IS-Kämpfer sind Wahhabiten bzw. Salafisten

25.12.2015

Die IS-Kämpfer sind tatsächlich Wahhabiten bzw. Salafisten unter der Schirmherrschaft Saudi-Arabiens

In der Religionsgeschichte kommt es relativ häufig zu Reformbewegungen, in denen sich die Religionsanhänger von aufgehäuftem alten Zierat trennen wollen, um wieder zur reinen Lehre zurückzukehren. Im 8. und 9. Jahrhundert waren das in Konstantinopel die Parteien der Ikonoklasten (Ikonenzerstörer) und Ikonodulen (Ikonenverehrer) und im 16. Jahrhundert im Gefolge der Reformation die Bilderstürmer, die die reine evangelische Lehre nicht durch Kunst oder Prunk in den Hintergrund gestellt sehen wollten.

So entwickelte sich auch in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Arabien die Reformbewegung eines reinen Islams, eines reinen Deismus bzw. Monotheismus.

Die Anhänger nannten sich Wechabiten bzw. Wahhabiten nach ihrem Gründer Abd-el Wahab, der aus Diriyya, heute einem Vorort von Riad, stammte.

Von Anfang an war bei dieser Reformbewegung dabei ein Beduinenhäuptling namens Ibn Suhud, Ibn Saûd, Ibn Saud, dessen Nachkommen auch alle Saud hießen, von denen dann 1932 Abd al-Aziz Ibn Saud das Königreich Saudi-Arabien gründete.

Für die Wahhabiten galt, wie in dem beiliegenden Link dargelegt:

„Alle Wallfahrten, außer der nach Mekka zur Kaaba, wurden verboten, die Welis (Grabmäler der mohammedanischen Heiligen) eingerissen oder durch Entweihung unbrauchbar gemacht.“

Da paßt sehr gut, dass die Dschihadisten im Jahre 2012 in Timbuktu die denkmalgeschützten Grabstätten von Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moyaunter zerstörten und auch die Bibliothek von Timbuktu, weil vermutlich keine „reine Lehre“ darin enthalten war.  Der „reinen Lehre“ fielen auch uralte mesopotamische Götterfiguren zum Opfer („Götzen“ der antiken Stadt Nimrud) sowie die Buddha-Figuren von Bamiyan, weil es heißt:  „Du sollst kein Bildnis noch Gleichnis machen. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

Zwischen den Wahhabiten und Schiiten besteht ein besonders großer Gegensatz, weil die Schiiten Bilder und Miniaturen in ihren Büchern nicht ablehnen.  Die Wahhabiten haben schon einmal 1801 in Kerbela das Grabmahl des Ali, das zentrale Heiligtum der Schiiten, geschändet. Wer sich zu den Alawiten offen bekennt, wird in Saudi-Arabien bestraft.  Wer bei einem Wahhabiten zu Hause hereingelassen wird, was an und für sich bei Moslems nicht üblich ist, wird dort keine Bilder finden, sondern nur eingerahmte arabische Koranverse.

Man fragt sich, warum die Christen sich in Saudi-Arabien nicht bekennen dürfen, in Deutschland aber die Verfechter eines „reinen Islams“ für die neu angekommenen Sunniten auf Kosten der Saudis 200 Moscheen gebaut werden.

Es ergibt sich, dass IS-Anhänger allesamt saudische Wahhabiten sind, und zwar in Syrien, Libyen, Zentralafrika, Nigeria (Boko Haram), Afghanistan (Taliban) und vermutlich auch in Somalia (al-Shabaab al-Mujahideen).

Zum besseren Verständnis habe ich einen Link mit einigen Infos zu den Wahhabiten beigelegt:

Wechabiten