Mohammed aus jüdischer Sicht

28.12.2015

Mohammed aus jüdischer Sicht

Professor Dr. Heinrich Graetz (1817 [Posen] – 1891 [München]) war ein jüdischer Patriot, der deswegen mit dem deutschen Patrioten Heinrich von Treitschke zusammenstieß, der den jüdischen Patriotismus, gepaart mit Ausfällen gegen das Christentum, für unpassend hielt:

Treitschke_Graetz_1879

Graetz gab von 1853 -1875 eine „Geschichte der Juden“ heraus

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Graetz

in der er sich kritisch über Mohammed äußerte.  „Graetz wurde durch sein Werk zu einem der Vorläufer des Zionismus, wenn er selbst auch die Beteiligung an der Chibbat Zion-Bewegung abgelehnt hatte und nicht an die Möglichkeit der Wiedererrichtung eines jüdischen Staates in Palästina glaubte.“

Das Judentum in Arabien erlebte vor dem Auftreten Mohammeds 622 eine Blüte, die mit der Verkündigung seiner Lehre jäh abbrach.

Zunächst waren die arabischen Juden den Arabern geistig überlegen und konnten in ihrer Gesellschaft eine herausragende Stellung einnehmen, wobei zahlreiche Ähnlichkeiten ihnen die friedliche kulturelle Durchdringung der Araber erleichterten.

Dies fruchtbare Zusammenarbeit war jedoch zu Ende, als die Ausschließlichkeitsansprüche der beiden monotheistischen Religionen, Judentum und Islam, zusammenstießen.

Zunächst schildert Graetz die kulturellen Zusammenhänge der Juden mit den Arabern:  Die Ähnlichkeit der semitischen Sprachen, die Vorhautbeschneidung, die bei den Arabern, schon vor Mohammed üblich war, ferner den Mondkalender und die Schrift von rechts nach links.  Um sich als Blutsverwandte der Araber auszuweisen, informierten die Juden sie darüber, dass die Araber von Ismael, dem Sohn Abrahams mit der ägyptischen Magd Hagar, abstammten.  Damit halfen sie den Arabern sich auch genealogisch bis auf die Erzväter zurückzuführen, was in der Pilgerfahrt nach Mekka zum Ausdruck kommt im 7maligen Umlauf entlang der Straße El Emsa, die als erste Hagar gemacht haben soll, vgl. Heinrich von Maltzan:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=7970

Graetz berichtet, dass Mohammed zunächst jüdische Anschauungen aus Bibel und Talmud, die er als Analphabet  in Mekka mündlich kennengelernt hatte, als Offenbarungen übernahm, was Graetz als die wertvollsten Inhalte des Korans ansieht.  Nachdem er jedoch in Jathrib (= Medina) angekommen war und sich ärgerte, dass die Juden ihn nicht als Propheten anerkennen wollten, schon weil sein Triebleben ihnen unprophetisch erschien:  „Sie hatten ein zu hohes Ideal von den Propheten im Herzen, als daß sie diesen leidenschaftlichen Mann, den es nach jedem schönen Weibe gelüstete, ihnen hätten gleichstellen sollen. ‚Sehet ihn’, sprachen die Juden, ‚bei Gott! er wird von keiner Speise satt und hat keine andere Sorge als um die Weiber. Ist er ein Prophet, so möge er seinem Prophetenamte obliegen, nicht den Weibern’“, kam es zum Bruch.

Da Mohammed die Karawane seiner Verwandten in Mekka, den Koraischiten (Quraischiten), ohne Grund überfallen und ausgeplündert hatte:

http://www.amazon.de/gp/aw/cr/rR2EP7GPQ1XJA8C

(Tilman Nagel, Mohammed: Zwanzig Kapitel über den Propheten der Muslime)

kam es zum Krieg mit Mekka, in den auch die Juden in Medina hineingezogen wurden.  Nachdem die Juden sich trotz eines Bündnisses mit ihm den Koraischiten angeschlossen hatten, verstand es Mohammed geschickt, Zwietracht unter die Verbündeten zu säen, so dass er den „Grabenkrieg“ gewann.

Mohammed überließ die Entscheidung über den Verrat der jüdischen Kuraiza dem Ausitenhäuptling Sa’ad, der in dem Grabenkrieg verletzt worden war, der die Hinrichtung von ca. 700 männlichen Juden entschied, was dann auch vollstreckt wurde, während ihre Frauen und Kinder Hab und Beute der Moslems wurden.  Mohammed verfehlte nicht diese Hinrichtungen als göttliche Offenbarungen auszugeben, obwohl es sich eigentlich um einen Justizmord handelte.

Die Widersprüchlichkeit des Korans sieht Graetz darin, dass Mohammed zunächst die jüdischen Lehren übernahm, später aber in Medina in eine religiös-politische Konkurrenzsituation zu den Juden kam, die sich dann auch im Koran als feindlich gesonnene „Offenbarungen“ widerspiegelten, so z. B. die Sure der Kuh.

Fazit:  Die geistige Fundierung des Christentums und des Islams könnten kaum noch unterschiedlicher sein.  Während Mohammed für seine Religion einen von ihm selbst verursachten Krieg führte und sogar tatsächlich ca. 700 männliche Juden, die Kuraiza, wegen Verrats hinrichten ließ, was in Medina noch heute der „Markt der Kuraiza“ heißt, lehnte Jesus, das „agnus dei“, Lamm Gottes, jede kriegerische Handlung ab, und hat sich noch nicht einmal über den ihn verratenen Judas Ischariot beklagt.  Seinen Krieg führte Mohammed jedoch mit äußerstem Fanatismus.  Während für die Araber der Dattelbaum als lebenspendender Furchtbaum heilig war, ließ Mohammed diese doch bei der Belagerung der Burgen jüdischer Stämme  fällen.

Wenn auch das Christentum im Laufe der Geschichte durch Ketzerverbrennungen (Autodafés) und Zwangsmissionierungen die Lehren seines Begründers pervertierte, so können doch diese Handlungen nicht auf ihn selbst zurückgeführt werden.  Gewalttaten lassen sich aber sehr wohl mit Mohammeds „Offenbarungen“ begründen, genauso wie die Versklavung der weiblichen Angehörigen des jüdischen Stammes der Kuraiza, wie es in letzter Zeit bei den Jesidinnen in Syrien erfolgte.  Für den Islamischen Staat ist die Zwangsnutzung der weiblichen Angehörigen „Ungläubiger“ also religös gestattet.  Der IS achtet nur in einer religiösen Anordnung (Fatwa, Ferman) darauf, daß gewisse mitmenschliche Konflikte unter Angehörigen nicht erfolgen, die auch im Pentateuch (Tora) untersagt sind.  So darf der Eigentümer zweier Frauen nicht mit der Mutter und ihrer Tochter verkehren.  Man überlege sich, wie die dabei gezeugten Kinder zueinander stehen würden.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/12/30/isis-erlaesst-regeln-fuer-umgang-mit-sexsklavinnen/

Einige charakteristische Äußerungen des Graetz habe ich beiliegend fett hervorgehoben:

GraetzMohammed