Mit ‘Selbstversorger’ getaggte Artikel

Gedanken zum Landschaftsschutz (Mai 2010)

Donnerstag, 06. Mai 2010

31.05.2010

Ist der Richter berechtigt meine Klage abzuweisen, obwohl der Zustand der Landschaft aktuell gar nicht Zone II ist?

Während der mündlichen Verhandlung am 11.05.2010 zeigte sich der Richter Fetzer ziemlich indigniert meinen Antragsgegnern gegenüber, den Herren Küsters, Schmidt und Albrecht, daß der Magistrat direkt an meinem Grundstück entlang eine Schotterstraße gebaut hat, deren Bilder ich der Klage beigefügt hatte.  Wenn ich jetzt den Zaun abreiße, würden deren Steine tonnenweise auf mein Grundstück fallen und mein Eigentum verletzen.  Die Schotterstraße widerspricht überhaupt der Grüngürtel-Verordnung.  Diese soll die bäuerliche Kulturlandschaft erhalten (§ 2 Abs. 3 der VO).  Deswegen hätte der Feldweg „Am Niedschaftsweg“ nicht zu einer Schotterstraße ausgebaut werden dürfen.  Im übrigen ist wegen § 3 Abs 1 Ziffer 1 der VO der Bau von Straßen ohnehin verboten.

Der Bau der Ersatzretentionsfläche wurde ursprünglich angekündigt Anfang Oktober 2009 mit einer Dauer von drei Monaten, daraus sind inzwischen 8 Monate geworden.  Die Westhafen Projektentwicklungs-GmbH soll jetzt bis zum 01.08.2010 mit der Grundstücksgesellschaft Westhafen GmbH verschmolzen werden, vgl. aus PARLIS M 72 vom 23.04.2010 und verschwindet damit.  Ob die Schotterstraße einmal wieder wegkommt sei dahingestellt, jedenfalls entspricht sie aktuell nicht der besonderen Eigenart und Schönheit, von der die obigen drei Herren gegen mich geltend machen.  Auch die Erhöhung des Zauns wegen der nur vorgeschobenen nicht mehr existierenden Feldhasen ist jetzt nicht möglich, da die Steine auf mein Grundstück fallen würden.  (Dabei wäre meine Einzäunung geradezu ein Schutz für Wildtiere gegen Hunde.)

Ich frage mich deswegen, ob der Richter gegen mich jetzt erkennen kann, wenn erst in Zukunft das von der Verordnung vorausgesetzte Landschaftsbild vorliegen wird.

Eine Klientelpartei lästert über die andere

Heute morgen habe ich um 7:33 Uhr ein wirklich lustiges Interview im SWR2 gehört, und zwar mit Jürgen Trittin, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Deutschen Bundestag.

Daß die FDP eine Klientelpartei ist, darf jetzt öffentlich gesagt werden, weil die Massenmedien sie auch so nennen; deswegen ereiferte sich Herr Trittin die FDP moralisierend fertigzumachen.  Aber was ist mit den Grünen als einer Klientelpartei?  Sie sehen sich hauptsächlich als Interessenvertreter unserer Neubürger, deren Namen uns vielfach nicht bekannt vorkommen und haben ihnen bei der Erleichterung unserer Staatsangehörigkeit geholfen.  (Tarik war der Araber, der am 19. Juli 711 bei Jeres de la Frontera die Schlacht gegen die Westgoten gewann und nach dem Gibraltar benannt ist.  Nur durch ein Wunder wurde dann am 17.10.732 durch die Schlacht bei Poitiers gegen die Araber die Islamisierung Europas damals noch einmal abgewendet.)

Die Grünen und insbesondere Herrn Trittin, der seine Karriere im Kommunistischen Bund begann, betrachte ich als die Nationalhaß-Vertreter im Sinne des Verhaltensforschers Konrad Lorenz.  Die Grünen sind es deshalb, die konsequenterweise den autochthonen Deutschen, die seit vielen Generationen Grundeigentum im Landschaftsschutzgebiet besitzen, als Bedienstete der Stadtverwaltung Frankfurt ihr Eigentum entwerten.  Im Bundestag hat Herr Trittin unlängst sich über Bismarck ereifert, den Gründer des neueren deutschen Staates;  von den Diäten des von ihm gegründeten Staates lebt er als ehemaliger Kommunist glänzend.

Theatralisch rief er heute morgen aus:  „Was erwarten wir von unserem Staat?“  Damit meint er als ehemaliger Kommunist, daß die Vermögenssteuer eingeführt und die Erbschaftssteuer jetzt für Griechenland erhöht wird.  Meine Antwort:  „Tja, wie wäre es Herr Trittin, wenn Sie einmal bei sich persönlich anfangen?  Sie haben doch in den letzten zwei Jahren eine Diätenerhöhung von ca. 15 % erhalten.  Machen Sie sich doch bitte stark dafür, daß die Diäten des Deutschen Bundestags halbiert werden!  Auch dann haben Sie sicher noch immer mehr als das Durchschnittseinkommen der von ihnen vertretenen Staatsbürger und vermutlich auch das fünffache eines Rentners wie ich!“

30.05.2010

Denglisch um uns mit Gewalt zu amerikanisieren:  „Eurovision Song Contest 2010“

Gestern fand der öffentlich-rechtlich hochgelobte „Eurovision Song Contest 2010“ statt, deren Programmmanipulanten offensichtlich intensiv an der Geschmacksverschlechterung des Niveaus der breiten Volksschichten arbeiten.  Herr Siebold hat in dies gestern treffend in http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php charakterisiert:

“Diese glitzernde Welt aus hohlen Köpfen und leeren Versprechungen, angesalbt von schleimigen Conférenciers, die lediglich noch im Musikantenstadel für Wirbel sorgen, ist nicht meine. – Diese Welt erzeugt bei mir schlimmste Koliken im Verdauungstrakt, führt unweigerlich zu Depressionen und schädigt nachhaltig die Kulturanhangdrüse.“

Das Imperium erreicht eine kritische Schwelle

 

In http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,697478,00.html wurde verkündet:  „EZB kauft griechische Anleihen in Höhe von 25 Milliarden Euro“.

Als ich einmal vor Jahren im höheren Dienst der Deutschen Bundesbank war, hieß es:  eben dies sei gerade die Todsünde einer Notenbank, d. h. theologisch betrachtet die berühmte Sünde wider den Geist, die nicht vergeben wird (Matthäus 12, 31 ff., Markus 3, 28 ff., Lukas 12,10 ff.).  Sollte ich die kommende Krise überleben, würde es mich mal interessieren, ob unsere Beamtenkaste das dritte Mal die Sünde wider den Geist überlebt:  den Ersten Weltkrieg mit Inflation, das Dritte Reich mit anschließender Währungsreform und jetzt die internationale Schuldenkrise.

Die Deutschen werden wieder mal glatt betrogen:  Die deutschen Banken, falls man sie für deutsch halten will, haben sich verpfllichtet ihre griechischen Staatsanleihen nicht zu verkaufen, die französischen, die hinsichtlich der Griechen viel mehr im Obligo sind, verkaufen jetzt ihre griechischen Staatsanleihen an die EZB, die sie monetarisiert.

Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt.  Sämtliche Vermögensklassen auf denglisch (um die Leute dumm zu halten) „Assetklassen“, d. h. Immobilien in Großstädten, Gold, Silber, selbst Aktien sind gewaltig am Steigen.  Die öffentlich-rechtlichen Manipulanten verschweigen systematisch der Bevölkerung, daß viele Anleger aus Angst vor der Inflation in die Aktien als Quasi-Sachwerte einsteigen.

Die Inflation beginnt sobald breite Bevölkerungsschichten meinen, daß die Preise in Zukunft steigen, so daß sie noch einsteigen um nicht zu spät zu kommen.  Dies ist bei den Vermögensklassen meiner Meinung nach voll am Laufen.  Wann es auf die Preise des täglichen Bedarfs überschwappt, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Ich muß jedoch jeden warnen einen Kauf auf Kredit vorzunehmen.  Das ist bei den qusi-bankrotten Banken höchst gefährlich!  Die Dresdner Bank (also Commerzbank) bekommt ihr Geld von der EZB quasi bei 1 %, nimmt aber für nicht genehmigte Überziehungen derzeit 18,74% (Stand 19.03.2010).  Also:  Pardon wird nicht gegeben.

Jetzt ist die Wutz raus!

Der Oberbürgermeister von München hat jetzt gefordert, daß die Gewerbesteuer auf die freien Berufe wie Ärzte und Rechtsanwälte ausgeweitet werden sollte.  Nachdem die Manipulanten ein Jahr lang im öffentlich-rechtlichen Rundfunk den erstaunten Bürger ihre Zeit gestohlen haben mit Diskussionen über Steuererleichterungen, weil allgemein bekannt war, daß kein Geld da ist, rollt jetzt zur Abwechslung die Erhöhung der Steuern und Gebühren.  Der Staatssektor ist wieder mal nicht bereit an sich selbst durch Stellenabbau zu sparen, sondern will den Leistungsträgern ihr tatsächlich mühsam erarbeitetes tägliches Brot reduzieren, zwar nur in Scheibchen, aber immerhin um weiterhin ihre ruhige Kugel zu schieben.

Demnächst tritt bestimmt unsere Oberbürgermeisterin auf und teilt dem erstaunten Bürger mit, daß man leider wegen Unfähigkeit die Steuern und Gebühren erhöhen müsse.  Der Stadtverordnete Wolfgang Hübner hatte schon mehrfach geschrieben, daß sie kein Bezug zu Zahlen hat.  Deswegen hat sie sich 2005  auch im Streit wegen der Straßenreinigungssatzung mucksmäuschenstill gehalten.

Ich werde demnächst einmal einige abzubauenden Verwaltungsstellen vorstellen: z. B. Rechtsamt, Umweltamt, Amt für Wohnungswesen, Stadtpolizei sowie die Abschaffung sämtlicher Ortsbeiräte.

Letzteres bedauere ich auch, weil es wegen der Ansätze zur Basisdemokratie hätte wertvoll werden können.  Aber die Ortsbeiräte sind doch effektiv nur eine von der politischen Klasse nicht ernstgenommene Kanalisation des Unwillens der Bürger, die wir uns jetzt leider finanziell nicht mehr leisten können.  Außerdem hat selbst der Hessische Verwaltungsgerichtshof in meiner Normenkontrollklage gegen die Grüngürtel-Verordnung ausgesprochen, daß er  die Anträge bzw. Aussagen des Ortsbeirats 6 nicht für objektiv hält.  Also weg damit um Geld zu sparen.

Von denglisch zu englisch in Zukunft?

Das anonyme Imperium, das uns in der letzten Zeit verstärkt amerikanisieren will entsprechend ihrer One-World-Theorie gemäß den gleichnamigen Vorschläge von Wendell L. Willkie, zu besorgen bei www.zvab.com, geht ein großes Risiko ein.  Das Wort „Arbeitsplatz“ haben sie in den Massenmedien schon durch „Job“ abgeschafft, was früher anstößig war und vor dreißig Jahren im Duden noch als Gelegenheitsarbeit bezeichnet wurde.  Deutscher Gesang wurde bei den Massenmedien schon praktisch entfernt.  Gestern hat Lena schon nur auf Englisch vorgetragen, weil in der globalisierten Welt nur eine Heimatsprache in einem gemeinsamen Wettstreit vorgetragen werden kann.  Werden wir demnächst unsere Sprache so ähnlich wie die Guanchen nach der Eroberung der Kanaren durch die Spanier oder die Gallier durch die Römer, die nach 50 Jahren das Keltische vollständig abgestreift hatten, verlieren?  Gaius Maecenas war der letzte Etrusker der ca. 300 Jahre nach der Erorberung Etrurierns noch etruskisch sprechen konnte.

Die Entscheidung sehe ich zur Zeit als unentschieden an.  Die Amerikaner sind zwar unser Hegemon in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht, aber die große Masse der Amerikaner sind uns doch noch kulturell unterlegen.  Es ist noch nicht gelungen, uns so stark wie die Amerikaner zu verdummen.  Normalerweise übernimmt ein Volk nur die Sprache eines kulturell überlegenen Landes.  Es ist deswegen noch nicht klar, wie es jetzt in der Weltwirtschaftskrise weitergeht.  Es könnte sein, daß wir mit entsetzlich schmerzhaften Wehen wieder notwendigerweise geistig unabhängiger werden müssen und unsere eigene Sprache dann behalten wollen.  Es könnte aber auch sein, daß wir nicht nur wie bisher unsere Geschichte, sondern auch unsere Sprache auf den Müllhaufen werfen.

Nachdem ich mal gelesen habe,  mit welchen formaljuristischen Argumenten der Hessische VGH den Antrag eines Mitbürgers gegen die neue Rechtschreibung abgebügelt hat, habe ich mich entschlossen die alte Rechtschreibung beizubehalten.

29.05.2010

Diebstahl des Magistrats!

Wie ich unter „Vorverfahren“ ausgeführt habe im PDF „RP-Darmstadt_Eising“ hat mir der Regierungspräsident  zugesagt, daß ich genehmigungsfrei einzäunen darf.  Ich poche auf diese Zusage und lasse mich auch nicht nachträglich durch Wortklauberei und Sophismus der Beamten umstimmen.  Daß der Magistrat der Stadt Frankfurt mir diese Zusage seit November 2009 streitig macht,  finde ich ganz ungeheuerlich.  Die mir entstandenen Kosten durch Strafen und fürs Gericht in Höhe von ca. 3000 €uro werte ich als Diebstahl und werde dies in Zukunft auch offensiv so verteten.

Ist die Klientelpartei FDP eine Eigentümerpartei?

Die FDP wird als eine Klientelpartei bezeichnet, weil sie sich auf die Vertretung nur bestimmter Kunden, d. h. Klienten, spezialisiert hat, während die Volksparteien vorgeben ein breiteres Spektrum aus dem gesamten Volk zu vertreten.  So gibt es bei der SPD die rechten im Seeheimer Kreis und die linken von den Gewerkschaften, bei der CDU die Mittelstandsvereinigung und den Wirtschaftsrat sowie die CDA (Christlich Demokratischen Arbeitnehmer).

Nach meinen Erfahrungen mit dem Johannes Baron (FDP), Chef einer unnützen Behörde namens Regierungspräsidium Darmstadt, u. a. auch der Oberen Naturschutzbehörde, kann man meine obige Frage klar verneinen.

Das Eigentum wird von unseren Beamten mit allen verfügbaren Mitteln unterstützt, solange es dazu führt, daß die Staatsbürger arbeiten und dadurch die Beamtenschaft die Wertschöpfung absahnen kann.  So werden alle möglichen Subventionen geschaffen, die das System am Laufen halten.  Früher waren das die Abschreibungen nach § 7b EStG, Eigenheimzulage und andere Wohnungsförderungen wie für den sozialen Wohnungsabau, heute z. B. die Solarförderung.  Soche Förderungen haben den Vorteil, daß es die Wirtschaft im Schwung hält und die Leute sich verschulden und deswegen mit allen Mitteln für ihr Eigentum kämpfen müssen, wobei der Staatssektor wieder gut von ihrer Arbeit absahnen kann, schon bei der Mehrwertsteuer.  Sobald allerdings der Rahm nicht mehr abgeschöpft werden kann, und die Leute endlich sorgenfrei ihr Eigentum genießen wollen, wird ihnen der Stuhl unter dem Hintern weggezogen mit allerhand Problemen, mit denen sie vorher nicht gerechnet haben.  Aus der geradezu unendlichen Liste von diversen Schandtaten greife ich nur drei heraus:

a)  Nachdem die Bürger im Mittleren Sand ihre Bauarbeiten abgeschlossen haben, leistet sich der Magistrat gegen ihren Willen die Nidda total zu verändern, indem man das Höchster Wehr abschafft und die Ersatzretentionsfläche für den Westhafen baut.

b)  Oder neben meinem Haus an der Westerbach haben mehrere hundert Mitbürger gegen ein zu schützendes Wasserschutzgebiet protestiert, durch das Hochwasserschutz behördlich verfügt effektiv unmöglich wird.  Die berechtigten Sorgen der Anlieger haben die Beamten vom RP mit dümmlichen Sprüchen abgewiegelt.  Als jedoch Binding Frankfurt verlassen wollte, hat der Magistrat Binding ein Betriebsgelände angeboten, das gegen Hochwasser der Westerbach geschützt würde, weil er die Sorge von Radeburger anerkannt hat, nicht aber die von uns Anliegern.

c)  Die Automobilindustrie ist für uns außerordentlich wichtig, schon weil jeder siebte Arbeitsplatz davon abhängen soll.  Also wird ihre Bedeutung immer wieder von der Politik betont, z. B. bei Opel, und es wurde sogar eine gigantische Abwrackprämie in die Wege geleitet.  Sobald man aber ein paar Jahre ein Auto hat, wird es staatlicherseits entwertet durch immer höhere KFZ-Steuern oder Umweltplaketten.  Der Druck  auf die Entwertung des Eigentums “Auto” zur Förderung des Wachstums ist damit eminent.

Warum solange Einleitung?  Mein Leben lang habe ich gearbeitet und mindestens die Hälfte meines Einkommens für Steuern und Sozialabgaben bezahlt.  Außerdem habe ich schöne Jahre meines Lebens bei der Bundeswehr verbracht, während sich viele der politischen Klasse und ihre Söhne davor gedrückt haben.  (Das weiß ich, weil mein verstorbener Bruder Verwaltungsjurist und Vorsitzender eines Prüfungsausschusses bei der Bundeswehr war.)

Jetzt wo ich alt bin und von meinem Eigentum eine Fruchtziehung erzielen und die mir verfassungsrechtlich zugesagte Privatautonomie wahrnehmen will, verweigert Johannes Baron eine Stellungnahme zu der Zusage seiner Mitarbeiterin Eising, daß ich einzäunen darf.  Der Staatssektor erwartet von mir nichts mehr,  Selbstverorgung ist für die Beamten legale Schattenwirtschaft, die sie mit allen Mitteln unterbinden wollen, denn ihr Ziel ist die Staatsbürger zu rupfen ohne Ende z. B. mit Mehrwertsteuer usw.  (Deswegen wurde auch noch die Besteuerung der Altersrenten sehr verschäft von dem Beamten Rürup!)

Also ist Johannes Baron und seine Klientelpartei nicht für das Eigentum an sich, sondern nur dafür wenn der Staatssektor davon Vorteile hat oder ihre Parteiförderer durch Gesetzgebung begünstigt werden können.  Andernfalls steht diese Klientelpartei nicht auf der Seite des Eigentums.

28.05.2010

Was uns der öffentlich-rechtliche Rundfunk verschweigt …

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ja auch öffentlicher Dienst;  deswegen wird von ihm an uns kaum eine Information weitergereicht werden, die ihm selbst an den Geldbeutel geht.

Herr Siebold hat in http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php gestern erzählt, daß in Spanien der öffentliche Dienst kräftig gerupft wurde mit einer äußerst knappen Mehrheit:  169 zu 168.

“Ich bin mir sicher, dass das Deodorant unseres Regierungspräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero heute seinen endgültigen Tauglichkeitstest hat abliefern dürfen. – Ob es für gut befunden wird, das kann ich nicht sagen, dafür ist seine Frau zuständig. – Heute wurde im Kongress abgestimmt, ob denn die drastischen Sparpläne der sozialistischen Regierung in Madrid angenommen werden, und das Ergebnis ist so knapp, wie es knapper nicht sein kann. – Man könnte aber genau so sagen, dass heute auch über die Person Zapateros selbst abgestimmt wurde, und der ist wirklich mit einer deftigen Ermahnung gerade noch einmal davongekommen.“

Eine solche Reform würde ich mir in Deutschland auch dringend wünschen. Damit die  Beamtenkaste und die  ihnen gleichgestellten Politiker auch an der Krise teilhaben, die zu verhindern vorrangig ihre Aufgabe gewesen wäre, aber auch daß sie sich selbst einmal Gedanken machen über ihre unverschämten Strafen, mit denen sie mich und andere für ihr Eigentum bestrafen.

Ist das Ritual Im Namen des Volkes bei der Urteilsverkündung noch zeitgemäß?

Ohne ein gewisses feierliches Ritual kommen die Staaten, Kirchen oder Kultusgemeinden vermutlich nicht aus.  In den USA ist es der Pledge of Allegiance, mit dem man feierlich verspricht zur Fahne der USA zu stehen: „I pledge allegiance to the flag of the United States of America etc.“  Heinrich Heine wiederum schildert mit welchem Getöse der Bannfluch über den Baruch de Spinoza in der Synagoge von Amsterdam ausgesprochen wurde, wobei in ein Schofar geblasen wurde und seine Lebenslichter symbolisch ausgelöscht wurden.

Die Deutschen sind etwas vorsichtiger mit Ritualen, kein Wunder.  Aber immerhin, als der hessische Löwen als Symbol des Landes Hessen mal verunglimpft wurde zu einem prügelnden Löwen, gab es Ärger.

Ich habe jedoch aus den verschiedensten Gründen ein Problem mit dem Ritual „Im Namen des Volkes“, das wieder bei der Urteilsverkündung unlängst gegen mich exekutiert wurde.  Erstens finde ich, daß es sachlich nicht angemessen ist, daß ein Einzelrichter gegen eine andere Person mit dieser Formel urteilt.  Denn Urteile sind natürlich auch eminent politische Aussagen.  Und da steht eben eine Meinung gegen eine andere Meinung.  Nur die eine Meinung mit einem feierlichen Ritual „Im Namen des Volkes“.  Das „Volk“ ist Plural und kann nach meinem Empfinden auch nur von einer Mehrheit repäsentiert werden, also 3 Richter in einer Kammer oder 5 Richter in einem Senat. Ein Einzelrichter kann in einer Demokratier das Volk nicht den Plural repräsentieren, kann nicht wie der Papst ex cathedra aussprechen.

Die zweite Formel ist das „Volk“.  Die autochthonen Deutschen diffundieren zunehmends.  Sie sind zwar noch immer eine gewisse Mehrheit, die aber kontinuierlich abnehmen wird.  Sie sind auch vermutlich wesentlich weniger religiös als die Muslime in Deutschland oder geschichts- und kulturbewußt nach 77 Jahren deutscher Geschichtspolitik.  „Volk“ bedeutet aber eine historisch gewordene Schicksalsgemeinschaft, etwas mythologisches wie Blut und Boden, wie wir dies früher vielleicht einmal waren, heute aber nicht mehr sind.  Es ist deswegen falsch von einem amerikanischen Volk zu sprechen:  american people bedeutet amerikanische Leute.  Man spricht von einer amerikanischen Nation, weil es diejenigen Menschen sind, die dort geboren wurden, nicht aber seit Jahrhunderten miteinander zusammenleben und zusammengewachsen sind wie ehemals in Deutschland.

Deswegen schlage ich folgende Urteilsformeln vor:  Entweder Im Namen der Nation oder Im Namen der multikulturellen Gesellschaft.

Inwieweit dieses Ritual eigentlich eine Usurpation  sein könnte, mag ich hier nicht näher untersuchen.

Die Eskalierung des Rechtsstreits ist am Laufen

Das Urteil wurde mir zwar bisher noch nicht zugestellt, aber wir sind allzeit bereit.  Gestern habe ich dem Rechtsanwalt die Akte mit den Unterlagen übergeben, da ich die Sache in Kassel beim VGH nicht weiterführen darf.  Er muß jetzt zahlreiche Fragen klären, insbesondere warum Rechtsamt und Gericht sich für berechtigt halten auf die Zusage des RP an mich hinsichtlich der Einfriedung nicht einzugehen.  Ich verbinde große Hoffnungen mit dem Rechtsanwalt, da er auch ein großer Ackerland-Eigentümer in Sossenheim ist.  Ich werde demnächst seine Adresse veröffentlichen und empfehle dem geneigten Leser in einem ähnlichen Verwaltungsstreitverfahren einen Rechtsanwalt, der auch persönlich betroffen ist.

27.05.2010

Irrtümer der Anlageberater

Viele bekannte Anlageberater wie Prof. Dr. Max Otte oder Dr. Dietmar Siebholz meinen irrtümlich Ackerland wäre noch wie im 19. Jahrhundert eine Anlageklasse mit Sachwert und insofern eine sichere Geldanlage, weil sie offensichtlich noch nicht gemerkt haben, daß die Grünen klammheimlich die private Nutzung des Ackerlands schon beseitigt haben durch Grunddienstbarkeiten wie das Verbot der Einzäunung und mit tatkräftiger Unterstützung der Verwaltungsgerichte.  Der klassische Produktionsfaktor Ackerland ist deswegen jetzt nichts mehr wert!

Dr. Siebholz argumentiert in seinem unteren pessimistischen Aufsatz, daß die Grünen auch in einer anderen Hinsicht am Eigentum rütteln:  „So wie sich Herr Schick von den Grünen auf eine auslegbare Passage im Grundgesetz (“übergeordneter Notstand”) darauf beruft, dass der Staat in solch einer Notlage den Schutz des Eigentums zurückstellen (sprich: partielle Enteignungen) vollziehen kann, können Sie dann quasi auch für sich selbst den “eigenen übergeordneten Notstand erklären”. Aber der wird dann – da bin ich mir sicher – illegal sein, denn da wird man dazu schon die erforderlichen Gesetze neu schaffen.“

Ich habe Dr. Siebholz geschrieben, daß unsere früheren Eigentumsvorstellungen von Grundbesitz heute nicht mehr gelten:

—– Original Message —–
From: Jürgen Kremser
To: wthlz2@gmx.de

Sent: Wednesday, May 26, 2010 6:45 PM
Subject: zum Thema Ackerland

Zum Thema: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=13572&seite=3

26.05.2010

Hallo Herr Siebholz,

im Anschluß an Ihre heutigen Ausführungen in Goldseiten: “Dass ich den Standort gewechselt und hier auch eine Portion an Ackerland gekauft habe, gehört ebenfalls zu diesem Konzept.”, sollten Sie Ihren Klienten in Deutschland auf jeden Fall mitteilen, daß in Deutschland Einzäunungen praktisch verboten sind und deswegen auch persönlich nicht genutzt werden können, da die Grünen in den Ämtern mit großer Härte eigentümerfeindlich darüber wachen, daß nicht eingezäunt wird. Falls Sie sich für dieses Thema interessieren, können Sie mal in meinem Forum www.gruenguertel.kremser.info nachlesen und eventuell einen Kommentar abgeben.

Gruß,

Jürgen Kremser

Zustimmung von Lesern

am 17.05.2010

Hallo Herr Kremser,
ich bin wirklich beeindruckt und bin im Geiste bei Ihnen. Ich drücke Ihnen die Daumen und werde bei einem stillen Gebet an Sie denken.
Das was Sie und andere (auch ich) in dieser Sache durchmachen ist unzumutbar!! Ich bin auch betroffener (Zeilsheim).

Viele Grüsse

XYZ

am 26.05.2010

Sehr geehrter Herr Kremser,
auch ich bin aus FFM und muss immer wieder feststellen dass unsere Staatsdiener vergessen haben uns zu dienen. Ich hoffe, dass es für Sie gut ausgeht. Evtl. haben Sie die Möglichkeit ein Spendenkonto einzurichten. Auf diesem Wege hätten interessierte Bürger die Möglichkeit Sie zu unterstützen.

Viele liebe Grüsse
T.L.

am 26.05.2010

Lieber Herr Kremser,

danke für Ihren Hinweis, aber ehrlich gesagt, ich habe mir diese Härte nicht angetan, das in Deutschland zu tun. Bei uns (noch sage ich „uns“) wird ja selbst die Richtung, in der das Spülwasser aus dem Toilettenbecken zu verschwinden hat, von allen, die dazu noch nicht einmal etwas verstehen, reguliert.

Sonst haben Sie mit der Kritik mehr als Recht. Ich habe schon mit Erstaunen Ihre Webseite angeguckt. Was es nicht alles in D. gibt, unglaublich.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dietmar Siebholz

Meine heutige Anzeige im Sossenheimer Wochenblatt vom 27. Mai 2010

Die Grüngürtel-Verordnung der Stadt Frankfurt am Main ist nicht nur eine üble Heuchelei, sondern auch ein lächerlicher Unsinn.
Jürgen Kremser
www.gruenguertel.kremser.info

26.05.2010

Kein Recht ohne Geld oder Besteht bei uns bürgerliche Freiheit, wenn die Inanspruchnahme einer Freiheit von der Verwaltung und den Gerichten mit drakonischen Strafen geahndet wird?

Angeblich sind wir nach unserem Grundgesetz ein freiheitlicher Rechtsstaat, aber ich habe manchmal eher den Eindruck, daß die Verwaltung eine Tyrannis über die Bürger ausübt, und zwar mit finanziellen Strafen.

Freiheit ist immer die abweichende Freiheit des anderen;  dessen persönliche Individualisierung man anerkennt.  Wenn alle einer Meinung wären, bräuchten wir keine Freiheit.

Die Verwaltung sollte darauf achten, daß es zu keinen Grenzüberschreitungen bei der Inanspruchnahme der Freiheit kommt.  Ich meine jedoch, daß bei uns die Verwaltung und Gerichte, eine Diskussion der Grenzfestsetzung der Freiheit von vorneherein nicht zulassen, sondern mit finanziellen Strafen eine Diskussion der Grenzfestsetzung verhindern, indem sie diese autoritär bestimmen.

In meinem Fall habe ich von den Lesern überwältigend viel Zuspruch erhalten.  Einer der Schreiber betet sogar für mich.  Die 14 Seiten Schriftsatz-Argumentation von mir, wurden jedoch – wie nicht anders zu erwarten war – von Anfang weitgehend ignoriert und mit finanziellen Sanktionen niedergeknüppelt.

Das ist für mich keine Freiheit, wenn die abweichende Freiheits-Meinung von vorneherein mit maximalen Strafen belegt wird.  Inzwischen betragen die Kosten dieses Zaunstreits mit Verwaltung und Gericht inzwischen das 6fache meiner Zaunausgaben und 30 % des Bodenrichtswerts. Auf der mündlichen Verhandlung am 11.05.2010 wollte ich erreichern, daß das Gericht endlich mal zu dem Diebstahl und Vandalismus Stellung nimmt, nachdem schon der VGH nicht Stellung genommen hatte.  Dieser Antrag hat den Richter auf das äußerste erbittert, so daß ich gleich wieder mit finanziellen Sanktionen in Form der Streitwerterhöhung belegt wurde.  Auf meinen Protest hin wurde ich auf die Möglichkeit der Beschwerde der Streitwertfestsetzung beim VGH verwiesen.  Das ist doch für mich eine klarer Hinweis, daß mir die Klärung der Diebstahls-Problematik von Staats wegen erschwert und verteuert werden soll.

Es wurde dann thematisiert, daß ich mir als Rentner doch die mindestens 10.000 Euro bis zum Bundesverfassungsgericht gar nicht leisten kann, vor allen Dingen weil in den nächsten Instanzen die Stadt Frankfurt sich durch einen externen Rechsanwalt vertreten lassen wird, so daß mir bald die finanzielle Puste ausgehen wird.

Fazit:  Abweichende Freiheit gibt es bei uns theoretisch, aber wer sie mal tatsächlich in Anspruch nimmt, wird schon aus finanziellen Gründen davon Abstand nehmen müssen, ganz abgesehen von den psychologischen Problemen des Kampfs mit den gut bezahlten, seelenlosen beamteten Bürokraten.

Bisher kein Gerichsturteil erhalten

Bisher habe ich das Gerichtsurteil entsprechend § 117 VwGO noch nicht erhalten.  Ich bitte den verehrten Leser sich noch zu gedulden.  Die Mitarbeiterin der 8. Kammer sagte mir heute morgen telefonisch das Urteil sei noch beim Richter.

Unnütze Gesetze wie Sprungrevision (§ 134 VwGO) oder Geldsortenschuld § 245 BGB

Wir schleppen in unseren Gesetzbüchern Paragraphen mit uns herum, die gar nicht angewendet werden oder wie im BGB oben kompletter Unsinn sind.

Einen davon habe ich am 11.05.2010 bei der mündlichen Verhandlung des Verwaltungsgerichts Frankfurt gelernt: die Sprungrevision.  Die Sprungrevision bedeutet, daß man das Oberverwaltungsgericht in Kassel umgehen kann um sich direkt an das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu wenden.  Wie ich schon mehrfach in diesem Forum erläutert habe, erwarte ich nichts vom Hessischen VGH und nicht nur aus meinen persönlichen Erfahrungen.  Immer dann, wenn der Bürger einmal ausnahmsweise in Naturschutzsachen beim Verwaltungsgericht Frankfurt Erfolg hatte, so z.B. 4 TH 2165/94 oder  8 E 2137/01, ging das Rechtsamt in die Berufung und obsiegte in Kassel.

Da ich erforderlichenfalls den Weg zum Bundesverfassungsgericht vorhabe, muß ich jedoch den Rechtsweg bis dahin erschöpfen.  Deswegen möchte ich keinen großen Streitwert wegen der zukünftigen Gerichtskosten der weiteren Instanzen und erspare mir möglichst die unnötige Eisenbahnfahrt nach Kassel zu dem Dr. Dittmann vom 4. Senat.  Der Streitwert wurde nun vom Richter in Frankfurt schon einmal auf den Bodenrichtwert erhöht.  Zur Sprungrevision sagte er folgendes:  Erstens würde er die Sprungrevision ablehnen, zweitens wäre ihm dieser Antrag in seiner Richterlaufbahn noch nie vorgekommen.  Da ich den Streitwert nicht noch weiter hochtreiben wollte, habe ich mich gefügt und den Antrag zurückgenommen, finde es aber mir gegenüber nicht gerecht.  Natürlich hätte das Rechtsamt die Sprungrevision abgelehnt, aber es hätte die Ablehnung begründen müssen.

25.05.2010

Ideologie gebiert Gesetze (Rechtsnormen), die dann die Moral bekämpfen

Meine Auseinandersetzung mit dem Magistrat der Stadt Frankfurt ist im tiefsten Inneren ein Kampf zwischen Gesetzesrecht und Moral, wie es so häufig vorkommt.  Ich könnte dutzende von Beispielen aufführen.  So z. B. zwischen 1933 bis 1945.  Die Rassenideologie der Nationalsozialisten führte zur Rassenhygiene und dann Rassengesetzen, einschließlich eines Arierpasses, die sich dann gegen die Moral, z. B. die Menschenwürde, wandten und zu der bekannten Katastrophe führten.

So ähnlich verliefen die ideologisch motivierten Hexenprozesse und in der Französischen Revolution.  Die Ideologie der Gleichheit in der Französischen Revolution schuf ihre erforderlichen Gesetze, die dann zu ziemlich willkürlichen Enthauptungen führten (“sans culotte”), so daß der Standort der Guillotine im Herbst 1792 viermal verschoben werden mußte wegen dem schrecklichen Blutgestank.

Um dieselbe Auseinandersetzung zwischen Ideologie und Moral, allerdings zugegebenermaßen bei erheblich geringerer Bedeutung, findet meiner Meinung nach beim Landschaftsschutz in Frankfurt am Main statt.  Die verkappten Kommunisten in der Stadtverwaltung haben es geschafft eine Rechtsnorm zu gebären (die Grüngürtel-Verordnung) unter Zuhilfenahme ihrer Anhängerin, die den Landschaftsplan Sossenheim-Nied verfaßt hat, um in unmoralischer Weise das Eigentum der Bürger zu bedrücken und zu entwerten in Komplizenschaft von Dieben und Vandalen.

In dieser Auseinandersetzung stehe ich für Ethik, Sittlichkeit und Moral gegen die ideologische Grüngürtel-Verordnung und irgendwelche Kommentatoren, die ihre persönliche Meinung zum Besten geben.

Typisch für den Zusammenprall zwischen Moral und Recht ist, daß ich mich jetzt bestimmt mit Sophismus herumschlagen muß.  Die Gegenseite hat natürlich auch Bedenken ihre Unterstützung für die Diebe offen auszusprechen.  Ihre Waffe ist das Recht und dessen Logik, mit der sie notwendigerweise gegen mich und die Moral jetzt vorgehen muß.  Ich kann mir schon ganz gut vorstellen, mit welchen Trugschlüssen, Mißverständnisse usw. ich mich jetzt herumschlagen muß.

Naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme

Am 12.05.2010 habe ich den folgenden Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt, den ich am 12.05. auch auf dieser Seite veröffentlicht habe: „Hiermit beantrage ich die von mir auf dem obigen Grundstück gepflanzten 18 Obstbäume als Ausgleichsmaßnahme für den sie schützenden Zaun vor Vandalismus und Dieben.“

Sollte die Untere Naturschutzbehörde bis zum 12.08.2010 nicht Stellung genommen haben, werde ich erneut die Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht Frankfurt einreichen.

Jetzt kommt das Zwangsgeld

Der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, Fritz Küsters, hat mir jetzt das lange angekündigte Zwangsgeld  konkret angedroht.   Er glaubt ernsthaft, daß ich meinen Zaun abreiße, damit ich tonnenweise sein Steingeröll auf meinem Grundstück habe, das er vermutlich nie mehr wegmachen wird.  In diesem Zusammenhang möchte ich mich beim Magistrat der Stadt Frankfurt noch einmal ausdrücklich dafür bedanken, daß er mir unentgeltlich auf seine Kosten die Grenzfestsetzung des Grundstücks durchgeführt hat um mir den Bau des Zauns zu ermöglichen!

Fritz_Kuesters_100520

24.05.2010

Der Gleichbehandlungsgrundsatz (Artikel 3, Satz 1 GG) oder Warum sage ich, daß Teile der Frankfurter Stadtverwaltung nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen?

Jeder weiß wie es ihn persönlich trifft, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt.  So z. B. wenn der Lehrer einen anderen Schüler unerklärlicherweise bevorzugt und ihm eine schlechtere Note gibt, oder der Arbeitgeber oder Vorgesetzte ihn nicht anerkennen will, weil er anderer politischer Meinung ist oder Angst hat ein Lob für ihn würde gleich in einer Gehaltsforderung einmünden.  Selbst in der Familie geht es häufig ungerecht zu, so daß ein Elternteil einem der Kinder besonders seelisch nahesteht und es deswegen vor den anderen verwöhnt.

Da ist es jedoch beruhigend, daß die Staatsbürger von der öffentlichen Verwaltung gleichbehandelt werden müssen und Artikel 3, Satz 1 Grundgesetz besagt:  Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.  Meint man.  Wenn eine Partei wie die Grünen sich für die Antidiskriminierung stark macht, bedeutet es noch lange nicht, daß ihre beamteten Staatsvertreter dies auch tatsächlich so handhaben.  So geschehen in meinem Prozeß 8 K 2054/08.F(2) betreffend der Verstärkerstelle.  Obwohl es in den mir bekannten drei Stadtteilen Sossenheim, Nied und Zeilsheim ca. 200 Häuser und Gartenhütten in der Zone II gibt, habe gerade ich als einziger eine Abrißverfügung erhalten, und die Untere Naturschutzbehörde ließ nicht locker um mir nach drei Jahren einen Widerspruchsbescheid zukommen zu lassen.  Diese Aktion der UNB lief meiner Meinung nach mit einer Manipulation des Regierungspräsidiums Darmstadt einher.  Die Verwaltungsjob-Inhaber der UNB und des Umweltamts können sich vielleicht dumm stellen und sagen, sie hätten nicht gemerkt, daß sie gegen die Gleichbehandlung verstoßen.  Schließlich haben sie ihren Posten häufig nur durch Parteimitgliedschaft erhalten, nicht aber durch Intelligenz und Wissen.

Aber die Magistratsdirektorin im Rechtsamt muß in dem Verfahren 8 K 2054/08.F(2) gewußt haben, daß sie gegen das Grundgesetz verstößt;  denn ich habe von Anfang an mehrfach die Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes moniert, während sie ihn systematisch ignorierte.  Wenn schon noch nicht einmal im Rechtsamt die Verletzung der Gleichbehandlung gesehen wird, wie soll es dann erst bei der sonstigen Frankfurter Stadtverwaltung sein?  Für mich ist jetzt nachteilig, daß aus Kostengründen die Erstellung der Widerspruchsbescheide vom Regierungspräsidium auf das Rechtsamt der Stadt Frankfurt übertragen wurde, von dem ich meine, daß der Geist wider die Verfassung allgemein verbreitet ist.

Nach vielen, vielen Darlegungen meinerseits hat dann der Richter einen Vergleichsvorschlag unterbreitet und auf den Gleichbehandlungsgrundsatz hingewiesen, wobei ich allerdings die Kosten übernehmen mußte.  Diesen Vergleichsvorschlag lege ich bei:

Vergleich_8 K 2054_08.F(2)

23.05.2010

Rechtsamt und Gericht als Komplizen von Dieben und Vandalen?

Das Rechtsamt der Stadt Frankfurt führt in seinem Widerspruchsbescheid vom 04.03.2010 folgendes aus:  „Dies ist hier unter Heranziehung der Rechtsprechung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs der Fall.  In seinem Beschluß vom 26.09.1990 (AZ: 4 UE 3721/87, NuR 1992, 432) führt er aus, daß die Einfriedung von Gärten und Obstwiesen im landwirtschaftlich geprägten Außenbereich der Eigenart der Landschaft widerspricht;  insbesondere rechtfertigen Wildfraß und Diebstahl nicht die Einzäunung von Grundstücken.“

Diesen Satz hat das Rechtsamt wortwörtlich aus dem Beschluß 8 L 3814/09.F des Verwaltungsgerichts entnommen.

Nach meiner Überprüfung hat aber der Hessische VGH nicht ausgeführt, daß das Landschaftsbild den Vorrang habe vor dem Diebstahl, sondern dies hat das Regierungspräsidium in dem Prozeß gesagt.

Zum Diebstahl sagt der RP in Punkt 12:  „Das öffentliche Interesse an der Erhaltung der freien Natur und der Landschaft gehe dem privaten Interesse des Eigentümers an dem Schutz seiner Anpflanzungen vor Wildverbiß und Diebstahl vor.“

Beiliegend erhält der interessierte Leser das Urteil des VHG.

Urteil_VGH_4_UE3721_87

Diese Behauptung des RP wird in dem mir zugestellten Widerspruchs­bescheid als Erkenntnis des VGH dargestellt.  Der VGH selbst aber sagt es nicht.
Der VGH hat in Punkt 43 nur von dem Diebstahl eines kleingärtnerisch genutzen Grundstücks gesprochen:  „Der bessere Schutz eines kleingärtnerisch genutzten eingezäunten Grundstücks gegen Wildfraß und Diebstahl rechtfertigt außerhalb ausgewiesener Kleingartengebiete die Einzäunung von Grundstücken nicht, wenn diese Nutzung nicht bestandsgeschützt ist.“

Damit betrifft die Entscheidung des VGH gar nicht den Diebstahl meiner Obstwiese.  Man kann doch nicht in einem Gerichtsbeschluß oder einem Widerspruchsbescheid die Meinung des RP als Erkenntnis des VGH ausgeben.  Oder doch ???

Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich zwei Volljuristen gemeinsam irren, oder bin ich alternativ dazu verrückt?

Entscheidung des VGH zur Entfernung eines Zauns für einen Schafshalter

Zum Beschluß des VGH zum Schafshalter, den ich dem interessierten Leser hier vorlege,

Beschluss_4 TH 2165_94

habe ich in meiner Klage vom 16.02.2010 folgendes ausgeführt:

Der Beschluß 4 TH 2165/94 des VGH ist meiner Meinung nach auf meine Einfriedung nicht anwend­bar, da er auf einem anderen landwirtschaftlichen Motiv beruht.

Zunächst kann ich nicht überprüfen, ob die beiden Landschaftsschutzgebietsverordnungen miteinander vergleichbar sind.  Bei der Grüngürtel-VO hätte der Schafhalter einen offenen Weidezaun errichten dürfen, was ihm vielleicht ausgereicht hätte.  Auf diese naheliegende Ersatzlösung hat der VGH ihn jedenfalls nicht aufmerksam gemacht.

Der dort beschriebene Schafhalter konnte die von dem VGH als üblich angesehene Betätigung als Wanderschafthalter (Kapitel 13) nicht durchführen.  Er mußte die Schafe einzäunen, da sie ohne Zaun ausreißen, wobei der VGH meinte ein Perlongeflecht würde sogar genügen (Kapitel 33).

Mein Problem ist nicht, daß die Obstbäume weglaufen, sondern – wie in der Anlage A2 des Verfahrens  8 L 3814/09 F (2)  dargestellt– habe ich meine Obstbäume eingezäunt, um Straftaten zu verhindern.

Meine Einzäunung wäre also mit der des Schafhalters nur vergleichbar, wenn dieser eingezäunt hätte um zu verhindern, daß seine Schafe unerlaubt geschoren oder gestohlen werden.

Ein derartiger Ansatzpunkt ist in dem Beschluß des VGH für mich nicht erkennbar.

Wenn die Arbeitsgerichte dem Prinzip der Ehrlichkeit allerhöchste Bedeutung beimessen und die Kündigung einer Verkäuferin wegen Diebstahls eines €uros nach 35 Arbeitsjahren unerbittlich erkennen und dem Arbeitgeber sie zu entlassen gestatten (vgl. auchLukas 16,10), dann sollten meiner Meinung nach die Staatsorgane wie die UNB oder das Rechtsamt auch andernorts Prinzipientreue zeigen und nicht Obstdiebstahl bagetellisieren mit dem Hinweis der Eigentümer habe an seinen Früchten kein rechtliches Interesse zu haben.  Diese Entscheidung muß doch der Eigentümer selbst treffen und nicht insoweit von der Obrigkeit bevormundet werden.

21.05.2010

Die Grüngürtel-Verordnung der Stadt Frankfurt am Main ist nicht nur eine üble Heuchelei, sondern auch ein lächerlicher Unsinn.  Sie dient dazu u. a. den Mitgliedern der Partei der Grünen einen gut bezahlten, nutzlosen Verwaltungsjob zu verschaffen und die Liegenschaften der kleinen privaten Grundeigentümer zu entwerten, insbesondere auch mit Hilfe von Dieben und Vandalen, die in Komplizenschaft „unseres“ Staates und seiner Beamten-Clique in diversen Behörden aktiv sind.

20.05.2010

Warum sind die folgenden drei Aussagen ganz nahe verwandt?

a)  Es wäre ehrlicher alle Liegenschaften im Außenbereich gemäß § 35 BauGB zu enteignen.
b)  Die deutschen Selbstversorger werden von der deutschen Politik der Globalisierung geopfert und damit quasi-kastriert.
c)  Mein Zaun ist ein Globalisierungsopfer.

Gestern habe ich dargelegt, daß die Grüngürtel-Verordnung, die als Vehikel gegen mein Eigentum benutzt wird, reine Heuchelei ist.

Ernster ist allerdings zu nehmen, daß ich die agroindustrielle großflächige Arbeitsweise behindern könnte.

Vorgestern haben wir beim Bienensterben in ARTE gesehen, daß in Kalifornien Mandeln auf 100000 Hektar angebaut werden, also auf 1000 Quadratkilometern, 500mal mehr als das Sossenheimer Unterfeld.  Die ganze Welt wird mit diesen Mandeln versorgt, so sind auch die Preise bei den Discountern relativ preiswert, allerdings mit negativen Folgen, Bienentransport aus ganz Amerika, der Anbau in Mallorca ist rückläufig usw.

In meiner Jugend kann ich mich noch erinnern, wie unsere Politik gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR geiferte.  Heute sind unsere Politiker allerdings sehr froh, daß wir die ehemaligen LPGs haben, damit sie im Rahmen der WTO gegen ihre globalisierten Konkurrenten (mühsam) antreten können.  Ich habe allerdings meine Zweifel, ob das auf Dauer gut geht.  Vor einiger Zeit wurde gezeigt, daß ein amerikanischer Getreide-Farmer so wenig verdient, daß er trotz einer Betriebsfläche von 110 Quadratkilometer keinem seiner drei Söhne den Betrieb übergeben kann.

Wenn wir aber im Rahmen der WTO eine Landwirtschaft konkurrenzfähig behalten wollen, was ich für unmöglich halte, dann sind so große Betriebsflächen erforderlich, daß die private Nutzung des Eigentums im Außenbereich damit nicht übereinstimmt, da es bei uns eine ganz andere historische Entwicklung genommen hat als in den USA, Kanada, Australien, Argentinien, Brasilien.  Dann müssen wir ehrlicherweise auch zu einer Enteignung im Außenbereich schreiten und das den Eigentümern klipp und klar sagen, daß nicht nur der Kommunismus, sondern auch der globalisierte Kapitalismus ihrer privaten Nutzung des Eigentums im Wege steht.

(Das Beenden der Landwirtschaft in England im 19. Jahrhundert unter Lord Disraeli fand im Deutschen Reich damals große Bedenken, gerade auch bei Bismarck, den Herr Trittin im Bundestag bei der Diskussion über die Griechenlandkrise neulich als Nationalisten brandmarkte.  Dies führte dazu, daß England unbedingt das Monopol über den Handel der Weltmeere behalten wollte gegen das aufstrebende Deutsche Reich, was wesentlich zum Ersten Weltkrieg führte.)

Unsere Landwirtschaft hat die Globalisierungsschlacht schon verloren, das Sossenheimer Unterfeld wird demnächst ganz ohne Erwerbs-Landwirte sein.  Da mein Zaun auf einer alten Streuobstwiese steht, wird kein Landwirt behindert, damit stehe ich nicht im Widerspruch zu den Zielen der WTO der großflächigen Nutzung von Agrarflächen.  Aber mein Vorbild ist brandgefährlich für andere, denen es ebenfalls mulmig in unserem Staat ist, der demnächst leck schlagen könnte, und deswegen muß ich mit allen Mitteln bekämpft werden.

Demnächst werde ich einmal ausführen, welchen Nutzen die Selbstversorger für den Staat haben.

Beamtenschelte ist populär

Ein Leserbrief von mir gestern zu Herrn Böhringers Blog bei www.goldseiten.de hat meine Visitors um fast 50% gesteigert.  Das sehe ich als deutlichen Hinweis darauf, daß die Beamtenprivilegien auch von anderen Bürgern als anstößig angesehen werden.  Haben die eigentlich kein Gefühl dafür, daß das Eis für sie immer dünner wird?  Trotz der gewaltigen Propagandamaschinerie in den Medien lag die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in NRW nur bei 63 %.  Hat sich der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main einmal darüber Gedanken gemacht, warum nur noch 40% der Frankfurter Bürger zur Wahl gehen, und ich ihm durch Wahlenthaltung schon seit Jahren meine Anerkennung verweigere?

Der Bürger, die Judikative, Weisheit und Klugheit

Das Vertrauen der Bürger in die Rechtsprechung ist gründlich gestört.  Augenfällig wird dies dadurch wie sorgfältig die Richter von den Klägern abgeschirmt werden müssen.  Im Landgericht Frankfurt wird jeder Besucher durchleuchtet, wird gescannt und auf Herz und Nieren geprüft, weil er einem Richter gefährlich werden könnte.  Das war mal früher anders.  Die Rechtsprechung war zwar auch damals undurchsichtig.  Bekannt war sprichwörtlich:  „Im Gericht und auf See, ist man in Gottes Hand.“  Das ist jetzt aber viel schlimmer geworden.  Die Rechtsprechung ist für den normalen Akademiker ganz unverständlich, die ungeheure Menge an Gesetzen und Normen, ihre unklare vieldeutige Interpretation, gerade etwa bei der Grüngürtel-Verordnung, ebnet dem politischen Richterrecht Türen und Toren.

Und mit der Religion ist bei den Richtern auch die Ethik verlorengegangen und Klugheit wird sowieso bis zu ihrem zweiten Staatsexamen nicht gelehrt.

Da ist vielleicht einmal eine ganz kluge Entscheidung aus dem Alten Testament lesenswert, wie der König Salomon als Richter einen Fall entschied.  Das salomonische Urteil:  1. Könige 3, 16 – 28.

19.05.2010

Zufall, Hackerangriff, Subversion?

Unerklärlicherweise sind meine „Gedanken zum Landschaftsschutz (April)“, die ich zum Wohle der Frankfurter Bürger verfaßt habe, verschwunden.  Da ich diese Gedanken in Analogie zur Biographie der Juliane Kinkel im Eigenverlag herausgebe und eventuell auch bei der nächsten Kommunalwahl damit antreten wollte, bin ich natürlich etwas betroffen.  Dies könnte mich in den nächsten Tagen etwas Zeit kosten, so daß ich nicht soviel schreiben kann.  Unter Google können sie das derzeit leere Archiv noch finden.

Eine Hackerattacke ist auch nicht auszuschließen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Breite-Attacke-auf-Wordpress-996270.html
Also ein ictus contra libertatem der Presse, so ähnlich wie Rampolla de Tindaro im Konklave am 2. August 1903 sagte.

Es wäre schon schade, wenn ich durch mehrere Kleinanzeigen inzwischen fast 100 Visitors täglich anspreche und dann meine Überzeugungen verloren gehen!

(Inzwischen wurde geklärt, daß das Problem bei Firefox und Opera nicht mehr auftritt, sondern nur
bei Vista!)

Landschaftsschutz ist Heuchelei!

Was ich überhaupt nicht leiden kann ist Heuchelei.

Dazu schreibt Brockhaus:  „Heuchelei ist die aus selbstsüchtigen Interessen entspringende Vorspiegelung von Gesinnungen, die nicht vorhanden sind.  Ein Heuchler ist, wer mit Bewußtsein durch Wort oder Tat sich als Vertreter von Überzeugungen erscheinen läßt, die er nicht hat oder innerlich mißbilligt und verachtet.  Am häufigsten ist die Heuchelei auf dem religiösen oder politischen Gebiet.“

Leider aber häufig auch im privaten.  Wie oft wird wohl Liebe nur vorgeheuchelt!

In Sachen Landschaftsschutz habe ich ungefähr 8 Aktenordner gesammelt und finde deswegen im Ergebnis, daß es überhaupt nicht um Landschaftsschutz geht, sondern um handfeste politische und wirtschaftliche Interessen und der Landschaftsschutz nur geheuchelt ist zum Nachteil des Privateigentums.  Dazu könnte ich ein ganzes Buch vortragen, möchte aber nur exemplarisch auf die Ersatzretentionsfläche des Westhafens und die Rodung von 3 Quadratkilometern des Kelsterbacher Walds verweisen, wobei weitere 3 Quadratkilometer für die Spaziergänger nicht mehr zugänglich sind.  In beiden Fällen habe ich Bedenken geäußert.  In der Retentionsfläche bin ich sogar jetzt unmittelbar davon betroffen.  Ich greife nur einmal aus PARLIS B 139 von 2008 heraus:

„Die Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat mit ihrem Beschluss vom 17.09.1998,§ 2700 beauftragt, Maßnahmen an der Nidda, ihren Nebengewässern und den dazugehörigen Auen im Einklang mit den im Entwicklungskonzept „Naturnahe Nidda“ definierten Zielen zu gestalten.“

Die „Stadtverordnetenversammlung hat am 17.09.1998 beauftragt“ ist doch völliger Quatsch, weil ich schon im März 1998 von Herrn Schraml aufgefordert worden bin ein dort mir gehöriges Grundstück an die Stadt zu verkaufen, was ich unter falschen Voraussetzungen auch tatsächlich tat;  denn daß ich mich selbst dabei schwer schädigte, kam erst raus als das RP Darmstadt zwei Jahre später seine Schein-Anhörung machte.  Auch das „Entwicklungskonzept „Naturnahe Nidda““ ist falsch;  denn ich besitze das dazugehörige Gutachten und kann darin gar nichts von einer Ersatzretentionsfläche oder Flutmulde in Sossenheim finden;  verständlich, da der Planungsdezernent Dr. Wentz auf die Idee mit dem Westhafen erst später kam.

Als ich in dem Verwaltungsstreitverfahren „Verstärkerstelle“ den Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Fritz Klüsters persönlich fragte, warum das Anglerheim Nied in der Zone II stehen bleibt, ich aber nicht darf, antwortete er mir, wie ich eidesstattlich versichern könnte, das Anglerheim habe im Unterschied zu mir eine Erlaubnis.  Also in der Zone II haben die einen eine Erlaubnis, die anderen aber nicht, und wer eine Erlaubnis bekommt ist öffentlich nicht bekannt und steht nur im Ermessen des Herrn Küsters.  Das ist die Handhabung des Gleichbehandlungsgrundsatzes Artikel 3 GG!!!

Der Hausener Auenwald

Da ich die Selbstversorgung in meiner Jugend im Haus meines Großvaters Plank, An den Postwiesen 27, kennengelernt habe, möchte ich an dieser Stelle auf die letzten Reste des Auenwaldes verweisen, die 1973 durch den Bau der Autobahn weiter schwer geschädigt wurden:

http://hausener-auwald.de.tl/

Dazu werde ich später noch einmal schreiben.

18.05.2010

Max Otte zu „Bei Plasberg und den Politikern“ (am 12.05.2010 im ARD)

aus http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=13501.

Max Otte hat folgendes gesagt:

“Eigenverantwortliche Geldanlage: Als herauskam, dass ich Gold besitze, kamen aus der Runde gleich die Zwischenrufe, ich sei ein “Spekulant”. Das war auch schon bei Herrn Jörges, Chefredakteur des “stern”, der Fall gewesen, als er zugegeben hatte, dass sein Portfolio in den letzten Tagen auch etwas gesunken sei. Kein Wunder: Nur Jörges und ich verdienen Geld in der privaten Wirtschaft, die vier Politiker bekommen es vom Staat. Anscheinend machen nur wir beide uns Gedanken um die Kapitalanlage.

Es ist ja gut und in Ordnung, dass Politiker vom Staat bezahlt werden. Nur fehlt eben deswegen meistens bei dieser Berufsgruppe das Unterscheidungsvermögen zwischen langfristiger, eigenverantwortlicher Kapitalanlage und Spekulation.“

Die Politiker sind etweder selbst Beamte oder ihre Abgeordnetenbezüge sind denen der Beamten gleichgestellt:  Also die gleiche Suppe.  Max Otte will nicht, daß seine Vorsorge  ihm von denen vorgeworfen wird, die es durch ihre Überversorgung nicht nötig haben.

In der Schilderung der mündlichen Verhandlung habe ich am 12.05.2010 dargestellt wie fürchterlich es ist, daß eine fremde Spezies über mich entscheidet, die in jeder Hinsicht abgesichert ist, d. h. über mich als quasi-enteigneten Renter.  Als der Beamte Roman Herzog zum „Ruck durch Deutschland“ aufrief, meinte er natürlich nicht, daß einzelne Staatsbürger sich auf ihre Eigenverantwortung persönlich berufen könnten.

Also ein Aufruf an die Beamten:  Wenn Ihr es schon geschafft habt, ein riesen Privileg zu ergattern, hoffentlich durch echtes Verdienst !!!, dann laßt doch bitte die anderen in Ruhe für sich selbst auch vorsorgen;  denn die könnt Ihr doch im Zweifelsfall sowieso wieder zur Kasse bitten.

Butterpreise

Die Butterpreise steigen jetzt bei den Discountern auf 1,05 Euro.  n-tv bietet uns zur Begründung die vermehrte internationale Nachfrage an.  Beginnt jetzt die befürchtete Inflation der Güter des täglichen Bedarfs, nachdem die Sachwerte wie Aktien bereits gestiegen sind?

Es empfiehlt sich die Nahrungsmittelpreise jetzt sorgfältig zu beobachten.  Die Preise könnten jetzt steigen, weil der Euro um fast 20 % gefallen ist (ca. von 1,50 auf 1,20), so daß unser Warenangebot eher in außereuropäische Länder exportiert wird.  Oder weil wir eine phänologische Singularität haben durch die langanhaltende Kälte?  Für die Milchwirtschaft wird Mais benötigt, der ursprünglich aus Mittelamerika stammt, so daß es vielleicht zu kalt ist.  Auch die Probleme der Silage aus den wäremeempfindlichen Zuckerrrüben könnten von den Spekulanten schon antizipiert werden.

Kommentare

Gestern habe ich zwei lesenswerte Kommentare erhalten.  Die eine Mail privat an mich stammt von einem Ornithologen, der vemutlich ein Nachfolger der Herrn Häusler in Hausen ist, den ich vor 45 Jahren gut kannte und der ein geradezu fanatischer Vogelfreund war.

Der zweite aus Zeilsheim schreibt:

Hallo Herr Kremser,

ich bin wirklich beeindruckt und bin im Geiste bei Ihnen. Ich drücke Ihnen die Daumen und werde bei einem stillen Gebet an Sie denken.
Das was Sie und andere (auch ich) in dieser Sache durchmachen ist unzumutbar!! Ich bin auch betroffener (Zeilsheim).

Viele Grüsse
XYZ

Das Gebet kann ich in meiner Auseinandersetzung mit der Rotte Korah und insbesondere mit dem Sohn der Zeruja gut gebrauchen.  Zu letzterem äußerte sich der König David mit tiefer Abscheu gegenüber seinem Sohn Salomon.

Ist die Grüngürtel-Verordnung noch gültig?

In der Bannwaldverordnung zum Frankfurter Stadtwald stand ausführlich drin, daß dieser Waldbestand unverzichtbar sei als Teil des Grüngürtels Frankfurt.  Inzwischen wurden diese Wälder weitgehend gerodet durch Cargo City, Wartungshalle A 380, Flugbahn Nord, so daß der ursprüngliche Grüngürtel eigentlich gar nicht mehr besteht.  Kann man eine Verordnung noch als gültig ansehen, die seit ihrem Anfang total verändert wurde und so löchrig ist wie eine Schweizer Käse?

17.05.2010

Der Magistrat der Stadt Frankfurt und das Cross-Border-Leasing

In http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahn_Frankfurt steht unter „Betreiber“:

“Am 6. Juni 2003 beschloss der Magistrat den Verkauf und die Rückmietung des Netzes an ein US-amerikanisches Konsortium in Verbindung mit einem auf 99 Jahre Laufzeit ausgelegten Cross-Border-Leasing-Vertrag. Nach großem Widerstand bei den Bürgern (die Bürgerinitiative „Rettet die U-Bahn“ sammelte 48.000 Unterschriften) beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 18. September 2003 den Abbruch der Verhandlungen.”

Hiermit möchte ich folgendes kundtun:  Gegen diese Wahnsinnsidee des Magistrats der Stadt Frankfurt habe ich mich seinerzeit beteiligt durch Unterstützung des Mitglieds der BFF-Franktion Wolfgang Hübner.  Auf den Dank der Oberbürgermeisterin oder ihrer Stellvertreterin warte ich allerdings seitdem vergeblich.

Ich vermute stark, daß der Westhafen ebenfalls in Verbindung mit einem amerikanischen Konsortium gebaut wurde, so daß die Kulturlandschaft in Sossenheim dadurch entgegen der Gründürtel-Verordnung zerstört wurde.

Ungleichgewichtige Rechtsverletzungen

Wenn ein Mitarbeiter für seine Freundin unerlaubterweise einen Essensbon für 80 Cents in der Kantine seines Arbeitgebers einlöst, hält sich der Arbeitgeber für berechtigt ihn fristlos zu kündigen mit der folgenden Begründung:

“Der Arbeitgeber erlitt zwar keinen finanziellen Schaden durch den falsch verwendeten Gutschein. Aber er argumentierte, man habe nach dem Zwischenfall kein Vertrauen mehr in den 35-Jährigen, der als Einkäufer über einen Millionen-Etat verfügte.“

Vgl. auch:

http://www.stern.de/panorama/entscheidung-des-arbeitsgerichts-kuendigung-wegen-80-cent-essensbon-ist-nichtig-1565583.html
http://www.noows.de/urteil-kundigung-wegen-80-cent-aufgehoben-18225

Wieso soll ich dann noch Vertrauen in unseren Staat und seine Bediensteten haben, wenn er mir massenhaften Diebstahl auf meinen Grundstücken zumutet und mich für meine Einzäunung mit hohen Kosten bestraft?

16.05.2010

Zum Bundesverfassungsgericht

Den folgenden Kommentar habe ich am  09.05.2010 zum Thema „Wollt Ihr den totalen Euro?“ in
http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2010/05/08/wollt-ihr-den-totalen-euro
geschrieben:

Kommentar from: Jürgen Kremser [Besucher]
http://www.gruenguertel.kremser.info

“ZU: Das BVerfG hat heute (8. Mai) den Antrag der 5 Professoren um Hankel, Starbatty und Schachtschneider auf Einstweilige Verfügung gegen die GR-Milliarden, die der …  Bundestag am Freitag genehmigt hat, ABGELEHNT.

Sollten die 5 Kläger ernsthaft gemeint haben, das Bundesverfassungsgericht würde zu ihren Gunsten entscheiden? Das kann ich mir nicht vorstellen; sie können ihren Eilantrag nur als politisches Manifest verstanden haben. Sie müssen doch wissen, daß ein Recht nicht angewandt wird, wenn das Gericht eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der politischen Klasse durchsetzen müßte.

Die obersten Gerichte der Staaten sind eminent politisch. In der Geschichte gibt es viele berühmte Prozesse, die aus politischen Gründen entschieden wurden, in England gegen Lord Cleve, in den USA wegen Johann August Sutter, durch Kriegsprozesse wie gegen Saddam usw.

Persönlich war ich einmal betroffen von der Einführung einer nachträglichen 10jährigen Nachwirkungsfrist meines Schwiegervaters, der so unklug war vom Staat ein Darlehen zum Bau von Sozialwohnungen aufzunehmen. Ursprünglich konnten die Gläubiger der Darlehen die Sozialbindung los werden, wenn sie diese zurückgezahlt hatten; dann aber hat das BVerfG eine zehnjährige Nachwirkungsfrist nach Tilgung festgestellt mit schlechten Bedingungen und zynischer Begründung. Dieses BVerfG-Urteil würde sich übrigens bestens auf die heutigen Vorteile für die Solarförderung eignen.

Also: Der Appell an das BVerfG wird nur erfolgreich sein, wenn es einen Anschein seiner Unabhängigkeit nachweisen will, also in kleinen Fragen, wie der Pendlerpauschale, aber nicht in einer schwerwiegenden Frage wie über die Zukunft des Euros.“

Mit diesem Kommentar wollte ich mich einmal äußern zum Verhältnis zwischen Politik der Exekutive und Politik der Gerichte.  Gerichte sind natürlich auch Politik, nur einer anderen Gattung.  Politische Prozesse sind in der Geschichte etwas absolut normales.  Mir fällt da ein der Prozeß und die Hinrichtung des 16jährigen Konradin, der mit nur einer Stimme, der des Pronotars Robert von Bari, entschieden wurde, auf Befehl des Karl von Anjou.  Oder der Prozeß gegen Lord Clive, des Eroberers von Indien, der dabei unglaubliche Kriegsverbrechen verübte, die deswegen geahndet werden mußten, der aber Zeit seines Lebens aus Gründen der Staatsraison immer nur verhandelt wurde.  Dies hat Macaulay geschildert.  Oder Sutter, dem halb Kalilfornien gehörte und der vor dem Supreme Court um sein Eigentum in Washington kämpfte, nachdem sein Land von Goldsuchern heimgesucht wurde.

Zu den Beamten:  Zu den Gehaltskürzungen der Beamten in Spanien hat Herr Siebold gestern geschrieben in:
http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

“Und da haben Umfragen auch bereits ergeben, dass die “normalen” Angestellten und die Freiberufler, die hier “autónomos” heißen, sehr wohl damit einverstanden sind, dass man Staatsdienern zuerst an die Börse geht.”

Staatsfinanzen

Vor der Gefahr  sich für Griechenland einzusetzen haben zahlreiche ökonomische Koryphäen gewarnt und deswegen vorgeschlagen, die Griechen ziehen zu lassen.

Der ehemalige Chef-Ökonom der Deutschen Bank Norbert Walter hat davor gewarnt in seinem Artikel „Todsünde auf den Weg gebracht“:
http://www.walterundtoechter.de/
Auch der redliche Chef des Ifo-Instituts Prof. Werner Sinn, ist im ZDF zuletzt bei Maybrit Illner erstaunlicherweise zu Wort gekommen.
Schon im Altertum galten die Griechen gemäß Polybios als ziemlich dekadent.  Selbst der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an Titus 1, 12:  „Alle Kreter sind immer Lügner  … Dies Zeugnis ist wahr.  Darum weise sie scharf zurecht, auf daß sie gesund werden im Glauben.“

Die Tragödie, die jetzt in der EU ablaufen wird, erinnert mich an die Weissagung des Sehers Theoklymenos an die Freier bei Odysseus (20. Gesang, Vers 351), die mit Blindheit geschlagen sind:

“Ach, unglückliche Männer, welch Elend ist euch begegnet!
Finstere Nacht umhüllt euch Haupt und Antlitz und Glieder!

Also sprach er;  und alle begannen herzlich zu lachen,
Aber Polybios Sohn Eurymachos sprach zu den Freiern:
Hört wie der Fremde rast …
Hier kommt ihm alles wie Nacht vor!”

Ich bin mal gespannt, ob ich zu meinen Lebzeiten die Hintergründe dieser Aktion samt hilfreicher Unterstützung des Bundesverfassungsgerichts erfahren werde.  Heute morgen habe ich bei Johannes Scherr, Menschliche Tragikomödie, Teil 6, „Das rote Buch“ eine ähnliche Enthüllung zu den Staatsfinanzen gelesen, die vermutlich zu der Enthauptung des Königs Ludwig XVI. geführt hat.

15.05.2010

Überheblicher Optimismus, d. h. falsche Illusionen

Wir stehen mitten in einer schweren unlösbaren Wirtschaftskrise, die ihre tieferen Ursachen darin hat, daß die diversen Staatsorgane, insbesondere auch die Massenmedien, nicht das Volk in geeigneter Weise aufklären.  Philosophisch betrachtet sehe ich als Grund, daß überheblicher Optimismus vermittelt wird mit falscher Grundlage: den freien Willen der Wirtschaftssubjekte als ihre persönliche Verantwortung.  Sie finden das befremdlich?

Wir befinden uns in einer weltweiten Wirtschaftskrise, die eigentlich eine weltweite Schuldenkrise darstellt.  So sollen sich in den USA 30 Millionen Häuser in der Zwangsvollstreckung befinden, ganze Geisterstädte von geflüchteten Schuldnern verlassen worden sein.  Die Verschuldung beruht auf der Erziehung der Menschen zum Optimismus, d. h. sie haben Verträge abgeschlossen, mit der ihnen falsch anerzogenen Annahme, daß sie in Zukunft auch Geld verdienen und ihre Darlehen tilgen können.  Als sie die Unterschrift unter den Kreditvertrag setzten, wurde dabei fälschlicherweise postuliert, sie hätten die Freiheit des Willes und wären deswegen für ihre Unterschrift verantwortlich.  Tatsächlich war aber ihre Unterschrift nur der Reflex der ihnen von Staats wegen inkl. Massenmedien falsch vermittelten Anschauungen über ihre ökonomischen Zukunftserwartungen.  Die Sache mit dem freien Willen, der ihnen beigelegt wird, mit der sich Augustin, Luther, Calvin, Schopenhauer usw. befaßt haben, exisitiert vermutlich gar nicht, jedenfalls nicht in der Weise, die unser Rechtssystem den Wirtschaftssubjekten bei Vertragsabschlüssen beilegt.  Im philosophisch-metaphysischem Sinne existiert nämlich gar kein freier Wille bei dem rechtlich vorausgesetzten Vertragsabschluß.

Wegen des außerordentlichen Einflusses der Kreditinstitute, der sich jetzt in den 720 Milliarden Euro-Fonds manifestierte, hat keiner der Staatslenker bisher den naheliegenden Erziehungssatz von Ludwig Erhardt ausgesprochen:  Maß halten.  80 % der Autos, die wegen der Abwrackprämie gekauft wurden, wurden wieder auf Kredit gepumpt, ohne daß Frau Merkel oder Steinbrück mal gesagt hätten:  Paßt auf, verschuldet Euch nicht!

Das führt wieder zu meinem Thema.  Bei soviel falschem künstlich verbreitetem Optimismus darf man doch seinen Staatsbürgern nicht die Selbstversorgung verbieten, mit der nur affektierten Ästhetik des Landschaftsbildes bzw. der nur affektierten Erhaltung des Naturhaushalts.  Und zusätzlich den Bürgern durch Notarverträge, Grundbücher, Grunderwerbssteuer, Grundsteuer  usw. vorgaukeln, sie hätten ein wertvolles Eigentum, das tatsächlich gar nichts wert ist.

Alle den Staatsbürgern fälschlich eingeprügelten Illusionen werden demnächst zuschanden werden, z. B. Rente.  (Auf weitere große Probleme will ich sicherheitshalber hier nicht eingehen.)  Die Rente kann unmöglich wirtschaftlich real in Zukunft gezahlt werden, noch unmöglicher sind die Beamtenpensionen.  D. h. man läßt die Leute nach Einkommen differenzierte Rentenbeiträge zahlen, obwohl sie unmöglich mehr als ein einheitliches Gnadenbrot bekommen können!  D. h. der Betrug geht also weiter wie bei mir, wo nachträglich 7 Jahre bereits anerkannte Ausbildungszeiten gestrichen wurden.  Bei den Renten wird vermutlich die Zahlung des Renteneintrittsalters auf Richtung 73. Lebensjahr steigen.

Persönlich war ich auch einmal sehr betroffen von der unberechtigten Illusionierung der Staatsbürger.  Als Sanitäter bei der Bundeswehr war ich immer beiläufig an medizinischen Informationen interessiert.  Trotzdem hatte ich vor 2007 nie mitbekommen, daß durch MRSA in Krankenhäusern mehr Menschen sterben als durch Autounfälle, die in aller Munde sind.  Dies wurde mir erst bekannt, als ich selbst davon in einem Frankfurter städtischen Krankenhaus betroffen war. Was war das für ein Tabuzone!  Jetzt wird MRSA sogar im Fernsehen thematisiert, aber vor drei Jahren wurde das Riesenproblem öffentlich glatt totgeschwiegen, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, dem Ansehen des Krankenhauses nicht zu schaden, d. h. uns allen die Illusionen zu lassen.

Persönlichkeiten

Prof. Dr. Waldemar Wittmann

Morgen wäre mein verehrter Prof. Dr. Waldemar Wittmann 85 Jahre alt geworden.  Seine Frau hat mir vor einigen Wochen den Talar geschenkt, den er bei der 600-Jahr-Feier der Universität Köln getragen hat.  Ich werde ihn in Ehren halten!  Für ihn gilt aus Hamlet:

He was a man, take it for all in all, I shall not look upon his like again.

Die Veröffentlichung von Frau Wittmann zu “Kosmas und Damian” kann noch bei www.zvab.com bezogen werden.

Heribert von Esebeck

Der Nestor der Frankfurter Dendrologen ist Heribert von Esebeck, der sich mit viel Liebe und Anteilnahme um die Frankfurter Bäume gekümmert hat.  Als ich 10 Jahre war, arbeitete er am Lohrberg und hat mir Sämereien geschenkt wie die Pater noster-Erbse und vieles andere mehr.  Später habe ich an Führungen von ihm teilgenommen in Bad Soden sowie im Rödelheimer Solmspark, wo wir uns u. a. die riesige Kaukasische Flügelnuß anschauten.  Mein Vater Eberhard Kremser hat im Solmspark drei Bäume aus China anpflanzen lassen, die sich dort nur noch in einem abgelegenen Seitental erhalten hatten.  Auch das Denkmal an die Schlacht von Tannenberg 1914, das bis in den 60iger Jahren im Solmspark stand, hat er gerettet.  Über die Esebecks führt Mannlich aus:   „Die Freiherrn von Esebeck waren ein reichsritterschaftliches Geschlecht, dessen Besitzungen im Herzogtum Zweibrücken lagen.“

Zum Umweltamt der Stadt Frankfurt hat Herr von Esebeck in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 26. November 2002 ausgeführt:  „Ärgern kann er sich eigentlich nur über die ‚Naturbürokraten in den städtischen Ämtern’, die ‚Bäume wie Akten verwalten’“.

14.05.2010

Odysseus von Homer

Früher, als die Nutzung des Privateigentums an Grundstücken noch nicht von Staats wegen unmöglich gemacht wurde, konnte man seine Kinder noch naturnah erziehen und hatte unser Volk noch eine Hoffnung.  Heute nicht mehr!

Im 24. Gesang der Odysee, Vers 337 sagt Odysseus zu seinem Vater Laertes, der „gerade des Baumes Wurzel umhackte“ (Vers 241), also die Mulchdecke pflegte:

Denn ich begleitete dich als Knab im Garten; wir gingen
Unter den Bäumen umher, und du nanntest und zeigtest mir jeden.
Dreizehn Bäume mit Birnen und zehn voll rötlicher Äpfel
Schenktest du mir und vierzig der Feigenbäume; und nanntest
Fünfzig Rebengeländer mit lauter fruchtbaren Stöcken
Die du mir schenken wolltest;  sie hangen voll mancherlei Trauben,
Wenn sie der Segen Gottes mit mildem Wetter erfreute.

13.05.2010

Wert des Streitgegenstandes

Vorgestern habe ich in der mündlichen Verhandlung folgendes beantragt:  „Ich beantrage festzustellen, daß die Einzäunung meines Grundstücks zur Abwehr von Vandalen und Dieben zulässig ist.“

Dieser Antrag hat zu einer Erhöhung des Streitgegenstands von 5000 auf 10000 €uro geführt.  Dieser setzt sich jetzt wie folgt zusammen:

5000 €uro für meinen Antrag den Abrißbescheid des Zauns, verfügt von der Unteren Naturschutzbehörde, abzuweisen,

5000 €uro für meinen obigen Antrag zum Diebstahl.

Das finde ich nicht richtig!  Wenn man ein Grundstück einzäunt, so doch nur weil man es schützen will.   Ich erstelle einen Zaun doch aus keinem anderen Grund.  Der Schutz vor Diebstahl ist deshalb integraler Bestandteil der Einzäunung.  (Genauso wie man ein Auto normalerweise nicht kauft um ein Eigentum an sich zu haben, sondern weil man es auch fahren will.)

Nachdem der Dr. Dittmann in Kassel bei der Normenkontrollklage meine Ausführungen zum Diebstahl nicht erwähnt hat und Christian Schmidt vom Rechtsamt der Stadt Frankfurt viermal in seinen Abweisungsanträgen meine ausführlichen Ausführungen zum Diebstahl ignoriert bzw. den VGH falsch zitiert hat,  ist doch klar, daß ich diesen Antrag stelle.  Das ist doch auch die Frage, die mich die Grundeigentümer und die Spaziergänger im Landschaftsschutzgebiet fragen.

Deswegen:  Wieso wird durch den obigen Antrag der Streitgegenstand verdoppelt?  Dieses Problem kann  doch für ein Gericht nicht schwierig sein und außerdem geht es meiner Meinung nach um das zugrundeliegende Problem.

Eine Entscheidung des Gerichts könnte doch etwa sein:
a) Die Ästhetik des Landschaftsbildes ist nach reiflicher Abwägung höherwertiger als Diebstahl.
b) Oder:  Als Verwaltungsgericht sind wir nur für Ästhetik, nicht aber für Straftaten zuständig,
c) oder:  der Schutz der wildlebenden Tiere durch einen Zaun vor Jagdhunden ist nicht erforderlich,
d) oder:   der Schutz der wildlebenden Tiere ist durch die Erhöhung des Zauns nicht zu gewährleisten usw.
Zahlreiche weitere Begründungen könnte ich mir vorstellen.

Es interessiert mich als Ethiker wie die Gerichte die Konflikte zwischen Ästhetik und Sittengesetz lösen, wem sie die höhere Priorität geben.  Der Richter hat übrigens selbst das Dilemma angestoßen.

Neuste Nachrichten

Endlich wurde in Europa ein Durchbruch erzielt!!! In Spanien hat die Regierung Zapatero beschlossen die Beamtengehälter um 5% zu reduzieren!

Hier mein Vorschlag für die Bundesrepublik:

a)  Wegen der bei uns höheren Gehälter werden die Beamtenvergütungen von A10 bis A12 um 15% reduziert, die ab A13 um 25 %, und zwar auf die Höhe des Ruhestandsgehalts, d. h. 75 %, von dem die Beamten bisher auch sehr gut leben können.

b)  Sämtliche Zulagen für Richter, Bundesbankbeamte, Ministerialbeamte usw. werden fristlos gestrichen.

c)  Aus Gründen des Gleichbehandlungsgrundsatzes werden Beamte pflichtversichert für Rente, Krankenkassen und Arbeitslosigkeit.

d)  Dadurch kann die Beihilfe sofort abgeschafft werden, und es entfällt das Privileg sich kostengünstig als Privatpatient behandeln zu lassen.

e)  Die Beamtenpensionen werden rückwirkend stark reduziert.  (Als Begründung kann man vermutlich das reichlich harte BVerfG-Urteil heranziehen, das zur Rück- und Nachwirkung bei der Aufhebung der Kreditverträge für den sozialen Wohnungsbau zur Anwendung gelang.)  Diese Maßnahme ist sowieso unerläßlich, da es in Zukunft unmöglich sein wird, real die Beamtenpensionen weiterhin zu bezahlen.  Ich habe schon einmal dargelegt, daß gerade die Beamtenbezahlung im Ruhrkampf wesentlich die Druckerpresse für das Papiergeld erzwang.  Das wollen wir doch nicht schon wieder mir allen politischen Folgen, z. B.  von 1933 – 1945 ???   Man kann auch sehr gut begründen, daß die Beamten bisher sehr viel besser als die sozialversicherungspflichtigen Bürger die beschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben für eine Lebensversicherung nutzen konnten, was bestimmt auch im Durchschnitt erfolgte.

f)  Speziell für Frankfurt am Main werden alle städtischen Verwaltungsstellen um ca. 50% abgebaut.

g)  Diese Änderungen werden durch ein Gesetz erlassen, in dessen Präambel ausgeführt wird, daß die Staatsdiener in Anbetracht einer schweren Wirtschaftskrise sämtlichen Staatsbürgern mit gutem Vorbild hinsichtlich des allgemeinen Wohls vorangehen wollen.

Mail an Prof. Dr. Max Otte zu “Hart aber fair” gestern im ARD

—– Original Message —–
From: Jürgen Kremser
To: info@privatinvestor.de
Sent: Thursday, May 13, 2010 10:51 AM
Subject: Kauf von Ackerland
13.05.2010
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Otte,
seit Jahren verfolge ich die Ausgaben Ihres Buches “Der Crash kommt” und Ihrer Aufsätze und Interviews in www.goldseiten.de.
Speziell zu Ihren gestrigen Ausführungen in der Talkshow “Hart aber fair” im Fernsehen zum Erwerb von Ackerland gestatte ich mir jedoch den Hinweis, daß das Privateigentum im Außenbereich gemäß § 35 BauGB wertlos ist, da keine Zäune errichtet werden dürfen.
In meinem Forum www.gruenguertel.kremser.info habe ich diesbezüglich sämtliche Gerichtsbeschlüsse und Schriftsätze meinerseits veröffentlicht.  Ob ich das endgültig verlieren werde, ist noch nicht entschieden, aber de facto ist Meinung der Staatsbediensteten, daß  die Ästhetik des Landschaftsbildes höherwertiger ist als der Schutz vor Vandalismus und Diebstahl.
Schönen Tag,
Jürgen Kremser

12.05.2010

Klassenunterschiede

Alle meine Freunde sind entsetzt, daß die drei Herren Fritz Küsters, Frank Albrecht und Christian Schmidt meinen Antrag abgelehnt haben, mein Grundstück zum Schutz gegen Vandalen und Diebstahl einzäunen zu dürfen.  Auch daß dem Richter gar nichts anders übrig bleibt bei der Gesetzeslage als sich quasi auf Befehlsnotstand zu berufen und damit die Vandalen und Diebe de facto begünstigt werden,  zwar suaviter in modo, aber fortiter in re.  Das ist schon erschütternd!  Was ist nur mit unserem Staat los?  Wo ist die Freiheit geblieben sich eigenverantwortlich zu entwickeln, Selbstversorgung zu betreiben und einen individuellen Weg zu gehen, der nicht en vogue ist, als da sind die Todsünden:  Spekulation,  Geldgier, Luxus, Glücksspiel, Unzucht, Blasphemie usw.  Mehrere Fernsehsender frönen nachts dem Voyeurismus mit Pornographie zum Verderben der Jugend, aber meine Bodenarbeit wird vom Staat nicht toleriert und mit hohen Strafen belegt!

Bei der mündlichen Verhandlung hatte ich deutlich den Klassenunterschied zwischen mir und den vier Beamten.  In jedem Staat, selbst bei den Bienen, gibt es unterschiedliche Klassen, Kasten oder Stände.  Bei den Indern ist die höchste Kaste die der Brahmanen, vor der Französischen Revolution gab es drei Stände:  Adel, Klerus, Bürger.  Im deutschen Kaiserreich gabe es die folgenden Stände:  Adel, Bürger und Proletarier mit Dreiklassenwahlrecht.  Marx führte dann den Begriff der Klassen statt Stände ein.

In unserem Staat gibt es meiner Meinung nach drei Klassen:  das Großkapital, die Beamten und die Werktätigen.  Das Großkapital gab es schon immer, so im Altertum etwa Perikles in Athen.

Ergebnis:  Bei der mündlichen Verhandlung haben Vertreter einer mir nicht zugehörigen Gesellschaftklasse über mein Wohl und Wehe entschieden, die gar nicht mit mir in einem Boot sitzen.

Die Beamten sind vom Staat gut versorgt und erhalten 75 % ihres Gehalts als Pension, also ca. 85 % ihres letzten Nettogehalts.  Ihre Pensionen sind an die Zuwächse der aktiven Beamten gekoppelt, die mit der Inflation notwendigerweise steigen müssen.  Ihre Loyalität muß nämlich unter allen Umständen gewährleistet sein;  das ist Staatsraison.  Die große Inflation kam 1923 ins Rollen, als nach der Ruhrgebietsbesetzung durch die Franzosen die Reichsregierung zum Generalstreik aufrief, so daß die Steuereinnahmen einbrachen und die zur Bezahlung der Beamtengehälter die Druckerpresse für die Schaffung des Papiergelds angeworfen wurde.

Diese vier beamteten Personen beratschlagen also bei der mündlichen Verhandlung über mich, ob ich als Rentner, der keine Einkommenszuwächse mehr bekomme, meine eigene Vorsorge treffen darf oder nicht.  Sie sind somit eine mir fremde Klasse, die über mich eine ihr untergebene Klasse befinden und urteilen.

Dies erinnert mich sehr an die Memoiren des Fürsten Peter Krapotkin, wenn er beschreibt wie wenig die Gutsbesitzer von den  Leibeigenen in Rußland wußten bzw. sie sich gar nicht in ihre Probleme hineinversetzen konnten, so daß  sie erstaunt waren dies in den Theateraufführungen zu erfahren.

Den folgenden Antrag habe ich heute bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt:

per Einwurfeinschreiben

Jürgen Kremser

Bottenhorner Weg 40

60489 Frankfurt

Frankfurt, den 12. Mai 2010

An die

Untere Naturschutzbehörde

z. Hd. Herrn Fritz Küsters

Galvanistr. 28

60486 Frankfurt

Ihre Beseitigungsanordnung vom 10.11.2009 für mein Obstbaum-Grundstück in Sossenheim Flur 39, Flurstück 46

Naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme

Sehr geehrter Herr Küsters,

hiermit beantrage ich die von mir auf dem obigen Grundstück gepflanzten 18 Obstbäume als Ausgleichsmaßnahme für den sie schützenden Zaun vor Vandalismus und Dieben.

Auf S. 4 Ihres obigen Bescheids schreiben Sie, es kämen auch keine Kompensationsmaßnahmen nach dem HENATG in Betracht.  In den Verfahren 8 K 336/10.F(2), 8 K 748/10.F(2) habe ich dies bestritten, zuletzt auch mit meinem Schriftsatz vom 27.04.2010.

Der Magistrat veröffentlicht die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen nicht im Amtsblatt.  Nur ausnahmesweise wird dies der Öffentlichtkeit bekannt wie jetzt für die Deutsche Bank in PARLIS M 25 vom 12.02.2010 (http://www.stvv.frankfurt.de/parlis/parlis.htm).  Herr Josef Ackermann darf sich vor Straftaten schützen, während Sie dies mir beharrlich verweigern.

Durch die Nichtveröffentlichung der Kompensationsmaßnahmen im Amtsblatt sehe ich mich in dem Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt.

Hochachtungsvoll,

11.05.2010

Heute fand die mündliche Verhandlung in meiner Einzäunungsklage statt.  Außer dem Richter Fetzer und mir kamen noch die Herren Fritz Küsters, Frank Albrecht von der UNB sowie Christian Schmidt vom Rechtamt der Stadt Frankfurt am Main.

Anwesend war auch noch der Imker, der für die Einzäunung meines Grundstücks warb.  Herr Küsters riet ihm die Bienen auf das Grundstück der HGON zu stellen, da gibt es aber vermutlich ein Problem mit dem Herrn K., der dort schon seine Bienen hat, die ihm die UNB gekauft hat.  Den Appell des Imkers, d. h. vox populi, fand jedenfalls hinsichtlich meiner Einzäunung wenig Gehör, genausowenig wie Volkesstimme bei der Einführung des Euro, dem Krieg in Afghanistan und der finanziellen Griechenland-Hilfe.

Der Richter gab sich große Mühe mir die Rechtsfragen zu erklären und sprach zu mir wie zu einem kranken Gaul im Sinne von Guizots Lehrbuch „Histoire de France racontee a mes petits enfants“.

Was ich im folgenden wiedergebe ist das, was ich persönlich meine verstanden zu haben.  Der Richter muß selbstverständlicherweise sein Urteil nach den Gesetzen richten ohne Rücksicht auf seine persönliche Meinung, und diese Gesetze sind eben aus meiner Sicht das Problem.

Folgendes habe ich gelernt:

a)  Die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes ist in den letzten Jahrzehnten sehr bearbeitet worden und quasi lückenlos.  Dabei hat sich herausgestellt, daß Eigentum das ist, was innerhalb der Verordnungen und Gesetze erfolgt.  Ich habe also keine Möglichkeit Selbstversorgung und Nutzung meines Eigentums zu betreiben, wenn die Grüngürtel-VO dies verhindert, weil – aus meiner Sicht – irgendwelche eigentumsfeindliche Ideologen diese so aufgesetzt haben.  Herr Christian Schmidt wies darauf hin, daß die UNB mich hart bestrafen muß, weil die Nutzung meines Eigentums durch hohe Strafen „wirkungsvoll“ verhindert werden muß.

b)  Die Tatsache, daß mir das Regierungspräsidium Darmstadt in klarer Erkenntnis meiner Eigenschaft als Nicht-Erwerbslandwirt in dem Normenkontrollverfahren die Einzäunung zugesagt hat, ist nicht Gegenstand des gegenwärtigen Verfahrens und wird deswegen auch nicht untersucht und kann auch von mir nicht als Beweismittel herangezogen werden.  Diese Aussage habe ich leider trotz meiner beiden akademischen Diplome nicht verstanden.  Wer mal Zeit und Lust hat, kann dazu vielleicht einen Kommentar abgeben.

c)  Auch mein Antrag die Zäune als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme der gepflanzten Bäume anzuerkennen, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens.  Dies bedeutet also wieder, daß ich morgen per Einschreiben einen neuen Antrag bei der UNB stellen muß, gegen den ich wieder klagen kann.  Solche Aktivitäten zu Gleichbehandlungsgrundsätzen, die dem Denunziantentum in Frankfurt Tür und Tor öffnet, erzwingt eine Stadtverwaltung, die es fertiggebracht hat, die Wahlbeteiligung auf 40% zu reduzieren!

Zum Schluß habe ich noch den Antrag gestellt festzustellen, daß die Einzäunung meines Grundstücks zum Schutz von Vandalen und Diebstahl zulässig ist.  Daraufhin wurde der Streitwert auf insgesamt 10000 Euro erhöht.  Der Streitwert ist damit genauso hoch, wie er vermutlich wäre, wenn über das Grundstück in einer Enteignung entschieden würde, also 2000 qm a 5 Euro Bodenrichtwert pro qm.  Das ist meiner Meinung nach auch sinnvoll, weil die Entfernung des Zauns tatsächlich eine kalte Enteignung darstellt.

Die Entscheidung des Richters heute nachmittag ist absolut unzweifelhaft.  Als armer Rentner wurde ich daraufhin gewiesen, daß die zukünftigen Verfahren teurer sein werden, weil die Stadt sich nicht mehr durch das Rechtsamt, sondern durch teure Rechtsanwälte vertreten lassen wird, die dann auf dem jetzt schon sehr hohen Streitwert mich dann richtig in die Kniee zwingen werden.  Also:  In der Demokratie gilt:  one man one vote, aber nur wer Geld hat, kann auch Recht kriegen vor Gericht, es  sei denn er ist so arm, daß er ohnehin nichts zu verteidigen hat.  (Übrigens denselben Trick wenden manche Kreditinstitute an.  Wer da klagt, findet einen in der Bank residierenden Rechtsanwalt, der beim Unterliegen des Klägers seine volle Gebühr nimmt.  Und so geht auch die Obrigkeit bei uns gegen einen Abweichler vor.  Diese Verhaltensweisen der Verwaltung bestärken mich in dem schon geschriebenen Essay in Frankfurt auf Immobilien möglichst zu verzichten.)

Auch mein Grüngürtel-Forum wurde erwähnt, da ich es in einem Schriftsatz erwähnt habe.  Es wurde diskutiert, daß ich öffentliche Bedienstete namentlich erwähnt habe bzw. eventuell gegen das Diskriminierungsverbot verstoße und dadurch die Obstbäume in den Hintergrund treten.

Ich habe zugesagt die Sache zu überlegen, meine aber bisher im Rahmen der Meinungsfreiheit geblieben zu sein.  Öffentlich Bedienstete müssen sich gefallen lassen, daß ihre Entscheidungen diskutiert und beurteilt werden, solange keine Beleidigungen vorkommen.  Eine wahrheitsgemäße fundierte Meinungsäußerung zu den Amtsträgern muß aber in einer Demokratie möglich sein.

Wie wenig es auf meine persönliche Meinung ankommt, sieht man auch daraus, daß einer der heutigen Beteiligten auf der Beamtensprosse der A-Vergütungen unlängst um eine weitere Sprosse reüssiert ist.

In den nächsten Tagen werden ich die Abweisung des Gerichts per Zustellungsurkunde erhalten.  Dann habe ich einen Monat Zeit mich an den 4. Senat des VGH in Kassel zu wenden.  Ich habe also einen Monat Zeit mir die Sache zu überlegen.

09.05.2010

Verstoß gegen Gesetz und Recht des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main?

Der Magistrat ist nur berechtigt die Fehlbelegungsabgabe sowie die Abgabe für die Stellplatzsatzung zu erheben, um sie einer gesetzlichen Zweckbestimmung zuzuführen.  Dies geschieht jedoch nach meinem Kenntnisstand nach wie vor nicht, vielmehr werden die Abgaben rechtswidrig zur Deckung des laufenden Haushalts erhoben.  Besonders pikant ist, daß von der Fehlbelegungsabgabe größtenteils die parteipolitisch gefärbten Mitarbeiter des Amts für Wohnungswesen bezahlt werden dürften.

Gemäß § 10 Abs. 1 AFWoG (Zweckbestimmung der Ausgleichszahlung) gilt:

„Das Aufkommen aus den Ausgleichszahlungen ist laufend zur sozialen Wohnraumförderung nach dem Wohnraumförderungsgesetz sowie zur Finanzierung der auf der Grundlage des Zweiten Wohnungsbaugesetzes  … zu verwenden.“

Nach meinem Kenntnisstand wurde die laufende Verwendung auf sankt Nimmerleintag verschoben.  Auf diesen Umstand habe ich in meiner Klage 4 E 4590/01 (V) beim Verwaltungsgericht Frankfurt aufmerksam gemacht.  Warum weist das Rechtsamt den Magistrat auf diese Verstöße nicht hin?  Warum wird dazu nichts veröffentlicht?

So ähnlich verhält es sich bei der Stellplatzsatzung, vgl. (http://www.stvv.frankfurt.de/parlis/parlis.htm)  Berichte des Magistrats B 928 vom 17.12.2007 sowie B 650 vom 20.10.2008.  Warum werden Mittel der Stellplatzsatzung für investive Maßnahmen im ÖPNV bzw. des Fahrradverkehrs verwendet?

Die Überprüfung dieser Sache  dürfte nicht öffentlich Bediensteten übertragen werden, auch keinen Wirtschaftsprüfern als Hoflieferanten der Magistrats, sonder regional und wirtschaftlich unabhängigen Wirtschaftsprüfern oder Juristen.

06.05.2010

Heute brachte das Sossenheimer Wochenblatt einen Vorschlag des Ortsbeirats 6 der SPD, der an Einfachheit und Vernunft kaum zu überbieten ist,  der aber gerade dadurch deutlich zeigt, wie unfähig der Magistrat der Stadt Frankfurt ist.

Es wird vorgeschlagen Bauschuttabfälle bei der FES in der Breuerstraße abgeben zu können und wird damit begründet, daß soviel Bauschutt im Grüngürtel illegal abgelegt wird, wie ich es auch unter „Bilder“ gezeigt habe.  Die Stadt hilft den Eigentümern rein gar nicht, wenn Abfälle bei ihnen deponiert werden.  Es wird ihnen verwehrt ihre Grundstücke zu nutzen und einzuzäunen;  sie sollen aber die Abfälle auf ihre Kosten entsorgen und nach Fechenheim bringen!   Also wieder eine sadistische Idee der verkappten Kommunisten!  Seit Jahren werden Kacheln illegal im Landschaftsschutzgebiet deponiert, vielleicht von einem Schwarzarbeiter, der mit Fliesen sein  Zubrot verdient.

Als mir einmal eine Steinesammlung neben meinen Walnüssen abgekippt wurde, habe ich bei der Stadt angerufen.  Nein, sie hätten keine Entsorgung von Bauschutt mehr.  Der Beamte deutete an, daß er vermute, ich hätte selbst die Steine deponiert, damit die Stadt sie entfernt!  Ein Jahr lang habe ich gebraucht um Eimer für Eimer die Steine wegzubringen.  Neben der ehemaligen Verstärkerstelle wurde Asphaltabfall deponiert.  Warum soll ich die Kosten für die Entsorgung übernehmen, wo die Stadt mich nur kujoniert und morgen ist schon wieder der Abfall dort?  Ich habe schon genug zu tun, um die Abfälle der Grüngürtel-Besucher zu entfernen und mit der Stadt zu prozessieren um mein Eigentum zu verteidigen.

Auch der Dippel in Eschborn, den ich besucht habe, hilft nicht immer aus.  So z. B. Säcke aus Zement nimmt er nicht an, die im Main-Taunus-Kreis wiederum nehmen sie auch nicht an, weil sie aus Frankfurt kommen.

Also bravo, vielleicht wird sogar einmal ein vernünftiger Vorschlag des Ortsbeirats 6 in die Tat umgesetzt.

Tagebuch eines Obstbauers (2010)

Mittwoch, 21. April 2010

25.01.2011

Obst wird jetzt als Unterbegriff der Selbstversorgung geführt:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1715

Obstinfo und Obst-Tagebuch (2011)

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2090

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=2092

30.11.2010

Inhaltlich gehört hierher noch die Seite Selbstversorgung:

http://gruenguertel.kremser.info/?page_id=1715

20.11.2010

Ich bringe heute wieder mal was von Mathias Siebold vom 19.11.2010 aus der Kanareninsel La Palma;

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

denn die Spanier haben wie wir erhebliche Wirtschaftsprobleme,

http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=4561

so daß wir uns schon einmal an Selbstversorgung gewöhnen können:

Leute kauft palmerische Produkte!
Die gute und die schlechte Nachricht von der Landwirtschaftsfront

Fangen wir mit der schlechten Nachricht an, damit wir mit der Guten aufhören können. – Seit Jahren bemüht man sich ja nun schon, mal auf Privatinitiative, mal seitens der Behörden, um der lokalen Landwirtschaft wieder mehr Bedeutung bei der Versorgung der Bürger mit Lebensmittel zu verleihen. – Da hat man sich bereits Mitte der neunziger Jahre auf das globale Spiel der billigen Lebensmittel im Supermarkt eingelassen, mit der traurigen Folge, dass die heimische Landwirtschaft zunächst die Käufer, und später selbst die Lust verloren hat. – Dieses Pendel schwingt jetzt aber wieder ein bisschen zur anderen Seite, immer mehr Menschen verstehen inzwischen den direkten Zusammenhang zwischen funktionierender lokaler Landwirtschaft und funktionierender Gesellschaft, wenn man schon eine ländlich geprägte Region ist. – Außerdem vertraut man halt dem Nahem mehr als dem unbekannten Fernen, und reichlich Lebensmittelskandale sorgen ja auch für weitere Verunsicherung bei den Verbrauchern. –  …
Die gute Nachricht nun vom lokalen Primärsektor ist, eine Million Kilo Kartoffeln aus La Palma sollen Verbraucher auf den anderen Kanareninseln beglücken. – Das ist doch eine schöne Nachricht und erinnert an eine Zeit, als man La Palma noch die Speisekammer der Kanaren nannte und man selbst auf Lanzarote zum Fisch in ordentlichen Lokalen ausgesprochen ostentativ darauf hinwies, dass man selbstverständlich zum Fisch Kartoffeln aus La Palma serviere. – Das ist leider fast komplett vorbei, nicht weil die Qualität der Kartoffeln nachgelassen hätte, sondern weil schlichtweg die Wertschöpfungskette in der palmerischen Landwirtschaft einen entscheidenden Knacks wegbekommen hat, und man längst aus dem Exportgeschäft rausgeflogen ist. – Das soll nun wieder angeleiert werden, auf vertraglicher Basis hat man einhundert palmerische Bauern gedungen, sie sollen diese eine Million Kilo Kartoffeln in der jetzigen Saison ziehen, und man würde ihnen das Kilo vor 60 Cent abkaufen. – 60 Cent, das ist für den Landwirt OK, zusätzlich erhält man auch noch die Saatkartoffeln, nicht dass da jemand altes und degeneriertes Saatgut verwendet, wenn man schon mal die Möglichkeit hat, wieder mit Kartoffeln um sich zu werfen, dann muss man das auch ordentlich machen. – Allerdings muss man sich fragen, zu welchem Preis denn dann die Erdäpfel auf den anderen Insel an den Verbraucher gebracht werden sollen, denn diese 60 Cent sind der Erzeugerpreis, da ist Konditionierung der Kartoffeln, Transport und Vertrieb noch gar nicht enthalten. – Nimmt man eine konservative Kalkulation, dann müssten die mindestens 2 Euro als Verbraucherpreis im Supermarkt kosten, und ich darf bezweifeln, dass der Verbraucher dann noch ein Herz für La Palma mit aus der Geldbörse zieht. – …

(Jürgen Kremser:  Ganz persönlich habe ich da auch Bedenken;  denn ich habe vor zwei Wochen beim Penny für 7,5 kg gewaschene wohlschmeckende Kartoffeln nur 2,49 Euro bezahlt, aber vielleicht haben die Bauern in La Palma mehr Glück.)

09.11.2010

Ende Oktober habe ich an meinen größeren Walnußbäumen sowie den Eßkastanien den Raupenleim angebracht von Schacht, zum Schutz der Rinde auf das aufgeklebte Tesaband.  Bei den Walnüssen gab es im Frühjahr eine wahre Epidemie von kleinen grünen Käfern, die die Blätter anfraßen.  Die meisten dürften zu den Blättern geflogen sein, trotzdem waren die Leimringe von ihnen voll, da sie vermutlich auch den Stamm hochkrochen.

Bis zum 9. November sind die Frostspanner noch nicht aufgetaucht.  Ich schütze nur alle zwei Jahre die jüngeren Bäume gegen die Frostspanner, da geringer Befall nicht zum Kahlfraß führt.  Die Apfelgspinstmotten waren allerdings dieses Jahr wirklich sehr stark.  Viele Apfelbäume waren im späten Frühjahr ganz braun.  Wenn der Befall nächstes Jahr wieder so stark ist, werde ich wohl spritzen müssen.

Wenig Glück hatte ich auch dieses Jahr wieder mit Birnen.  Der Mollebusch-Baum trug sehr viel, wenn auch nicht so viel große Früchte wie in den früheren Jahren.  Sie schmecken ausgezeichnet, wenn die Früchte äußerlich sich noch hart anfühlen, beim Durchschneiden spürt man dann, daß sie innerlich weich, saftig und wohlschmeckend sind.  (Auch haben sie schöne große gesunde schwarze Samen.  Ich hätte richtig Lust aus ihnen Sämlinge zu ziehen.)  Aber die anfallenden Mengen kann man beim besten Willen nicht verbrauchen.  Spätestens nach drei Wochen werden sie immer weicher, so daß man sie letztendlich alle wegwerfen muß.

So ähnlich ging es mir mit der Alexander Lucas, die ich ideal kurz vor dem Baumfall geerntet habe.  Gemäß Walter Hartmann, Farbatlas alte Obstsorten, sollten sie sich bis Weihnachten halten.  Nichts von dem bei mir.  Ein großer Teil fing schon im Oktober an einzuschrumpeln bzw. zu faulen, so daß ich jetzt gar keine mehr habe, sondern alle wegwerfen mußte.

Dasselbe schlechte Ergebnis hatte ich bei der Oberösterreichischen Weinbirne sowie der Schweizer Wasserbirne.  Gemäß Walter Hartmann oder Herbert Petzold, Birnensorten, sollte sich der Verzehr bis Ende November bzw. Dezember halten.  Ich wollte einmal einen Versuch machen und habe einige Steigen zum Frischverzehr aufgehoben.  Sie waren alle schon entweder Ende Oktober braun oder wenn sie äußerlich noch grün waren, dann doch schon innerlich braun, also auch nicht genießbar.

Jetzt habe ich nur noch eine Steige Madame Verte, die dieses Jahr wiederum erstaunlich klein sind.  Vom Verzehr her sind sie so ähnlich wie die Mollebusch, d. h. wenn sie außen hart sind, sind sie innerlich schon recht weich und geschmacklich angenehm.

Von der Pastorenbirne habe ich nur einige wenige Früchte geerntet, die allein sich für die längere Haltbarkeit geeignet hätten.  Allerdings sind zahlreiche Äste abgestorben, so daß man die grünen Äste suchen kann.  Die Gräfin von Paris ist schon vor einigen Jahren abgestorben.

Die Vereinsdechantbirne hatte ich zu früh gereift, da sie sehr stark von Wespen und Hornissen befallen worden sind.  Die geernteten sind alle schon vor Wochen eingeschrumpelt.  Man kann sie essen, aber nur zur Not.

Die Gute Luise hat sich bei mir nur so etwa zwei Wochen gehalten, dann fingen sie an wäßrig braun zu werden, so daß ich mehrere Steigen weggeworfen habe.

Auch Boscs Flaschenbirne war wieder ein totaler Reinfall.  Sie trägt jedes Jahr sicher mehr als 100 kg, wird von Wespen befallen und hält sich nur ein paar Tage, entgegen den Sortenbeschreibungen in den Büchern, z. B. Walter Hartmann 3 – 4 Wochen.  Sie scheint mir auch zu Verwertung nicht so geeignet zu sein.  Wenn man sie hartreif erntet, kann man sie nicht einkochen, da sie dann auch sterilisiert noch hart bleibt.  Und die ideale Reife besteht vermutlich nur an einem bis zwei Tagen.

Dasselbe git übrigens auch für die Oberösterreichische Weinbirne.  Der kaltgepreßte Saft eignet sich hervorragend zu Gelee (2 Teile Saft zu 1 Teil Gelierzucker), aber wehe wenn man die Früchte zu Marmelade verarbeiten will.  Im Unterschied zu Quitten, die bei der Marmeladenerstellung in kürzester Zeit zerfallen, mußte ich einen Topf ca. 10 Minuten lang stampfen um einen Brei zu erzeugen.

Es wundert micht, daß die Sortenbücher bzgl. der Verzehrdauer bei den Birnen so viele falsche Angaben enthalten.  Ich habe ca. 15 Sortenbücher aus den letzten 100 Jahren, die allesamt nicht verläßlich sind.  Ich weiß es nicht:  Habe ich falsche Sorten gekauft, liegt es am Boden, am falschen Pflücktermin, am Wetter.  Es ist rätselhaft.

Für den Liebhaber, der wie ich eine Omegaschere zur Veredelung nutzen kann, schlage ich folgendes Verfahren für Birnen vor:  Ein bis maximal zwei Birnen anzupflanzen als Mehrsortenbäume mit den folgenden Sorten.

Frühe von Trevoux

Mollebusch

Gellerts Butterbirne

Alexander Lukas

Vereinsdechantbirne

Madame Verte

Pastorenbirne

Frühe von Trevoux und Madame Verte wachsen schwach.  Diese kann man nicht als Baumgrundlage pflanzen, sondern nur auf die Leitäste eines anderen einsetzen.  Sonst hat man, wie bei mir, daß z. B. eine Kopfveredelung von Trevoux schwach aus dem Sämling wächst und dann aus der Trevoux wieder eine dickerere Oberösterreichische Weinbirne wächst.

Über die Sortenprobleme der Äpfel werden ich vielleicht ein andermal berichten.

22.10.2010

Der Winter rückt langsam näher.  Am 18.10.2010 gab es die erste größere Kratzaktion in Sossenheim um morgens die Autoscheiben zu säubern.  Heute, am 22.10., lag der erste Frost auf den Dächern.  Damit haben wir wieder ziemlich dieselbe Zeit wie im vergangen Jahr 2009 als der erste Frost auf den Dächern am 18.10. lag.

Die Ernteaktion ist jetzt vorbei bis auf den Eßkastaniensämling.  Jetzt kommt die Überwachung des Vorrats, was auch nicht ganz einfach ist.

Bei den Eßkastanien war das Ergebnis diese Jahr so:  Der Ecker 1 hat fast nichts getragen durch Spätfrost im Frühjahr.  Die Bäume stehen aber noch wunderbar tiefgrün da.  Die Marone von Lyon blüht später, hat wieder sehr reich getragen, aber auch viele kleine, nur in der Spitze sind die Früchte groß und ziemlich kugelrund.  Die Lyoner, die ich von der Baumschule Schmidt in Sindlingen bezogen haben, tun sich schwerer stark zu werden;  denn es sind Kopfveredelungen, während die Ecker 1 Fußveredelungen sind, die ich von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein bezogen habe.  Von dort habe ich zur Bestäubung auch einen sehr spät blühenden Sämling erhalten.  Er ist von allen am kräftigsten gewachsen und hätte dieses Jahr eigentlich 25 kg abwerfen können, und zwar ebenfalls große Früchte.  Statt dessen habe ich nur ca. 2 kg geerntet.  Fast alle Schalen enthalten taube Kastanien, und wenn sie herunterfallen ist ihr Ansatz an den Schalen noch weiß, brauchen also noch ein paar Tage um braun zu werden.

Die nicht benannte veredelte Kastanie vom Wirtz und Eicke wird in etwa zur selben Zeit reif wie die Lyoner, ist auch sehr groß.

In der Ecker 1 mit Kopfveredelung von der Baumschule Heinrich in Bischofheim lasse ich jetzt mal die unteren Austriebe wachsen, um den Baum aufzuästen.  Die Kopfveredelung sitzt auf einer ca. 2 m hohen Hochstamm und kommt sonst nicht vom Fleck.

Damit ergibt sich folgendes Ergebnis:  Da Eßkastanien selbstunfruchtbar sind, wäre es sinnvoll Fußveredelungen von Ecker 1 und der Marone von Lyon zu pflanzen.  Wenn man den Spätfrost der Ecker 1 vermeiden will, noch eine weitere Veredelung oder einen Sämling.

Zur Zeit esse ich jeden Tag nachmittags 12 Eßkastanien, die in der Schale 20 Minuten lang gekocht wurden und dann mit einem Teelöffel ausgeschabt werden.  Sie sind ziemlich süß und nahrhaft und ersetzen gut Gebäck.

Inzwischen sind die Preise gefallen.  Der Penny verkaufte gestern 500 Gramm zu 1,29 Euro, und zwar aus Italien.  Voriges Jahr lieferte er Maronen aus China.

In den nächsten Tagen muß ich den Raupenleim anbringen wegen der Frostspanner.  Die Frostspanner gehen interessanterweise auch an Eßkastanien und Walnüsse.  Es empfiehlt sich das baune Natoband um den Stamm zu kleben, um das Band dann mit dem Raupenleim anzubringen.

16.10.2010

Am 14. habe ich den Schweizer Winterglockenapfel geerntet, am 15. den Golden Delicious.

Den Schweizer Winterglockenapfel halte ich für eine ganz wertvolle Dauersorte, die viele Vorteile hat.  Der Baum trägt regelmäßig sehr reich, fast ohne Alternanz, obwohl er in armem Sande steht.  Also ein Massenträger wie Oldenburger.  Das Fruchtfleisch ist reinweiß mit feinem angenehmen Aroma.  Er ist haltbar bis April/Mai und ist von der Größe größtenteils ausreichend und hat wenig Schorf und kaum Schalenschäden.  Der Befall mit Obstmaden ist vergleichsweise gering und erreicht keinesfalls den starken Befall wie beim Kaiser Wilhelm.  Der einzige Nachteil bei mir sind Rindenschäden.  Er hat bei  immer mal wieder abgestorbene Rindenstellen, die ich dann mit Bayleton verschmiere, dieses Jahr sogar mal hilfsweise mit Bitumen.  Leider hat sich der 1992 gepflanzte Baum nicht kräftig entwickelt.  Ich führe dies darauf zurück, daß er auf einem Gelände steht, das mit reinem Sand aufgefüllt wurde.

Von dem Golden Delcious, früher in der DDR: Gelber Köstlicher, habe ich zwei Hochstämme.  Einen als Sämlingsunterlage, einen anderen auf M11.  Den Delicious auf Sämling habe ich dieses Jahr nicht geernte.  Er alterniert und trägt dieses Jahr mal wieder sehr viel, aber auch überwiegend klein und stark verschorft.  Die Früchte auf M11 sind überwiegend größer, alternieren weniger und haben auch nicht so stark Schorf und sind sehr süß.  Von letzterm habe ich die Hälfte geerntet, die kleineren ließ ich hängen, da mein Lager voll ist.  Die Delicious haben schon fast alle Blätter abgeworfen.  Die Äpfel hängen aber meistenteils noch fest an den Zweigen.

Wenn ich es noch einmal könnte, würde ich den Delcious durch die Champagner-Renette ersetzen.  Diese schmeckt nach meinem Dafürhalten so ähnlich wie der Delicious, sieht auch so aus, hat aber nicht diese extreme Kleinfrüchtigkeit und das Schorfproblem.  Dieses Jahr habe ich von der Champagner-Renette allerdings fast nichts geerntet, da der Baum extrem von der Apfelgespinstmotte gelitten hat.

Auch die Birne Madame Verte habe ich am 14.10. geerntet.  Sie ist dieses Jahr extrem kleinfrüchtig und wurde teilweise schon von Vögeln angepickt.

Als letzte Frucht steht jetzt noch der Eßkastaniensämling an, der dieses Jahr wieder mal Probleme mit dem Ausreifen haben dürfte.

13.10.2010

In den letzten Tagen habe ich den Riesenboiken, den Schönen von Nordhausen, die Kanada Renette (Pariser Rambour) sowie den Mutsu geerntet.  Morgen mache ich noch den Golden Delicious ab sowie den Schweizer Winterglockenapfel, der Golden Delicious ist allerdings ziemlich klein und teilweise verschorft.  Die Berlepsch und die Kaiser Wilhelm konnte ich wegen des Autodiebstahls nicht abmachen.  Sie sind auf den Boden gefallen.

Bei dem Eßkastanien-Sämling sind heute die ersten Kastanien gefallen.  Da der Boden um den Baum schon übervoll war voller tauber Früchte, habe ich diese mit dem Rechen entfernt.  Ich kann jetzt unter dem Baum die verwertbaren Früchte auflesen.  Beim Kochen der Kastanien hatte ich heute den Eindruck, daß der Sämling geringfügig weniger süße Kastanien liefert. Gegen das Pflanzen von Sämlingen dürfte also sprechen, daß man eventuell eine sehr späte Sorte hat, die nicht mehr ausreift, und der Geschmack nicht so gut ist.  Andererseits sind Eßkastanien selbstunfruchtbar.  Man braucht also eine zweite Sorte, am besten etwa Ecker 1 verbunden mit der Marone von Lyon.  Letztere liefert allerdings bei mir auch viele kleine Früchte, nur in den Spitzen sind die Früchte groß.

Birnen muß ich jetzt massenhaft wegwerfen, wie etwa Gute Luise, Charneu, Mollebusch, Gellerts, diverse Lokalsorten, da sie exponentiell schnell reif, weich und braun werden, also geschmacklos.  Birnen sind also nur etwas für jemanden, der sich an John Seymour orientiert und zusätzlich Ziegen oder Schweine hält.  Das dürfte allerdings ein Problem sein, da es noch nicht einmal in einer Großstadt wie Frankfurt am Main einen Schlachthof für einen Metzger gibt.

Vergleichsweise gut hält sich die Alexander Lukas.  Sie wurde baumreif geerntet und wird jetzt schrumpelig, d. h. sie schrumpft.  Wenigstens muß man sie nicht sofort wegwerfen und hat noch die Illusion, daß man sie noch einmal essen wird.  Morgen werde ich noch versuchen die Madame Verte sowie die Pastorenbirne zu ernten.

Bei den Walnüssen lag heute keine einzige mehr am Boden.  Ich habe jetzt das Schloß an der Tür wieder entfernt.

10.10.2010

Die Walnußernte geht in Sossenheim langsam zu Ende.  Heute habe ich als letzte Ernte noch einige Nüsse der Parisienne geerntet, deren Nüsse größer waren als in den früheren Jahren.  Für mich als Selbstversorger war die Ernte ausreichend, aber eigentlich haben nur zwei Bäume reichlich getragen:  Klon 26 oder Klon 1247 (bzw. 1497?), mittelmäßig Klon 139.  Die Ernte von Klon 120, Klon 286, Esterhazy II, Weinsberg 1 waren gering, einerseits durch die Krankheit Marssonina juglandis. andererseits auch durch geringen Fruchtansatz.  Auch die Franquette hatte große Nüsse angesetzt;  ich habe sie aber abgeschlagen, da das Grundstück nicht eingezäunt ist und die Diebe sie bei ihrer Ernte nicht abbrechen können.

Eines meiner Walnuß-Grundstücke hat 8 Bäume, veredelt auf Juglans regia, gepflanzt im November 1993, gekauft von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.  Der Vater des jetzigen Inhabers sagte mir damals, daß ich sehr zufrieden sein könnte, daß von den 8 gepflanzten Walnuß-Hochstämmen sieben angewachsen seien.  Nur ein Klon 120 starb damals ab.

Keinerlei Probleme hatte ich mit dem Anwachsen von Walnuß-Heistern auf Juglans nigra, die von der Baumschule Schott (Breisgau) an die Baumschule Heinrich in Bischofsheim geliefert wurden.

Im vergangen Jahr war die letzte Nußernte am 15.10.2010.

Die Eßkastanien-Ernte von Ecker 1 sowie der Marone von Lyon ist jetzt zu Ende.  Letztere verliert jetzt ihr Laub, während Ecker 1 noch tiefgrün und gesund dasteht.  Ecker 1 trug dieses Jahr fast nichts wegen der Spätfröste im Frühjahr.  Der Sämling wirft zur Zeit ausschließlich taube Früchte ab.  Ob der Sämling überhaupt eßbare Früchte liefern wird, bleibt abzuwarten.  Im letzten Jahr fiel der erste Sämling am 08.10., sein Maximum war am 12.10. und die letzten wurden am 22.10 geerntet.  Am 18.10.2009 gab es den ersten Frost auf Dächern.

Die Sorte Mollebusch ist eine ausgezeichnete wohlschmeckende Birnensorte, doch kommt man leider mit dem Verzehr nicht nach.  Am 20.09. habe ich sie geerntet;  doch bereits jetzt muß ich viele wegwerfen, weil sie weich und dann innen braun werden.  Sobald sie gelb werden, muß man sie wegwerfen.  Sie schmecken nur aromatisch , wenn sie noch grün sind und sich außen hart anfühlen.  Beim Durchschneiden merkt man dann, daß das Messer innen auf weichere Gefilde stößt.

Durch den am 28.09. geschilderten Diebstahl meines Autos, wurde ich bei der Apfelernte gehindert.  Inzwischen sind fast alle Äpfel des Kaiser Wilhelm (zwei Bäume)  auf den Boden gefallen.  Ich habe mich deswegen auf die Ernte des Roten Boskoop konzentriert.  Für den Winter werde ich den Boikenapfel abmachen sowie den Schweizer Winterglockenapfel.

06.10.2010

Meine Bedenken bzgl. der Marone von Lyon vom 25.09.2010 waren unberechtigt!  Bereits am 29.09. fielen deren erste Früchte und heute am 06.10. habe ich bereits fast drei Viertel aufgelesen.  Auch die Ecker 1 aus der Steiermark dürften jetzt zu Ende sein.  Kennzeichnend für die Maronen von Lyon ist daß sie sehr viel tragen, davon aber häufig auch kleinere.  Die Frage ist, ob es am Boden liegt, oder weil es sich um Kopfveredelungen handelt, während die Ecker 1 am Wurzelhals veredelt wurden usw..  Geschmacklich bin ich jedoch mit beiden zufrieden.  Da mir die Arbeit beim Rösten mit den perforierten Pfanne zu viel Arbeit beim Umschwenken ist, bin ich dazu übergegangen die ganzen Früchte inkl. Schale 20 Minuten zu kochen und anschließend mit einem Löffel auszuschaben.  Also esse ich jetzt jeden Abend ca. 18 Eßkastanien.  Sie schmecken sehr gut, und das scheint mir ein gutes Aufwand- zu Ertrag-Verhältnis.  Die Ecker 1 hatte ich von der Baumschule Bartsch aus Geisenheim am Rhein.  Deren Inhaber schlug vor auch einen Sämling der besseren Bestäubung wegen zu pflanzen.   Dieser Sämling hat sich bisher zum größten Baum meiner Eßkastanien entwickelt.  Die Früchte sind auch erstaunlich groß, kommen aber sehr spät.  Bisher hat er dieses Jahr nur taube Früchte mit Schalen abgeworfen.

Am 25.09. habe ich die Oberösterreichischen Weinbirnen geerntet und pressen lassen.  Sie waren sehr süß und hatten wenig Gerbsäure.  Ich habe aus ihnen sehr delikaten Gelee erzeugt.  Die Marmelade der Oberösterreichischen schmeckt auch sehr gut, die Früchte mußten jedoch gestampft werden, da die Früchte nicht zerfallen.  Der ursprüngliche Baum ist zwar kräftig gewachsen, hat aber wieder nur wenig getragen.  Hingegen haben zwei Veredelungen dieses Baums:  einmal auf die Frühe von Trevoux und die Madame Verte außerordentlich viel getragen und schienen mir auch früher reif zu werden als der Ursprungsbaum.

Da ich der besseren Bestäubung halber mehrere Birnen auf einem Baum habe, und sich die Oberösterreichische freigemacht hat, sehen die Bäume ganz lustig auf.  Die Frühe von Trevoux ist ein Kopfveredelung mit (vermutlich) einer Zwischenveredelung von Gellerts.  Die Trevoux wächst dünn aus der Kopfveredelung der Gellerts heraus, aus dem Seitenast der Trevoux wächst wieder eine dicke Öberösterreichische heraus und hat sich zum Leitast der Trevoux entwickelt.  So ähnlich ist es bei der Madame Verte.

25.09.2010

Heute fielen die ersten Ecker 1 Eßkastanien (aus der Steiermark) herunter, also gelbe Schalen mit großen Früchten.  Der Beginn ist also 13 Tage später als im vergangenen Jahr.  Ferner wird auch die Chataignier griffe, die ich vom Wirtz und Eicke bezogen hatte, jetzt reif.

Ich bin mal gespannt, ob die Marone von Lyon es noch schafft reif zu werden.  Fast aussichtlos dürfte es für den Eßkastanien-Sämling sein, der im letzten Jahr erst kurz vor dem starken Frost reif wurde.

Gespannt bin ich auch, ob es mir nächstes Jahr gelingt meine Eßkastanien, die ich aus Früchten von La Palma gezogen habe, zu veredeln.  Denn Friedrich König, Obstbau heute, schreibt:  „Umveredelung durch Pfropfung erlauben nur klimatisch bevorzugte Lagen.“

Die Walnußernte ist jetzt voll am Laufen.  Sehr ertragreich ohne Alternanz ist unverändert Klon 26.  Ich muß jetzt jeden Morgen und Abend auflesen, um den Dieben den Anreiz zu nehmen, über den Zaun zu steigen.

Bei den Walnüssen habe ich den Eindruck, daß ein wahres babylonisches Sprachenwirrwarr besteht und diverse Irrtümer vorliegen.  Die Sorte Klon  26 treibt bei mir früh aus, ist also frostgefährdet.  Doch in allen Büchern steht ausnahmslos 26 treibe spät aus und wäre ertragssicher.  Die Verbrennungen durch Frost durch  frühen Austrieb im Frühjahr sprechen eine andere Sprache.

Die Sorte, die ich als Klon 1497 gekauft habe, scheint auch mit Klon 1247 übereinzustimmen.  Meine Sorte hat auch die ovale Form, jedoch eine ziemlich harte Schale im Gegensatz zur Literatur, genauso wie Klon 26.  Zum Knacken beider eng anliegender Nüsse braucht man ziemlich viel Kraft, im Gegensatz zu Klon 139 und Weinsberg 1.

Die Ernte von Klon 1497 bzw. 1247 geht jetzt dem Ende zu.  Klon 26 hat immer noch sehr viel Nüsse.  Klon 139 hat dieses Jahr weniger Nüsse.  Die Sorten Klon 120, Esterhazy II sowie Weinsberg 1 tragen dieses Jahr wenig;  da sie sehr viel schwarze verdorbene Nüsse haben durch Marssonina juglandis.

20.09.2010

Heute habe ich die Birne Mollebusch abgemacht.  Es handelt sich um eine alte fränkische Lokalsorte, die um Würzburg und Frankfurt am Main verbreitet ist.  (Vgl. auch Walter Hartmann, Alte Obstsorten)  Sie ist äußerlich noch ziemlich hart, wenn man sie aber aufschneidet, ist das Innere doch erstaunlich weich, aromatisch und süß.  Es ist wieder eine große Kunst den richtigen Pflücktermin herauszufinden.  Als 2006 das letzte Mal eine reichliche Birnenernte im Sossenheimer Unterfeld gab, habe ich bei der Mollebusch zu lange gewartet, so daß sie dann ohne Säure und Aroma, also wirklich ungenießbar mehlig, war.  Als ich sie jetzt abmachte, hingen die Früchte noch fest an den Zweigen.  (Sie hat so schöne schwarze Kerne, daß ich die Kerne von einer mal ausgesät habe, die sogar schon keimten.)

Im Unterschied zu der Birne Alexander Lukas, die ich gestern abmachte.  Da habe ich genau den richtigen Zeitpunkt gefunden, da sie baumreif hohen Fruchtfall hat.  Sie löste sich sehr leicht vom Baum, ich hatte aber kaum Verluste durch vorherigen Fall auf den Boden.

Im Unterschied zur Mollebusch ist Alexander Lukas derzeit noch nicht reif, sondern ziemlich hart.  Ich muß also zuerst die Mollebusch verzehren.  Von der Guten Luise von Avranche werde ich morgen zwei Steigen wegwerfen, da sie jetzt innerlich braun werden, und wir sie nicht verbrauchen konnten.

16.09.2010

Obsternte

Jetzt kommt die Obsternte in die heiße Phase.

Voriges Jahr begann am 15.09.2009 die Walnußernte mit Klon 26 (Geisenheim) und Klon 1497 (Mark Brandenburg), dieses Jahr mit denselben Klonen am 16.09.2010, so daß ich etwa 1 kg einsammeln konnte.  Das stürmische Wetter in den letzten Tagen hat dazu geführt, daß einige herunterfielen, zum Teil allerdings noch die frühreifen wegen marssonina juglandis, aber immerhin.

Dagegen haben die Eßkastanien das kühle Frühjahr noch nicht eingeholt.  Die erste Ecker 1 aus der Steiermark begann im vergangenen Jahr am 12.09.2009 reif zu werden.  Davon sind sie jetzt noch weit entfernt.  (Es sind ohnehin nur wenige, da der erste Austrieb im Frühjahr durch die Kälte verbrannt war.)

Leider fielen durch das stürmische Wetter auch viele von den oberösterreichischen Weinbirnen herunter, die eigentlich erst in ca. vier Wochen zur Ernte vorgesehen sind.  Da sie traubenförmig zusammenhängen wie Mirabellen, war  ein Teil von ihnen entweder schon verfrüht reif, oder sie fielen herunter durch die mechanische Bewegung.  Sie sind schon manchmal etwas gelb bzw. rötlich und sehr saftig und süß;  der Gerbsäuregehalt nicht so stark, nach meinem Empfinden wie bei Gellerts Butterbirne.  Sie wäre zum Dörren gut geeignet, aber leider habe ich dazu jetzt keine Zeit mehr.

Hingegen war die Birne Alexander Lucas jetzt richtig baumreif und wurde von mir geerntet.  Obwohl sie sich also relativ leicht vom Ast löste, lagen nicht so viele vom Sturm heruntergeschüttelte am Boden.

Inzwischen füllt sich meine Schiebehorde immer mehr mit Birnen.  Das letzte Mal gab es eine große Birnenernte in Sossenheim im Jahre 2006.  Drei Jahre lang gab es dann fast keine Birnen wegen der Birnengallmücken.

Die Madame Verte, die Mollebusch und die Pastorenbirnen müssen noch warten.

14.09.2010

Seit längerem verfolge ich das Drama um die kanarische Banane im Kampf mit der Dollar-Banane, erläutert vom Mathias Siebold am Beispiel der Insel La Palma.  Die EU-Kommission fordert, daß die Subventionen der kanarischen Landwirte im Rahmen der WTO gestrichen werden.  Das bedeutet im wesentlichen, daß United Fruit mit seinen mittelamerikanischen Sklaven den europäischen Landwirten den Garaus macht.  Ich finde dies im Hinblick auf die Sicherheit der Nahrungsversorgung schlimm.  Gewisse Restbestände an Landwirtschaft müßten wir unbedingt erhalten als Versicherungsprämie gegen Katastrophen, wie sie in der Geschichte der Menschheit immer eingetreten sind.  Ich sehe aber, daß immer mehr Weinberge aufgegeben werden müssen, Streuobstwiesen verkommen, der Gen-Bestand der Obstbäume sich inzwischen unwiderruflich reduziert hat.  Die Mehrausgaben für die Nahrungsmittelsicherheit hätten wir – als früher wohlhabendes Land – aufbringen können.

Als ich vor 10 Jahren mit den Eßkastanien angefangen habe, wäre das vielleicht mal ein interessanter Markt geworden, da Deutschland geplant immer mehr von Südländern besiedelt wird.  Inzwischen verkaufen die Discounter jedoch Eßkastanien aus China zu Schleuderpreisen!

Herr Siebold berichtet jetzt am 14.09.2010, daß die Palmerer teilweise von Bananen auf Avocados (persea americana) umsteigen wollen.

http://www.la-palma-aktuell.de/cc/news.php

„Regen wäre auch interessant für Avocados, eine Pflanze die hier prächtig gedeiht, und der man schon öfter eine große und herausragende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel versprochen hat. – Und das schon seit vielen Jahrzehnten. – Noch in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte man die Avocado, hier Aguacate genannt, nach La Palma und damals lobte man die eierförmige Frucht als Konkurrenz, wenn nicht gar Ablösung für die Bananen.“

Auf La Palma habe ich wunderschöne große Avocado-Bäume  gesehen, brechend voll der sog. Avocado-Birnen.  Der Penny liefert Hass-Avocados aus Israel, der Aldi etwas preiswerter aus Südafrika.  Man muß warten bis die Früchte weich werden, dann kann man sehr wohlschmeckende, fettreiche Früchte essen, die ausgelöffelt werden müssen.  Nachzulesen bei Gunther Franke, Früchte der Erde, zu beziehen bei www.zvab.com.

13.09.2010

Gestern habe ich trotz meiner Hemmungen wegen Sonntagsarbeit die Hauszwetschen in Zeilsheim abgemacht.  Es handelt sich um für Zwetschen ziemlich alte Bäume, ca. 80 Jahre, und ich war auf die Mithilfe meines ältesten Sohnes Martin angewiesen.  Die Hauszwetschen sind jetzt im optimalen Zustand und wären sehr gut geeignet für Bäcker, also nicht überreif und geschmackvoll.  Wenn die Hauszwetschen überreif werden, werden sie innen braun und sind nicht mehr ansprechend.  Hingegen wird die Bühler im überreifen Zustand dann innen nicht braun, aber so weich, daß man sie auch nicht mehr mag.  Wir konnten deswegen keine Hauszwetschen herunterschütteln, sondern mußten sie meistenteils ernten. Die Ernte ist dieses Jahr vergleichsweise gering.  Voriges Jahr konnte man die Menge nicht verarbeiten.  Für die geringere Menge dieses Jahr kommen viele Gründe in Frage:  Witterung während des Blühzeitpunkts, Begünstigung der Narrenkrankheit während des Wachstums, Alternanz nach vollen Jahren.  In Sossenheim hängt fast gar nichts an den Hauszwetschen.  Denn bei geringem Ansatz sind fast alle madig.  Regelmäßig Ernten habe ich allerdings bei der Ersinger Frühzwetsche und der Bühler.

Empfehlen kann ich nur die Hauszwetschen und die Bühler.

Die Sorte Top, die ich 1998 gepflanzt habe, wurde seinerzeit von der Fachhochschule in Geisenheim am Rhein empfohlen.  Mit ihr bin ich aber nicht zufrieden.  Sie sind zwar groß, schmecken aber weder nach Säure noch nach Zucker, eher mehlig.  Außerdem sind die Früchte sehr stark von Maden befallen, und der Baum wächst nicht so stark, was allerdings an der Unterlage liegen könnte (vielleicht ist es die Orleans-Unterlage).  Außerdem hat sie schon sehr viel abgängige Äste.

Die Anna Späth Zwetsche ist auch groß, hat auch guten, von der Hauszwetsche variierenden, Geschmack, hat aber viele Schimmelfrüchte, die dann eine ganze Gruppe infizieren, wobei auch die Äste häufig krank werden und absterben.  Sie stammt aus Ungarn, und ihre Blätter und Zweige erinnern an die Große Grüne Reneclaude.  Sie wurde selektioniert von Ludwig Späth, dessen Baumschule im Baumschulenweg in Berlin 1300 preussische Morgen umfaßte, und der sie nach seiner Frau Anna benannte.

Die Ersinger Frühzwetsche hat auch häufig tote Zweige.  Sie kommt sehr früh und ihr Geschmack ist sehr gut.   Sie ist aber weder zum Backen noch zur Marmelade zu gebrauchen, so daß man den Gefrierschrank besser für die Bühler oder Hauszwetschen aufhebt.  Die Discounter bieten parallel zu ihr Cacaks Früheste aus Ungarn an.

Am gehaltsvollsten ist somit die Hauszwetsche (100 g entspricht 188 kcal gemäß Tjerk Buishand), trotz der Narrenkrankheit und den manchmal abgängigen Zweigen.

Die Bühler trägt regelmäßig hoch, ist wohlschmeckend, das Holz sehr gesund, auch wenn die Fruchtmumien am Ast kleben, allerdings ein bißchen säuerlicher, so daß ich für die Darre nur Hauszwetschen nehme.

06.09.2010

Heute habe ich wieder einmal das streitbefangene Eßkastaniengrundstück gemäht.  Wenn in den nächsten Wochen die Eßkastanien herunterfallen, müssen sie komplett aufgelesen werden;  denn ansonsten können einzelne Früchte, die vom Kastanienwickler befallen wurden sich vermehren und dann könnte die Situation nächstes Jahr epidemisch werden.  Dies ist auch einer der Gründe, warum ich die Diebe nicht auf das Grundstück lassen kann.  Wenn die nachts kämen und die Früchte herunterreißen würden, könnten viele Eßkastanien versehentlich ins Gras fallen, unentdeckt bleiben und die Wickler den Winter überleben.  Nach meinem Kenntnisstand gibt es bisher im Sossenheimer Unterfeld nur noch eine einzige weitere Eßkastanie auf dem Grundstück des ehemaligen Wasserwerks gegenüber meiner ehemaligen Verstärkerstelle.

Die Diebe haben den streitbefangenen Zaun inzwischen präpariert.  Hinter der letzten Eßkastanie wurde an einem Pfosten die Krampen entfernt, so daß der Pfosten wackelte, und sie schnell über das 1 m hohe Drahtgeflecht hätten springen können.  Diese Aktion habe ich inzwischen rückgängig gemacht.  Ich bin mal gespannt, was den Dieben sonst noch so einfällt.  Ich muß mir auch überlegen, wie ich angemessen reagiere.

Einige Infos zu Eßkastanien

a)  Wer sich für Eßkastanien interessiert, sollte sich einmal auf der Homepage

www.ig-edelkastanie.de

umschauen.  Die Interessengemeinschaft hat auch ein niveauvolles Faltblatt erstellt und veröffentlicht eine Diplom-Arbeit zu Eßkastanien.

b)  Im Sossenheimer Wochenblatt vom 5. August 2010 wird die Pflanzung einer Eßkastanie abgebildet mit der Inschrift „Zum Angedenken an J. W. von Goethe, gespendet vom ‚Club der raren Schreibkunst’, ‚Esskastanie’“.  Dazu hielt Martina Feldmayer von den Grünen eine stimmungsvolle Rede zu Goethe, wobei ihr jedoch vermutlich das Goethe-Eßkastanien-Gedicht in www.ig-edelkastanie.de nicht bekannt war.

c)  Das Höchster Kreisblatt vom 24.10.2008 brachte einen Artikel zum Thema „Frankfurts Bäume leiden unter Umwelt-Stress“.  Darin schreiben die Frankfurter Förster:  „Denkbar ist, dass künftig Eichenarten aus dem Mittelmeerraum und Esskastanien Einzug in den deutschen Wald halten.“  Mit den Eichen sind vermutlich die Steineichen gemeint, mit denen Mallorca übersät ist.

Auf die Eßkastanien im Frankfurter Stadtwald freue ich mich besonders, damit die Diebe endlich mal eine legale Ernte haben und von der meinigen abgelenkt werden.  Aber wie so üblich, handelt es sich vermutlich nur um leeres Geschwätz unserer Beamten;  denn bisher konnte ich keine Eßkastanien im Stadtwald entdecken.  Und im Sossenheimer Unterfeld haben sie auch viel Weißdorn und Speierlinge gepflanzt, mit denen der normale Dieb nichts anfangen kann, so daß er wieder auf dem Privatbesitz klauen geht.

05.09.2010

Gestern habe ich in Zeilsheim einen Teil der Oldenburger geerntet und bei meinem Nachbarn einige der gelben Edeläpfel.  Das Grundstück liegt ca. 30 m höher als Sossenheim und liegt an einer Windabbruch-Kante, so daß die Ernte geringfügig später beginnt.  Bei den Oldenburgern habe ich nur die Südseite abgemacht, der Rest kommt nächste Woche.  Die Hauszwetschen sind dort jetzt auch eßbar.  Dieses Jahr trägt auch der Schöne von Nordhausen und der Boikenapfel.  Beide mußte ich wegen der Wühlmausgefahr im Draht pflanzen, da sie die vorherigen Obstbäume am Stamm abgenagt hatten.  Das Drahtgeflecht hat aber den Bäumen nicht geschadet.  Sie stehen wunderbar da.

Heute ging es dann zu dem ersten und vermutlich letzten Ausflug dieses Jahr ins Rheinland.  Ich habe in Kiedrich in der Straußgaststätte „Bur“ wieder das wohlschmeckende sonntägliche Kutscherschnitzel gegessen.  Die Terrasse über den Dächern mit Blick auf die gotische Kirche war bei herrlichem Wetter stimmungsvoll, das Sonnenlicht gleißend wie im Mittelmeerraum.  Die Kirche war sogar einmal offen (im Sommer von 14:30 – 16:00 Uhr), so daß ich erstmalig einen Blick ins Innere nehmen konnte.  Anschließend ging es mit den Krücken in die Weinberge in Richtung Kloster Eberbach.  An der Spitze hat eine Hobby-Obstbauer eine Apfelplantage angelegt, die ich inspizierte.  Inzwischen werden dort auch mehr und mehr Rebflächen eingezäunt.  Leider werden auch dort viele Rebflächen aufgegeben.  Das ist der Nachteil, daß wir keinen Schutzzoll mehr für Agrarimporte erheben.  Ich befürchte die Frustrierung unseres Nährstands durch die Beamtenschaft wird sich einmal bitter rächen.

Auf dem Rückweg machte ich noch einmal Station bei unseren Nachbarn in Zeilsheim.  Die Nachbarin hat wieder ihre Maismehl-Küchelchen gemacht, gefüllt mit Spinat, ausgebacken in Olivenöl.  Gestern habe ich also ausreichend Kalorien zu mir genommen.

03.09.2010

Problematische Birnen

Ich besitze mehrere alte große Birnbäume in Sossenheim, die ca. 130 Jahre alt sind und die ich von der Erbengemeinschaft Baumgarten gekauft habe oder bei der Zwangsversteigerung des Ernst Schreiber.  Es handelt sich um alte unbekannte Sorten, die zum Teil schnell reif und mehlig werden.  In den letzten Jahren haben sie nichts getragen, da sie von der Birnengallmücke befallen waren.  Aber dieses Jahr kam die Birnengallmücke nicht, und was macht man mit diesen Tonnen?  Zum Apfelwein eignen sie sich nicht so gut.  Da sie früh reifen, haben sie nicht soviel Zucker und wenig Säure.  Außerdem geben sie dem Apfelwein einen Phenolgeschmack, den nicht jeder mag.  Also haben sie keinen kräftigen Geschmack.  Die alten Sossenheimer erzählen mir, daß man früher die Birnen an die Schweine verfüttert hat.  Aber jetzt zieht keiner mehr Schweine, und in ganz Frankfurt gibt es keinen Schlachthof.  Der letzte wurde, kurz nachdem er saniert worden war, abgerissen und in Wohnungen umgewandelt.  Wenn gemeinnützige Organisationen sie für eine Tafel verwenden könnten, stelle ich sie gerne zur Verfügung, ich befürchte jedoch, daß bei denen auch keine Erntehelfer zur Verfügung stehen für die körperliche Arbeit.

Am 3. September habe ich die Birne „Gute Luise“ erntet.  Wieder war ich sehr unsicher, wann der richtige Pflücktermin ist.  Sie müssen hartreif geerntet werden, sonst halten sie sich überhaupt nicht.   Werden sie aber zu früh abgemacht, werden sie nicht schmelzend.  Ich habe mich deswegen entschlossen zu ernten, wenn der Wespenbefall die Ernte signifikant reduziert, und dies war heute am Freitag gekommen.

Der Erntetermin wird wieder in der Literatur sehr unterschiedlich bestimmt:  Herbert Petzold gibt als Pflückzeitpunkt Anfang bis Ende September an, Tjerk Buishand gibt Mitte September an.  Johannes Böttner der ältere Oktober an.  Da sie bei warmem sandigem Boden früher reifen, ebenfalls von der Höhe über dem Meeresspiegel abhängig sind, sowie von der saisonalen Temperatur und deren Niederschlägen abhängt, handelt es sich immer um eine schwierige Entscheidung sie hartreif zu pflücken.

Es war dieses Jahr auch wieder schwer bei der braunen Boscs Flaschenbirne.  Diese soll bei Petzold ein Genußreife 10 – 11 haben.  Das kann wirklich unmöglich stimmen;  denn sie hat jetzt schon innerlich häufig eine braune Masse, die mit dem Teelöffel abgekratzen werden muß, um den Rest essen zu können.  Also hat mir vielleicht die Baumschule vor 20 Jahren die Sorte Prinzessin Marianne verkauft, die früher reif wird und und deren Ernte spätestens in einer Woche zu Ende geht.

Jetzt habe ich noch die Ernteentscheidung bei der Alexander Lukas und der Fränkischen Nationalsorte Mollbusch zu treffen.  Auch meine Mostbirnen, die Oberösterreichische Weinbirne sowie die Schweizer Wasserbirne tragen dieses Jahr mal was.  Fridolin Bader aus Hohenweiler erzählte meiner Mutter, man müsse sie runterfallen lassen, um den maximalen Zuckerertrag zu erzielen.

Mein Freund Leonhard Jonas hat auf seiner abgehenden Hochfeinen Butterbirnen noch einige gesunde Reiser, die ich nächstes Jahr umveredeln werde.

31.08.2010

Heute habe ich weiter die Bühler Frühzwetschen abgemacht.  Inzwischen liegen sie überwiegend auf dem Boden, und ich stampfte durch eine wahre gärende und von Pilzen befallene Zwetschenwiese.  Die Früchte an der Spitze kann ich ohnehin nicht erreichen, da ich wegen der MRSA-Kontamination im Frankfurter Höchster Krankenhaus drei versteifte Wirbel und keine Dornfortsätze habe.

Die Bühler reifen fortfolgernd, so daß man noch einige Tage brauchbare Früchte abernten könnte.  Eigentlich ist es ein wunderbarer Baum.  Wenn die Früchte von Pfirsichen oder Aprikosen von Monilia befallen werden, sterben die Zweige sofort ab, nicht aber die der Bühler Frühzwetsche.  Die Fruchtmumien kleben eventuell an den Zweigen, ohne daß die Zweige absterben!  Im Gegensatz dazu haben meine Hauszwetschen immer viel totes Holz, und die Zwetschen-Sorte Top, die einmal in Geisenheim am Rhein von der Fachhochschule kreiert wurde, schmeckt bei mir nach nichts, ist immer voller Maden, und der Baum bleibt klein, seine Zweigen sterben ab.

In dem Buch von 1907 „Obstbau in Wort und Bild“ des rheinhessischen Obstsortiments schreiben in Alzey der Präsident O. Lichtenstein und der Sekretär Dr. Ziegenbein zur Bühler:  „Der Baum ist starkwüchsig, sehr dauerhaft und fast alle Jahre reichtragend.  Schon von weitem fällt sein blaugrünes Laub auf.“

Sehr gesundes Laub und eine wahre Augenfreude sind auch meine Eßkastanien.  Insbesonder die Ecker 1 aus der Steiermark hat schönes tiefgrünes gesundes Laub.  Da es eine sehr frühaustreibende Sorte ist, die bereits Mitte September zur Reife gelangt, war der Austrieb im Frühjahr verbrannt.  Trotzdem haben sich an der Spitze einige Eßkastanien entwickelt.  Diese Bäume können 300 Jahre alt werden und die hochstämmigen Teile werden sicher auch bei schlechtem Frühjahrswetter dann zur Reife gelangen.  Inzwischen hat ein potentieller Dieb den Zaun soweit vorbereitet (Krampen entfernt, Holzpfosten gelockert), so daß er ruck zuck über den Zaun kommt.  Entgegen den Wünschen des Magistrats und des Verwaltungsgerichts Frankfurt sehe ich mich deswegen dazu gezwungen mein Eigentum mit Stacheldraht zu schützen.  (Für das anhängige Verwaltungsstreitverfahren ist dies ohnehin belanglos.)  Auch die von meinen Söhnen im Frühjahr gepflanzten Eßkastanien, die ich aus den Früchten von La Palma 2005 gezogen hatte, sind allesamt angewachsen und sehen sehr gesund aus.  Selbst ein Baum, der in reinem Sande steht, ist kräftig gewachsen udn tiefgrün.  Frau Ursula Becker hat einen Eßkastaniensämling mit einem Zweig meiner Ecker 1 veredelt.  Dieser ist noch grün, treibt aber auch nicht aus.  Ich bin mal gespannt, ob er im kommenden Frühjahr austreibt.  Im Frühjahr werde ich mit meiner Veredelungs-Omegaschere meine Sämlinge aus La Palma veredeln.

Die Maronen aus Lyon treiben später aus und sind im Frühjahr nicht verbrannt.  Sie haben wieder kräftig angesetzt.  Ihr Laub ist allerdings heller grün, was ich weniger mag, genauso wie die hellgrüne Ersinger Frühzwetsche oder den Golden Delicious.

29.08.2010

Birnenernte

Gestern habe ich Boscs Flaschenbirne geerntet.  Seit Wochen fielen immer mehr herunter, so daß ca. 80 % bereits von den Vögeln und Wespen vernichtet wurden.  Es scheint mir ein phänologisches Problem zu sein, daß die Ernteangaben in den Fachbüchern immer weniger stimmen, weil sie weiter nach vorne rücken.

Vor zwei Wochen hätte ich die Boscs schon ernten müssen.  Johannes Böttner der ältere und der jüngere geben als Entezeitpunkt beide Oktober an, ebenfalls Rudolf Trenkle, Herbert Petzold gibt als Pflückzeitpunkt Mitte September bis Mitte Oktober an, Genußreife Oktober, November.  Alle Angaben stimmen nach meinen Beobachtungen nicht mehr.  Sie sind um mindestens um einen Monat zu früh, so daß man die Sortenangaben der Fachbücher gar nicht mehr gebrauchen kann, sondern sich auf seine eigene Beobachtung verlassen muß.

27.08.2010

Gestern habe ich die knappe Zeit vor dem nächsten großen Regenguß dazu benutzt um die restlichen Mirabellen (fast) abzuernten und weitere 4 kg in die Darre zu schieben.

Von der Bühler Frühzwetsche habe ich an einem einzigen Ast erntend einen ganzen Eimer abgemacht.  Sie sind jetzt richtig vollreif, und ich weiß nicht, ob ich es wegen der Niederschläge schaffe, wenigstens 10% der Ernte abzumachen, die ich auf 200 kg schätze.  Der Rest ist für die Natur, die sich über ein solches Zucker-Eldorado freuen wird.  Es ist wirklich bedauerlich, daß diese wohlschmeckende, ertragreiche Zwetsche mit mächtigem Baum und gesunden Zweigen, tiefgrünen Blättern nicht mehr geschätzt wird!  Mein Vater Eberhard Kremser war von 1948 bis 1975 Vorsitzender des Kleingartenvereins Frankfurt-Hausen und hatte dort auch eine Bühler, die ich schon als Kind ernten durfte.

25.08.2010

Heute hat mein 85jähriger Freund Leonhard Jonas mein eingezäuntes Walnußgrundstück mit dem Rasentraktor gemäht.  Diese 8 veredelten Walnüsse wurden von mir 1993 gepflanzt und stammen von der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.  Sie haben dieses Jahr wieder stark Massonina juglandis.  Durch diesen schwarzen Pilz werden die Blätter und Früchte befallen.  Letztere werden dann normalerweise nicht reif.  Befallen sind insbesondere die Sorten Esterhazy und Weinsberg 1.  Diese Jahr haben aber auch die Sorten Geisenheim am Rhein (Klon 26), Güls an der Mosel (Klon 120), Weinheim an der Bergstraße (Klon 139) und Nr. 1497 aus der Mark Brandenburg (Prießnitz?) sowie Nr. 286 aus Staupitz/Spreewald die Krankheit.  Obwohl ich im Frühjahr 50 kg Kalk gestreut habe, um den Pilz in den am Boden belassenen Blättern zu vernichten, ist der Pilz wegen dem starken Niederschlag stärker denn je.

Ansonsten wird die Ernte insbesondere bei Klon 26 wieder sehr hoch sein.  Seine Nüsse sind sehr schmackhaft und fettreich.  Die Schale ist allerdings sehr hart und der Kern hängt sehr eng an der Schale, so daß man am besten einen becherförmigen Knacker nimmt.  Hingegen hat Klon 139 auch einen erheblichen Anteil großer Früchte, beim Knacken wird der Kern meistens nicht beschädigt, ist aber weniger fettreich.  Nr. 1497 ist von der Form und dem Geschmack so ähnlich wie 1497.  Da Walnüsse bei einigen Völkern als Aphrodisiatikum gelten, insbesondere zur Stärkung der Potenz, sind sie extrem durch Diebstahl gefährdet.

Der Sommerapfel James Grieve ist jetzt reif und wurde von mir heute abgemacht.  Der Baum ist jedoch leider trotz seines jungen Alters von nur 19 Jahren schon abgängig und hat dieses Jahr bereits viel totes Holz.  Er trägt regelmäßig und letztes und vorletzes Jahr hing sehr viel dran, diese Jahr aber ist die Ernte bescheiden.

Als letzter Pfirsisch ist der Rote Ellerstädter jetzt reif und fängt an seine Früchte abzuwerfen.  Er ist ziemlich unproblematisch, groß, schmeckt sehr gut, relativ frei von Kräuselkrankheit.  Sein Synonym ist der Kernechte vom Vorgebirge (bei Bonn), weil er tatsächlich samenecht ist!  Er muß also nicht veredelt werden, sondern kommt aus seinem Samen immer wieder exakt heraus.  Das war eine große Leistung unserer Vorfahren durch fortgesetze Auslese der besten Kerne einen samenechten Pfirsich hervorzubringen!  Es wäre schade, wenn dieses Werk ganzer Generationen verloren geht, nur weil wir aus Modegründen lieber mal vorübergehend Pfirsiche aus Spanien oder Griechenland vorziehen!

Dann habe ich die Vereinsdechantbirnen abgemacht.  Nach meinem Sortenbuch wären sie erst in 2 Monaten pflückreif, da aber seit Samstag bereits ein Drittel angefressen worden sind, habe ich das restliche Eimerchen abgemacht.  Erstaunlich wieviel Hornissen bei mir an den Früchten herumschwirren.

Morgen mache ich die restlichen Mirabellen ab und beginne mit den Bühler Frühzwetschen.

23.08.2010

Die Darre mit den Mirabellen ist gestern 13,25 Stunden gelaufen und hat ca. 4 kg frische Mirabellen zu harten Früchten getrocknet.  Der Verbrauch war ca. 9 Kilowattstunden.  Bei Kosten von ca. 27 Cents pro  Kilowattstunde, ergeben sich Gesamtkosten von 2,43 Euro.  500 Gramm getrocknete kalifornische Zwetschen kosten beim Aldi oder Penny ca. 2,19 Euro, wobei übrigens die vom Aldi höherwertiger sind als die vom Penny.  Somit ist der Gewinn für mich wirklich nicht berauschend, insbesondere in Anbetracht der Arbeit beim Pflücken und Entkernen, aber eben einzigartig;  denn ich habe mit innerer Liebe ein einzigartiges Produkt selbst geschaffen und nicht als Tauschprodukt auf dem Globalisierungsmarkt bezogen und dafür verdient.  Daß ich die 7% Mehrwertsteuer nicht bezahlen durfte, tut mir wirklich leid;  dafür habe ich jedoch 19 % für den Strom bezahlt.

Die Sehnsucht sich selbst etwas zu beweisen im Umgang mit der Natur und das Schaffen natürlicher Produkte scheint weit verbreitet zu sein.  Anders kann ich mir nicht erklären daß Hunderttausende ein Bauernspiel im Computer spielen, wobei sie Agrarprodukte erzeugen und handeln.  Die Verwaltungsbeamten  und Verwaltungsrichter hätten die natürlichen Instinkte dieser Menschen nicht zu einer unfruchtbaren Spielerei verkommen lassen dürfen.  Um einen historischen Vergleich zu bringen:  Die Beziehung des Casanova zur CC war eben eine ganz andere als die des Kardinals Bernis zu ihr.

Jedenfalls sollte man das Bemühen um gesundes Essen nicht als geisteskrank darstellen:

http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/mike-adams/wer-gesunde-nahrungsmittel-will-gilt-als-geisteskrank.html

22.08.2010

Gestern habe ich mit der Ernte meiner drei Mirabellenbäume begonnen.  Letztes Jahr habe ich am 23. August mit der Ernte begonnen, so daß die Natur die Versäumnisse vom Frühjahr erstaunlich gut nachgeholt hat.  Da die Mirabelle von Nancy fortfolgernd reift, habe ich folgendes System:  Zunächst einmal werden die ersten Mirabellen geschüttelt, so daß die weiteren in einigen Tagen entweder auch geerntet oder geschüttelt werden können.  Deswegen habe ich zwei Plastikfolien ausgebreitet, die das meiste Schüttelgut aufgefangen haben.  Dabei hat mich wieder der zahme Rabe besucht, der schon im Sossenheimer Unterfeld bekannt ist.  Er sprang auf meinen Folien herum, versuchte mir zu helfen und fraß die Mirabellen an, soweit ich es zuließ.  Im Gegensatz zum “Raven” von Edgar Allan Poe redet er nicht.  Vor ca. dreißig Jahren bin ich in Hausen häufig einem Polen begegnet, der eine Gasmake trug und einen Raben auf seinem Rücken.  Was mag wohl aus dem geworden sein?  Der Rabe ist jetzt mein Adlatus, und ich habe ihm den Namen Frank gegeben, weil ein Abteilungsleiter im Umweltamt auch einen Adlatus namens Frank hat.  Frank und ich haben sich gut verstanden.  Als ich die Folien zu einem anderen Baum zu ziehen versuchte, hat er sich sehr gewehrt.

Mit der Ente ist die Sache aber noch nicht abgeschlosssen.  Zunächst wurde Konfitüre gemacht und Früchte eingefrorern.  Und heute – am heiligen Sonntag – habe ich acht Roste mit jeweils 500 Gramm meiner Darre gefüllt.  Sie werden jetzt schonend getrocknet.  Die letztjährigen gedörrten Hauszwetschen waren in eingeschlossenen Gläsern absolut trocken und haltbar.   Im Unterschied zu den kalifornischen getrockneten Zwetschen, die durch Sorbit (E-Nummer 420) vermutlich zusätzlich geschmeidig gemacht werden, sind sie absolut trocken und hart, dafür ißt man nicht soviel auf einmal.  Auf Sorbinsäure kann ich natürlich ganz verzichten.  Die Darre habe ich beim Lorey gekauft www.lorey.de .  Wenn wir solche Spezial-Haushaltsunternehmen nicht unterstützen, sind diese Haushaltsgeräte gar nicht mehr zu kaufen.  Meine Darre ist die Marke „dörrex“ von Stöckli.  Sie läuft jetzt gerade mit 8 Böden, d. h. 4 kg, für 12 Stunden bei 70 Grad.

Die Mirabelle von Nancy ist leider etwas gegen Krankheiten empfindlich.  Man muß  ständig absterbende Äste absägen;  bei dieser Pflege wachsen allerdings bei mir immer wieder ausreichend neue Äste nach.

19.08.2010

Heute habe ich mit meinem Freund Leonhard Jonas wieder einmal die Obstbäume inspiziert.  Die Bühler Frühzwetschen werden jetzt reif.  (Die Mirabellen sind seiner Meinung nach jetzt einmachreif.)  Der mächtige Baum hängt regelmäßig übervoll, so auch dieses Jahr.  Wieder einmal entsteht die Frage, wie wir das Obst an den Mann bringen.  Wenn der Penny schon aus Ungarn für 69 Cents das Kilo anbietet, werden wir wohl unsere Zwetschen nicht loswerden.  Er will noch mal den Inhaber des Cafe Kitzel ansprechen.  Voriges Jahr war der zur Zeit der Zwetschenernte sinnigerweise gerade im Urlaub.  Wenn demnächst die letzten kleinen Conditoreien und Bäckereien geschlossen haben, bleiben nur die Großfilialisten übrig, die immer nur tonnenweise das Obst brauchen.

Im Falle des Herrn Kitzel würde ich den Verlust sehr bedauern.  Er macht noch lokale Produkte wie Frankfurter Kranz, auch ist sein Mohnkuchen ganz ausgezeichnet.

Wir haben dann festgestellt daß der sächsische Pfirsich „Anneliese Rudolph“ reif ist und haben an einem kleinen Baum ca. 15 große Früchte geerntet.  Alle sehr saftig, aromatisch, wohlschmeckend, löst vom Stein.  Diesen kann ich sehr empfehlen!  Der Baum braucht wenig bzw. gar keine Chemie-Unterstützung, insbesondere gegen Kräuselkrankheit.  Das ist mir der zweitliebste nach Fair Haven.

Zum Schluß haben wir noch einmal die Obstmadenfallen untersucht.  Die gerippten Papierkartonagen von Neudorff, die ich vor vielen Jahren gekauft hatte, haben sich wirklich gut bewährt.  Wir konnten auf jedem ca. 15 Raupen zerquetschen.  Leider ist das nur einmal ein Versuch gewesen.  Ich habe den Abwehrkampf dieses Jahr gegen die Obstmaden nicht systematisch führen können.

Die restlichen Sommerbirnen hatte ich morgens abgemacht.

14.08.2010

Die Frühe von Trevoux, die ich am 2. August geerntet hatte, wurde jetzt reif und halbschmelzend.  Auch die restlichen Sommerbirnen werden jetzt reif und schmecken köstlich.

Gute Bücher über Kernobst, auch alte Sorten, wurden von Herbert Petzold verfaßt: Birnensorten oder Apfelsorten, Neumann Verlag.  Eventuell zu beziehen bei  http://www.zvab.com.

Auch die restlichen Pfirsiche haben ich geerntet:  Haba Finessa und Fair Haven.  Die gelbfleischige Fair Haven ist meine Lieblingssorte, vom Geschmack und Aroma her wohlschmeckend und aromatisch.  Beide lösen sich sehr gut vom Kern.  Die Ameisen und Bienen haben sich bei beiden nicht mehr bedient.  Offensichtlich ist deren Aktivität jetzt bei Pfirsichen beendet.

Die Bühler Frühzwetsche trägt wieder außerordentlich viel und fängt an eßbar zu werden.  Auch in die Mirabellen von Nancy kann man schon reinbeißen.  Die Ernte letzterer wird aber erst in zwei Wochen erfolgen.

Die Klaräpfel sind erst jetzt richtig reif geworden.  Man muß also warten, bis sie schneeweiß werden.  Dann ist die Gefahr, daß sie innerlich braun werden, nicht so groß.  Inzwischen wird der James Grieve reif.

Der Penny hat vom 16.- 18. August ein Sonderangebot für Zwetschen aus Ungarn:  0,69 Euro pro Kilo, vermutlich Cacaks Frühe.  Wenn man bedenkt, welche Transportkosten damit verbunden sind inkl. Mautgebühr, kann man ermessen wie wenig beim Erzeuger verbleibt. – Man muß ganz klar sehen, daß die Kredite unserer Banken an Entwicklungsländer und die Notwenigkeit der Entwicklungsländer die Zinsen und Tilgung mit Agrarerzeugnissen zu bezahlen, zu Lasten unserer einheimischen Erzeuger ging und sie zum Bankrott oder zur Geschäftsaufgabe zwang.  Ob sich dieses Verhalten einmal rächt bleibt anzuwarten.

02.08.2010

Am 2. August habe ich die Frühbirnen, Frühe von Trevoux, und Klaräpfel geerntet.

Die Birnen tragen nach einigen Jahren durch Gallmückenschäden in Sossenheim dieses Jahr überreif.  Die Frühe von Trevoux wurde langsam gelb.  Es ist dann problematisch den Erntezeitpunkt zu bestimmen.  Denn sie müssen hartreif geerntet werden und werden erst auf dem Lager schmelzend.  Baumreif schmecken sie mehlig.  Ein guter Indikator ist, wenn die Wespen anfangen einige rote Stellen anzufressen.  Also habe ich am 2. August 3 Steigen abgemacht.  Vorher habe ich den Baum noch fotographiert.

An dem Baum kann man noch die Wespenfalle erkennen mit Rotwein, den ich angehängt habe. An dem Baum habe ich fünf Sorten veredelt, zum Teil einige unbekannte Birnen aus dem Sossenheimer Unterfeld, die mir schmeckten aber namentlich nicht bekannt waren.  Dadurch habe ich den Baum etwas verhunzt.  Die Frühe von Trevoux ist eine Kopfveredelung, deren Kopf Trevoux dünner als der untere stammbildende Sämling ist.  Auf diese dünnere Trevoux habe ich wieder eine dickerere Oberösterreichische Weinbirne draufgesetzt.  Ich bin mal gespannt wie lebensfähig dieses Konstrukt ist.

Auch einen Teil der Klaräpfel habe ich abgemacht.  Ich habe nur einen Ast, der  in einen  Ontario hineinveredelt wurde.

Aber bereits dieser eine Ast, der immer übervoll trägt, ist bereits mehr als das, was ich verwerten kann.  Vor dem Anpflanzen von Klaräpfeln kann ich nur dringend abraten, da sie äußerst problematisch sind.  Ich habe drei Freunde, die allesamt nicht wissen, wie sie diese verwerten sollen.  Vor 100 Jahren hatten sie ihre Bedeutung als Primeur.  Aber heute versorgt man sich besser mit Frühäpfeln beim Discounter.  Läßt man sie zu lange am Baum, werden sie mehlig oder sind innen braun oder platzen.  Macht man sie rechtzeitig ab, sind sie auch nur einige wenige Tage haltbar, ansonsten werden sie  innen braun.

Ein lieber Nachbar hat meine Bäume mit Pfosten gestützt.  Beiliegend sehen Sie einen Schweizer Winterglockenapfel.  Obwohl er in armem Sande steht, trägt er jedes Jahr eine Menge Äpfel mit schneeweißem Fruchtfleisch und einem feinen unaufdringlichen Aroma.  Sie sehen, daß sich der Leitast schon nach unten neigt.

Entgegen meinen phänologischen Sorgen scheint die Walnuß-Ernte dieses Jahr wieder reichlich zu sein.  Bei den kleinen Bäumen traten zwar im Frühjahr durch Spätfröste schwere Schäden ein, die die Blüten vernichteten, aber meine großen alten Bäume (gepflanzt 1993) tragen wieder, sofern sie nicht alternieren, sehr schön.  Bei den kleinen Bäume, die relativ wenig tragen wegen der Spätfröste, werde ich in der nächsten Woche alle Walnüsse abbrechen, um den Mundräubern den Anreiz zu nehmen die Äste abzubrechen.  Man muß Walnüsse bei uns zu Hochstämmen erziehen, um die Blüte aus der Gefahrenzone der Spätfröste zu nehmen.  Der Befall von Marssonina juglandis (scharze Stellen auf den Früchten durch Pilzbefall) ist bei den anfälligen Sorten wie Esterhazy und Weinsberg 1 unverändert groß.

Bei der Eßkastanienernte bin ich etwas skeptischer.  Der Austrieb der  frühreifenden Eßkastanie aus der Steiermark, Eckel 1, ist im Frühjahr durch Spätfröste regelrecht vertrocknet.  Ob für die spätreifende Marone von Lyon und den Sämling die Vegetationsperiode ausreicht, bleibt abzuwarten.  Alle von meinen Söhnen im Frühjahr gepflanzten Sämlinge aus der Kanareninsel La Palma sind gut angewachsen.

31.07.2010

Heute habe ich eine Spezialküchenmaschine von Bosch dazu benutzt um 11 Liter rotes Johannisbeermark herzustellen, zur Herstellung meiner Lieblingskonfitüre, morgen muß noch ein voller Eimer roter Johannisbeeren verarbeitet werden.  Dann ist deren Saison für mich zu Ende.  Mehr dazu später.

Leider bin ich in den letzten zwei Monaten nicht dazu gekommen das Obstbaum-Tagebuch fortzuführen, da ich mich gegen diverse Intrigen des Rechtsamts der Stadt Frankfurt in Verbindung mit dem Umweltamt vor dem Verwaltungsgsricht Frankfurt wehren mußte, bisher zwar anstrengend, aber durchaus erfolgreich.  Ich habe es bisher geschafft eine Strafzahlung der Beamtenclique zu verhindern bzw. aufzuschieben.

Ich nehme jetzt die chronologische Erzählung wieder auf  für meine Grundstücke in Sossenheim und Zeilsheim.  Meine Befürchtungen vom Frühjahr, die Entwicklung der Vegetation wäre dieses Jahr phänologisch negativ abweichend, hat sich erfreulicherweise nicht bewahrheitet.

19. Juni 2010 Süßkirschen und Johannisbeeren sind reif

Die Süßkirschen in Zeilsheim (unbekannte Frühsorte) wurden reif, wenig später Kassins Frühe, ferner die frühen Johannisbeeren „Jonkher van Tets“, die ich am 30.04.2010 erläutert habe.  Damit erstreckt sich die Johannisbeersaison über ca. 7 Wochen, denn jetzt kommt noch die letzte rote Johannisbeere Macherauchs Späte, die aber wegen der vielen Samen nicht allgemein beliebt ist.

Damit hat man über eine lange Periode ein ziemlich gesundes und unproblematisches Obst, ohne Schädlinge und Spritzmittel, das für die Verdauung sehr gut ist mit viel Vitamin C und jedenfalls die Laktulose erspart.

5. Juli 2010 Sauerkirschen

Die ersten Sauerkirschen wurden reif, und zwar Morellenfeuer, am meisten am 10.07.2010 geeerntet, bis zum 23.07.2010 fortfolgernd. Am 23. Juli habe ich auch die ersten Schattenmorelle abgemacht, die letzte beim Schieberle folgt morgen oder übermorgen.

9. – 21. Juli 2010

Ernte der schwarzen Johannisbeeren, bei mir die späte Sorte Tschema.  Silvergieters und Dr. Bauers Ometa waren sehr viel früher, tragen aber im dortigen Sandboden sehr wenig.

10. Juli 2010

Die Aprikose Ungarische Beste ist vollreif und fällt vom Baum, trägt aber dieses Jahr nicht viel.  Wenig später kommt die Aprikose Ambrosia.  Die Apikose Bergeron ist noch unreif.

10. Juli 2010 Frühpfirsiche

Der vermutliche Rote Ingelheimer wird reif und ist ziemlich süß, der Stein löst sich aber nicht von der Frucht.

18. Juli 2010 Aprikose Bergeron, Klarapfel, Pfirisch Rekord von Alfter

Die Ernte der Bergeron (und Haba Finessa) zog sich hin bis zum 27. Juli, der Baum hing wieder sehr voll, hat aber erstaunlich viele Obstmaden, während die Bergeron voriges Jahr fast obstmadenfrei war.  Beiliegend ein Foto mit einem Teil ihrer Früchte:

Inzwischen hatten sich die Ameisen und Bienen zu einer ernsthaften Gefahr für die Pfirsiche entwickelt.  Im Frühen Ingelheimer, Rekord von Alfter  und Dixired sind die Ameisen die Stämme hochgewandert und haben in den Pfirsichen regelrechte Nester entwickelt.  Das war besonders bedauerlich für die gelbfleischigen Dixired, die sich gut vom Steine lösen und aromatisch schmecken.  Auch die Kärntnerbienen des Imkers waren intensiv daran beteiligt an den von Ameisen und Wespen geschaffenen Löcher der Pfirsiche zu saugen.  Deswegen mußte ich ziemlich viel Pfirisiche frühreif oder beschädigt ernten.

29. Juli 2010 Beginn der Ersinger Frühzwetsche

Leider ist der Baum in Sossenheim schon abgängig und in Zeilsheim relativ schwach.

Dieses Jahr habe ich es einmal geschafft alles alte Holz bei den roten Johannisbeeren auszuschneiden.  Ich kann nur dringend empfehlen ständig das alte Holz der Johannisbeeren auszuschneiden bzw. zu verjüngen.  Ansonsten bleiben die Beeren klein, die Rispen kurz und zusätzlich bildet sich neben den Rispen eine einzelne Beere, die sich schlecht pflücken läßt.  Besonders die Jonkher treiben immer sehr kräftig neue Triebe aus.

Aus den Johannisbeer-Sämlingen in Zeilsheim, die sich zufällig entwickelt haben, habe ich eine wohlschmeckende Sorte, so frühreif wie Jonkher von Tets, die aber nicht rieselt.  Diese werde ich nächstes Jahr als „Kremsers Frühe“ auf den Markt bringen.

Nützliche Hinweise:

a)  Für Liebhaber von Johannisbeeren ist empfehlenswert ein Buch meines Großvaters Samuel Kremser:  „Beerenobstkulturen, die Gewinn bringen“ von Oswald Macherauch, Beerenobstzüchter in Legefeld, zu beziehen unter www.zvab.com.

b)  Wer größere Mengen Johannisbeeren zu Mark verarbeiten will, empfehle ich den ausgesprochen nützlichen Fleischwolf MFW 15 .. von Bosch mit dem Zusatz MUZ 4 FV 1, der sich auch gut eignet um Johannisbeerwein herzustellen.  Ich habe ihn vor 8 Jahren gekauft und hoffe, daß er noch zu bekommen ist.  Im Herbst werde ich auch versuchen damit Traubenwein herzustellen

30.05.2010

Gestern wurden wieder die Obstbäume inspiziert.

Die Birnengallmücke scheint dieses Jahr im Sossenheimer Unterfeld nicht zugeschlagen zu haben.  Alle Birnen haben reichlich angesetzt.  Inwieweit sie süß werden, wird von der Wärme in den restlichen Monaten des Jahres abhängen.

Ziemlich gut hat auch angesetzt die Mirabelle von Nancy (drei Bäume), ferner auch die Bühler Frühzwetsche, sowie die Apfelquitte, während die Birnenquitte, die sonst nie versagt, kaum Fruchtansatz hat.  Die meisten Äpfel haben gut angesetzt, bei den aussetzenden ist es aber für mich schwer verständlich: warum.  Ein letztes Jahr ausgesetzter Berlepsch hat sehr gut angesetzt, der zweite das letzte Jahr ausgesetzte Berlepsch gar nichts, ebenso die Goldparmäne gar nichts.  Wespen haben bisher keine Nester, in der Wespenfalle war keine einzige.

Die Johannisbeere Jonkher fängt an leicht rötlich zu werden, ihre Zweige durch die Schwere der Früchte auf den Boden zu fallen.  Deswegen haben wir sie gestern zusammengebunden.

Die Apfelgespinstmotten bekommen langsam richtig fette Raupen.  Ich habe auch Meisen gesehen, die sie suchen, können aber die ungeheure Menge der Nester nicht auffressen.  In ca. zwei Wochen werden die Blätter der Äpfel wieder von ihnen schlagartig befreit sein.

Bei der Sauerkirsche Morellenfeuer habe ich ca. 30 durch Monilia Spitzendürre abgestorbene Zweige entfernt, an einem Hausgarten bei der Schattenmorelle ca. 70.  Im Unterfeld hingegen ist die Schattenmorelle bisher ziemlich gesund.  Auch bei den Aprikosen ist Monilia vereinzelt noch zu finden.  Bei der Sorte Bergeron haben die Früchte inzwischen etwa die Größe von Cocktailtomaten.

Bei den Pfirsichen haben die anfälligen Sorten alle die Kräuselkrankheit.  Ich hatte den geeigneten Spritzzeitpunkt versäumt

Ich bemühe mich jetzt die Gefriertruhe systematisch zu verringern.  Letzte Woche habe ich jeden Tag Mirabellen gegessen.

28.05.2010

Zum Zustand der Walnüsse

Gestern habe ich das streitbefangene Eßkastanien-Grundstück zur Hälfte mit einem Aldi-Rasenmäher gemäht, von dem ich wirklich sagen kann, daß er unverwüstlich über Stock und Stein fährt.

Mit dem Ortslandwirt N. habe ich gestern vereinbart, daß er meine beiden Walnußgrundstücke am Sulzbach nächste Woche mähen wird.

Deren Walnußblätter sind immer noch hellgrün, d. h. auch Ende Mai sind die Blätter immer noch nicht ausgewachsen!  Glücklicherweise sind fast sämtliche Blüten erfroren.  Pech für die Diebe!  Bis 2008 habe ich allein von 23 Walnüssen, die seit 2000 gepflanzt wurden, keine einzige Nuß geerntet!  Voriges Jahr habe ich dann ca. 350 Nüsse unreif abgeschlagen, und dieses Jahr sind freundlicherweise alle Blüten erfroren.

Frau Brandegger, der ich falls möglich Obst schenke, hat mir erzählt, daß bei dem großen Trödelmarkt vor der Jahrhunderthalle in Höchst im Herbst Walnüsse verkauft werden.  Als sie fragte, woher sie kämen, war die Antwort:  aus Sossenheim.  Fazit:  Der Magistrat gestattet den Verkauf von Lebensmitteln auf öffentlichen Trödelmärkten, was angeblich verboten ist (, z. B. bei eBay,), und zwar gestohlene Nüsse, wenn ich mich aber wehre, kriege ich 3000 Euro Strafe.  O tempora, o mores!

Ich hätte gar zu gerne mal die Sorte Franquette ausprobiert, die ich nicht ganz billig bei Wirtz und Eicke gekauft habe, geht aber leider nicht.  Auch die beiden veredelten Walnüsse von der Baumschule Brenninger, Steinkirchen, veredelt auf Juglans regia, habe ich nicht ausprobieren können.  Die anderen habe ich bei der Baumschule Heinrich, Hessenring 31, 65474 Bischofsheim, Tel.:  061446303, gekauft.  Herr Heinrich bezieht sie aus dem Breisgau vom Herrn Schott, der vor einigen Moanten mal im Südwestfunk zum Thema Walnüsse im Fernsehen vorgestellt wurde.  Er veredelt auf Juglans nigra (Schwarznuß), die ich auch noch nie ausprobieren konnte.  Angeblich sollen sie auf Juglans nigra kleiner wachsen als auf Juglans regia.  Andere wiederum sagen nur einige Klontypen würden auf Juglans nigra kleiner wachsen als auf Juglans regia.  Dies alles konnte ich also bisher nicht klären, und wenn die Diebe demnächst alles abgebrochen haben, hat sich die Frage für mich sowieso erledigt.

Übrigens:  Herr Heinrich hat eine geradezu unglaubliche Menge alter Obstsorten, z. B. bei Äpfeln, und sogar relativ preiswert.  Es wundert mich, daß er überhaupt noch etwas für Streuobstbäume verkaufen kann, wenn diese nicht eingezäunt werden dürfen.

(Die Eßkastanien aus der Steiermark Ecker 1 habe ich bezogen bei Herrn Heinrich sowie der Baumschule Bartsch in Geisenheim am Rhein.)

Bei einer anderen bekannten Frankfurter Baumschule hat sich meiner Meinung nach der behördliche Druck schon sehr nachteilig bemerkbar gemacht.  Früher hat dort Herr G. sehr viel veredelt.  Den größten Teil fand man dann nach der Einführung der Grüngürtel-Verordnung im späten Frühjahr verschreddert wieder auf dem Hof.  Und seitdem er in Rente gegangen ist, hat man auf die durch den behördlichen Druck erzeugte Nachfrageverminderung reagiert und hat das Angebot an Unterlagen wesentlich reduziert.

Dies schreibe ich Euch, damit Ihr wißt, warum es so kommen mußte!  (Noch etwas pathetischer für einen noch wichtigeren Vorgang hat Flavius Josephus die Gründe für den Untergang Jerusalems im Jahre 70 kommentiert.)

25.05.2010

Anpassungsfähige Eßkastanien

Schon immer gab es schöne alte Eßkastanien im Quellenteich von Kronberg, so z. B. wenn man vom Getränke-Herberth abbiegt an der Straße nach Mammolshain und durch das Quellental hochwandert.

Oder auf der Kanareninsel in La Palma, wenn man zum Refugio El Pinar hochfährt zum Reventon oder auf Teneriffa, wenn man von dem Observatorium am Teide nach Guimar abbiegt.  Auch auf den Kanaren sind sie schon einige  hundert Jahre alt, die Stämme bleiben aber kurz gedrungen, da die Bodenkrume nicht so tief ist.

Auf La Palma habe ich einige große Sämlinge im Dezember 2005 gesammelt, in Töpfen ausgesät und dann im Frühjahr 2006 verpflanzt.  Sie haben sich prächtig entwickelt und wurden in diesem Frühjahr von meinen Söhnen ausgepflanzt.  Auch den letzten harten Winter haben sie sehr gut überstanden und auch die Anpflanzung im Frühjahr.  Diese Anpassungsfähigkeit finde ich erstaunlich, denn sie sind vermutlich schon seit hunderten von Jahren in viel wärmerem Klima auf den Kanaren großgeworden, nicht weit entfernt entfernt von Avokados, Bananen, Granatapfeln usw.

Dieses Jahr werden jedoch die großfrüchtigen Eßkastanien, Ecker 1 aus der Steiermark, die ich im Frühjahr 2000 gepflanzt habe, erstmals nichts tragen.  Sie treiben im Frühjahr als erste aus und bieten normalerweise eine ziemlich sichere Ernte, da sie im Herbst auch als erste reifen.  Im Frühjahr hatten sie jedoch Frostschäden, d. h. die warme Sonne mittags verführte sie zum Austrieb, die Kälte nachts ließ die Blätter dann wieder eintrocknen.  Jetzt treiben sie wieder Blätter aus, aber die Blüten kommen nicht mehr.  Die drei späteren Sorten, Marone de Lyon, Sämling, Castaignier greffe zeigen jetzt Blüten, werden aber vermutlich nicht ausreifen.  Die jetzt gepflanzten Kanaren-Eßkastanien haben Früchte vom Aussehen her der Marone von Lyon.  Ich werde sie vermutlich nächstes Jahr auch auf der Steiermarker Sorte veredeln.  Wer Eßkastanien anbaut, braucht zwei Sorten, da sie angeblich nicht selbstfruchtbar sind.  Am Boden veredelte scheinen mir auch besser zu sein als solche mit Kopfveredelung.

Einer der Gründe, warum ich das Grundstück eingezäunt habe, sind die Kastanienbohrer.  Diese sind eine arge Plage und können die ganze Ernte madig machen.  Ich muß die Eßkastanien deswegen vollständig ernten um die jetzt nur ganz vereinzelt auftretenden Schädlinge am massenhaften Erscheinen zu verhindern.  Wenn ich den Dieben die Ernte überlasse, werden sie in ihrer hastigen Ernte nachts die Eßkastaninen auf der Wiese verstreuen, so daß sich eher eine Population von Kastanienbohrern entwickeln kann.

Zum Rösten benötigt man eine gelochte Pfanne für den Gasherd, den man in Italien überall bekommt.

Nachtrag mit Selbstlob:  Am 24.10.2008 schrieb das Höchster Kreisblatt zum Thema “Frankfurts Bäume leiden unter Umwelt-Streß”:  “Denkbar ist, dass künftig Eichenarten aus dem Mittelmeerraum und Esskastanien Einzug in den deutschen Wald halten.”  Glückwunsch Ihr lieben Beamten, da sind Euch viele Privateigentümer wie ich um Jahre wieder einmal vorausgeeilt.

22.05.2010

Gestern war meiner Meinung nach der erste unproblematische Frühlingstag dieses Jahr für die Obstbäume.  D. h. die Temperaturen war sowohl tagsüber als auch nachts im wachstumsförderden Bereich.  Dies habe ich dazu benutzt um kräftig zu mähen.  Gestern und heute 2500 qm mit einem Aldi-Rasenmäher, der wirklich unverwüstlich ist.  Wer also ein Obstbaumgrundstück zwischen 2000 bis 3000 qm hat, braucht nicht mehr.  Er darf nur nicht zulassen, daß die Schnitthöhe zu hoch wird.   Dann kann er auch einen Rasentraktor nicht benutzen, sondern braucht einen Balkenmäher.  Heute hat mein 85jähriger Freund Leo mit dem Rasentraktor die Walnüsse gemäht.  Da die Schnitthöhe durch den vielen Regen zu hoch geworden war, mußte er zweimal mähen.  Bei den Walnüssen hat Klon 26 (aus Geisenheim am Rhein) wieder gut angesetzt.  Dies ist meine Lieblingssorte.  Die Schale ist zwar relativ hart und die Nüsse sitzen eng an der Schale, aber die Sorte ist sehr fettreich.  Die Klone 139 (Weinheim an der Bergstraße), 120 (Güls an der Mosel), Weinsberg 1, Esterhazy sind immer noch am Blühen.  Klon 120 ist noch nicht einmal mit dem Bestäuben fertig.  Bei einem frühen Winter werden diese sicher nicht reif.  Wer beim Nußknacken gerne ganze Nüsse hat, sollte Klon 139 pflanzen.  Die Schalen sind ziemlich groß, aber die Kerne etwas kleiner, so daß sie normalerweise nicht brechen.  Sie schmecken aber etwas trockner als Klon 26.

Gestern habe ich mit dem Imker die Bienen inspiziert.  (Unsere Arbeitsteilung ist so:  Ich stelle das Kapital zum Kauf der Bienen und das eingezäunte Grundstück, er kümmert sich um die Bienen und erbringt die erforderlichen Sachkenntnisse.)  Die Bienen, apis carica, Kärntnerbiene, sind sehr gesung und emsig am Arbeiten.  Das Volk besteht ungefähr aus 10000 Bienen, ihr Honig schmeckt wirklich köstlich, wie nie der gekaufte beim Discounter.  Es muß jetzt aufgepaßt werden, daß nicht Teile des Volkes schwärmen und uns entwischen.

18.05.2010

Heute ist es kalt und bewölkt, kein bißchen Sonne.  Da bleibe ich zu Hause.
Gestern habe ich die Walnüsse ausgeschnitten, damit ich mit dem Rasentraktor unter ihnen durchfahren kann.  Man kann die Walnüsse nur in der Vegetationsperiode schneiden, im Winter bluten sie stark und werden dadurch geschwächt.
Bienen flogen gestern nur vereinzelt.  Wir wissen deren Status zur Zeit gar nicht.  Der Imker will ihre Behausung nicht öffnen, damit sie nicht auskühlt.  Ich bin jetzt der stolze Eigentümer eines Bienenvolks.  Der weitere Zukauf gestaltet sich wegen des harten Winters sehr schwierig.  Selbst ein in Fachkreisen bekannter Professor hatte Verluste zu verzeichnen.
Heute abend kommt bei ARTE um 20.15 Uhr die Sendung:  “Das Geheimnis des Bienensterbens”.

16.05.2010

Passen Amerikaner schlecht zu Deutschen?

Aus Verärgerung über den Einmarsch der Amerikaner in den Irak 2003, an dem auch Frau Merkel unbedingt teilnehmen wollte, habe ich in den Leitast der amerikanischen Standardsorte Golden Delicious (Gelber Köstlicher) eine alte deutsche Sorte, den Roten Eiserapfel (Paradeisapfel) veredelt.

Interessanterweise ist der Leitast zwar kräftig gewachsen, trägt aber seit 7 Jahren keinen einzigen Apfel, während die unteren Äste voller Delicous und Schorf sind.  Was hätten dazu die Auguren im alten Rom gesagt?

Ich empfehle jetzt als Ersatz des Delicious die „Champagner Renette“.  Sie sieht so ähnlich aus wie der Delicious, auch süß, lange haltbar, aber weitesgehend schorffrei.  (Nachzulesen bei Herbert Petzold, Apfelsorten.)

Spaziergang im Sossenheimer Unterfeld

Heute nachmittag haben wir einen Spaziergang im Sossenheimer Unterfeld gemacht.  Das Wetter war sehr angenehm.  Zahlreiche Bäume und Sträuchen blühten.  So z. B. der Judasbaum, die Paulonia und der Schneeball.  Die späten Walnüsse, deren Blätter noch sehr zart sind, litten stark unter einem kleinen grün metallischen Käfer, möglicherweise dem Gefurchten Dickmaulrüßler, der allerdings in den Büchern braun angegeben wird.

Beim Pferdehalter Diehl haben wir einen Kaffee getrunken.  Sein Niddastrandbad gibt beim heutigen guten Wetter tatsächlich eine Illusion von südlichem Urlaub.

Bezüglich der folgenden Tamariske steht im Alten Testament (1. Mose 21, 33):  Abraham aber pflanzte dem ewigen Gotte eine Tamariske zu Beerscheba (Siebenbrunn).  (Von der Fahne Che Guevaras stand allerdings nichts im Alten Testament.)

15.05.2010

Die Obstwiesen waren heute mittag noch sehr feucht, so daß die Schuhe ganz naß wurden.  Die Äpfel scheinen auch  gut angesetzt zu haben, allerdings sind schon überall viele Nester der Apfelbaumgespinstmotten und Ringelspinner zu finden.  Einige habe ich herausgepflückt, sie sind noch nicht so richtig fett, sondern kleine Würmer.  Der alternierende Elstar hat nicht angesetzt.  Die Bienen waren auch trotz der Kälte sehr aktiv.  Erstaunlicherweise haben die Sauerkirschen bisher keine Schäden von Monilia-Spitzendürre.  Allerdings haben im Oberfeld einige gelitten und eine sieht wahrhaft traurig aus.  Die Birnen haben gut angesetzt, die Probe aufs Exempel, d. h. die Birnengallmücke, steht noch aus.  Wespen fliegen zur Zeit nicht mehr.

Wenn es bald warm wird, könnte es doch noch eine ganz passable Ernte beim Kernobst geben.

14.05.2010

Phänologie

Es ist weiterhin so kalt, daß ich mich ernsthaft mit Phänologie befasse.  Das Wetter gefällt mir nicht.  Alle Menschen sind vollkommen ausgehungert nach Wärme und angenehmen Spaziergängen draußen.  Als es vor zwei Wochen tagsüber warm war, aber nachts zu kalt, parkten nachmittags tatsächlich 10 Autos um meine ehemalige Verstärkerstelle.  Früher habe ich anfang Mai die Bohnen ausgesät.  Das hätte jetzt vermutlich gar keinen Zweck mehr, weil sie nicht keimen würden.  Warum wird das nicht im Fernsehen thematisiert?  Es wäre doch mal ganz nett zu wissen, daß es bei der derzeitigen Wetterlage vor 200 Jahren vielleicht eine Hungersnot gegeben hätte.

Phänologie ist der Zweig der Botanik, der sich mit Beobachtung des Eintretens einzelner Entwicklungsphasen in der Pflanze beschäftigt.  Im besonderen sind es die Dauer der Vegetationsperiode, die Zeit der Blattentfaltung, des Aufblühens, der Fruchtreife usw. die Anhaltspunkte für phänologische Beobachtungen geben.

So gilt etwa:  „Das Verschwinden des Rapsbaus deutet auf kühleres Klima hin.  Wo keine Gurken im Freien gedeihen, wird man kaum Winterobst anpflanzen.“

Da ich hauptsächlich alte Obstsorten habe, sind für mich auch alte Obstbaubücher von Interesse.  Zur Phänologie lese ich gerade mit großem Vergnügen das Buch von A. Bechtle:  Klima, Boden und Obstbau 1908, der seine Beobachtungen in Wallerstein vornahm, der Residenz der Fürsten von Öttingen-Wallerstein in der Nähe von Nördlingen.  Er schreibt z. B.  (S. 494):  „Der Apfelbaum verlangt ein Klima, dessen Frostperiode nicht über fünf volle Monate andauert und in welchem die warme Jahreszeit (über 10 Grad Celsius Mitteltemperatur), welche seiner Blüte folgt, wenigstens vier volle Monate andauert, in welchem aber auch die Temperatur der wärmsten Wochen auf 15 Grad Celsius sich erhält.“

Wir liegen in der sehr frühen Zone der Apfelblüte in Deutschland.  Diese geht jetzt dem Ende entgegen.  Wir brauchen ab jetzt also mindestens vier Monate bis Mitte September die obigen Temperaturen, damit die Qualität der Äpfel befriedigend ist.

(Hinweis:  Bei www.zvab.com gab es heute noch 6 Exemplare des Buchs von A. Bechtle.)

12.05.2010

Wetterkapriolen

Nach wie vor ist es nachts zu kalt.  Inzwischen zeichnet sich folgendes ab:

Die Birnen haben gut angesetzt, die Frage ist jedoch ob sie wieder komplett von der Birnengallmücke dahingerafft werden.  Die Pfirsiche und Aprikosen haben ein bißchen angesetzt.  (Es ist aber besser, daß wir uns weiterhin auf Griechenland verlassen können.)  Die Mirabellen und Hauszwetschen haben auch angesetzt, es ist jedoch bisher nicht sicher wieviel.

Die Eßkastanien treiben jetzt zum zweiten Mal aus, doch halte ich es für unsicher, ob sie ausreifen werden.  Denn sie blühen normalerweise erst im Juni, und wenn dieser Termin sich nach hinten verschieben sollte, werden sie im Herbst vermutlich nicht mehr ausreifen.

Bei den Walnüssen haben die Klone 26 (aus Geisenheim), 120 (aus Güls an der Mosel) und 139 (aus Weinheim an der Bergstraße) trotz einiger durch Kälte verbrannter Äste ganz gut angesetzt.  Wenig ist aber zu erkennen bei den Klonen 286 (aus Staupitz/Spreewald), Esterhazy II, 1497 (aus der Mark Brandenburg), Weinsberg 1.  Es könnte allerdings sein, daß die Blüte entweder erst noch  erfolgt bzw. weil sie letztes Jahr sehr reich getragen haben, dieses Jahr alternieren.

Es wird mal interessant sein, wie die Erntetermine sich vom vergangenen Jahr unterscheiden:

Bei den Eßkastanien begann die Ernte am 12.09. mit Eckel 1 und endete mit dem späten Sämling am 22.10.  Den ersten Frost auf den Dächern gab es am 18.10.

Die Walnußernte begann am 15.09. mit den Klonen 26 und 1491 und endete mit den letzten Nüssen von 139 und Weinsberg 1 am 15.10.

Die Sauerkirschen wurden vom 07.07. bis 21.07 zu Marmelade verarbeitet.

Die späte Aprikose Bergeron wurde am 17.07. zu Marmelade verarbeitet.

Die Bühler Frühzwetschen wurden noch am 22.08. eingefroren.

Die Mirabelle von Nancy am 23.08.

Die Hauzwetschen begannen Ende August und wurden noch am 18.09. eingefroren.

Die letzten Apfelquittenmarmelade habe ich am 10.10. gefertigt.  (Diese hätten sich als Früchte auch länger gehalten, dann aber innen braun werdend.)

Soweit die Vorjahresangaben für den diesjährigen Vergleich.

08.05.2010

Ich finde nach wie vor, daß die Witterung für die Obstbäume zu kalt ist.  Die Walnüsse sind immer noch am Austreiben, auch die Eßkastanien sind zurück.  Die Walnüsse hätten sich schon bestäuben müssen, die Eßkastanien müssen im Juni blühen können.  Und wir heizen schon seit September!  Leider wird dieses Problem in den Massenmedien nicht thematisiert.  Wir sind zu weit weg vom natürlichen Leben, so daß dies bei der Wettervorhersage nicht erwähnenswert ist.  Hoffentlich handelt es sich um einen subjektiven Irrtum meinerseits!  Immerhin kann man schon deutschen Spargel kaufen, das spricht für Bodenerwärmung.

Die Tatsache, daß ich bisher mähen mußte, hat nichts zu besagen.  Gras wächst auch in Island und Grönland, in der Tundra Sibiriens und in der Eiszeit fanden die Mamuts genügend Gras zum Fressen.  Aber die Wurzeln der Obstbäume brauchen wärmeren Boden.  Also keine Spur von Klimawechsel derzeit hierzulande für mich.  Sollte der sich in Grönland oder der Arktis ereignen, hat es jedenfalls zur Zeit keinen Einfluß auf uns.

Gab es irgendeinen Vulkanausbuch wie den Tambora 1816, der mir nicht aufgefallen ist?  Ich muß noch einmal nachlesen bei Adolf Menzel, Geschichte der Deutschen, 1855.  Er berichtet, daß nach der Schlacht von Höchstädt (Spanischer Erbfolgekrieg 1704) es einen so kalten Winter gab, daß in ganz Europa fast sämtliche Obstbäume abgestorben sind.  Er schildert dies ziemlich dramatisch.

06.05.2010

Problematische Aprikosen

So ähnlich wie der Mensch eigentlich nur ein Kunstprodukt ist, das nur mit Kaiserschnitt, Brillen, Herzschrittmacher usw. leben kann, gilt dies auch für die Aprikosen in unseren Breiten.

Die Aprikose ist eine köstliche Frucht und wird in ihrem feinen Geschmack und edlen Aroma in den Regalen der Supermärkte nicht erreicht.

Also versucht man es in Deutschland mal selbst, auch wenn es noch soviele Mißerfolge gibt.

Da die Wurzeln der Aprikosen leicht unter der Verticillium-Welke leiden, werden sie bei uns normalerweise auf Zwetschen veredelt, bevorzugt auf Brompton oder Myrobalanen.  Das hat aber wieder zur Folge, daß manchmal ganz plötzlich die Aprikosen absterben durch die sogenannte Aprikosen-Apoplexie.  So ist es mir geschehen bei zwei zehnjährigen Aprikosen, einer „Ungarische Beste“ und der „Wahren Großen Frühaprikose“, die ein Gärtner im 18. Jahrhundert in Erfurt fand.

Also habe ich es noch einmal versucht mit fünf weiteren:  Erneut einer Ungarischen Besten, einer Hargrand aus Kanada, einer portugiesischen Temperao de Villa Franca, einer Ambrosia (aus Deutschland) und einer Bergeron (Frankreich).

Die Hargrand (auf Brompton oder Myrobalane) kümmerte so vor sich dahin, so daß ich vor einiger Zeit eine wertvolle aber unbekannte Hauszwetsche aus Zeilheim auf den Leitast setzte, der sich wunderbar entwickelte.  Von der Hargrand lebt nur noch eine Ast unterhalb der Hauszwetsche, der aber normalerweise nichts trägt.

Die Temperao de Villa Franca (auf St. Julien d’Orleans, GF 655/2:  Diese aus Frankreich stammende Unterlage besitzt im Vergleich zum Myrobalanen-Sämling nur 70% Wuchsstärke.) ist im Winter 2008 auf 2009 eingegangen.  Also auch Arbeit und Kosten umsonst.

Die restlichen drei haben voriges Jahr geradezu überreichlich getragen.  Dadurch hatte die Ungarische Beste dieses Jahr kaum Blüte angesetzt und ist dadurch bisher auch relativ gesund geblieben.

Ambrosia und Bergeron wiederum haben dieses Jahr geblüht mit katastrophalem Ergebnis:  Sie sind dieses Jahr wieder extrem von der Monilia-Spitzendürre befallen, viel stärker als Sauerkirschen, die auch häufig arg gerupft aussehen.

Da fast alle Blütenzweige abgestorben sind, insbesondere bei der Ambrosia, mußte ich gestern zwei Stunden die vielen kleinen Zweige abschneiden um eine Ausbreitung auf die großeren Zweige zu vermeiden.  Beide Bäume haben jetzt Hunderte von Schnittwunden, die Gefahrenquelle für die Holzpilze, gerade weil wir jetzt heute wieder naß-kaltes Wetter haben.  Wenn alle Blütenzweige tot sind, gibt es natürlich auch keine Früchte.  Einige Zweige der Bergeron wurden nicht befallen, so daß einige Aprikosen von Mandelgröße zu sehen sind.

Im Ergebnis habe ich bisher die besten Erfahrungen gemacht mit der Ungarischen Besten und Bergeron, wobei das Problem Aprikosen-Apoplexie noch nicht ausgestanden ist.

Unsere Aprikosen letztes Jahr haben richtig frisch geschmeckt.  Auch in südlichen Ländern schmecken sie nicht unbedingt besser.  Im Juni 2006 habe ich ein Kilo Aprikosen in Bagnara gekauft, Kalabrien.  Sie waren ganz gut, aber doch etwas mehlig.

Bleibt nachzutragen, daß in „Praktisches Lehrbuch des Obstbaues“, des Johannes Böttner aus dem Jahre 1906 meines Großvaters Samuel Kremser, weder bei den Sauerkirschen noch den Aprikosen die Monilia-Spitzendürre verzeichnet wird.  Es handelt sich also vermutlich um eine Luftverschlechterung, die wir Menschen besser vertragen als gewisse Obstsorten der Spezies Prunus.

Solchen Problemen sollten wir ein gewisses Augenmerk richten, so z. B. dem auffälligen Absterben der Bienen, die in Symbiose mit uns leben.  Vgl.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692522,00.html

05.05.2010

Heute habe ich mit meinem älteren Freund das eingezäunte Grundstück der Eßkastanien mit einem Rasentraktor gemäht.  Wir haben es ganz gut geschafft.

04.05.2010

Sossenheimer Jagdgenossenschaft tagt

Gestern abend traf sich die Jagdgenossenschaft in der Gaststätte „Zum Taunus“.  Teilnehmerin ist immer auch die Wirtin des Taunus, Christa Beckmann, deren Apfelwein teilweise aus eigenen Bäumen in Sossenheim gekeltert wird.

Der Jagdvorsteher und Ortslandwirt Josef Neuser las die Streckenliste vor:  Die Jäger schossen in 2009 322 Kaninchen, 33 Füchse, 15 Enten, 24 Elster sowie 34 Raben.  Es wurde thematisiert, daß die Jäger unzufrieden sind mit den vielen freilaufenden Hunden.  Der Ortslandswirt hat demzufolge kaum einen Feldhasen gesehen.  Die Neuwahl des Jagdvorstehers Josef Neuser erfolgte einstimmig.   Herr Neuser kritisierte, daß die Steine der neu geschaffenen Schotterstraße für die Ersatzretentionsfläche noch immer – teilweise zerstreut – in derLandschaft herumliegen.

Christian Schmidt vom Rechtsamt (christian.schmidt.amt30@stadt-frankfurt.de) führt in seinem Anfangsbescheid vom 10.11.2009 aus:  „Innerhalb eines städtischen Verdichtungsraums bleiben vergleichsweise nur noch geringe Flächenteile völlig unbeschädigt.“  Die Verdichtungsstrategie des Magistrats zwingt die Hundebesitzer immer mehr zum Auslauf ihrer vierbeinigen Lieblinge nach Sossenheim zu fahren, oder ins benachbarte Arboretum von Eschborn, wo die Hundesteuer nicht überprüft wird.  In Sossenheim ist dies jedoch dem Naturhaushalt nicht unbedingt förderlich und dürfte einer der Gründe für das Verschwinden der Feldhasen sein.  Womit wir wieder beim Ergebnis sind, daß die Grüngürtel-Verordnung entsetzlicher Quatsch ist und nur dazu dient irgendwelchen bürger- und eigentümerfeindlichen Bürokraten in den Ämtern den Job zu erhalten.

30.04.2010

Heute habe ich die 3000 qm Obstbaumgrundstück mit einem Aldi-Rasenmäher zu Ende gemäht.  Der Aldi-Rasenmäher ist wirklich unverwüstlich und für seine 239 Euro auch ganz günstig.  Er hat Fahrantrieb, so daß ich ziemlich viel laufen mußte, hat aber vor dem Rasentraktor den Vorteil, daß er keine Gummiräder hat, die platt werden können, wenn man in die Brombeeren hineinläuft.

Die Johannisbeersorte „Jonkher van Tets“ hat schon kleine grüne Beeren.   Also die Johannisbeeren würden uns auch bei einer Klimaverschlechterung treubleiben.  „Jonkher van Tets“ hat viele Vorteile:  Sie können früh geerntet werden, sind relativ süß, haben dünne Schalen und bildet nach der Auslichtung relativ wieder viele neue ertragreiche Triebe.  Die frühen „Red Lake“ schmecken auch ganz gut, so ähnlich wie Jonkher, entwickeln sich aber bei mir nicht so kräftig.  Auch „Heros“ kann man zur Not zum Frischverzehr benutzen.  Die späten Johannisbeeren wie Rovada tragen zwar gewaltige Mengen, sind aber ziemlich sauer, und bilden bei mir wenig neue Triebe.  Einziger Nachteil von Jonkher ist, daß sie rieseln, d. h. daß an einer Rispe nicht alle Beeren besetzt sind.

In den 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts hat Macherauch beim Verlag Trowitzsch in Frankfurt an der Oder ein Standardbuch zum Beerenobst geschrieben.  Damals begründete er es noch damit, daß man die deutsche Handelsbilanz verbessern könne, wenn man die holländischen Johannisbeeren nicht mehr importieren müsse.  Im Ersten Weltkrieg hat er noch erlebt, wie sich der amerikanische Stachelbeermehltau im Deutschen Reiche verbreitete und wie verzweifelt sein Vater war.  Ich habe allerdings die Vermutung, daß schon damals der Höhepunkt des Beerenobsts bei uns überschritten war;  denn er schlug vor, zur Ernte nur Kinder und Frauen einzustellen, also Männer konnten damals schon nicht mehr damit ihre Familien ernähren. – In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es noch einmal eine Renaissance der Johannisbeeren.  Neben meinem inzwischen verwilderten Grundstück hat Josef Koberstein damals Schwarze Johannisbeeren angepflanzt und Fritz Schieberle hat mit ihm Erbeeren in großen Mengen angebaut, bis die Preise zu sehr verfielen.

Aus Amerika kommt übrigens nicht nur gutes.  Aus Amerika haben wir nicht nur den amerikanischen Stachelbeermehltau importiert, auch den Feuerbrand, die Reblaus, den Kartoffelkäfer und Pilzkrankheiten der Trauben, am nachteiligsten erwies sich dann aber das investment banking und das private equity Geschäft.

Ich habe heute auch, was den Anhängern des Siddhartha nicht gefallen wird, eine Wespenfalle aufgestellt, bestehend aus einer Flasche mit Rotwein.  Jetzt fliegen schon die Königinnen der Wespen, und wenn ich sie fange, ist es viel einfacher als im Sommer und Herbst, wenn ihre Völker in Massen fliegen.  Es wird dieses Jahr wegen der Birnengallmücke vermutlich wieder nur wenige Birnen geben, die restlichen werden aber immer vor der Reife von den Wespen angefressen.  Es ist also reine Notwehr meinerseits.

30.04.2010

Heute begann ich mit dem Mähen der Wiese meines großen Obstbaumgrundstücks an der Ersatzretentionsfläche, ca. 1500 qm habe ich mit meinem ausgezeichneten Aldi-Rasenmäher geschafft.

Zunächst wurden 20 kg Kalk bei denjenigen Bäumen gestreut, die auf sandigem Boden stehen, insbesondere den Pfirsichen.  Es wurde Zeit, denn weitere 20 kg Kalk waren inzwischen geklaut worden.  Jetzt ist nur noch ein Sack da.  Dann Inspektion der Obstbäume.  Die Aprikose Bergeron hat doch etwas angesetzt, aber die Aprikose Ambrosia sieht sehr schlecht aus.  Fast alle Zweige habe Monilia Spitzendürre und müssen ausgeschnitten werden.  Das wird ganz schön viel Arbeit werden.  Die Aprikosen-Apoplexie (schlagartiges absterben) muß unbedingt vermieden werden. – Die Pfirsiche scheinen bei mir dieses Jahr gar nichts angesetzt zu haben.  Vermutlich war es in den letzten Wochen nachts zu kalt.

Die Birnen sind nach wie vor in herrlicher Blüte, aber schon seit mehreren Jahren hat kaum ein Eigentümer Birnen im Unterfeld geerntet wegen der Birnengallmücke, die die Birnen noch vor dem Aufgehen der Blüte ansticht und später die reifenden Früchte unförmig anschwellen läßt.  Ich wollte das Problem eigentlich dieses Jahr angehen, aber die vielen Prozesse mit der Unteren Naturschutzbehörde haben mir  die Zeit dafür gestohlen.

Der Boden ist inzwischen schon wieder erstaunlich trocken.  Deswegen habe ich die kleinen bzw. zuletzt gepflanzten Bäumchen mit dem Korb des Rasenmähers gemulcht.  Es müßte jetzt wieder mal dringend kurz kräftig  regnen.  Dann hielte  sich die Feuchtigkeit unter der Mulchdecke sehr gut.  Ansonsten müßte ich mich ständig mit Wasser bei meiner Nachbarin versorgen.

28.04.2010

Morgens habe ich endlich mein Essay zu den Immobilieninvestitionen in Frankfurt unter “Sonstige Infos” abgestellt.

Ich habe heute versucht die wirklich lesenswerte Chronik Sossenheims von Adalbert Vollert noch bei der Frankfurter Sparkasse zu bekommen.  Zuletzt habe ich vor ca. 10 Jahren pro Buch 5 DM bezahlt, und heute konnte ich gleich zwei Exemplare für jeweils 2,5 Euro erstehen.  Einerseits ist es schön, daß ich es überhaupt noch bekommen habe, und die FraSpa den  Preis nicht erhöht hat, aber andererseits doch etwas traurig, daß die Menschheit so gegenwartsfixiert ist und keine innere Anteilnahme an der historischen Entwicklung ihrer Umgebung nimmt bzw. kein Interesse dafür zeigt.

Nachmittags:  Inspektion meiner Obstbäume in Zeilsheim.  Die Apfelblüte ist auch dort wunderschön.  Hier vier Apfelbäume mit folgender Reihenfolge:

ein Boikenapfel vom Alten Land bei Hamburg, jährliche Alternanz, sehr haltbar,
ein Boskoop, gepflanzt im März 1990 mit meinem damals 8jährigen Sohn Martin, haltbar bis Februar und teilweise alternierend,
ein Oldenburger, ein Massenträger, trägt jährlich, hält sich aber nur bis Dezember,
ein Schöner von  Nordhausen, alterniert und wird dieses Jahr wieder tragen.

27.04.2010

Heute habe ich meinen Antrag beim Verwaltungsgericht Frankfurt abgegeben.  Meine Sorge, daß eine wichtige Willenserklärung meinerseits beim Verwaltungsgericht zufällig verloren geht, zwingt mich dazu immer meine Schriftsätze persönlich abzugeben und mir den Empfang bestätigen zu lassen.  Rätselhafterweise ging der Anfangsbescheid vom 10.11.2009, den mir der Richter Fetzer zurückschicken ließ, verloren.  Das darf nicht noch einmal vorkommen.  Der Pförtner Sch. klennt mich schon, vermerkt immer „per Bote“ mit Uhrzeit, war aber beunruhigt, weil ich seinen Namen noch einmal wissen wollte.

Auf dem Rödelheimer Bahnhof hat mich ein Mann wegen Geld zum Essen angesprochen, das habe ich abgelehnt.  Vom nächsten Mann wollte er, als der auch ablehnte, Zigaretten.  Ich gebe eigentlich gern gemäß 2. Korinther 9, 7, muß aber auch daran denken, daß Schopenhauser gesagt hat:  Gutmütigkeit ist ein gut Stück Liederlichkeit.  Unsere Situation ist vollkommen verfahren, insbesondere haben die Krawallmacher wie Schröder, Fischer und Koenigs die Staatsleiter erklommen, da hat es keinen Zweck mehr die sozialen Konflikte abzumildern.  Sollen doch die Bettler sich Geld bei denen holen;  die ihr Einkommen an die Beamten-Versorgung angepaßt erhalten.

Die Fahrt mit der S-Bahn hin und zurück hat 4,60 €uro gekostet.  Während der Hinfahrt habe ich die Frage eines Kameruners zum Fahrverhalten beantwortet.  Beim Aldi kostet ein Pfund Haferflocken für mein Frühstück 0,25 €uro.  Also hätte ich für die Fahrt zum Verwaltungsgericht 18 Pakte Haferflocken beim Aldi bekommen und damit mein Frühstück für drei Monate.  Die Haferflocken werden mein Indikator für die Inflation sein.

Auf dem Rückweg habe ich Benzin für den Rasentraktor und Rasenmäher gekauft.

26.04.2010

Heute hatte ich einen freien Tag;  denn nachts hat es lange geregnet, und das hat mich davor bewahrt heute die 11 neu gepflanzten Bäume gießen zu müssen.  Also habe ich meine Anträge an das Rechtsamt sowie an das Verwaltungsgericht geschrieben.  Ungefähr 50 % meiner Zeit geht drauf um mein Eigentum gegen die Bescheide der Beamten der Stadt Frankfurt zu verteidigen!  Pornographie und Aktienspekulation, alles Aktivitäten, die problematisch sind, sind in unserem Staat erlaubt, aber wehe befaßt sich jemand mit echten Vermögenswerten und Betätigung, die er persönlich wesen will, wie Grundstücke und Selbstversorgung, da hört die angebliche Freiheit in unserer Demokratie auf und die Armada der Eigentumsfeinde geht in Stellung.  Unseren derzeitigen verderblichen Hauptsport, Reichwerden durch Spekulation, kann man nicht innerlich wesen, zumindestens nicht als Deutscher, wie Werner Sombart treffend ausgeführt hat.

Der Vorteil der Wässerung der neu gepflanzten Bäume hat den Nachteil, daß jetzt das Gras schnell wachsen wird.  Ich muß mit dem Ortslandwirt klären, ob er die Streuobstwiesen (gegen Bezahlung!) mäht.

Nachmittags habe ich beim Schlüssel-Kopp das Büchlein der Juliane Kinkel, transkribiert von GM, gelesen.  Soweit ich jetzt gekommen bin, ist es ganz unterhaltsam.  Die Kinder waren früher arm aber glücklich.  Wir aber sind reich, verwöhnt und dekadent, gehen einer ungewissen Zukunft entgegen;  denn die Pythia beantwortete die diesbezüglich Anfrage der Spartaner bei Horodot:  Reichtum, nur Reichtum allein, kann Sparta verderben.

25.04.2010

Heute ist der Tag des Herrn, da arbeite ich ungern, deswegen nur einige Fotos vom heutigen Tag:

Als erstes sehen Sie eine blühende Sauerkirsche, dahinter ein Boskoop,  neben der Sauerkirsche eine kleine Schafsnase, deren Blüte noch nicht begonnen hat.

Anschließend ein Freiherr von Berlepsch mit Bienen:

Birnen: die frühe von Trevoux mit 5 verschiedenen Sorten aufveredelt, dahinter ein Mollebusch:

Ein Frühapfel James Grieve mit zwei Birnen:  Madame Verte und Vereinsdechantbirne:

Ein Roter Eiserapfel mit einer ca. 130 Jahre alten Harberts Renette:

Zwei 130 Jahre alte Birnbäume gefolgt von einer abgeblühten Oberösterreichischen Weinbirne und einer Schweizer Wassserbirne:

Walnußschaden:

Die Revolution im Sossenheimer Unterfeld hat schon begonnen, allerdings besteht für  das Anbringen von Plakaten aufmüpfiger Untertanen gemäß § 3 Abs. 2 Ziffer 4 seitens der Obrigkeit ein Genehmigungsvorbehalt:

24.04.2010

Klima/Wetter-Inspektion

Heute wollte ich einmal überprüfen, wie sich die letzten beiden kalten Nächte ausgewirkt haben.  Hier das Ergebnis, aber vorab was allgemeines:

Die letzten beiden Winter waren viel kälter als die vorherigen beiden.  Das kann ich daran sehen, wie sich meine widerstandsfähigen Feigen, die ich 1982 aus Cremona mitbrachte, im Laufe der Jahre verhalten haben.  Die Zweige der Feigen sterben bei starker Kälte ab, treiben aber immer aus dem Boden wieder aus.  Also:  Nachdem sie sich schon zu ansehnlichen Stämmchen entwickelt hatten, waren die Zweige im Frühjahr 2009 und 2010 wieder abgestorben.

Es ist im Augenblick meiner Meinung nach nachts zu kalt.  Es nutzt den Obstbäumen nichts, wenn die Mittagssonne über 20 Grad liegt, aber abends die Temperatur immer wieder – wie derzeit – auf Null heruntergeht.

Zur Zeit ist im Sossenheimer Unterfeld die Obstblüte im vollen Schwange, die Pfirsichblüte geht zu Ende und hat vielleicht was angesetzt, die Birnen und Mirabellen sind wunderschön in Blüte.  Allerdings die Aprikosen, die letztes Jahr überreich trugen, haben nichts oder wenig angesetzt.  Auch die Frühblüher bei den Äpfel sind voll erblüht, z. B. Boskopp.  Eine erste Wespe habe ich gesehen.

Problematisch ist es aber bei unseren Obstbäumen aus Kleinasien, d. h. Eßkastanien und Walnüsse.  Diese haben empfindliche Blätter und leiden sogar schon über Null.  Sie müssen deswegen als Hochstamm gezogen werden, damit sie weniger vom Bodenfrost leiden.

Hier zeigt sich folgendes:  Die frühtragenden Eßkastanien, d. h. Eckel 1 aus der Steiermark, haben alle einen Schaden, die Blätter sind durch Kälte verbrannt und vertrocknet.  Die spättragenden Maronen aus Lyon haben noch nicht ausgetrieben, auch ein später Sämling mit großen Früchten.  Trotzdem wird die Ernte dieses Jahr aller Voraussicht nach gering sein.  Letztes Jahr zog sich die Ernte der Eßkastanien vom 12.09. bis 22.10. hin.  Der Austrieb ist dieses Jahr ca. 1 Monat später.  Daraus ergibt sich eine geringe Ernte bei den frühaustreibenden wegen Frostschäden und die späten werden nicht ausreifen.

So ähnlich verhält es sich bei den Walnüssen.  Dei frühaustreibenden Walnüsse sind unter 3 m fast alle schwarz, inklusive ihrer Kätzchen.  Die spätaustreibenden Walnüsse wie Klon 139 und Weinsberg 1 habe ich letztes Jahr am 13.10. zuletzt geerntet, sie werden also vermutlich teilweise nicht ausreifen.

Ergo wird die Ernte der Walnüsse viel geringer sein als letztes Jahr.  Dabei ist nicht ausgeschlossen, daß heute nacht weitere Frostschäden auftreten.

23.04.2010

Heute habe ich weiter bei den Kiwis an meinem Hausgarten gearbeitet.  Eine der weiblichen Kiwis scheint zu leben und läßt sich vielleicht noch einmal aufbauen.

Mein Nachbar O. im Biedenkopfer Weg hat vor zwei Jahren den Zaun an unserer Grenze aus unerfindlichen Gründen entfernt und hat ihn seitdem nicht mehr angebracht.  Am Montag wollen wir uns zu einem orientalischen Kaffeeplausch treffen und das Problem erörtern. (Ich glaube nicht, daß diesmal das Umweltamt Frankfurt dahintersteckt.)

Von Christian Schmidt (christian.schmidt.amt30@stadt-frankfurt.de) vom Rechtsamt habe ich einen Klageabweisungsantrag für die Klage 8 K 748/10.F(2) erhalten.  Er ist nach wie vor ein überzeugter und methodisch arbeitender Feind des Privateigentums.  Wie die meisten Feinde des Privateigentums ignoriert er die ethischen Erfordernisse des Privateigentums, d. h. bisher hat er noch nicht einmal sich geäußert zu Vandalismus und Diebstahl.  Das existiert für ihn nicht, obwohl das Eigentum ohne dessen Schutz nicht vorstellbar ist.  Meiner Meinung nach gehört er deswegen auch zu denjenigen Beamten, die nicht auf dem Boden der Verfassung stehen.

Die Kremsers sind übrigens stark in Theologie und Ethik.  Mein jüngster Sohn hat jetzt eine Tutorenstelle erhalten in der Wirtschaftsethik:

http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/abteilungen/arbeitsstelle-wirtschaftsethik/arbeitsstelle-wirtschaftsethik/team/tutoren.html

Morgen werde ich Herrn Schmidt per Einwurfeinschreiben antworten.  Im Umgang mit unseren Staatsbediensteten muß man leider immer den Nachweis führen, daß man ihnen was geschickt hat, da sie sowieso die Bürger normalerweise gerne ignorieren, wie Christian Schmidt den Diebstahl.  Für uns Bürger besteht nun das zusätzliche Problem, daß die Postfilialen geschlossen werden.  Wer weiß, wie das mit den Einschreiben wird, wenn die Rödelheimer oder Sossenheimer Post auch geschlossen wird.

22.04.2010

Heute habe ich in meinem Hausgarten gearbeitet.  Dabei habe ich zuerst mal die Rattenfallen überprüft.  Bisher alles ok.  Unsere Nachbarin hat auf ihrem Grundstück Ratten gesehen und wollte sich mal beim Ordnungsamt erkundigen, was man gegen Ratten macht.  Dadurch ist das Ordnungamt auf uns aufmerksam geworden (akute-gefahrenabwehr@stadt-frankfurt.de) und hat uns eine ellenlange Verwaltungsverfügung geschickt.  Obwohl wir selbst keine Ratten gesehen haben und unsere Kompostabfälle in einer braunen Tonne entsorgen, haben wir den Auftrag selbstverständlich durchgeführt;  denn Ratten haben im Mittelalter die Pest übertragen und heutzutage können die Menschen nicht entfliehen wie Boccaccio aus Siena, um sich dann gegenseitig in einer illustren Gesellschaft auf dem Land pikante Novellen zu erzählen.

Hier den Rattenköder:

Anschließend habe ich mich durch das Dickicht bei den Kiwis gearbeitet.

(Nachdem ich mir im Februar 2007 im städtischen Höchster Krankenhaus einen MRSA eingefangen hatte mit einer Batterie von Krankheiten inkl. Spondylodiszitis, mußte eine Zeit lang mein ältester Sohn die Gartenarbeit übernehmen.  Hinweis:  In Friedrichsheim wurde ich wieder geheilt mit Operationen durch Dr. Richolt und einer Mischung von Vankomycin und Rifampicin.)

Da mein ältester Sohn sich bei den Kiwis nicht auskennt, hat er die weibliche Kiwi entfernt, so daß nur noch die männliche blüht, während die dritte weibliche abgängig ist.  Ich mußte also mal gründlich säubern, um dieses Jahr während der Blüte festzustellen, ob da überhaupt noch weibliche blühen.  Das ist  für mich ein harter Schlag, denn die Kiwis sind fast 30 Jahre alt, und ich habe immer fast einen Zentner geerntet.

Die Temperatur war in der letzten Nacht nicht so kalt, wie ich befürchtet habe, heute Nacht soll es wieder für die Obstblüte gefährlich werden.

21. April 2010

Heute war es mir zu kalt.  Ich finde die ganze Zeit schon, daß es zu kalt ist.  Heute nacht wird es eine echte Bewährungsprobe für die Obstblüte und den Walnußaustrieb geben, angeblich bis zu minus 4 Grad.

20. April 2010

Heute waren die restlichen 4 Walnußbäumchen daran mit der Pflege der Baumscheiben.  Je schwächer sie sind, um so stärker ist der Besatz durch Unkraut.  In einem Baum war im vergangenen Jahr ein Holzbohrer, vermutlich Weidenwickler.  Ich hatte diesen Baum mit Wundbalsam behandelt, und jetzt war wieder ein Loch drin.  Ich habe das Loch erneut zugemacht.  Bin mal gespannt, ob der Baum zu retten ist.

19. April 2010

Heute habe ich 28 Pflanzscheiben bei den Walnüssen und Wirtschaftsäpfeln gehackt und frei gemacht.  Das Unkraut und Gras ist nämlich eine große Nährstoffkonkurrenz für die jungen Bäume.  Sie trocknen auch dann nicht so stark aus, wenn sie gehackt werden.

Morgens habe ich meine Stellungnahme an das Verwaltungsgericht geschrieben.  Für den 3. Mai ist alles fertig.  Ohne Adept des Verwaltungsrechts zu sein kann man in Deutschland keine Obstbäume anbauen.

17. April 2010

Habe heute weiter Leimringe angebracht.  Die Fänge der Frostspanner im Herbst waren ausgezeichnet.  Bis Ende Mai will ich die erneuerten Leimringe dranlassen;  denn die Ameisenstraßen an den Baumstämmen für die Blattläuse sind schon zu sehen.

Leonhard Jonas hat trotz seines fortgeschrittenen Alters für mich heute zwei Grundstücke mit dem Rasentraktor gemäht.  Die neue Batterie für den Rasentraktor hat 60 Euro gekostet.

16. April 2010

Der Imker hat gestern sein Bienenvolk aufgestellt und war sehr beunruhigt, daß Probleme der Bienen durch das Betreten des benachbarten verwilderten Grundstücks entstehen könnten.  Wir haben jetzt endlich mal einen Bestäuber für die Obstbäume!  Die Aprikosen sind jedoch fast abgeblüht, und ich habe unsere Bienen weder an den Aprikosen noch Pfirsichen gesehen, trotzdem fliegen sie wie verrückt;  die Birnen sind kurz vor der Blüte.

Elfriede hat er ein Glas Honig geschenkt, ihr verstorbener Fritz war ein Selbstversorger wie ich.

Anschließend hat der Imker noch einen alten Lombards Calvill bei den Eßkastanien ausgeschnitten.

06.09.2010

Heute habe ich wieder einmal das streitbefangene Eßkastaniengrundstück gemäht. Wenn in den nächsten Wochen die Eßkastanien herunterfallen, müssen sie komplett aufgelesen werden; denn ansonsten können einzelne Früchte, die vom Kastanienwickler befallen wurden sich vermehren und dann könnte die Situation nächstes Jahr epidemisch werden. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich die Diebe nicht auf das Grundstück lassen kann. Wenn die nachts kämen und die Früchte herunterreißen würden, könnten viele Eßkastanien versehentlich ins Gras fallen, unentdeckt bleiben und die Wickler den Winter überleben. Nach meinem Kenntnisstand gibt es bisher im Sossenheimer Unterfeld nur noch eine einzige weitere Eßkastanie auf dem Grundstück des ehemaligen Wasserwerks gegenüber meiner ehemaligen Verstärkerstelle.

Die Diebe haben den streitbefangenen Zaun inzwischen präpariert. Hinter der letzten Eßkastanie wurde an einem Pfosten die Krampen entfernt, so daß der Pfosten wackelte, und sie schnell über das 1 m hohe Drahtgeflecht hätten springen können. Diese Aktion habe ich inzwischen rückgängig gemacht. Ich bin mal gespannt, was den Dieben sonst noch so einfällt. Ich muß mir auch überlegen, wie ich angemessen reagiere.