ac1) Erwartungen 2016 von Michael Mross

Michael Mross: Wie wird 2016?

Aus:   http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/61788-wie-wird-2016

01.01.2016

Das vor uns liegende Jahr dürfte spannend werden. Am Horizont braut sich ein Krieg zusammen und auch an den Finanzmärkten könnte es turbulent her gehen. – Neue Herausforderungen für eine völlig unfähige Regierung, die von einer gleichgeschalteten Presse servil hofiert wird.

Von Michael Mross

2016 dürfte ein spannendes Jahr werden. Am geopolitischen Horizont braut sich ein Krieg zusammen, in dem nun auch die Bundeswehr mitmischt. Die Gemengelage im Nahen Osten ist völlig unübersichtlich. Im Grunde kämpft jeder gegen jeden. Hier mitzumischen ist naiv.

Am Ende läuft es auf eine Konfrontation mit Russland heraus. Was sollen deutsche AWACS-Jets in der Türkei an der syrischen Grenze? Die ISiS hat bekanntlich keine Flugzeuge und ein Angriff auf die Türkei durch Assad ist sicherlich nicht zu erwarten. Bleibt nur noch die Konfrontation mit Russland. Eine sehr gefährliche Entwicklung.

Innenpolitisch dürfte sich die Flüchtlingskrise weiter zuspitzen. Damit wird eine ganze Nation gespalten, und Merkel spielt das Spiel gezielt mit, wenn sie es nicht sogar dirigiert. Jeder weiß im Grunde, dass es mit der Massenmigration nicht so weiter gehen kann. Nur getraut es sich niemand zu sagen, weil er dann sofort vom roten-grünen Mainstream gezüchtigt wird.

Für Merkel ist die Strategie klar: Sie übernimmt die rot-grünen Positionen ohne Rücksicht auf Verluste und wird so von den Medien gehätschelt. Welcher Politiker hätte nicht gerne eine Lobeshymne im “SPIEGEL”?

Die Flüchtlingskrise ist auch ein Symbol für einen totalen Verfall des deutschen Journalismus. Wer gegen den Einheitsbrei schwimmt, bekommt die Nazi-Keule übergebraten. Die Formen von derart totalitärer Political Correctness erinnern fast an längst vergessen geglaubte Zeiten.

Eines ist derweil klar: Probleme können nicht gelöst werden, indem man sie verschweigt. Gegenargumente können nicht zum Schweigen gebracht werden, indem man Kommentarfunktionen einfach sperrt – wie so oft in der Systempresse, die keinen Widerspruch mehr duldet. Die Berichterstattung – ob TV oder Presse, ob Russland, oder Flüchtlinge – ist mittlerweile gleichgeschaltet wie in totalitären Regimen.

Andersdenker werden ausgestoßen, fertig gemacht, ins Abseits befördert. Fakten werden verdreht, verschwiegen, manipuliert. Die Dämonisierung Russlands in SPIEGEL & Co., im ARD & ZDF Staatsfunk erinnert bitter an das 3. Reich. Deutsche Medien als Kriegstreiber. Kein Tag ohne neue Hetze gegen die “Ostfront”.

Schöne neue Welt: überall das gleiche. Noch nie wurde eine so unfähige Regierung wie unsere derzeitige so unkritisch, ja sogar voll des Lobes durch die Medien servil umsorgt. Ekelhaft. Das ist eine neue Dimension der Hofberichterstattung, wie man sie sonst nur aus der Vergangenheit kennt.

In diesem Ambiente dürfte die Migrationskrise 2016 völlig aus dem Ruder laufen. Allein in den vier Tagen vom 24. bis zum 27. Dezember wurden 12740 Migranten offiziell registriert. Aktuelle Zahlen werden kaum oder nur zeitverzögert veröffentlicht. Offizielle Schätungen sind bewußt untertrieben. Völlig offen auch diese Frage: Wie viele Terrorristen des Islamischen Staates kommen mit der Asylbewerberflut ins Land?

Damit sind wir beim nächsten Problem: Terror. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis es zu neuen Anschlägen kommt. ISIS protzt geradezu damit, ihre Terrorkämpfer via Balkanroute in den Westen zu schleusen.

Mit dem Terror kommt dann die Totalüberwachung der Bürger. Es ist geradezu grotesk, einerseits die Grenzen offen zu lassen und andererseits mehr Überwachung im Inland zu fordern. Dieses Terrorambiente begünstigte die verfassungswidrige Einführung der Vorratsdatenspeicherung. Doch das ist erst der Anfang. Andere Schikanen werden kommen.

Man könnte fast den Eindruck haben, dass Politiker den Terrormoment gar nicht so schlecht finden, weil sie dann ihre Überwachungsgesetze leichter durchsetzen können. Geradezu lächerlich ist die von der EU eingeführte Fluggastdatenspeicherung – um angeblich Terroristen besser auf die Spur zu kommen. Da wird in der Luft streng kontrolliert, während unten Selbstmordattentäter (Paris) und Drogenschmuggler ohne Hindernissee über die Grenze spazieren.

Der Terror rechtfertigt fast alles und der Bürger merkt nicht, dass er damit auch vom Staat terrorisiert wird. Theoretisch könnte man auch ein Bargeldverbot einführen, so, wie es in Schweden fast praktiziert wird. Medial wurde ein solches Bargeldverbot bereits völlig unkritisch mehrmals angestimmt. Böses Bargeld. Vorbereitung auf die Chipgeld-Gesellschaft? Hat demnächst jeder ein RFID im Ohr?

Und nun den Finanzmärkten:

Acht Jahre nach der Finanzkrise ist allein schon aus zyklischen Gründen Obacht angesagt. Mit anderen Worten: Neue Verwerfungen stehen vor der Tür.

Flüchtlinge, Terror, Naher Osten lenken davon ab, dass es unter Oberfläche gewaltig brodelt. Das Feuer von damals wurde nicht gelöscht. Die Krise schwelt weiter. Dies ist übrigens deutlich abzulesen an den Bankenkursen: Deutsche Bank und Commerzbank notieren in der Nähe ihrer 2008er Tiefs. Ein Alarmzeichen, dass von den Märkten kaum wahrgenommen wird.

Seit 2008 hat sich die Weltschuldenmenge praktisch verdoppelt. Damit ist das Geldsystem noch fragiler geworden. Von wo nun der nächste Einschlag droht, kann man schlecht vorhersagen. Nur eines ist sicher: er wird kommen – und sehr wahrscheinlich schon 2016.

Das Schlimmste, was einem Geldsystem passieren kann, sind deflationäre Tendenzen. Eine Abwärtsspirale bei den Preisen ist von den Notenbanken kaum noch beherrschbar. Es bedeutet: Assets sinken im Preis, die Schulden bleiben und können nicht mehr zurückgezahlt werden bzw. Banken fordern Glattstellungen ihrer Kredite. Ein Teufelskreis.

 

Insofern war die Zinserhöhung in den USA ein Spiel mit dem Feuer. So toll läuft die Wirtschaft dort nämlich nicht. Meine Prognose: 2016 wird es wieder ein QE geben, und es wird nicht das letzte sein. Das dürfte den Dollar schwächen und den Euro stärken.

Bei allen Problemen in der kaputten Euro-Welt sollte man eines nicht vergessen: Die Eurozone steht insgesamt besser da als die USA – z.b. was den Schuldenstand gemessen am BIP betrifft. Das Handelsbilanzdefizit in der Eurozone ist dank Deutschland ausgeglichen. Dagegen sind auch in den USA viele Staaten pleite – so z.B. Kalifornien und Illinois. Das Handelsbilanzdefizit ist obszön negativ, bedeutet: kein Land lebt so über seine Verhätnisse wie die USA. Insgesamt aber wird der Dollar natürlich besser gemanagt als bei den gackernden Hühnern im Euro-Haufen.

Ziemlich bedrohlich sieht es bei den Schwellenländern aus. Der nächste Einschlag ins Finanzsystems könnte deshalb möglicherweise aus dem Reich der Mitte erfolgen: Ich denke, dass China seine Währung 2016 drastisch abwerten wird und damit dramatische Schockwellen auslöst.

Die Situation an den Rohstoffmärkten signalisiert ebenfalls nichts Gutes. Der Verfall des Ölpreises mag zwar vordergründig positiv sein, birgt jedoch extrem deflationäre und damit geldsysstemische Gefahren. Im Rohstoffsektor wird durch riesige Kreditfinanzierung viel Geld geschöpft – das fällt jetzt weg. Mehr noch: Kredite in dem Bereich müssen wohl abgeschrieben werden. – Im Ölbereich, aber auch bei anderen Rohstoffen wurden Billionen-schwere Kreditpyramiden aufgebaut. Bei sinkenden Preisen droht diese Ecke im Geldsystem-Kartenhaus wegzubrechen. Damit könnte das ganze Kartenhaus kollabieren. Wird spannend, wie Notenbanken hier gegensteuern – falls sie es überhaupt noch können.

Eine Pleite der Golfstaaten ist bei einem weiteren Verfall der Ölpreise sicher. Bei 20 USD pro Barrel ist Schluss mit der Party in Riad (Saudi Arabien) und Abu Dhabi. Auch Russland dürfte dann unter die Räder kommen.

Das alles birgt nicht nur wirtschaftiichen, sondern auch politischen Sprengstoff. Wenn Staaten pleite gehen, droht Anarchie und Krieg. Die Situation im Nahen / Mittleren Osten dürfte damit abermals eskalieren.

Dies ist kein gutes Ambiente für Aktienmärkte. Ich befürchte hier im Verlauf des Jahres 2016 einen Einbruch.

Gold und Silber als sicherer Hafen? Ich glaube, dass auch die Edelmetalle sich dem Abwärtstrend an den Rohstoffmärkten nicht entziehen können. Sollte die Finanzkrise jedoch wieder aufflammen, dürfte Gold “profitieren”. Analog kam es im letzten Jahrzehnt zu einem fulminanten Anstieg der Edelmetallkurse im Zuge der Finanzkrise 2007 – 2009.

Zu guter Letzt:

Die Zeiten werden unruhiger. Eine Strategie dazu ist immer schwierig. Wir bewegen uns einer unsicheren Zukunft entgegen. Deshalb wünsche ich den Lesern von MMNews besonders viel von den Dingen, die man für Geld nicht kaufen kann.

Das Wichtigste im Leben bekommt man geschenkt.

Ihnen allen ein glückliches 2016

Michael Mross

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Der China-Kracher

Aus:  http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/62083-der-china-kracher

05.01.2016

China könnte die Weltwirtschaft und damit das Geldsystem in den Abgrund reißen. Ob das kommunistische Reich der Mitte seinen Ausflug in den Manchester-Kapitlismus überlebt dürfte fraglich sein. – Fällt China, fällt die Welt.

Von Michael Mross

China ist mit rund 1,37 Milliarden Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat der Erde, der flächengrößte in Ostasien und hinsichtlich der Fläche nach Russland, Kanada und den Vereinigten Staaten der viertgrößte der Erde.

Mit anderen Worten: Wenn China hustet, hat die Welt Schnupfen. Das hat man früher von den USA behauptet. Doch das Reich der Mitte hat dem Erzkapitalisten den Rang abgelaufen. Und dieses Mal ist es kein Schnupfen, sondern es geht um die Existenz des westlichen Finanzsystems, das ausgrechnet durch einen angeblich kommunistischen Erzrivalen in Gefahr gerät.

Die autoritäre Diktatur, die sich “Volksrepublik” nennt und von sich behauptet, kommunistisch zu sein, ist im Wahrheit das Gegenteil von dem: In Peking und Shanghai herrschen Manchester-Kapitalismus.

Der Westen hat bei all dem immer ein Auge zugedrückt. Man wollte schließlich billige iphones und Flatscreens. Da müssen Menschenrechte schon mal zurücktreten. Perfekt wurde Syriens Assad als der wahre Menschenfeind orchestriert. Die totalitäre Diktatur im Reich der Mitte war dem Westen dienlich – ähnlich wie Saudi Arabien. Da nimmt man es mit den Menschenrechten nicht so genau.

Doch wie der Smog über Peking und Shanghai breitet sich nun der Nebel des Geldsystems (ungezügelte Kreditexpansion) im Reich der Mitte aus. Die Folgen sind gravierend. Banken wanken, Billionenkredite sind gefährdet. So hätte man sich das nicht gedacht in Washington.

Doch nun droht in China das, was wir in den USA 1929 erlebt hatten. Ob das jedoch dieses Riesenreich unbeschadet übersteht, darf bezweifelt werden. Wenn’s in China kracht, dann droht die Welt mit in den Abgrund gerissen zu werden.

Ein Implosion im Reich der Mitte wird das Geldsystem nicht verkraften. Das kommunistisch-kapitalistische Regime – ein Oxymoron, das in Wirklichkeit keines ist, denn Kapitalismus funktioniert am besten ohne Demokratie. Verrückt, dass wir uns im Westen in die gleiche Richtung bewegen.

Das, was in China die Partei besorgt, erreichen in Brüssel die Lobbyisten. Doch die Party ist offenbar vorbei. Börsen müssen wegen Crash geschlossen werden. Ob’s hilft ist fraglich.

Aber das ist nur ein Problem. Eines von vielen. Das Hauptproblem: Wenn die Kreditpyramide in China zerbröselt, dann zerfällt auch das Reich der Mitte. 1,4 Milliarden Menschen können nicht auf Ewig per Zwang zusammengehalten werden.

Der Druck im Kessel steigt. Die Kollateralschäden werden wir in der gesamten westlichen Welt spüren: Fällt China, zerbricht das Finanzsystem. Das ist der Preis für die Globalisierung.

Deshalb ist die Entwicklung dort von überragender Bedeutung. Um sich selbst zu retten, dürfte Peking schon in Kürze den Yuan drastisch abwerten. Bereits in den letzten 24 Stunden verlor die chinesische Währung drastisch an Wert. Eine offizielle Abwertung ist deshalb nur noch eine Frage der Zeit und die Konsequenzen auch: das sendet beträchtliche Schockwellen ins System. Ein Kollaps der Schwellenländer ist damit nicht mehr ausgeschlossen. Viele Währungen Asiens, selbst der Neuseeland-Dollar und Australien-Dollar stehen bereits jetzt schon unter Druck. Auch der Euro leidet: Kein Wunder, mit dem Exportmodell Deutschland ist’s vorbei, wenn China stürzt.

Wen trifft’s zuerst? Die Banken. Die Kurse von Deutscher Bank und Commerzbank signalisieren nichts Gutes. Sie notieren in der Nähe der Finanzkrisen-Tiefs von 2008/2009. Ein guter Indikator, wenn er nicht das nahende Desaster symbolisieren würde. Aber die Bankenkurse – nicht nur in Deutschland – sprechen eine deutliche Sprache.

Ein Kontraktion der chinesischen Wirtschaft dürfte das Geldsystem nicht überstehen. Dass ausgerechnet China das Kartenhaus zum Zusammenbruch bringt, damit hätte angesichts der Wachstumsraten in der Vergangenheit wohl kaum jemand gerechnet.

Doch auch für China gilt, was der gesamten westlichen Welt droht und schon Ludwig von Mises vor fast 100 Jahren unmißverständlich klar analysierte:

Finaler Kollaps durch Kreditexpansion

„Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems kommen soll“.

“Durch Kunstgriffe der Bank- und Währungspolitik kann man nur vorübergehende Scheinbesserung erzielen, die dann zu umso schwererer Katastrophe führen muss. Denn der Schaden, der durch Anwendung solcher Mittel dem Volkswohlstand zugefügt wird, ist umso größer, je länger es gelungen ist, die Scheinblüte durch Schaffung zusätzlicher Kredite vorzutäuschen.”