Rikat (Rakat)

 

Rikat

Was ist ein Rikat? (Oder Rakat:  http://islam.de/27)

 

Erläuterung aus Maltzans Mekkareiser:

 

http://gutenberg.spiegel.de/buch/meine-wallfahrt-nach-mekka-6328/1

 

S. 39 ff.

 

Jeder Muselmann muß täglich fünfmal sein Gebet hersagen, zu Sonnenaufgang, Mittag, Nachmittag, Sonnenuntergang und Abend. Dann gibt es noch zwei nicht so wichtige Gebete, das allerfrüheste Morgengebet und das allerletzte Abendgebet. Während nun die Türken dabei acht, fünf, zehn, sechs und am Abend wieder zehn Rikat hersagen müssen, brauchen die Art Mohammedaner, zu denen sich die Maghrebi (Marokkaner, Algerier) zählen, glücklicherweise nur zwei, vier, vier, drei und dann wieder vier Rikat herzusagen. – Aber was ist denn ein Rikat? Nun, ein vollständiges Gebet besteht immer aus mehreren Rikat, und ein Rikat besteht wieder aus zwölf oder dreizehn Teilen, die folgendermaßen beschrieben werden können:

 

Der Rikat beginnt jedesmal mit den Worten, welche der Mueddin von der Spitze des Minaretts verkündet. Diese lauten: Allahu, akbar (Gott ist groß). Esch schähdu la illaha ill Allah (Ich bezeuge, daß nur Gott der Herr ist.).

 

Anmerkung:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Schah%C4%81da

 

„Die Schahāda (Bekenntnis) im Adhan (Gebedtsanruf) lautet: Aschhadu an lā ilāha illā ʾllāh (zweimal). Aschhadu anna Muhammadan rasūlu ʾllāh (zweimal). Hayya’ala s-salat (zweimal).Hayya ‘ala al-falah (zweimal). „Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer dem (einzigen) Gott gibt (zweimal). Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Gottes ist (zweimal). Eilt zum Gebet (zweimal). Eilt zur Seligkeit (zweimal).”

 

Esch schähdu inna Mohamed rasullah (Ich bezeuge, daß Mohammed der Prophet Gottes ist). Haija ala salats, Haija ala fälla (Kommt her zu dem Gebet, her zu der frommen Handlung). Allahu akbar (Gott ist groß). La illaha ill Allah (Nur der Herr ist Gott). Jeder dieser einzelnen Sätze wird zweimal wiederholt. Dieses Gebet wird stehend gebetet, während man die Hände zu beiden Seiten des Hauptes in der Richtung der Ohren offen entfaltet ausstreckt.

Dann nimmt der Beter eine leichtgebückte Stellung ein, in der er mehrere Male die Worte wiederholt: Asmu Allah Hamida (Gelobt sei Gottes Namen).

Darauf nimmt der Betende eine noch gebücktere Stellung ein und sagt nochmals die Worte: Sebbaliah el Adim (Gelobt sei Gott der Heilige).

 

Darauf richtet man sich wieder gerade empor und sagt die Worte: Allahu akbar (Gott ist groß).

Hierauf wird das erste Kapitel des Korans hergesagt, in kniender Stellung, wobei man die Hände, mit der flachen Seite nach oben, in der Höhe der Brust gerade vor sich hin hält.

Dann folgen, in gebückter Stellung, neue Anrufe Gottes.

Hierauf sagt man stehend ein Kapitel des Korans her, welches man will. Die Gelehrten, welche den ganzen Koran auswendig wissen, sagen gewöhnlich ein längeres her, um ihre Gelehrsamkeit selbst im Gebet zur Schau zu tragen; die Unwissenden begnügen sich mit einem leichteren Kapitel: wie der Sure des Morgenrotes, der Sure des Volkes, der Sure des Bekenntnisses, der Sure der Ungläubigen und anderen, welche alle sehr kurz und bald gelernt sind.

Darauf wird auf dem Angesicht gebetet. Dabei muß man so auf dem Boden liegen, daß man wenigstens mit sieben Teilen des Körpers die Erde berührt, nämlich mit der Stirn, dem Kinn, der Brust, den beiden Knien und den beiden Fußspitzen. Dabei sagt man Lobsprüche her.

Dann folgt in kniender Stellung die erste Andacht.

Die zweite Anrufung auf dem Angesicht.

Die zweite Andacht im Knien.

Man richtet sich wieder auf und sagt: Allahu akbar (Gott ist groß).

Zuletzt wiederholt man noch einmal das Bekenntnis, daß es nur einen Gott gebe und Mohammed sein Prophet sei.

 

Endlich ist der Rikat vollendet, der, wie man sieht, nicht so einfach ist. Auch hatte ich große Mühe, ihn zu lernen, und da ich mich nicht traute, zu fragen, woran man doch meinen Unglauben erkannt haben würde, so betete ich immer so leise, daß niemand meine Fehler bemerken möchte. – Ist der erste Rikat beendet, so schreitet man unverzüglich zum zweiten, der eine genaue Wiederholung des ersten ist, mit der einzigen Ausnahme, daß man bei der zu wählenden Sure eine andere nimmt, und zu dem dritten und vierten Rikat, bei denen die zu wählende Sure ganz wegfällt.

 

Damit man nun auch noch sehe, wie denn der Koran beschaffen ist, so will ich ein Kapitel, nämlich die Sure des Erdbebens, die stets meine Lieblingssure war, hierhersetzen. Sie lautet:

 

»Wenn die Erde dereinst mit einem mächtigen Zittern erbeben wird; wenn aus dem Innern der Erde alles hervorgehen wird, was die Jahrhunderte darinnen niedergelegt haben; dann wird der Mensch fragen: was hat die Erde befallen? An jenem Tage, dem Jüngsten Tage, wird die Erde ihre Geschichte erzählen, wie sie ihr Gott, dein Herr, geoffenbart hat. Am Jüngsten Tage da werden die Menschen unstät umherirren; da werden sie suchen, die Tafel zu sehen, auf der ihre Taten verzeichnet sind. Und wer des Guten nur so viel getan hat, wie ein Gerstenkorn groß ist, der wird es dort aufgezeichnet sehen; und wer des Bösen nur so viel getan hat, wie ein Gerstenkorn groß ist, der wird es dort aufgezeichnet sehen.«

 

Aber das wichtigste Kapitel ist das erste, das wahre Paternoster des Islam, das von den Moslems vielleicht noch öfter wiederholt wird, als das Vaterunser bei den eifrigsten christlichen Betern. Keinen Muselmann gibt es, sei er sonst auch noch so unwissend, der dies Kapitel nicht auswendig wüßte. Die Kinder in der Schule lernen dies Kapitel natürlich zuerst; aber wenn die kleinen Araber dies gelernt haben, gehen sie nicht etwa zum zweiten über, sondern sie fangen den Koran von hinten an (was wir der Schreibart wegen von vorn nennen würden) und erlernen nach dem ersten das letzte, dann das vorletzte und so fort, bis sie erst ganz zum Schluß ihrer Lernzeit beim zweiten ankommen, und das nur darum, weil die letzten Kapitel alle klein und leicht zu lernen sind, so daß sie auf diese Weise viel mehr Gebete im Kopfe haben, als wenn sie den Koran von vorn anfingen auswendig zu lernen.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Misbaha

 

„Als Misbaha  wird eine im Islam gebräuchliche Gebetskette bezeichnet. In nicht-arabischen Sprachen bzw. Ländern wird sie auch Tasbih, Tesbih oder Tespih genannt, was jedoch nicht ganz korrekt ist, da diese Namen in der arabischen Sprache eigentlich den Vorgang der Lobpreisung bezeichnen.

 

Die Gebetskette unterstützt das Sprechen bzw. das Zählen von Gebetsformeln (Tasbih / ‏تسبيح‎ / tasbīḥ / ‚Lobpreisung‘; Pl. Tasabih / ‏تسابيح‎ / tasābīḥ). Ferner wird sie auch als Talisman (Glücksbringer) benutzt und/oder als islamisches Symbol aufgehängt oder auch als Halsschmuck getragen.“