John Pierpoint Morgan junior

 

19.12.2015

Den wenigsten dürfte bekannt sein, dass der große Gegenspieler des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg John Pierpoint Morgan junior war, der mit seiner ungeheuren Finanz- und Industriemacht Amerika in den Ersten Weltkrieg zwang.  Bereits vorher hatte er mit Krediten entscheidend zur Niederlage der Buren und zur Niederlage Rußlands im russisch-japanischen Krieg beigetragen.  Da weder Kaiser Wilhelm II. noch der Reichskanzler Bülow in ihren Erinnerungen ihn erwähnen, kann man sehen, wie geheim die Weltpolitik durch die Finanzinstitute im Hintergrund eingefädelt wird.  Auch heute können wir sehen, wie der Wirtschaftskrieg gegen Rußland im Hintergrund organisiert wird, vom IWF, den Rating-Agenturen, durch Finanz-Sanktionen usw.  In seinem Buch „Denkfabriken“, 2015, berichtet William Engdahl im ersten Kapitel über die Machenschaften der J. P. Morgan & Co. Amerika in den Krieg zu ziehen, den viele Amerikaner verzweifelt zu verhindern suchten, so etwa John Kenneth Turner:

http://gruenguertel.kremser.info/wp-content/uploads/Turner-Shall-it-be-Again-warning-for-the-next-war-1922.pdf

Damals sind die Pazifisten nicht durchgedrungen, und wir werden es aller Voraussicht nach auch jetzt nicht, denn Turners Buch „Wird es so einen Krieg wieder geben“ ist ohne Resonanz verhallt, wurde nie ins Deutsche übersetzt, und noch nicht einmal bei ZVAB.com derzeit zu erhalten, obwohl es seitdem zahlreiche „solcher Kriege“ gab.

Trotzdem will ich heute einen Zeitzeugen gegen John Pierpoint Morgan Junior aus dem Jahr 1928 aufbieten, der für die wenigen nach Erkenntnis strebenden Menschen einige Informationen bereithält:

JOHN PIERPONT MORGAN

DER WELTBANKIER

DIE GESCHICHTE SEINES HAUSES

VOM WERDEN DER GRÖSSTEN WIRTSCHAFTSMACHT AMERIKAS

VON HENRY J. SMITH

1928

CARL REISSNER – VERLAG, DRESDEN

Interessant sind  in dem folgenden PDF die Kapitel 16 und 18, die gut dokumentieren, wie während und nach dem Ersten Weltkrieg um Bankkredite gerungen wurden, einerseits um das Deutsche Reich niederzuringen, andererseits dem Deutschen Reich die unendlich großen Kredite an seine Kriegsgegner als Reparationszahlungen aufzubürden.  Dabei wurde sehr darauf geachtet, den Deutschen gerade noch so viel Schuldenzahlungen zuzuschieben, dass sie nicht die Lust an der Arbeit vollkommen verlieren.  Denn dann hätte Morgan gar nichts mehr zurückbekommen.

MorganJunior

Hier ein Resümee von Smith:

 

„Erst der Weltkrieg machte die Vereinigten Staaten zu der wichtigsten Gläubigernation, verschob das Finanzzentrum der Welt von London nach New York und brachte damit die immer unverhülltere Abhängigkeit der Politik der Alten Welt von der rein finanz- technischen Seite des Wirtschaftslebens mit sich, die man wohl als Amerikanisierung bezeichnen kann. Denn sie war im Grunde genommen nichts anderes als die Ausdehnung amerikanischer Ideen auf Europa. Früher wurde die Wirtschaft weitgehend von der Politik beherrscht, und hatte auch schon die zweite Hälfte des 19. und der Beginn des 20. Jahrhunderts in weitgehendem Maße eine Umkehrung des Verhältnisses gebracht, so wurde doch wenigstens nach außen hin die Fiktion der Herrschaft der Politik über die Wirtschaft aufrechterhalten. Es kann auch wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß manche Politiker noch glaubten. zu schieben, als sie schon längst die Geschobenen waren; die Puppen, die an den Drähten tanzten, die die großen Wirtschafts- und Finanzmänner in der Hand hielten. Das wichtigste Vorkommnis der Nachkriegszeit in Europa auf finanzpolitischem Gebiet, die Annahme des Sachverständigen-Gutachtens durch Deutschland, das diesem Lande wenigstens einen modus vivendi mit seinen Feinden aus dem Weltkrieg verschaffte, mit allen seinen Nebenfragen war im Grunde genommen eine von Wall Street ausgehende Bewegung. Ihre Ursache war in erster Linie das Bemühen der Finanzkreise der Vereinigten Staaten, endlich einmal die Rückzahlung der im Kriege an die Alliierten geliehenen Summen in die Wege zu leiten, denn bisher hatte nur Großbritannien ernstliche Anstalten gemacht, seinen Verpflichtungen nachzukommen. In zweiter Linie spiegelt der Kampf um den Dawes-Plan auch das Ringen zwischen dem Bankhaus Morgan und seinem größten Rivalen in Wall Street, dem Bankhaus Kuhn. Loeb & Co. wieder.“