland geplant immer mehr von Südländern besiedelt wird.  Inzwischen verkaufen die Discounter jedoch Eßkastanien aus China zu Schleuderpreisen!

Herr Siebold berichtet jetzt am 14.09.2010, daß die Palmerer teilweise von Bananen auf Avocados (persea americana) umsteigen wollen.

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

„Regen wäre auch interessant für Avocados, eine Pflanze die hier prächtig gedeiht, und der man schon öfter eine große und herausragende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel versprochen hat. – Und das schon seit vielen Jahrzehnten. – Noch in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte man die Avocado, hier Aguacate genannt, nach La Palma und damals lobte man die eierförmige Frucht als Konkurrenz, wenn nicht gar Ablösung für die Bananen.“

Auf La Palma habe ich wunderschöne große Avocado-Bäume  gesehen, brechend voll der sog. Avocado-Birnen.  Der Penny liefert Hass-Avocados aus Israel, der Aldi etwas preiswerter aus Südafrika.  Man muß warten bis die Früchte weich werden, dann hat man eine sehr wohlschmeckende feine fettreiche Frucht essen, die ausgelöffelt werden muß.  Nachzulesen bei Gunther Franke, Früchte der Erde, zu beziehen bei www.zvab.com.

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